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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Kyra, gefangen in der Zwischenwelt
Eingestellt am 07. 02. 2007 16:47


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Ully
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Kyra, gefangen in der Zwischenwelt

Mit einem Ruck fuhr Kyra aus dem Schlaf hoch. Sie lauschte in die Stille, und obwohl sie nicht hĂ€tte, sagen können, was sie geweckt hatte, brach ihr plötzlich der Schweiß aus. „Kyra?" Die Stimme ließ sie herumfahren. Im DĂ€mmerlicht, das durch die halb heruntergelassenen Jalousien fiel, erkannte Kyra einen Mann in der Ecke ihres Schlafzimmers. "Leander!", entfuhr es ihr. "Was machst du hier?" „Ich konnte es ohne dich nicht aushalten, Liebste.“ „Nein Leo, nein! Wir dĂŒrfen in der Nacht vor unserer Hochzeit nicht zusammen sein. Das bringt UnglĂŒck.“ Der Mann löste sich aus dem Schatten und trat etwas nĂ€her: „Das ist doch purer Aberglaube“, entgegnete er sanft.„Bitte gehe jetzt wieder.Wir treffen uns wie abgemacht Morgen vor dem Standesamt“, forderte Kyra energisch. Wenn auch nur widerwillig so kam er doch ihrem Wunsch nach.

Die junge Frau sank erleichtert in ihre Kissen zurĂŒck. Sie konnte nicht gleich wieder einschlafen, dachte mit geschlossenen Augen an ihren gemeinsamen Junggesellenabschied wenige Stunden zuvor. Den feierten sie nur mit ihren vier engsten Freunden, welche auch gleichzeitig ihre Studienkollegen vom Team Elf waren. Bei einem erlesenen MenĂŒ im drei Sterne Restaurant `Jessner` verbrachten sie einen sehr ausgelassenen Abend miteinander. Gegen Mitternacht brach die kleine, angeheiterte Gesellschaft auf. Da Kyra nur ein Glas Sekt getrunken hatte, setzte sie sich ans Steuer des quietschgelben KĂ€fers und chauffierte ihren Leander heimwĂ€rts zu seiner chaotischen MĂ€nner-WG. Sie war eine unverbesserliche Romantikerin und wĂ€hlte bewusst den Umweg ĂŒber die Waldchaussee durch den nahen Forst. Auf halber Strecke bat Leo: „Halt doch mal an.“Kyra lĂ€chelte wissend, schaltete den Motor und die Scheinwerfer aus. Er legte zĂ€rtlich seinen Arm um sie, strich eine vorwitzige Locke aus ihrer Stirn, deutete zum klaren Nachthimmel hinauf und flĂŒsterte: „Schau, mein sĂŒĂŸer Engel, wie prachtvoll die Sterne erstrahlen, sie haben sich uns zu Ehren so fein herausgeputzt.“ Sie schmiegte sich wie eine Katze an ihn. Ja, trotz seines eher kĂŒhlen Naturells hatte dieser Mann ein sicheres GespĂŒr fĂŒr die romantischen Momente. DafĂŒr liebte sie ihn so sehr, dass sie das Abenteuer Ehe mit ihm eingehen wollte. „Ich wĂŒrde am liebsten ewig so in deinen Armen liegen“, raunte Kyra glĂŒcklich und kĂŒsste ihn hingebungsvoll. „Da hĂ€tte ich bestimmt nichts einzuwenden“, entgegnete er leise und setzte sich plötzlich ruckartig auf, als ein gleißender Lichtball vom Himmel auf sie zu raste. „Du meine GĂŒte! Was ist das?“ Fasziniert von diesem mysteriösen Schauspiel starrten sie wie versteinert in das nĂ€her kommende Licht. Als es den KĂ€fer erreicht hatte und ihn völlig in sich aufnahm, spĂŒrte das junge Paar einen dumpfen Schlag. Dieser verursachte ein seltsam heißes Kribbeln auf der Haut. Wenige Sekunden spĂ€ter war alles vorbei und die merkwĂŒrdige Erscheinung verschwunden, als hĂ€tte es sie nie gegeben. „Was kann das gewesen sein?“, fragte Kyra etwas benommen und startete den Kleinwagen. „Hm, eine besonders große Sternschnuppe? Ein gefĂ€hrlicher Komet? Oder ein.... Ufo?!“, entgegnete Leander unsicher. Nachdem die Brautleute sich innig voneinander verabschiedet hatten fuhr die junge Frau heim.

