Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92257
Momentan online:
90 Gäste und 4 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Krollhofers Ende
Eingestellt am 08. 08. 2003 09:56


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Haselblatt
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2002

Werke: 2
Kommentare: 25
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Seit einem halben Tag tobte in der Osth├Ąlfte ├ľsterreichs ein heftiger Sturm, und d├╝nner Regen peitschte an die Fensterscheiben. Der Bote meldete sich diesmal telefonisch, was normalerweise gegen die Verabredung war.
┬╗H├Âren Sie: Es gibt einen Sondertransport, deshalb m├╝ssen wir uns sofort treffen. Kommen Sie mit dem Taxi zur Rampe vier bei der alten Shell-Verladestation im ├ľlhafen Lobau. Wir fahren von hier mit meinem Auto weiter. Ich erwarte Sie in einer Stunde. Es ist sehr wichtig und duldet keinen Aufschub. Haben Sie alles verstanden?┬ź
Krollhofer best├Ątigte und legte den H├Ârer frustriert auf die Gabel. So pl├Âtzliche und unerwartete Aktionen waren nicht sein Stil. Es war kurz vor B├╝roschluss, und drau├čen wurde es schon dunkel. Wer wei├č, was die Auftraggeber da wieder ausgeheckt hatten, aber er hatte keine andere Wahl. Die ganze Sache begann ihm zunehmend ├╝ber den Kopf zu wachsen. Die Probleme mit seiner Firma, mit der Beh├Ârde und Vascosys waren ernst genug und forderten seine volle Pr├Ąsenz und Energie. Dar├╝ber hinaus gefiel es Vanessa seit zwei Wochen, sich ihm sexuell zu verweigern. Sie schien einen neuen Liebhaber zu haben, was ihn, Krollhofer, im Zentrum seiner m├Ąnnlichen Eitelkeit traf. Und jetzt sollte er auch noch seine Pflicht als Kurier f├╝r Leute wahrnehmen, die er nicht einmal aus der N├Ąhe kannte. Ein Hundeleben. Aber es w├╝rden wieder bessere Zeiten kommen, so hoffte er jedenfalls.
Er rief ein Taxi und lie├č sich zur angegebenen Adresse bringen. An der Rampe vier stand eine unbeleuchtete, dunkle Limousine. Krollhofer wartete, bis das Taxi gewendet hatte und hinter der B├Âschung verschwunden war, dann ging er hin├╝ber zu dem Auto, einem F├╝nfhunderter Mercedes, und stieg ein.
┬╗Guten Abend, Nick. Ich wei├č Ihre P├╝nktlichkeit sehr zu sch├Ątzen. Sie kennen mich ├╝brigens nicht, aber mein Name tut nichts zur Sache. Ich komme aus Holland und bin Captain der Niederl├Ąndischen Luftstreitkr├Ąfte.┬ź
Nick nahm wahr, dass die T├╝ren der Limousine elektrisch verriegelt wurden, dann setzte sich das Fahrzeug in Bewegung. Da es schon ziemlich finster war, konnte er das Gesicht seines Gegen├╝ber nur schemenhaft wahrnehmen.
┬╗Der Anlass f├╝r die zugegeben ├╝berst├╝rzte Aktion liegt darin begr├╝ndet┬ź, setzte der Captain fort, ┬╗dass im Zuge Ihres vorigen Transports nach Bukarest ein ernstes Problem aufgetaucht ist, ├╝ber dessen Hintergr├╝nde wir uns heute unterhalten m├╝ssen.┬ź
- ┬╗Was f├╝r ein Problem┬ź, wollte Krollhofer wissen.
┬╗Ich bitte Sie ein wenig um Geduld. Wir werden gleich am Ziel sein. Sie werden in K├╝rze die Bekanntschaft mit Leuten unserer Organisation machen, die Ihre Aussage sehr interessieren wird.┬ź
Krollhofer schwieg. Aussage? Organisation? Das Ganze h├Ârte sich h├Âchst geheimnisvoll an, aber das war ja auch der Hauptbestandteil dieses Jobs. Nach f├╝nf Minuten hielt die Limousine im Inneren einer Garage. Die elektrischen T├╝rriegel surrten wieder leise, und jemand ├Âffnete von Au├čen die Autot├╝ren. Krollhofer und der Captain stiegen aus.
┬╗Folgen Sie mir!┬ź. Der Captain ging voran, gefolgt von Krollhofer, dahinter zwei Gestalten, die Nick wegen des sp├Ąrlichen Lichts nicht genau erkennen konnte. Sie stiegen ├╝ber eine schwach beleuchtete Treppe in einen Kellerraum, in dem sich zahllose Kisten befanden. Munitionskisten, die Krollhofer an seine Milit├Ąrzeit beim Bundesheer erinnerten. Der Captain ging weiter und ├Âffnete die T├╝r zu einem etwas kleineren Nebenraum, der in der Mitte von einem ungem├╝tlichen, tr├╝ben Licht durchflossen war, das von einer Leuchtstoffr├Âhre ausging. In der Mitte des Raums befand sich ein Gestell mit einer Bahre, wie sie auch in den Krankenh├Ąusern zum Transport von Patienten verwendet wird. Die Luft in dem Raum war stickig, und es roch nach einem Desinfektionsmittel.
