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Leselupe.de > Kindergeschichten
Kurzgeschichte
Eingestellt am 30. 12. 2001 13:47


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eiros
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Dec 2001

Werke: 6
Kommentare: 25
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So, das ist nun meine erste selbstverfasste Geschichte. Mir ist v├Âllig klar, dass sie noch viele Fehler enth├Ąlt, inhaltliche und erz├Ąhltechnische(zu lang, spannungsarm etc.), und nicht unbedingt so geraten ist, wie ich es wollte -aber jeder f├Ąngt mal an ! Es ist mir also klar, dass ich noch ganz am Anfang stehe. Wenn es bereits auf diesen Seiten ├Ąhnliche Geschichten geben sollte, war das wirklich keine Absicht von mir! Ich hab die Geschichte so runtergeschrieben, wie sie mir spontan in den Sinn kam und so gut ich konnte.. Ich ├╝berlasse es jetzt Euch, sie zu kritisieren. Ich hoffe, mich durch Eure Kritik zu verbessern. Viel Spa├č damit!

Irgendwo da Oben

Manuel war heute nicht zur Schule gegangen. Er war aber nicht krank und die Eltern hatten ihn auch nicht f├╝r Irgendetwas entschuldigt. Sie dachten aber, da├č er jetzt gerade in der Schule w├Ąre.
Aber Manuel war nicht gegangen. Als er auf der langen Stra├če von seinem Haus zur Schule gelaufen war, hatte er erst noch mit sich gerungen, ob er nun doch gehen sollte oder nicht. Als er aber in die Stra├če h├Ątte einbiegen m├╝ssen, die direkt zur Schule f├╝hrte, war er einfach in eine andere Stra├če abgebogen - und damit hatte er sich klar entschieden.
Dabei war Manuel kein typischer Schw├Ąnzer. Er war auch kein frecher oder ungezogener Sch├╝ler. Gerade er geh├Ârte zu den braven, den unauff├Ąlligen und angenehmen Leuten in der Klasse, sagten die Lehrer immer. Niemand w├╝rde also den Verdacht haben, da├č er schw├Ąnzte. Als er aber nun drau├čen herumschlich, w├Ąhrend die anderen Leute normal in der Schule sa├čen, hatte er das Gef├╝hl, da├č er alle Leute entt├Ąuschte, die ihn f├╝r besonders brav hielten. Das war irgendwie ein Vertrauensbruch und machte ihm ein unangenehmes Gef├╝hl im Magen und qu├Ąlte ihn. Trotz des Hochgef├╝hls mal nicht in der Pflicht zu stehen, f├╝hlte er jetzt ganz deutlich, dass er alle verriet und etwas Unerlaubtes tat.
Ein paar Tage vorher hatte er auf dem Pausenhof die ├Ąlteren Jungs geh├Ârt, wie sie dar├╝ber redeten, wie es so ist, mal ne'n Tag blau zu machen: "Dann f├╝hlt man richtig frei von allen Pflichten..." sagte einer "...auf den einen Tag kommt es auch nich so an, man braucht das meiste sp├Ąter ja eh nich mehr..." sagte irgendein anderer "wenn ich blaumache, dann kletter ich auf nen Baum, schau von da in die Klassenzimmer in unserer Schule rein und seh', wie die Anderen lernen, w├Ąhrend ich..." h├Ârte Manuel noch, da gongte es und die Jungs gingen.
Diese Vorstellung hatte Manuel dann auch am tollsten gefunden und er steigerte sich weiter hinein. In seinen Tagtr├Ąumen und auch vorm Einschlafen malte er dies Bild weiter aus. Er sa├č auf dem Baum. Dieser Baum stand auf einer satten, tiefgr├╝nen Wiese, weitab von allen H├Ąusern, wo es ganz still war. Aus der H├Âhe h├Ątte er einen guten Blick in die Klassenzimmer und ├╝ber das ganze Tal, so stellte er es sich vor. Da m├╝sste wohl der angenehmste und der sicherste Ort im ganzen Tal sein. Niemand w├╝rde ihn hier sehen, w├Ąhrend er eben auf alles sehen k├Ânnte. Hier w├╝rde er sitzen, w├Ąhrend die anderen Leute in der Schule lernten oder arbeiten mussten. Er da oben w├Ąre weitab von allen Leuten und Pflichten, f├╝hlte sich erhaben, leicht und zufrieden.
Mit diesem Bild im Kopf war Manuel abgebogen - diesen Ort musste es in der Realit├Ąt geben! Kurz nachdem er abgebogen war, fiel ihm aber ein, dass es um das Schulhaus herum ja gar keine B├Ąume gab! -Noch nicht mal Wiesen! Er musste sein Phantasiebild schon in einem Punkt korrigieren. Das war ihm aber jetzt auch egal. Er musste erst weg von der Schule, sich in Sicherheit bringen, dann konnte er noch ├╝berlegen, wo so ein Ort zu finden w├Ąre. So rannte er erst mal die Stra├če, in die er abgebogen war, weiter entlang. Am Ende der Stra├če fand er eine kleine Nische, in die er sich ungesehen verdr├╝cken konnte. Er war au├čer Puste, aber er hatte Zeit, kurz zu ├╝berlegen. Die ganze Ortschaft war auf dem langen und flachen Abhang eines H├╝gels gelegen und die Schule war relativ in der Mitte des Ortes, lag eng zwischen H├Ąusern. Um also eine ├ťbersicht ├╝ber den Ort und aufs Tal zu haben und wenn ihn keiner sehen sollte, musste er ganz rauf auf den H├╝gel. Von da oben hatte man dann wohl den ├ťberblick ├╝ber das ganze Tal. Dieser Ort war immer nur undeutlich zu sehen, thronte ruhig ├╝ber dem ganzen Ort. Manuel dachte schon immer daran genau dahin zu gehen, wenn er sich aus seinen Angelegenheiten hier unten wegtr├Ąumen wollte. Aus seiner Erinnerung wusste Manuel auch noch vage, dass da viel Wiese war und ein paar B├Ąume, auf die man klettern konnte. Ganz bestimmt mu├čte irgendwo da oben der Ort sein, den er sich vorstellte.
