Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92220
Momentan online:
516 Gäste und 19 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Horror und Psycho
L143
Eingestellt am 04. 05. 2006 21:16


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Sunny Day
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Apr 2006

Werke: 2
Kommentare: 4
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Sunny Day eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

L143


Laut prasselte der Regen gegen die Scheiben des Autos. Schon seit Stunden war ihnen niemand mehr begegnet, und seit Stunden schwieg auch schon Tom Brown hinter dem Steuer des alten Fords.
Claire Brown starrte nach drau├čen in die Dunkelheit, die sich wie ein dicker Samtvorhang auf die Umgebung gelegt hatte. Irgendwie hatte sie das seltsame Gef├╝hl, hier vorhin schon einmal vorbeigekommen zu sein, aber sie war sich nicht sicher. Der dichte Wald, rechts und links neben der Landstra├če 143 konnte derselbe, wie vor einer Stunde sein, vielleicht aber auch nicht.
Das stetige Klopfen der Regentropfen auf dem Auto wurde immer lauter, fast unertr├Ąglich laut. Claire versucht es zu ignorieren und starrte weiter aus dem Fenster.
Wer wohnt nur in so einer Gegend, fragte sie sich, als sie an einem verwitterten und schiefen Holzwegweiser vorbeifuhren, auf dem mit roter Farbe ein Name gekritzelt worden war. Augenblicklich schien das Auto immer langsamer zu werden, schlie├člich blieb es fast ganz stehen und der Motor erstarb mit einem erstickenden Ton. Fluchend drehte ihr Mann immer wieder den Z├╝ndschl├╝ssel herum aber nichts geschah.
ÔÇ×Was ist denn los?ÔÇť, fragte Claire zu ihrem Mann gewandt, der nun auf die Tankanzeige schaute.
ÔÇ×Keine Ahnung. Genug Benzin haben wir jedenfalls nochÔÇť, sagt er und ├Âffnete die Autot├╝r.
Kalte Luft und Regengischt drang ins Innere und Claire zog das Genick ein.
ÔÇ×Und was willst du jetzt machen?ÔÇť, rief Claire gegen den Regen an. Ihr war nicht wohl bei dem Gedanken in dieser Gegend eine Autopanne zu haben.
ÔÇ×Ich schaue nach, warum wir stehen geblieben sind.ÔÇť Ihr Mann schlug die T├╝r zu und ging zur Motorhaube.
Im Auto beschlugen sofort die Fensterscheiben von der eingedrungenen Feuchtigkeit und Claire konnte kaum nach drau├čen sehen. Sie h├Ârte das Quietschen der Motorhaube und stellte sich vor, wie ihr Mann gerade den schweren Deckel ├Âffnete. Dann h├Ârte sie nichts mehr au├čer den Regen, der gegen das Auto h├Ąmmerte. Er kam ihr jetzt ohrenbet├Ąubend laut vor, unnat├╝rlich laut. Ungeduldig wartete sie und die kalte N├Ąsse kroch durch ihre Jacke.
Ein seltsames Gef├╝hl, als w├╝rde sie beobachtet werden, beschlich sie. Wo blieb ihr Mann nur so lang? Claire rutschte auf ihrem Sitz nach vorne und rieb die angelaufenen Scheiben frei, aber durch die Dunkelheit und den Regenvorhang konnte sie nichts erkennen. Sie kurbelte die Fensterscheibe herunter. ÔÇ×Tom?ÔÇť, rief sie hinaus, aber niemand antwortete. Ihr Herz begann schneller zu schlagen. Sie ├Âffnete die T├╝r und stieg aus dem Auto aus. Regen und K├Ąlte schlugen ihr entgegen und sie zog ihre Jacke enger um sich. ÔÇ×Tom?ÔÇť, fragte sie in die Dunkelheit hinein. Keine Antwort. Sie konnte ihr Herz sp├╝ren, wie es bis zum Hals schlug und f├Ârmlich aus ihr heraus wollte. Vorsichtig ging sie um das Auto herum zur offenen Motorhaube. Tom war nicht da. Nackte Angst fuhr in ihre Knochen. Hektisch drehte sich Claire immer wieder um und schrie dabei Toms Namen. Aber der Wald und das Tosen des Regens verschluckten ihre Worte. Dann blieb sie abrupt stehen, ihren Blick auf die Motorhaube geheftet. Eine ganze Menge dunkelrot schimmernde Fl├╝ssigkeit mischte sich mit dem Regenwasser und lief die Motorhaube hinab. Panik ergriff Claire, wie zwei starre kalte H├Ąnde. Etwas Schlimmes musste passiert sein, sie brauchte Hilfe! Claire rannte die Stra├če zur├╝ck zu dem Holzwegweiser, den sie gesehen hatte. Dort mussten irgendwo Leute wohnen. Vielleicht konnten sie helfen oder die Polizei rufen.
Fest schlug ihr der Regen ins Gesicht und klebte ihr die Haare an den Kopf. Sie hatte wieder dieses dumpfe Gef├╝hl, beobachtet zu werden und das Gef├╝hl wurde immer st├Ąrker. Claire versuchte noch schneller zu rennen, ungeachtet der Pf├╝tzen, die auf der Stra├če standen. Die kalte Luft brannte in ihren Lungen und ihre Muskeln in den Beinen verkrampften sich. Trotzdem st├╝rmte sie weiter und warf zwischendurch kurze Blicke nach hinten, aber sie konnte niemanden sehen.
Zwischen den B├Ąumen, nur noch wenige Meter vor sich, konnte sie schon das schiefe Schild erkennen, dass am Stra├čenrand steckte. Sie hetzt darauf zu, bereit, jeden Moment in einen Feldweg einzubiegen und Hilfe zu holen.
Jetzt waren es nur noch wenige Schritte, aber es schien kein Weg von der Stra├če abzugehen. Claire verlangsamte ihr Tempo und pl├Âtzlich durchlief sie ein eiskalter Schauer.
Vor dem Holzschild war ein frisch aufgesch├╝tteter Erdh├╝gel. Schwer atmend blieb sie stehen und mit zitternden Fingern wischte sie sich die nassen Haare aus der Stirn. Auf dem Schild stand in noch nassen, blutroten Buchstaben - Tom Brown -