┬╗Bitte, nehmen Sie Platz!┬ź, sagte der Captain.
- ┬╗Wo bitte, soll ich Platz nehmen?┬ź, fragte Krollhofer erstaunt.
┬╗Na hier, auf dieser Bahre. Sie ist vielleicht nicht sehr bequem, aber das spielt jetzt wahrlich keine Rolle.┬ź
Krollhofer blickte etwas verunsichert um sich, tat aber dann, wie ihm gehei├čen worden war und setzte sich aufrecht auf die Bahre. Der Captain blickte ihn mit kalten Augen an und sprach:
┬╗Ich ersuche Sie, mir jetzt genau zuzuh├Âren, denn ich pflege nicht, mich zu wiederholen. Ich erwarte von Ihnen eine pr├Ązise Auskunft ├╝ber Vorg├Ąnge, auf die wir gleich zu sprechen kommen werden. Wenn Sie sich weigern, mir die Wahrheit zu sagen, werden Sie dieses Kellerloch hier nicht mehr lebend verlassen. Aber wir, und damit meine ich mich und die operative Einheit, der ich ebenso wie Sie angeh├Âre, sind keine Unmenschen und lassen Ihnen die Wahl ├╝ber die Gestaltung Ihres Abtretens: Wenn Sie sich als kooperativ erweisen, werden wir die Sache kurz und glatt machen, und Sie werden nicht das Geringste dabei sp├╝ren. Wenn Sie es aber vorziehen, hier den Helden zu spielen, dann werden wir Sie ganz langsam durch die sieben Kreise der H├Âlle ziehen. Denn die Leute, von denen Sie jetzt anschlie├čend zum Interview gebeten werden, sind keine ├Âsterreichischen Dorfgendarmen, sondern hoch qualifizierte Experten zur Wahrheitsfindung. Also ├╝berlegen Sie sich gut, was Sie denen zu erz├Ąhlen haben.┬ź
Dann verlie├č er das Zimmer, und Krollhofer h├Ârte durch die offene T├╝r, wie im Nebenraum gesprochen wurde. Die Worte konnte er nicht verstehen, aber die Sprachmelodie erinnerte ihn an M├╝tterchen Russland. Kurz darauf betraten die beiden M├Ąnner, die ihnen zuvor in den Keller gefolgt waren, den Raum. Der eine war ein schwarzhaariger Asiate von schm├Ąchtiger Statur. Er hatte eine dunkelgraue Fliegermontur an und stellte sich mit verschr├Ąnkten Armen vor Krollhofer hin. Der Zweite war ein bulliger Typ mit polierter Glatze und sah furchterregend aus. Er trat von hinten an Krollhofer heran, packte ihn bei den Schultern und dr├╝ckte ihn auf die Bahre, w├Ąhrend der Asiate ihm jeweils den rechten und linken Unterarm in Handschellen legte, die er am Gel├Ąnder der Bahre verhakte. Ebenso verfuhr er anschlie├čend mit seinen F├╝├čen. Krollhofer konnte sich zwar auf der Bahre ein wenig hin und her bewegen, war aber ansonsten mit H├Ąnden und F├╝├čen an das Gestell der Bahre gefesselt.
┬╗He, was soll das?┬ź. Krollhofer blickte die beiden verst├Ârt und erschrocken an.
┬╗Damit du wei├čt, mit wem du es zu tun hast┬ź, er├Âffnete der Asiate das 'Interview', ┬╗werden wir uns zun├Ąchst gegenseitig bekannt machen┬ź. Er sprach flie├čend Deutsch, und sein Akzent lie├č die s├Ąchsische Schule der ehemaligen DDR ein wenig heraus h├Âren. ┬╗Ich bin Hue Nguyen Lee, und das ist Major Petrov, Ex-Genosse vom ehemaligen KGB. Aber sei unbesorgt: wir arbeiten heute beide f├╝r die Konkurrenz. Wir haben ein paar Fragen an dich und rechnen sehr mit deiner gef├Ąlligen Mitarbeit.┬ź
Lass dich jetzt blo├č nicht einsch├╝chtern, dachte Krollhofer f├╝r sich. In dieser Situation w├╝rde es wohl das Beste sein, keine Angst zu zeigen. Die Flucht nach vorne, so zu sagen. Au├čerdem – er hatte nichts falsch gemacht und brauchte somit kein schlechtes Gewissen zu haben.
- ┬╗Ich kann mich zwar nicht erinnern┬ź, erwiderte er, ┬╗dass wir als Kinder schon in der Sandkiste zusammen gespielt h├Ątten, aber meinetwegen sagt ruhig weiter 'Du' zu mir. Ich bin ├╝brigens der Nick.┬ź
Im selben Augenblick sauste von hinten der von Petrovs Hand gef├╝hrte Gummikn├╝ppel auf Krollhofers Bauch, was dieser mit einem kurzen Schrei, halb des Schmerzes, halb des Entsetzens, quittierte.
