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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Kriminalspaziergang
Eingestellt am 28. 10. 2002 01:01


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DieZwei
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2002

Werke: 4
Kommentare: 12
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DieZwei stiefelten einsam durch den graublauen Matsch, zuZwein, doch jeder fĂŒr sich in Gedanken versunken, als sie auf einmal gestört wurden. "Schlechter Empfang!", doch eh sie sichs versahen verwickelten sie sich in nutzlose GesprĂ€che ĂŒber Generatoren der neuesten Generation. Und so tauschten sie Neuigkeiten wie Sammelbildchen in nie enden wollender Wiederholung. Sie sahen sich an. Zum ersten mal erkannten sie es und es sollte auch das letzte Mal gewesen sein. Das Vergessen ist schnell bei der Hand und Erkenntnis, die als solche nicht erkannt, fließt hinfort wie all die ĂŒbrigen Nutzlosigkeiten des tristen Alltags.
So trotteten sie, DieZwei, ihren schlammigen Pfad entlang, im Dunkeln tappend und schwer tragend an der Lösung des Falles, der sich jetzt so klar wie nie offenbarte und dennoch so rettungslos verloren dahinschwamm im Meer des Vergessens. Ein Kreischen auf allen Frequenzen. Die Nacht fĂ€llt schnell in dieser Jahreszeit und dieser Gegend. Doch spulen wir zurĂŒck zum Anfang, als der Fall noch ganz im Dunkeln, der Sinn aber noch nicht so vernebelt war.
Sie erhielten diese Anrufe sechs Wochen lang jeden Tag und jede Stunde in ermĂŒdender Eintönigkeit. Sieben Uhr: das Telefon klingelt, der Anrufbeantworter: "Zur Zeit ist niemand erreichbar..", dann das Stöhnen, immer das gleiche eintönige, eine Stimme zuerst dunkel, mĂ€nnlich: "Und so wird es sein.", ein Knacken, Pause, eine zweite Stimme, weiblich: "Und noch etwas dazu.", Pause, ein Knacken, Ende. Acht Uhr: das Telefon klingelt,... Sechs Wochen. Doch es war kein Scherz. Es war blutiger Ernst, doch die Erkenntnis kommt meist zu spĂ€t, die Zeit der Reue war verstrichen, DieZwei hatten sich bereits zu weit vorgewagt und jetzt mußten sie den Weg zu Ende gehen, auch wenn er noch so weit und beschwerlich schien.
Ihr Auftraggeber spukte ihnen seit langem im Kopf herum, doch er war immer auf der Sonnenseite und warf lange Schatten in ihr GemĂŒt. DieZwei nahmen Rache und der Plan war einfach. Der LĂ€rm schwoll wieder an und die Stimmen kehrten zurĂŒck, die Welt dreht sich um uns und um uns herum tobt das Vergessen. Und wir drehen uns im Kreise immerwĂ€hrend und leise versinken in langen Straudeln verlustig ausgebrandelter Schlaramatzen und vertrĂ€ufeln unsere GĂ€nglialkanonen in eisigen TĂ€ufeleien...
Und werden Sehen.
Und Aufstehn.
Immerfort.
DieZwei.

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2266
Kommentare: 11049
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Hallo, IhrZwei (oder DieZwei)

herzlich willkommen in der Leselupe.

Es ist ein ungewöhnlicher Text, und er hat mir gefallen, insbesondere wegen der SelbstbezĂŒglichkeit von Autor und Text.

GrĂŒĂŸe von Bernd
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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DieZwei
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2002

Werke: 4
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Danke Bernd

Danke Bernd- Hast Recht

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Monfou
???
Registriert: Feb 2002

Werke: 0
Kommentare: 0
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Hallo, DieZwei,

mal ein Text, der wirklich ein wenig experimentell anmutet. Schön gemacht. Ich finde auch, Bernd, der Herr ĂŒber GlockenklĂ€nge unter der Fahne des Experiments, hat Recht.
Monfou
DerEine

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