Er musste aber erst den halben Ort durchqueren, um da hoch zu kommen. Dabei musste er sein eigenes Haus umrunden, das etwas oberhalb von der Schule lag, dass ihn die Eltern und Nachbarn nicht sahen. Dann durfte er au├čer den Eltern auch niemand anderem begegnen. Das war sein Hauptrisiko. Entschlossen machte er sich also auf.Also erst im Dauerlauf durch das Reihenhausviertel, wo er sich befand. Er lief an ein paar Leuten vorbei, ohne stehenzubleiben, denn vielleicht kannte er wen. Immer wieder musste er in einen Hof oder eine Nische abtauchen, wenn ein Auto kam oder ein paar anderen Sch├╝ler vorbeiliefen, das kostete Zeit. Es musste seiner Sch├Ątzung nach schon Schule aus, oder sp├Ąter sein, als er endlich auf die Bundesstra├če stie├č, die parallel neben dem Ort entlang f├╝hrte. Wenn er der Stra├če folgte, konnte er den Ort ganz umrunden und sie w├╝rde zwangsl├Ąufig an die obere Grenze des Ortes f├╝hren. Es gab keinen Fu├čweg neben der Stra├če; er ging durch den angrenzenden Wald, manchmal musste er sogar im Stra├čengraben laufen. Er musste lange laufen, sein Ort zog sich l├Ąnger hin als er gedacht hatte, aber endlich h├Ârten die H├Ąuser fast abprupt auf. Er wusste im Moment nicht, wo er genau war, er war noch nie hier gewesen. Die H├Ąuser h├Ârten hier einfach auf. Nach einer zeile von H├Ąusern waren nur noch Felder- dies musste die obere Grenze des Ortes sein. Aber eine Landstra├če f├╝hrte weiter in die H├Âhe, sie war lang, schlecht gepflastert. An den Lehmkruste konnte er sehen, da├č die Stra├če nur selten benutzt wurde und die eingedr├╝ckten Reifenabdr├╝cke verrieten, dass hier wohl nur Trecker fuhren. Hier oben war es ganz still. Von der Stra├če h├Ârte er noch das Rauschen des Verkehrs. Manuel ging die Stra├če weiter entlang und entfernte sich von den H├Ąusern. Wenn er auf einen festgetrockneten Lehmbrocken auf der Stra├če trat, knirschte es. Ansonsten war es aber still. Eigentlich hatte er es sich seinen Phantasieort so still vorgestellt, er musste nur noch einen dazu passenden Baum finden, aber irgendwie hatte er die Lust und den Antrieb dazu verloren. Der Ort hier, sein ganzer Plan missfiel ihm jetzt. Hier hoch hatte er viel zu lang gebraucht, der Weg war ein anstrengendes Versteckspiel gewesen und an diesem einsamen Ort wurde ihm auch ein wenig Angst. Das flaue Gef├╝hl von heute morgen breitete sich nun in seinem ganzen K├Ârper sogar im Kopf aus- er konnte kaum etwas anderes f├╝hlen!. Der Weg ging nun in einen Feldweg ├╝ber. - Und hatte seine Mutter ihn nicht gewarnt, er solle nicht an so einsame Orte gehen? Diese einsame Atmosph├Ąre machte ihm immer gr├Â├čere Angst. Er war wirklich der einzige Mensch hier oben! Au├čerdem begann es, dunkel zu werden; der Himmel bekam einen schwarzblauen, abendlichen Ton! Manuel blieb nun stehen. Ein Baum wie in seiner Phantasie war nirgends zu sehen, nur ausgedehnte Wiesen mit ungem├Ąhtem, nassen und matschigem Gras. Nein, es hatte keinen Sinn mehr weiterzusuchen. Einen Ort wie in seiner Phantasie gab es nicht! Er hatte den Tag vergeudet, war vergeblich hier hoch gekommen. Seine ganzes Unternehmen war sinnlos gewesen! Er f├╝hlte sich ungeheuer leer und verlassen. Was w├╝rden jetzt die Leute und alle sagen, deren Vertrauen er missbraucht hatte- spontan und kopflos rannte er los - schnell weg von hier und in Sicherheit! So schnell er konnte, rannte er den Weg den H├╝gel hinab bis er wieder auf H├Ąuser stie├č, und weiter in den Ort hinein. Er sp├╝rte nicht einmal, wie seine F├╝├če den Boden ber├╝hrte, er flog fast. Und er rannte dabei v├Âllig mechanisch, wie ein Automat, meisterte alle Unebenheiten; die steilste Stra├če rannte er mit seiner schnellsten Geschwindigkeit hinunter. W├Ąhrend er nach Hause hetzte, h├Ârte er im Takt seiner Schritte sein Herz pochen. Seine Angst legte sich je weiter er in den Ort kam, aber die Angst vor den Reaktionen der Anderen wuchs immer st├Ąrker. W├Ąhrend er rannte, einfach kopflos und mechanisch rannte, malte er sich die Reaktionen der anderen aus.

