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Leselupe.de > Gereimtes
Krisengeschüttelt
Eingestellt am 12. 12. 2008 15:05


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JoteS
Foren-Redakteur - tippende Inquisition
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Krisengeschüttelt

Es ist das Volk, das ob der Krise leis' erschauert,
Wer weiss denn schon, ob da nicht noch ein Scheißer lauert,
Der meint, der Staat sei nun als Held und Retter wichtig
(doch überflüssig, falls das Börsenwetter richtig).
Erst viele Jahre unbehelligt Beute laden…
Und wieder gehen nur die kleinen Leute baden!

__________________
Oh lodernd Feuer! (Ustinov als Nero)

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bluefin
Guest
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gereimt ist's gar nicht mal schlecht, mein lieber - nur der inhalt halt!

natürlich ist es am bequemsten, bei krisen immer die kleinen als die verlierer zu bedichten, um sich deren beiphall zu sichern und gleichzeitig ein wenig als gutmensch rüberzukommen. der staat, wird im gleichen atemzug gereimt, ist natürlich ganz was anderes als jedermann, nämlich irgendwas, und zwar mitten drin in den wolken, eine art höhere gewalt, sozusagen.

doch diesmal, lieber @jotes, haben wir's mit einer krise der besonderen art zu tun: velierer sind nicht die ganz kleinen schlucker (die auch die löcher, die's jetzt hat, nicht stopfen können oder müssen), sondern der "mittelstand", der so blöd war, sein tafelsilber beim globalen hütchenspiel zu verdaddeln.

ein wenig klammheimliches dürfte also meinethalben schon dabei sein, wenn die gierschlünde nicht zwölf prozent für rein gar nichts bekommen haben, sondern ihres menschenverachtenden wetteinsatzes komplett verlustig gingen. die indianer nannten sowas schon vor dreihundert jahren einen "mondkauf": auch da war der geprellte nicht der kleine schlucker, sonder einer, der's erst in der tasche hatte und danach nicht mehr.

das modewort "investor" hat ausgedient: es gibt ihn nicht mehr. er ist pleite oder tot oder beides - wie demnächst die schweizer ubs...

liebe grüße aus dem tegernsee

bluefin

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JoteS
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Hallo bluefin

Natürlich weiss ich, dass das billige Polemik ist. Genau dafür habe ich auch den Schüttelreim gewählt.

Deinen Ausführungen zu den Verlierern muss ich widersprechen. Unmittelbar verloren haben jene, die über mehr oder weniger reichlich Geld und Gier verfügten; nicht aber über ausreichend gesunden Menschenverstand. All jenen, "falsch beraten" oder nicht, geschieht es recht!

Mittelbar jedoch zahlt der kleine Mann und zwar mit seinem Arbeitsplatz, über seine Steuern, wenn er ihn doch behält und nachher die erhöhte Staatsverschuldung berappen muss, über geringere Renten und und Renditen (so er Pensionskassengelder oder Lebensversicherungen hat, bei denen Gelder verzockt wurden) usw. usw.

Gruss

Jürgen

P.S.: Die UBS ist unkaputtbar - sie nicht zu retten kann sich der Schweizer Staat nicht leisten und weil kaum verschuldet, kann er sich sehr dicke Rettungspakete leisten...


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Oh lodernd Feuer! (Ustinov als Nero)

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Vera-Lena
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Hallo Jürgen,

wie Du die Schüttelreime aus dem Ärmel schüttelst, kann ich immer nur bewundern. Auch inhaltlich gebe ich Dir Recht. Ich verstehe sowieso nicht, wie man sich über einen Geldverlust ärgern kann, von Geldern, die man gar nicht benötigt.

Für die Hilfspakete wird aber wiederum der "kleine Mann" bezahlen müssen, irgendwo muss das Geld ja herkommen, also gibt es Kurzarbeit, höhre Krankenkassenbeiträge und tausend Sachen, die jetzt noch tunlichst verschwiegen werden.

Liebe Grüße
Vera-Lena


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Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Polemisch ist dein Text, aber keineswegs billig.

Wie alle vorausgegangenen Jahrhunderte richtet sich auch das 21. nach dem (scheinbar) unveränderlichen Prinzip geschichtlicher Dynamik, den einen die Macht, den anderen die Knechtschaft; den einen Profit, den anderen Dreck. - Jeder Macht- und Geldverlust wird zügig durch ein noch größeres Maß an Ausbeutung ausgeglichen.

Auf dieses Prinzip gründen sich sowohl die innere als auch die globale Ordnung. Bis heute!

Insofern kann ein solches Gedicht gar nicht "polemisch" genug sein. Einfach, damit vielleicht auch ein schlichteres Gemüt begreifen lernt ...

Ich finde es sehr gelungen.

Heidrun

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JoteS
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Hallo nochmal, ihr Lieben

Zum "Reime aus dem Ärmel schütteln":
Das sieht hier nur so aus - der Text war harte Arbeit.

Zu Politik/Ökonomie:

Das Ärgerliche daran ist, dass eine Mehrheit das dumme Gewäsch vom segensreichen "freien Markt" geglaubt und danach gewählt hat.

Nicht die Freiheit der Wirtschaft bringt den Wohlstand, nicht die Vergrösserung von Märkten. Es gibt nur eines, das Wohlstand bringt: faire Konkurrenz. Faire Konkurrenz gibt es auf einem freien Weltmarkt nicht. Da wird Sozial- und Umweltdumping betrieben, da wird subventioniert auf Teufel komm raus und da werden inzwischen schon weltweite (!) Oligo- und Monopole gebildet.

Noch immer gilt, dass Konkurrenz das Geschäft belebt und der Markt staatlichem Dirigismus weit überlegen ist aber es gilt, nun endlich zur Kenntnis zu nehmen, dass ein gesunder Wettbewerb nur durch Regulierung aufrecht zu erhalten ist.

Noch immer gibt es Dinge, die der Staat besser und günstiger kann (Bahn, Post, Energieversorgung, Gebäudeversicherung...) als es ein Markt je könnte und mehr denn je gilt, dass Spekultionen eingedämmt werden müssen und dass globale Märkte auch durch globale Institutionen überwacht und reguliert werden müssen.

Ach, egal, es nützt ja eh nix....

Gruss

Jürgen
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Oh lodernd Feuer! (Ustinov als Nero)

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