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Gorgonski
Wird mal Schriftsteller
Registriert: May 2003

Werke: 2
Kommentare: 97
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Hallo SD

Netter kleiner Schocker, der mir sieben Punkte wert war.

MfG, Rocco
__________________
dEr Heftchenliterat und Poet aus dem Erzgebirge

Bearbeiten/Löschen    


Sunny Day
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Apr 2006

Werke: 2
Kommentare: 4
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Sunny Day eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Gorgonski

Freut mich, dass dir mein Erstlingswerk gefallen hat
Und Danke f├╝r die Wertung.

LG Sunny Day

Bearbeiten/Löschen    


Nina H.
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 0
Kommentare: 223
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Ich kann mich der Meinung von Gorgonski nur anschlie├čen!

Nur eines:

quote:
ÔÇ×Was ist denn los?ÔÇť, fragte Claire zu ihrem Mann gewandt, der nun auf die Tankanzeige schaute.
Da nur Claire und Tom im Auto sind, wirkt die Betonung, dass sie sich an ihren Mann wendet, etwas seltsam.
__________________
www.ninahorvath.at

Bearbeiten/Löschen    


no-name
Guest
Registriert: Not Yet

Moin moin Sunny Day,

eine gut geschriebende, spannende Kurzgeschichte, die sich fl├╝ssig liest und mit einem Ende aufwartet, das man (als Freund des Horror-Genres) zwar erahnen konnte, das aus der Geschichte aber schl├╝ssig hergeleitet wird.
Mir war Dein Erstling sogar eine acht wert und ich freue mich auf weitere Storys von Dir! :-)

Freundliche Gr├╝├če von no-name.

Bearbeiten/Löschen    


Sunny Day
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Apr 2006

Werke: 2
Kommentare: 4
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Sunny Day eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Nina H.

Danke f├╝r den Hinweis. Ist mir selber gar nicht so aufgefallen.



Hallo no-name

Auch ein Danke an dich f├╝r dein Feedback und die Bewertung.
Und es gibt bestimmt noch was von mir zu lesen ;-)


Liebe Gr├╝├če
Sunny Day

Bearbeiten/Löschen    


1 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Horror und Psycho Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!