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Charima
???
Registriert: Sep 2001

Werke: 25
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Hallo, Eiros!

Leider bin ich eben erst durch "Zufall" (oder Schicksal?) auf diesen wunderbaren Text von Dir gesto├čen!

Von wegen, der Text enthalte kaum Spannung und sei inhaltlich und erz├Ąhltechnisch nicht besonders gelungen! Mir jedenfalls gef├Ąllt er phantastisch; ich konnte gar nicht aufh├Âren zu lesen und habe richtig mit Deinem jungen Helden "mitgefiebert". Besonders ins Auge gesprungen ist mir Deine bildhalfte Sprache mit den abwechslungsreichen (und keineswegs stereotypen!) Verben und Adjektiven. Ein richtig "bunter" Text ist Dir damit gelungen, der neben den visuellen Aspekten gelegentlich auch andere Wahnehmungskan├Ąle wie das H├Âren anspricht.

Diesen Zweig k├Ânntest Du meiner Ansicht nach noch ausbauen, aber f├╝r einen "ersten" Text ist er wirklich extrem gelungen - ich bin gespannt, wie wohl weitere Werke von Dir aussehen werden! Auch das Ende gef├Ąllt mir, da es mir als Leserin die Entscheidungsfreiheit ├╝berl├Ą├čt...

Liebe Gr├╝├če,

Charima



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Show your shining!

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eiros
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Dec 2001

Werke: 6
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Charima!
Freut mich, dass Du den Text gelesen hast und er gefallen hat! Ist ja schon ne' Weile her. Es ├╝berrascht mich posotiv, dass Du ihn bildhaft, "bunt" fandest,-ich fand ihn fast ein bisschen konstruiert und blutleer. Sch├Ân auch dass Du das offene ende bemerkt hast. Ich habe das Ende,bzw., das weitere Schicksal des Helden bewu├čt den Vorstellungen der Anderen ├╝berlassen. Weitere Geschichten...nunja, meine zweite Geschichte gef├Ąllt mir selbst nicht so gut, aber schau' mal rein, wenn Du willst, ich jedenfalls werde nun auf Deine Geschichten hier achten, Charima.
CU,
eiros

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