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Leselupe.de > Science Fiction
Kriegsschauplatz
Eingestellt am 12. 04. 2002 15:59


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
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ÔÇ×Verehrte G├Ąste!ÔÇť klang es weiterhin aus dem Lautsprecher des Busunternehmens: ÔÇ×Ebenso m├Âchten wir sie darauf aufmerksam machen, dass sie sich in wenigen Minuten im Kriegsgebiet befinden werden. Bitte ber├╝cksichtigen sie das, falls Sie Ihre Kamera oder Ihren Fotoapparat benutzen m├Âchten und verhalten Sie sich entsprechend r├╝cksichtsvoll!ÔÇť Schon bog der Bus mit den Schaulustigen in das Kriegsgebiet ein.

Die angeregte Unterhaltung unter den Touristen bekam nach dieser Lautsprecherdurchsage einen D├Ąmpfer und kurz bevor die Businsassen vor der Panzerglasscheibe den Ort des Geschehens erreichten, war sogar absolute Ruhe eingekehrt. Das touristische Publikum bestand aus Europ├Ąern und Amerikanern, w├Ąhrend letztere bepackt mit Kameras und anderen wichtigen Instrumenten, besonders gut ausger├╝stet waren, diese Eindr├╝cke f├╝r die Nachwelt festzuhalten.

Sam hatte nat├╝rlich seine Kinder mit und empfahl ihnen, ganz genau hinzusehen, da es sich um ein einmaliges Erlebnis handeln w├╝rde. Au├čerdem riet er ihnen zum absoluten Stillschweigen. Fragen k├Ânnten sie hinterher auf der R├╝ckreise stellen.

Nun standen sie dichtgedr├Ąngt hinter der Panzerglasscheibe. Es war schon ein echtes Erlebnis, diesen Kriegsschauplatz life und in ganzer Gr├Â├če in sich aufzunehmen. ÔÇ×Bitte Ruhe!ÔÇť stand in gro├čen Buchstaben auf der Panzerglasscheibe und nat├╝rlich hielten sich alle daran, denn drau├čen die Kriegsger├Ąusche waren echt und f├╝r die Zuschauer etwas anderes, wie die Nachrichten im Fernsehen, bei denen man die T├╝te Chips auf den Knien hatte. Auch wenn Jeremy es nicht lassen konnte, die Chipst├╝te bei dieser Gelegenheit au├čer Acht zu lassen, der Chips, den er gerade auf der Hand hielt bebte und zitterte auf und nieder. Er verga├č dabei vollkommen hineinzubei├čen und Jeremys Mund stand weit offen, unf├Ąhig, eine Kaubewegung auszuf├╝hren.

Eine Gescho├čsalve drang tief aus dem Hinterhalt fast bis zu ihrer Panzerglasscheibe. Jeremys Hose verlie├č vor lauter Schreck der Angstschiss. Er wollte es zitternd seinem Vater mitteilen, doch der dr├╝ckte seinen Finger auf den Mund zum Zeichen des Stillschweigens. Jeremy roch es und sah weit und breit keine Toilette. Er dr├Ąngte sich Richtung Ausgang und lugte um die Ecke, ob denn nicht dort die T├╝re mit dem OO zu sehen war. Nein, auch dort kein WC.
Verzweifelt versuchte der gro├če Junge aus dem Gedr├Ąnge hinter der Scheibe wegzukommen. Sein Vater scho├č gerade einige gute gelungene Fotos und bet├Ątigte anschlie├čen sogleich den Comcorder.

Von drau├čen drang eine Detonation zu ihnen durch, so dass die Panzerglasscheibe vibrierte.
Schade, sie konnten es durch die Scheibe nicht erkennen, es musste sich seitlich von ihrer Sicherheitszone abgespielt haben. Vermutlich gab es dort eine Tretmine.

Die Stunde war zu Ende, ihr Sch├Ąrflein bezahlt und die Herrschaften wurden zur R├╝ckfahrt abgeholt. Erstaunt besah sich Jeremys Vater den Fleischklumpen am Ein- bzw. Ausgang des Schauterritoriums. Der Fleischklumpen hatte Jeremys Hemd an.

