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Leselupe.de > Ungereimtes
Lamento einer Wüstenrose
Eingestellt am 04. 01. 2010 14:55


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wüstenrose
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Lamento einer Wüstenrose

sieh meine Wüste
sieh mein verdorrtes Land
sieh mein Sandkorn das im Sande zerrinnt
und mein Auge unterm schützenden Fes
und was ich sage sage ich dir
und dem Sand deiner Augen
und dem Sand deiner Stimme
und dem Sand deiner Haut
und dem Sand deiner Erinnerung
deiner versandeten Schuhe Spur
fand ich am Morgen
vom Winde verweht
in die Meere gespült
was ich dir klage
ist der Sand den ich trug
den Gezeiten zu
hinaus
ins offene Maul der Meere





Version vom 04. 01. 2010 14:55

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wüstenrose
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Hallo revilo,
danke für Willkommensgruß!
Bin im Allgemeinen durchaus ein Freund der Kürzung. Im Besonderen ist ein Ton, der gebetsmühlenartig daher kommt, von mir gewollt, vielleicht so eine Art "Beschwörung des Sandes".
Soweit das Bestreben. Kommt dies in den Zeilen atmosphärisch rüber?
LG wüstenrose

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revilo
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Hier meine Antwort:

sieh meine Wüste
sieh mein verdorrtes Land
Deine Augen
Deine Stimme
Deine Haut
Deine Spur
wie Gezeiten
im Meer

Spontan von revilo

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Vera-Lena
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Liebe(r) Wüstenrose,

diesem Text kann ich durchaus etwas abgewinnen. Ich stelle mir gerade die Wüste vor, wie sich da gleichförmig ein Sandhügel an den anderen reiht. Was bleibt einem da anderes übrig als ständig vom Sand zu sprechen, wenn man den Leserdorthin mitnehmen will. Auch die vielen "und" so wie die drei "sieh" entfalten ,so gesehen, eine Wirkung.

Interpretieren möchte ich das folgendermaßen: Da waren zwei Menschen und beide fühlten sich einsam und verloren unter allen anderen Menschen. Sie waren sich durch diese Einsamkeit selbst zur Wüste geworden, denn sie hatten ja keinen lebendigen Austausch mehr mit anderen Menschen.

Aber dann ging einer der Beiden fort und der Zurückgebliebene
trug ihm seine Klage zu, wohl wissend, dass auch diese "versanden" wird, dass sie, selbst wenn sie bis zum Meer gelangen sollte, auch dort verschluckt wird.

Das Alles könnte fürchterlich trostlos wirken, tut es aber nicht.

Der viele, viele Sand wirkt hier entschärfend. Man sagt sich: "Nun ja, so schlimm kann es doch eigentlich nicht sein, es ist eben eine Geschichte, die von Anbeginn auf Sand gebaut war. Sand gibt es in Mengen und es wird schon wieder eine neue Geschichte beginnen. Ja, der viele Sand gibt Deinem Text so einen kleinen lockeren witzigen Touch und das ist doch mal etwas Anderes. Also mir gefällt das.

Liebe Grüße
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Ralf Langer
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hallo wüsenrose,
mir gefällt dein gedicht.
ich glaube auch das die wiederholungen
wichtig und richtig sind.

allein ein vorschlag
für den titel:

"LITANEI EINER WÜSTENROS"

denn gerade durch die wiederholungen
und den da durch hervorgerufenen rhythmus,
erinnert der text mehr an ein gebet oder eben
meine vorgeschlagene litanei

lg
ralf
__________________
RL

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wüstenrose
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Liebe Vera-Lena,
deine Antwort / dein Lesen fand ich sehr scharfsinnig. Am meisten hat mich dabei gefreut / beschäftigt, dass du von einem kleinen, lockeren, witzigen Touch gesprochen hast.
Das hab ich beim Verfassen nicht groß reflektiert, aber ich glaube, du hast Recht: Sterben vor Gram will da keiner! Vielleicht wäre eine mögliche Lesart (sicher nicht zwingend), dass hier nicht nur über Verflossenes Klage geführt wird, sondern das sandige Lamento auch eine Art Einladung der unglückseligen Wüstenkönigin darstellt: Sieh, das ist mein Reich, eine sandige Sache; alles, was ist, ist auf Sand gebaut. Was soll's? Meinst du, aus diesem Boden erwüchse nichts? Ich heiß' übrigens wüstenrosi - und du?
LG wüstenrose

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