┬╗Na gut, Nick┬ź, setzte der Asiate fort, ┬╗wie es scheint, hast du Sinn f├╝r Humor. Wenn du in der Sache, um die es geht, ernst bleibst, werden wir damit kein Problem haben. Es w├Ąre aber keineswegs klug von dir, uns zu verarschen. Unsere Aufgabe ist es, die Wahrheit ├╝ber deinen Koffer herauszufinden. Genauer gesagt: ├╝ber die Aluminiumkassette, die du bei deinem letzten Besuch in Bukarest an deinen Kontaktmann ├╝bergeben hast.┬ź
- ┬╗Was soll damit sein? Ich habe die Kassette wie vereinbart an meinen Kontaktmann ├╝bergeben. Was wollt ihr da noch wissen?┬ź
┬╗Tja, Nick. So leid es mir tut. Aber irgend jemand hat diese Kassette vorher unbefugt ge├Âffnet und in den darin befindlichen Unterlagen herumgeschn├╝ffelt. Wir sichern unsere Beh├Ąltnisse immer mit einer unsichtbaren Plombe, und diese war, als dein Kontaktmann die Kassette ├╝bernommen hatte, besch├Ądigt. Au├čerdem war der Briefumschlag, der das eigentliche Material im Inneren der Sendung enthielt, ebenfalls ge├Âffnet und durch einen ├Ąhnlichen Umschlag, aber nicht aus dem selben Papier, ersetzt worden. Du brauchst nicht zu denken, unsere Leute seien Amateure. Also raus mit der Sprache: Wer hat die Kassette ge├Âffnet, und wieso hast du das nicht verhindert?┬ź
- ┬╗Es gab nichts zu verhindern. Ich habe diese Kassette niemals aus der Hand gegeben, an keinen Menschen. Sie lag von Montag Mittag an, nachdem sie mir von eurem Boten ├╝bergeben worden war, im Safe in meinem B├╝ro. Und von da habe ich sie direkt in meinen Koffer verpackt, der dann als Fluggep├Ąck bis Bukarest durchgecheckt wurde. Was h├Ątte ich da noch tun k├Ânnen?┬ź
┬╗Das glauben wir dir aber nicht. Irgendwer hat sich am Inhalt der Kassette zu schaffen gemacht. Es ist sehr wichtig, dass du uns sagst, welche Leute das waren, damit wir uns auf deren weiteres Vorgehen einstellen k├Ânnen. Wenn du uns jetzt keine befriedigende Antwort gibst, m├╝ssen wir dir leider ein bisschen weh tun. Ich hoffe, du verstehst das.┬ź
- ┬╗Wozu sollte das gut sein? Ich habe euch alles gesagt, was ich wei├č. Ich bin mir nicht der geringsten Schuld bewusst, also: was wollt ihr mir schon antun?┬ź.
Petrov lachte und streifte Krollhofer mit einem satanischen Blick aus seinen kalten blauen Augen. ┬╗Das geht viel einfacher, als du denkst. Wir werden dir jetzt ein wenig Musikunterricht geben.┬ź
Wieder lie├č er den Gummikn├╝ppel mit gewaltiger Wucht auf Krollhofers Bauch sausen, diesmal in jene Region, wo bei einem Mann normalerweise die Genitalien montiert sind, worauf sich Krollhofer mit einem kurzen, lauten Schrei aufb├Ąumte, soweit die Fesseln das zulie├čen.
Der Asiate versuchte, Nick mit seinem breiten, fern├Âstlichen Grinsen zu vers├Âhnen. ┬╗Siehst du, Nick, jetzt kennst du erst einmal die Tonart, in der wir gewohnt sind, dass unsere Interviewpartner mit uns musizieren.┬ź
Jetzt, von diesem Augenblick an, war Krollhofer der Ernst der Situation klar geworden. Mit diesen Leuten war definitiv nicht zu spa├čen. Petrov trat nun vor Krollhofer und hielt ein B├╝geleisen in der Hand.
┬╗Wei├čt du, was das ist?┬ź, fragte er scheinheilig.
- ┬╗Sieht aus, wie ein elektrisches B├╝geleisen┬ź, erwiderte Krollhofer trocken und teilnahmslos.
┬╗Richtig, du bist ein kluges K├Âpfchen. Das ist in der Tat ein elektrisches B├╝geleisen.┬ź
Er drehte am Thermostat des Ger├Ąts. ┬╗Versuchen wir es erst mal mit 'Baumwolle'. Aber es geht auch noch etwas mehr. Die h├Âchste Stufe hei├čt 'Lenin'. Nein, verzeih, jetzt habe ich mich glatt verlesen. Ich sehe schon ein wenig schlecht, und diese verdammte lateinische Schrift macht das auch nicht leichter. Hier steht nat├╝rlich 'Leinen'┬ź. Nach kurzer Pause fragte er zynisch weiter: ┬╗Aus welchem Stoff ist eigentlich dein Hemd?┬ź
Krollhofer trat langsam der Schwei├č auf die Stirn. ┬╗Keine Ahnung, aber ich wei├č nur, dass es keine hohe Temperatur vertr├Ągt┬ź. Dabei wunderte er sich selbst ├╝ber seine ironische Gelassenheit.