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anemone
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hallo Jadzia,

diese Geschichte kenne ich nicht, werde sie aber lesen, danke f├╝r den Tipp

liebe Gr├╝├če

anemone

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xzar
Guest
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hallo,

das thema fand ich sehr erschreckend. auch die personalisierung durch die figuren und den jungen (kinder sind ja immer gut f├╝r emotional aufgeladene situationen) passt. aber manches klingt f├╝r mich schon etwas zu klischeehaft: die t├╝te chips, die kameras usw. nat├╝rlich ist das vorstellbar, aber mir klingt das zu sehr nach Zeigefinger. am besten sind meiner meinung nach (aber das muss ja nicht sonderlich viel hei├čen) die geschichten, bei denen man nciht genau wei├č, wer im recht ist und wer nicht. moralische fragen (wem soll man seine sympathie geben) geben auch spannung, die hier etwas fehlt.

das ende widerum finde ich sehr gelungen. wenn ich das richtig verstanden habe, stirbt sams sohn, weil er kein klo gefunden hat, wird also direkt in die "scheinbare fiktion krieg", die die europ├Ąer und amerikaner sich geben, gezogen wird - der krieg ist real und nicht ein fernsehsender. das ist eine gute, wenn auch nicht neue idee.

liebe gr├╝├če,

constantin

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
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hallo Xzar

Inzwischen wurde diese Geschichte mehrmals ├╝berarbeitet.
Ich setze sie komplett neu hier herein. Danke f├╝rs Lesen.

(Gute Kritik und das ist richtig ist oft f├╝r andere Dinge wichtig)

liebe Gr├╝├če

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anemone
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letzte ├╝berarbeitete Fassung

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Verehrte G├Ąste!“, ert├Ânte es weiterhin aus dem Lautsprecher des Busunternehmens, „Ich m├Âchten Sie darauf aufmerksam machen, dass Sie sich in wenigen Minuten im Kriegsgebiet befinden werden. Bitte verhalten Sie sich entsprechend r├╝cksichtsvoll, falls Sie Ihre Kamera oder Ihren Fotoapparat benutzen m├Âchten!“

Nach dieser Lautsprecher-Durchsage bekam die angeregte Unterhaltung unter den Touristen einen D├Ąmpfer und kurz bevor die Businsassen hinter der Panzerglasscheibe den Ort des Geschehens erreichten, war absolute Ruhe eingekehrt.

Das touristische Publikum bestand aus Europ├Ąern und Amerikanern. Sie waren mit Kameras und anderen wichtigen Instrumenten ausger├╝stet, um ihre Eindr├╝cke f├╝r die Nachwelt festzuhalten.

Sam hatte seine Kinder mit und empfahl ihnen, ganz genau hinzusehen, da es sich um ein einmaliges Erlebnis handeln w├╝rde. Au├čerdem riet er ihnen zum absoluten Stillschweigen. Fragen k├Ânnten sie hinterher auf der R├╝ckreise stellen.

Nun standen sie dichtgedr├Ąngt hinter der Panzerglasscheibe. Es war schon ein echtes Erlebnis, diesen Kriegsschauplatz life zu erleben.
„Bitte Ruhe!“, stand in gro├čen Buchstaben auf der Scheibe und nat├╝rlich hielten sich alle daran. Keiner wollte auch nur einen Ton von dem vers├Ąumen, was dort drau├čen passierte. Das Aufblitzen von Sch├╝ssen, fliehende Menschen, vordringende Panzerfahrzeuge, die Ger├Ąusche – all das wirkte ungleich spannender als im Fernsehen, wo man bei den Nachrichten die Chipst├╝te auf den Knien hatte.
Selbst diesmal hatte der korpulente Junge sich nicht dazu durchringen k├Ânnen, die T├╝te mit den Magenf├╝llern daheim zu lassen. Der Chips, den er gerade auf der Hand hielt, bebte und zitterte auf und nieder. Er verga├č dabei vollkommen hineinzubei├čen und Jeremy’s Mund stand weit offen, unf├Ąhig, eine Kaubewegung auszuf├╝hren.

Eine Geschoss-Salve drang tief aus dem Hinterhalt fast bis zu ihrer Panzerglasscheibe. Vor lauter Schreck ging Jeremy der Angstschiss in die Hose. Unter Zittern wollte er es seinem Vater mitteilen, doch der dr├╝ckte seinen Finger auf den Mund zum Zeichen des Stillschweigens. Jeremy roch das Dilemma und sah weit und breit keine Toilette. Er lugte um die Ecke, ob denn nicht dort die T├╝r mit dem OO zu sehen war. Nein, auch dort war kein WC.
Verzweifelt versuchte der Junge aus dem Gedr├Ąnge hinter der Scheibe wegzukommen. Sein Vater bemerkte es nicht, er hielt den Camcorder im Anschlag und filmte das Geschehen.

Von drau├čen drang eine Detonation zu ihnen durch, so dass die Panzerglasscheibe vibrierte.
Schade, sie konnten es durch die Scheibe nicht erkennen, es musste sich seitlich von ihrer Sicherheitszone abgespielt haben. Vermutlich gab es dort eine Tretmine.

Die Stunde war zu Ende, und die Herrschaften wurden zur R├╝ckfahrt abgeholt. Erstaunt besah sich Jeremys Vater den Fleischklumpen am Zugangsbereich des Schauterritoriums. Der Fleischklumpen hatte Jeremy’s Hemd an.

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