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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Kritik (Aus dem Buch Ferdinand)
Eingestellt am 11. 06. 2002 11:37


Autor
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Bernd
Foren-Redakteur
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Registriert: Aug 2000

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Kritik

Ferdinand kann nicht Kritik ertragen,
hört er welche, platzt ihm gleich der Kragen.

Leider einigt man sich selten gĂŒtlich,
und die Lage ist bald ungemĂŒtlich.

Ferdinand ersinnt fĂŒr die Kritik
rasch ein negatives GegenstĂŒck.

Dieses wird, fĂŒhlt sich wer kritisiert,
sorgsam zur Kritik mit Schwung addiert.

Jeder fĂŒhlt sich, ist er so behandelt,
plötzlich gut, halt ganz wie umgewandelt.

(Viele haben so ein Grunderlebnis:
Eine reine Null ist das Ergebnis.)

__________________
Copy-Left, samisdada, TrÀger des WikilÀums-Verdienstordens in Rubin

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GabiSils
???
Registriert: Mar 2002

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Versfuß?

Lieber bernd,

hilf mir mal auf die SprĂŒnge: An wen erinnert mich der Rhthmus dieses Gedichts? (KĂ€stner?)

Gruß
Gabi

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Bernd
Foren-Redakteur
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Liebe Gabi,

vielleicht war es Morgenstern?

Sicher bin ich nicht. Es hat Eigendynamik bekommen. Die von mir verwendete Form passt sich dem Inhalt an.

Inhaltlich aber ist es sicher verwandt mit der Tagnachtlampe Morgensterns.

quote:
Christian Morgenstern

Die Tagnachtlampe

Korf erfindet eine Tagnachtlampe,
die, sobald sie angedreht,
selbst den hellsten Tag
in Nacht verwandelt.

Als er sie vor des Kongresses Rampe
demonstriert, vermag
niemand, der sein Fach versteht,
zu verkennen, daß es sich hier handelt -

(Finster wirds am hellerlichten Tag,
und ein Beifallssturm das Haus durchweht.)
(Und man ruft dem Diener Mampe:
"Licht anzĂŒnden!") - daß es sich hier handelt

um das Faktum: daß gedachte Lampe,
in der Tat, wenn angedreht,
selbst den hellsten Tag
in Nacht verwandelt.



__________________
Copy-Left, samisdada, TrÀger des WikilÀums-Verdienstordens in Rubin

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GabiSils
???
Registriert: Mar 2002

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Stimmt, an Morgenstern hatte ich auch gedacht:


quote:
Korf erfindet eine Mittagszeitung,
welche, wenn man sie gelesen hat,
ist man satt.

Warum steht Ferdinand in Experimentelles, btw?

Gruß
Gabi

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

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Werke: 2325
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Es handelt sich bei (fast allen) meiner Gedichte um experimentelle Formen, die auf der Grenzlinie zwischen verschiedenen Formen daherkommen. Auch beim Inhalt geht es oft um Experimentelles.
      In anderen Bereichen wurden Ferdinand-Gedichte mehrfach nicht geduldet, vielleicht waren die Gedichte zu verspielt.
      Es ist das Experiment, sehr ernste Sachen als Spiel zu gestalten, eine Form, in der Morgenstern Meister war, und ich mich als stiller Lehrling versuche.
      Ironie - dahin hĂ€tte ich es wohl getan, wenn es Experimentelles nicht gĂ€be. Aber Ironie ist es eigentlich nicht.
      Satire? Einmal ist Satire jetzt nur noch im Prosa-Forum vorhanden, weshalb ich seit lĂ€ngerem keine Satire mehr veröffentlicht habe (ich schreibe fast ausschließlich Lyrik). Zum anderen ist es auch keine Satire.
Es ist einfach Experimentelles. ... denke ich.


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Copy-Left, samisdada, TrÀger des WikilÀums-Verdienstordens in Rubin

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enniaG
Guest
Registriert: Not Yet

Kritik - ein immer zeitgemĂ€ĂŸes Thema -auch in der LL

Hallo, lieber Bernd,
hast, ganz experimentell,
dich und uns eingestimmt
auf ein brandheißes Thema
ganz schnell.

Findest immer nette Worte
und Àrgerst dich nicht hier
und an anderem Orte.
Du bist um deine Experimente
ein wenig zu beneiden -
ich mag diese BeitrÀge
besonders leiden.

ennia

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