Da lag sie nun im Bett, fand keinen Schlaf und musste daran denken, wie turbulent und verrĂŒckt ihr Medizinstudium begonnen hatte. Die erste Begegnung mit ihrem zukĂŒnftigen Ehemann war alles andere als erfreulich. Er schĂŒttete ihr doch tatsĂ€chlich wĂ€hrend der Aufnahmefeier Tomatensaft ĂŒber die Hose. Dann gehörte dieser Tollpatsch auch noch zu ihrer Lerngruppe. Anfangs waren sich alle Sechs irgendwie spinnefeind. Zum GlĂŒck lockerte sich die angespannte AtmosphĂ€re bald. Man nĂ€herte sich an, lernte miteinander auszukommen und im Laufe der Zeit waren sie die besten Freunde geworden. Aber auch Leander und sie kamen sich behutsam nĂ€her. Kyra wusste noch ganz genau, wann und wo er ihr seine Liebe gestanden hatte. Es war an einem .... , was sind das fĂŒr Stimmen? Woher kommen sie? Nein, doch nichts. Also, es war damals, an einem freien Nachmittag im Altweibersommer. Sie starteten endlich die schon lĂ€nger geplante Radtour zur Burgruine derer von Stolzhagen. Die einstige Trutzburg stand auf einer bewaldeten Anhöhe. Ein stiller, romantischer Ort und heimlicher Treffpunkt fĂŒr verliebte Paare. Kyra und Leo stiegen die zweihundertzehn Stufen des alten Wachturmes hinauf. Oben wurden sie mit einem atemberaubend schönen Fernblick belohnt. Ganz dicht standen sie beieinander, ließen sich den lauen Wind um ihre Nasen wehen. Fast Ă€ngstlich legte Leander den Arm um sie und sagte mit leicht vibrierender Stimme: „Du kleine Hexe ..., bringst mich um meinen Schlaf. Was hast du nur mit mir gemacht?“ Er zog sie fest an sich, schaute ihr fragend in die Augen und kĂŒsste sie verhalten. „Endlich, mein großer, schĂŒchterner Junge“, dachte Kyra ĂŒberglĂŒcklich und erwiderte stĂŒrmisch seinen Kuss.
Von Stunde an wuchs ihre Liebe mit jedem Tag. Allerdings gab es nicht nur eitel Sonnenschein in ihrer Beziehung. Manchmal flogen ganz schön die Fetzen. Trotzdem beneideten sie die Freunde ein klein wenig um ihr GlĂŒck. Doch tat das dem gemeinsamen Studium keinen Abbruch. In hitzigen GesprĂ€chsrunden diskutierten die Sechs auf privater Ebene auch recht heikle Themen. Eines davon betraf die Problematik von Langzeitcomas. Die Vorstellung in so eine aussichtslose Situation zu geraten verursachte Kyra derbes Unbehagen. Ohne eigenen Willen, völlig wehrlos, an lebensverlĂ€ngernde GerĂ€te angeschlossen zu sein, kam fĂŒr sie niemals in Frage. Sie nahm sich daher fest vor, gleich nach der RĂŒckkehr von ihrer Hochzeitsreise mit Leo ĂŒber eine klare Regelung zu sprechen. Eine notariell beglaubigte VerfĂŒgung wĂ€re die sicherste Lösung. Aber jetzt freute sie sich erst einmal auf die bevorstehende Trauung. Auf einmal war ihr, als hörte sie erneut von weit her dumpfe Stimmen. Es schien ein ZwiegesprĂ€ch zu sein. Kyra richtete sich etwas auf, lauschte angestrengt, aber es herrschte absolute Stille. Ein GefĂŒhl von bleierner Schwere griff nach ihr und langsam ĂŒberkam sie angenehme MĂŒdigkeit. Im Halbschlaf raunte sie noch: „Kinder, Leander, mindestens drei möchte ich.“ Wieder vernahm sie von Ferne Stimmen: „Entsetzlich, .... grauenvoll.“ „Ja, .... so jung. Wie sollen bloß ....“ Kyra dachte noch: „Wer sind die? Woher kommt das Stimmengewirr?" Dann glitt sie in tiefen Schlaf.