Der Mann, der sich Krollhofer vorher als 'Captain' bekannt gemacht hatte, nahm inzwischen im Nebenraum sein Mobiltelefon zur Hand und tippte eine Nummer ein. Der Angerufene meldete sich wenige Sekunden sp├Ąter. ┬╗Ja, bitte?┬ź
┬╗Steegmann, hier. Wir haben unseren Mann beim Interview, das jetzt gerade eben in die hei├če Phase zu kommen scheint. Wie weit sollen wir gehen?┬ź
- ┬╗Ihr m├╝sst unbedingt herausbekommen, welche Leute sich an unserem Material zu schaffen gemacht haben. Dieser Bastard hat m├Âglicherweise die ganze Operation versaut. Presst alles an Information aus ihm heraus, was nur irgendwie geht. Danach will ich dieses St├╝ck Schei├če nie mehr zu Gesicht bekommen, hast du mich verstanden?┬ź
Durch die geschlossene T├╝r war in diesem Augenblick ein gr├Ąssliches, lang gezogenes Br├╝llen zu h├Âren.
- ┬╗Was sind das f├╝r sonderbare Ger├Ąusche im Hintergrund?┬ź wollte Tedy Groenwijk wissen.
┬╗Ach, nichts weiter. Petrov ist gerade damit besch├Ąftigt, deinem Schwiegersohn eine russische Opernarie beizubringen. Wir gehen davon aus, dass sein Gesangsunterricht die gew├╝nschten Ergebnisse zum Vorschein bringen wird. Ich gebe dir nachher gleich Bescheid. Ansonsten habe ich alles verstanden, wir h├Âren uns┬ź. Dann trennte er die Verbindung.
Einige Zeit darauf, nachdem sich die Ger├Ąusche von vorhin einige Male wiederholt hatten, ├Âffnete sich die T├╝r und beide, der Asiate und Petrov, kamen aus dem Zimmer heraus.
┬╗Der Unterricht gestaltet sich einigerma├čen z├Ąh und schwierig. Unser Mann kennt jetzt zwar den Text der Arien, aber sein Ged├Ąchtnis scheint immer noch l├╝ckenhaft zu sein. Versuch du es einmal, vielleicht hast du mit deiner Psychologie mehr Erfolg. Wir rauchen inzwischen eine Zigarette.┬ź
Der Captain betrat das Zimmer und schloss hinter sich die T├╝r.
┬╗Also, wie ich h├Âre, war der Musikunterricht noch nicht wirklich von Erfolg gekr├Ânt. Vielleicht m├Âchten Sie sich bei mir Ihr Gewissen erleichtern?┬ź
Krollhofer zitterte wie eine Klapperschlange, und sein Oberk├Ârper war mit den verkohlten Resten von Stoff bedeckt, darunter kam das blanke, verbrannte Fleisch zum Vorschein.
┬╗Sagen Sie mir endlich, was mit dem Koffer auf dem Weg zwischen Wien und Bukarest geschehen ist. Sagen Sie es, h├Âren Sie? Oder ist es Ihnen lieber, wenn ich Dostojewskis Gro├činquisitor wieder zur Befragung beiziehe?┬ź
Krollhofer schnappte entsetzt nach Luft. ┬╗Nein, um Gottes Willen, nein! Ich wei├č es doch selber nicht, ich schw├Âre!┬ź. In stockenden Abs├Ątzen presste er sodann St├╝ck f├╝r St├╝ck seine Erkl├Ąrung hervor.
Der Koffer sei als Fluggep├Ąck unterwegs gewesen und angeblich in Rom auf ein falsches Band geleitet worden. Jedenfalls kam er erst am n├Ąchsten Morgen in Bukarest an und wurde ihm sofort ins Hotel gebracht. Er habe nicht die geringste Ahnung, was dazwischen mit dem Gep├Ąckst├╝ck geschehen sei.
- ┬╗Bitte, glauben Sie mir doch. Ich wei├č es nicht, ich wei├č es nicht, ich wei├č es wirklich nicht!┬ź. Krollhofer schluchzte und heulte wie ein Kind.
┬╗So, am n├Ąchsten Tag also. Und wieso erfahren wir das erst jetzt? Sie h├Ątten doch dem Kontaktmann gleich melden k├Ânnen, dass da m├Âglicherweise etwas schief gelaufen war. Warum haben Sie den Vorgang verheimlicht?┬ź
- ┬╗In Bukarest, beim Nachforschungsschalter, lie├č mich die Hostess wissen, dass so etwas in letzter Zeit h├Ąufiger vorkomme, weil am r├Âmischen Flughafen Umbauten im Gang seien. Deshalb habe ich diesem Umstand keine ernste Bedeutung beigemessen. Es kommt ja tats├Ąchlich oft vor, dass sich ein Gep├Ąckst├╝ck w├Ąhrend einer Flugreise verirrt. Au├čerdem war in Rom das Wetter ebenso schlecht, wie in Bukarest. Wir hatten schon von Wien weg Versp├Ątung, und dieser Umstand k├Ânnte so einen Fehler ja beg├╝nstig haben. Auch wenn ihr mich jetzt umbringt, aber mehr kann ich dazu nicht sagen, wirklich nicht!┬ź
Der Captain betrachtete Krollhofer mit ernsten Augen. Petrovs Methodik der Wahrheitsfindung war normalerweise unfehlbar. In vergleichbaren Situationen war es bisher noch niemals vorgekommen, dass ein von ihm gef├╝hrtes Interview ohne brauchbares Ergebnis geblieben w├Ąre. Vielleicht sagte Krollhofer tats├Ąchlich die Wahrheit. Er nahm wieder sein Telefon zur Hand und rief Tedy Groenwijk an.
