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Leselupe.de > Anonymus
Lange Leitung
Eingestellt am 11. 10. 2005 22:52


Autor
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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Heute, gerade eben, ist es mir bewußt geworden.
Ich weiß noch nicht genau, wie ich es erklĂ€ren soll.
Da sitze ich am Rechner, genauer gesagt auf einem bequemen Sofa, und habe die kabellose Tastatur auf dem Schoße liegen. Dieses veraltete "auf dem Schoße" soll den Eindruck eines Menschen vermitteln, der ungefĂ€hr die Mitte seiner geschĂ€tzten Lebenserwartung erreicht hat.
Denn so fĂŒhle ich mich und so alt bin ich auch.
Auf der Höhe der Zeit sozusagen.
Und weil ich heute Zeit habe, diskutiere ich mit verschiedenen Leuten in verschiedenen Foren zu gar nicht so verschiedenen Themen.
Jetzt kommt die große Blamage.
Bisher sah ich nÀmlich die GesprÀchspartner immer nur als Namen auf dem Bildschirm. Na klar schaut man ab und an in das Profil, prÀgt sich Ortsnamen ein - nicht mit Absicht, das passiert halt.
Und heute hatte ich das erste Mal die Erkenntnis, daß all diese Leute auch ganz real vor einer Tastatur sitzen oder liegen, an einem Platz, der ihnen sehr vertraut ist.
Das Umfeld eines Computerstellplatzes ist ja meist sehr persönlich eingerichtet.
Ich bin rein altersmĂ€ĂŸig aus der Generation der Verkabelten und um auf den Titel dieser Reflexion zu kommen, muß ich das Kabel jetzt als die Leitung bezeichnen, auf der ich wohl zu lange stand.
So bequem kann man nicht mit Freunden reden, die zu einem real-contact Besuch erscheinen. Da brÀuchte man Platz wie ein römischer Patrizier.
Das, was mir als unverstÀndliches Beiwerk einer nicht zu verhindernden Zukunft erschien, entpuppt sich plötzlich als absolut altersgerecht.
Doch so wie immer hat auch diese Bequemlichtkeit ihren Preis, denn sie muß als Floskel ihr Leben fristen.
SÀmtliche Form der VerstÀndigung verliert sich in reinen Worten. Mimik, Gestik, die vielen Ticks, die Menschen nunmal haben und die ob ihres Wiedererkennungswertes nicht zu unterschÀtzen sind, die vielen Kommunikationsmöglichkeiten abseits des geschriebenen Wortes - die fehlen.
Man fÀngt immer wieder von vorne an, heraus zu finden, wieviel wovon gut tut.
Und ganz zum Schluß - Spontanbesuche waren doch immer die Besten.

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