„Schwester Laura konnten sie die Angehörigen denn schon erreichen?“ „Ja, Herr Doktor Lingner. Die Eltern sind bereits auf dem Weg hierher.“ Der schmĂ€chtige Mann im weißen Arztkittel seufzte schwer: „Ausgerechnet Kyra musste das passieren.“ „Wollten unsere beiden AssistenzĂ€rzte Morgen nicht heiraten?“, fragte die Schwester zaghaft. Lingner nickte. „Wie .... konnte es denn zu diesem schweren Unfall kommen?“, erkundigte sich Schwester Laura. „Ein Schwertransporter ist in den parkenden KĂ€fer gerast“, antwortete der Arzt bedrĂŒckt und setzte hinzu: „hoffentlich schafft sie es wenigstens.“

Erst viele Monate spÀter konnte Kyra die Zwischenwelt verlassen und ihre Reise zu Leander antreten.


















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© by Ulla Magonz

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HFleiss
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Kyra

Ganz klar komme ich mit dieser Geschichte nicht. Ich versuche mal, die Handlung zusammenzubröseln: Am Tag vor der Hochzeit, eine Feier mit Freunden, auf der Heimfahrt ein Unfall (wie sich am Schluss herausstellt) und die Protagonistin liegt im Koma. Wenn mich nicht alles tĂ€uscht, ist der Anfang vorgegeben von der Federwelt. Dass die Protagonistin ins Koma fallen muss, ist klar bei den Hochzeitsvorbereitungen, denn dazu gehört auch ein GesprĂ€ch ĂŒber das Koma - was ich zumindest etwas komisch finde. MerkwĂŒrdig auch: Sie liegt im Koma und denkt an Vergangenes zurĂŒck, als ob ihr nichts passiert wĂ€re. Und dass es sich um einen Unfall handelte, kann man sich erst am Schluss zusammenreimen, als man das vom Koma liest, denn nach dem Unfall fĂ€hrt sie einfach weiter, als ob der LKW eine Himmelserscheinung gewesen wĂ€re. Sollte ich hier etwas falsch verstanden haben, so muss es nicht an mir liegen.

Wenn ich richtig informiert sein sollte, so bedeutet Wachkoma nicht, dass der Patient wirklich wach ist, sondern es ist eher ein Zwischenzustand zwischen starker Benommenheit, eher Ohnmacht, und einem Rest Aufmerksamkeit. Von daher sind die konzentrierten GedankengĂ€nge der Koma-Patientin wohl auch nur Wunschvorstellung der Autorin. Aber so genau kenne ich mich da nicht aus, und ich habe Zweifel, dass die Autorin Bescheid weiß.

Das ganze ist im Liebesroman-Stil geschrieben: schwĂŒlstig und unrealistisch. Das gibt zumindest einen Bruch zum vorgegebenen Anfang. Ein weiterer Bruch entsteht dadurch, dass die höchst unwichtige Begebenheit am Anfang als Szene gestaltet und ansonsten (bis auf den Schluss) nur erzĂ€hlt wird. Der Anfang schreit aber geradezu danach, die gesamte Geschichte szenisch zu erzĂ€hlen.

Das ist ein Versuch, aus einem vorgegebenen Anfang heraus eine Geschichte zu entwickeln, aber meiner Ansicht nach ist es dir noch nicht ganz gelungen.

Viele liebe GrĂŒĂŸe
Hanna

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