┬╗Es tut mir leid, Chef, aber wir k├Ânnen aus ihm nichts Brauchbares mehr heraus bekommen. Das, was er mir als Erkl├Ąrung anbietet, klingt jedenfalls plausibel. Falls er die Wahrheit sagt, dann d├╝rfte der Koffer am Flughafen in Rom aus dem Gep├Ącktransfer herausgeschleust und durchsucht worden sein. Die Leute, die das Ding gedreht haben, m├╝ssen jedenfalls Profis sein und sehr gute Connections haben. Ich schlie├če nicht aus, dass er selbst ├╝bert├Âlpelt wurde und vom Zugriff gar nichts mitbekommen hat. Was sollen wir tun?┬ź
- ┬╗Lasst ihn verschwinden, aber so, dass es wie ein Unfall aussieht. Petrov soll das in die Hand nehmen, er ist Spezialist f├╝r solche Dinge. Und du nimmst morgen Fr├╝h gleich den ersten Flug nach Rom und versuchst, etwas ├╝ber diesen verdammten Koffer herauszubekommen. Geh in der Ankunftshalle zum Delta-Schalter und frag nach Leonardo, das ist unser Mann in Fiumicino. Der kennt dort am Flughafen die wichtigen Leute und kann dir in allen Belangen weiterhelfen. Aber sieh zu, dass es ohne gro├če Wellen abgeht. Hast du verstanden?┬ź
┬╗In Ordnung, Chef, wird erledigt. Wir h├Âren uns.┬ź
Dann verlie├č er den Raum und ging hinaus auf den Vorplatz der Garage, wo die beiden anderen ihre Rauchpause hielten.
┬╗Ihr k├Ânnt ihn fertig machen, aber auf die Sanfte. Ich glaube ihm, dass er alles gesagt hat. Sorgt nachher daf├╝r, dass es nach einem Unfall aussieht. Der Chef sagt, Petrov w├╝sste, wie man das macht.┬ź
Irgendwie ist das alles ein Schei├čjob, dachte er f├╝r sich. Dann setzte er sich in seinen Mercedes, deutete dem Fahrer zu starten und fuhr davon.
Die beiden Folterknechte kehrten gemeinsam in den Raum zur├╝ck, wo Krollhofer angebunden lag. Er zitterte immer noch am ganzen K├Ârper und st├Âhnte fortw├Ąhrend und laut. W├Ąhrend der Vietnamese ihn mit emotionslosen Augen betrachtete, wurde Krollhofer blitzartig von einer Erinnerung ber├╝hrt, und er wusste jetzt, von wo er dieses Gesicht kannte. Er wandte den Kopf in seine Richtung und stie├č langsam ein Wort nach dem andern hervor:
- ┬╗Wir sind uns ... doch schon einmal ... in Bukarest begegnet, damals, als ... der viele Schnee lag, und mein Flug ... aus Rom versp├Ątet war. Sie kamen aus ... Athen und sa├čen im Hotel Metropol beim ... Fr├╝hst├╝ck am Nebentisch, nicht wahr?┬ź
Der Asiate grinste breit. ┬╗Du hast ein bewundernswertes physiognomisches Ged├Ąchtnis, mein Freund. Ich pers├Ânlich finde es ├Ąu├čerst schade, dass wir deine Dienste von nun an nicht mehr in Anspruch nehmen k├Ânnen. Leider werden sich unsere Wege jetzt trennen, und wir m├╝ssen uns von einander verabschieden.┬ź
Petrov war inzwischen aus dem Dunkeln des Raums hervor getreten und hielt eine Injektionsnadel in der Hand.
- ┬╗Was soll das┬ź schrie Krollhofer auf. ┬╗Was macht ihr da?┬ź
┬╗Beruhige dich, Genosse┬ź, erwiderte Petrov mit einem zynischen L├Ącheln um seinen Mund. ┬╗Wir spritzen dir eine kleine Dosis Wodka ins Blut, damit du im Jenseits nicht frieren musst. Sei gl├╝cklich und zufrieden, denn du hast es hinter dich gebracht.┬ź
Er trat von hinten an die Bahre, auf die Krollhofer gefesselt war, und Nick sp├╝rte den Einstich der Nadel im Oberarm. Der Asiate blickte ihm mit dem feierlichen Ausdruck eines Seelsorgers in die Augen und sagte mit sanfter Stimme:
┬╗Wir w├╝nschen dir eine gute Reise, Nick┬ź. Daraufhin verlie├čen beide den Raum. Krollhofer starrte resigniert an die Decke. Es war still und er vernahm das gleichm├Ą├čige Pochen des Pulsschlags im Ohr. Das Licht der Leuchtstofflampe schmerzte ihn in den Augen, und seine Brust brannte wie Feuer.
Er, Nikolaus Krollhofer, w├╝rde eine knappe Minute so da liegen, dann w├╝rde das Licht pl├Âtzlich zunehmend dunkler werden und er w├╝rde sp├╝ren, wie von seinen Beinen eine beklemmende K├Ąlte nach oben in Richtung auf seinen Oberk├Ârper kletterte. Es w├╝rde das letzte Gef├╝hl von K├Ąlte sein, dessen er in diesem Leben gewahr wurde.
__________________
Auf bald - Heimo B.
As long as you continue to do what you always did, you will continue to get what you always got. (Abraham Lincoln)

