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Leselupe.de > Gereimtes
Kunst und Macht
Eingestellt am 11. 09. 2003 12:39


Autor
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Penelopeia
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2002

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Phemios hielt das Heldenknie
des Odysseus umschlungen,
er sang ein wahrhaft neues Lied -
hat j├Ąmmerlich geklungen.

Phemios schrie: "Erbarme dich,
ich bin doch nur ein S├Ąnger,
erbarme dich, oh Odysseus,
la├č mich im Leben l├Ąnger!

Es zwangen mich die Freier doch,
die tot jetzt hier im Saale,
zu meiner Kunst: So spielte ich
mein Lied zu ihrem Mahle.

Unschuldig bin ich, glaube mir,
verschon mich von dem Schwerte,
wenn ich auch denen Lieder sang,
mit ihnen Becher leerte..."

So jammerte Phemios laut,
k├╝├čte Odysseus F├╝├če.
Im Saal die Freier tot im Blut,
ein Duft von schwerer S├╝├če.

"Wie gern schl├╝g ich und zupfte dir
zum Lobpreis Laut' und Leier..!
Doch lieber noch" - dies dacht' er still -
"biss ich dir in die ..."

(Anmerkung: Der Text bezieht sich auf eine Szene der homerischen Dichtung, in der Odysseus, der einen Gro├čteil der Freier gerade erschlagen hat, "nahe an der Seitenpforte stehend" (Zitat: G. Schwab) den S├Ąnger Phemios entdeckt. Zun├Ąchst zieht er das Schwert. Aber Telemachos, sein Sohn, beschwichtigt ihn soweit, da├č er sich die Klage des Phemios anh├Ârt. Der stellt sich als durch und durch unschuldig hin. Alles sei unter Zwang geschehen, er sei nur ein S├Ąnger...)

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Herr M├╝ller
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Hallo Penelopeia

Klasse Idee und sehr gut umgesetzt. Liest sich ausgezeichnet.

Herr M├╝ller
__________________
Wer das Wort sucht, wird den Reim ernten.

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Penelopeia
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2002

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Hallo Herr M├╝ller,

danke f├╝r den positiven Kommentar. Es handelt sich um einen ├Ąlteren Text, vor Jahren hab ich mich viel mit den alten Griechen usw. usf.
Hinzuzuf├╝gen w├Ąre vielleicht, da├č ich die Kunst/die K├╝nstler nicht generell l├Ącherlich machen wollte. Es gibt gen├╝gend Angeh├Ârige dieses Standes, die sich nicht den jeweiligen M├Ąchten unterwerfen. Die allerdings dann oft das Problem haben, da├č "die Macht" sie ignoriert oder nicht wahrnimmt, nicht "erh├Ârt"...

Liebe Gr├╝├če

Pen.

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