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Rainer
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 0
Kommentare: 791
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Rainer eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

hallo haselblatt,

???

da bisher nur bewertet und nicht kommentiert wurde, m├Âchte ich mal das schweigen brechen. ich finde deine story eher durchschnittlich, und so bewerte ich auch.


arbeiten der vietnamese (zu viele unsere-boys-bei-charly-filme gesehen?) und der russe (haut mich von der kreativit├Ąt her auch nicht gerade aus den socken) zusammen (doch wieder f├╝r den kgb?), gegen die anderen?

sprachlich sind ein paar stilbl├╝ten enthalten (z.b."...wo bei einem Mann normalerweise die Genitalien montiert sind,..."), aber ansonsten ist die story spannend erz├Ąhlt, auch wenn ein paar klischees enthalten sind.

wie l├Ą├čt man den tod eines menschen mit teilweise verbranntem oberk├Ârper und einem gift in den adern wie einen unfall aussehen?

fragende gr├╝├če

rainer
__________________
ist meine, und damit nur EINE Meinung

Bearbeiten/Löschen    


Daktari
Guest
Registriert: Not Yet

aua

Hallo, Haselblatt!

Ganz sch├Ân dramatisch. Der Text ist nicht schlecht, aber er weist einige Widerspr├╝che auf.
Es wird nicht klar, ob der Asiate und der Russe beide gegen ihre Partner arbeiten.
Wenn der Asiate dahinter steckt, h├Ątte man dem Werk im letzten Moment eine andere Wendung geben k├Ânnen. Da├č der Asiate UND sein Kollege gegen die F├╝hrung zusammen arbeiten, scheint doch eher unsicher. Wenn nur der Asiate ein Doppelagent oder so was w├Ąre, k├Ânnte man zum Schlu├č durch den gedankenblitz den Fall l├Âsen und damit Krollhofer vielleicht das Leben retten. Mich f├╝r meinen Teil macht der Tod von Krollhofer schon etwas betroffen. Ich mag eher Storys mit gutem Ausgang - na ja , ich Optimist und Idealist. Lol.

W├Ąre es denn nicht m├Âglich gewesen, Krollhofer zuerst durch Fangfragen zu testen? Er hatte ja wohl keine Ahnung von dem brisanten Inhalt. Und wenn der Inhalt - den Krollhofer ja nicht kannte - vertauscht worden ist, h├Ątte seine Antwort ja vielleicht gezeigt, wei├č er was oder nicht. Und erst im Ja Falle H├Ąrte anwenden. Wenn sein Tod jetzt untersucht wird, wird die Kripo doch sicher vom Transport nach Bukarest erfajren, irgendwie. Und dann wird sie doch erst recht auf die Sache aufmerksam.

Von der Spannung her, ist es gut, aber wie gesagt, der Vorgang in sich - alles ein wenig unlogisch. Sorry.

Ciao Tim

Bearbeiten/Löschen    


Haselblatt
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2002

Werke: 2
Kommentare: 25
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Werte Kollegen,

danke f├╝r eure Wortspenden, ich mach es kurz:

@Daktari:
Die "Widerspr├╝che" beruhen darauf, dass die Geschichte f├╝r sich nicht abgeschlossen ist, sondern in einem breiteren Zusammenhang mit davor liegenden Seuqenzen zu sehen ist.
Dass ich den Nick Krollhofer sterben lasse, ist zwingende Voraussetzung daf├╝r, wie es weitergeht. Leider - kein Happyend in Sicht, auch nicht am Ende des (Gesamt)werks.

@Rainer:
Nein, ich habe keinen einzigen "boys-bei-charly-film" gesehen, ich wei├č nicht einmal, was das ist.
Detail am Rande: Die Szene ist im ggst. Setting zwar fiktiv, das beschriebene Geschehen ist aber autentisch und in Wien vor ein paar Jahren tats├Ąchlich so passiert.

Danke f├╝r den Hinweis mit der Stilbl├╝te, die ich ungef├Ąhr wie folgt entsch├Ąrfen werde:
"Wieder lie├č er den Gummikn├╝ppel mit gewaltiger Wucht auf Krollhofers Bauch sausen, diesmal zielte er ein paar Handbreiten tiefer in Richtung Unterleib, worauf...". Ich denke, das reicht als Hinweis darauf, wie unangenehm dieser Schlag gewesen sein k├Ânnte...

Wenn ein Teil der Handlung im Ambiente der ├Âstlichen Terrorszene spielt, was w├Ąre dann weniger oder ein besseres "Klischee", als ein Russe und der KGB? Den Kommissar Berghammer aus T├Âlz kann ich leider nicht einbeziehen...

"wie l├Ą├čt man den tod eines menschen mit teilweise verbranntem oberk├Ârper und einem gift in den adern wie einen unfall aussehen?"
V├Âllig richtig: das wird schwer m├Âglich sein. Immerhin muss man davon ausgehen, dass die ├Âsterr. Kriminalisten nicht nur mit der Intelligenz von Dorfgendarmen versehen sind. Die Sache kommt nat├╝rlich an den Tag, und das ist durchaus im Sinn der Geschichte, aber erst in sp├Ąterer Folge.

Zufrieden?







__________________
Auf bald - Heimo B.
As long as you continue to do what you always did, you will continue to get what you always got. (Abraham Lincoln)

Bearbeiten/Löschen    


Poet
???
Registriert: Jun 2003

Werke: 0
Kommentare: 6
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

So, so, die M├Ąnner sind also h├Ąrter im Nehmen. Na, dann will ich beweisen, dass ich ein Mann bin, und teile jetzt dementsprechend auch aus.

Als ich den ersten Satz gelesen hab, ├╝berlegte ich, ob ich die Geschichte weiter lesen soll.
Seit einem halben Tag tobte in der Osth├Ąlfte ├ľsterreichs ein heftiger Sturm, und d├╝nner Regen peitschte an die Fensterscheiben. Was hier absolut unpassend ist, ist das Bindewort Und. Es liest sich so, als w├╝rde ein brutaler Sturm w├╝ten und plus oder extra oder noch dazu ein d├╝nner Regen prasseln.
Ein Beispiel: Ein gro├čgewachsener, muskul├Âser Holzf├Ąller st├╝rmte herein, und er trug leichte Stoffturnschuhe. Verstehst du?


aber mein Name tut nichts zur Sache. Ich komme aus Holland und bin Captain (Kapit├Ąn) der Niederl├Ąndischen Luftstreitkr├Ąfte

Nach f├╝nf Minuten hielt die Limousine im Inneren einer Garage. Die elektrischen T├╝rriegel (ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dass es elektronische T├╝rriegel hei├čen soll)

Die Luft in dem Raum war stickig, und es roch nach einem Desinfektionsmittel.

Krollhofer blickte etwas verunsichert um sich, tat aber dann, wie ihm gehei├čen worden war und setzte sich aufrecht ( logisch oder? ich meine, das Aufrechtsitzen)auf die Bahre.

Wenn Sie es aber vorziehen, hier den Helden zu spielen, dann werden wir Sie ganz langsam durch die sieben Kreise der H├Âlleziehen. (Oh, wie belesen, hier wird Dantes G├Âttliche Kom├Âdie zitiert. Aber es sind neun und nicht sieben Kreise der H├Âlle. Es sei den der Kapit├Ąn hat keine Zeit und will das Verfahren ein wenig k├╝rzen)

Der eine war ein schwarzhaariger (stimmt, es gibt mittlerweile blonde Asiaten aber die sind sicher gef├Ąrbt) Asiate von schm├Ąchtiger Statur.


Ich bin Hue Nguyen Lee, und das ist Major Petrov, Ex-Genosse vom ehemaligen KGB (KGB gibt es nicht mehr? ).

Aber irgend jemand (irgendjemand) hat diese Kassette vorher unbefugt ge├Âffnet

aber nicht aus dem selben (demselben) Papier, ersetzt worden.

Region, wo bei einem Mann normalerweise die Genitalien montiert sind (aber er ist kein Roboter, oder?),

Krollhofer zitterte wie eine Klapperschlange (nicht die Klapperschlange zittert, sondern das Ende ihren Schwanzes, die Rassel),

Krollhofer schluchzte und heulte wie ein Kind.( Wieder so ein Satz wie am Beginn der Geschichte. Besser w├Ąre so: Krollhofer schluchzte und begann zu heulen, wie ein ver├Ąngstigtes Kind)


In Bukarest, beim Nachforschungsschalter, lie├č mich die Hostess wissen, dass so etwas in letzter Zeit h├Ąufiger vorkomme, weil am r├Âmischen Flughafen Umbauten im Gang seien. Deshalb habe ich diesem Umstand keine ernste Bedeutung beigemessen. Es kommt ja tats├Ąchlich oft vor, dass sich ein Gep├Ąckst├╝ck w├Ąhrend einer Flugreise verirrt. Au├čerdem war in Rom das Wetter ebenso schlecht, wie in Bukarest. Wir hatten schon von Wien weg Versp├Ątung, und dieser Umstand k├Ânnte so einen Fehler ja beg├╝nstig haben. Auch wenn ihr mich jetzt umbringt, aber mehr kann ich dazu nicht sagen, wirklich nicht! (Diese Passage wirkt unglaubw├╝rdig. Zuerst heult er wie ein Kind und dann spricht er fl├╝ssig - wie ein Wasserfall. Du h├Ąttest hier mehr Trennzeichen einbauen soll. Der Leser sollte den Eindruck bekommen, dass Krollhofer Angst hat und seine Worte nur m├╝hsam herausbringt)

In Ordnung, Chef, wird erledigt. Wir h├Âren uns. (den letzten Satz wurde ich streichen)

Irgendwie ist das alles ein Schei├čjob, dachte er f├╝r sich. Dann setzte er sich in seinen Mercedes, deutete dem Fahrer zu starten und fuhr davon. (Der Fahrer ist ein Profi? Gut. Er sitzt also im Auto, sein Boss kommt. Normalerweise w├╝rde er das Auto selbstst├Ąndig starten und losfahren, ohne dass ihm sein Chef es befehlen braucht. Oder glaubst du, dass der Kapit├Ąn stundenlang in seinem Auto sitzt und der Fahrer mit seinem Hobby vertraut ist und m├Âchte lieber nicht losfahren, bevor es ihm befohlen wird. Lediglich die Fahrtrichtung muss gekl├Ąrt werden. )

Du hast ein bewundernswertes physiognomisches Ged├Ąchtnis, (puh, der Saigon- Mann ist ganz sch├Ân Wortgewandt)

Petrov war inzwischen aus dem Dunkeln des Raums hervor getreten und hielt eine Injektionsnadel in der Hand. (Nur eine Nadel? Was will er damit machen? Ihn zu tote stechen? Nein, du hast die Spritze vergessen)

Er, Nikolaus Krollhofer, w├╝rde eine knappe Minute so da liegen, dann w├╝rde das Licht pl├Âtzlich zunehmend dunkler werden und er w├╝rde sp├╝ren, wie von seinen Beinen eine beklemmende K├Ąlte nach oben in Richtung auf seinen Oberk├Ârper kletterte. (Das ist kein sch├Âner Satz. Ich musste ihn zweimal lesen, um zu verstehen, was du eigentlich sagen wolltest)

Du erz├Ąhlst nur eine kleine Episode aus dem Krimigenre. Ein Kerl legt sich mit der Maffia an und bezahlt sein Leichtsinn mit dem Kopf. Ein wenig Spannung konntest du aufbauen, aber da man nicht wusste, welche wichtige Unterlagen in dem Koffer waren und wozu sie dienten, ist man als Leser am Schluss irgendwie unbefriedigt.
Die Dialoge wirken unheimlich steif, vor allem die Passagen, wenn die Ganoven unter sich philosophieren.
Du bist dir beim Schreiben nicht sicher, sollen die Gespr├Ąche alltagstauglich sein oder Actionfilmm├Ą├čig.
├ťber deine Charaktere kann ich nicht sehr viel sagen, weil sie ein buntes Gemisch bilden und keiner von denen so richtig zum Vorschein kommt. Nicht einmal dein Protagonist.
Man fand nicht heraus, ob er ein intelligenter, dummer, charmanter oder langweiliger Typ war. Der Leser konnte sich mit keiner deinen Figuren identifizieren.
War irgendwas Brisantes in deiner Story? Nein!
Kerle, die einen mit dem B├╝geleisen bearbeiten und offensichtlich zu allem f├Ąhig sind, w├╝rden h├Âchstwahrscheinlich sein Opfer nicht durch eine simple Spritze t├Âten. Aber das bleibt nat├╝rlich dem Autor ├╝berlassen.

Mach weiter so!
Lieben Gru├č, der Poet.

Bearbeiten/Löschen    


Haselblatt
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2002

Werke: 2
Kommentare: 25
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Profim├Ą├čig

Hallo Poet,

ob dein Statement als M├Ąnnlichkeitsbeweis durchgeht, will ich ungekl├Ąrt im Raum stehen lassen. Die sachliche Behandlung des Themas ist aber - ehrlich und ohne jede Ironie - absolut beeindruckend, und weist ihren Verfasser (unisex) als Fachmann bzw. -frau aus. Genauso stelle ich mir eine hart-konstruktive Rezension vor, und ich bedanke mich. Von einigen wenigen Spitzfindigkeiten abgesehen, werde ich deine Einw├Ąnde jedenfalls in die redaktionelle Endbearbeitung einbeziehen. Versprochen!

__________________
Auf bald - Heimo B.
As long as you continue to do what you always did, you will continue to get what you always got. (Abraham Lincoln)

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!