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Leselupe.de > Science Fiction
Largo Crumb und die Hexen von LivesEnd
Eingestellt am 02. 07. 2002 23:07


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Bone
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Nov 2001

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Largo Crumb und die Hexen von LivesEnd

Die Starbreaker schoss wie ein Pfeil durch den Weltraum und Largo beobachtete die Leuchtspuren der Sterne die am Cockpit vorbei flogen. Er bemerkte sein Spiegelbild und zog ein skeptisches Gesicht. Nachdem er sich mehrmals durch die dunklen zotteligen Haare gestrichen hatte lehnte er sich wieder in den Pilotensessel zurück.
Zap erschien neben ihm und setzte sich auf den Copilotenplatz. Fragend sah er ihn an.
„Haben wir sie abgehängt?“
Largo grinste ihn an.
„Die Schnecken? Na klar haben wir sie abgehängt!“ verkündete er selbstsicher.
Zap schüttelte den Kopf. Er trug einen Ölverschmierten grauen Overall und eine Zigarre klemmte zwischen seinen Zähnen.
„Ich verstehe einfach nicht wieso selche Dinge immer uns passieren?“
Er sah Largo finster an. Largo ignorierte ihn.
„Du bist als Kapitän echt ne Niete!“
Largo zuckte mit den Schultern.
„Ich weiß gar nicht was du willst! Es lief doch alles wie am Schnürchen!“
Zap holte tief Luft.
„Wie am Schnürchen? Wir werden von Piraten der „Schwarzen Flagge“ verfolgt. Die machen keine Gefangenen, verstehst du mich?“
„Ich habe sie abgehängt! Ich sage doch ich habe sie abge….!“
Ein Warnsignal ertönte und ein rotes Licht blinkte an der Kontrolltafel.
„Verflucht!“ zischte Largo und setzte sich aufrecht in den Sessel während er mit den Händen die Steuerungshebel ergriff. „Das sind sie! Auf dem Radar erscheinen 4 ungekennzeichnete Raumjäger! Das sind bestimmt Maschinen der „Schwarzen Flagge“. Wir haben ein Problem!“
Zap fluchte laut.
„Das war ja klar! Ich gehe nach hinten und fahre den Notfallschutzschirm hoch!“
Zap sprang vom Sessel hoch und ging durch die Schleuse nach hinten.
Largo blickte auf das Radar. Die unbekannten Maschinen holten schnell auf und hatten ihre Waffensysteme aktiviert.
„Ich hätte vielleicht doch nicht die Tochter des Piratenkapitän flachlegen sollen!“ murmelte er und zog einen der Hebel zu sich heran. Die Starbreaker machte eine Rolle nach rechts und im selben Moment wurden gelbe Laserblitze von den angreifenden Jägern abgeschossen und gingen ins Leere.
„Juhuu! Daneben!“ rief Largo fröhlich.
Ein Laserblitz zischte knapp am Cockpit vorbei.
„Verflucht noch mal!“ rief er wütend. „Welcher Spinner von euch war das? Ich hätte mir wehtun können!“
Largo zog die Starbreaker hoch und machte eine Drehung um anschließend in Endgegengesetzter Richtung auf den Angreifer zuzusteuern.
Largo biss die Zähne zusammen und hämmerte auf den Auslöser für die Laserkanone. Einer der Jäger wurde von Largos Laserblitzen getroffen, geriet ins Trudeln und explodierte schließlich. Die anderen drei Jäger versuchten nun sich hinter die Starbreaker zu hängen.
Ein Rucken ging durch das Schiff, als die ersten Laserblitze auf den hinteren Notfallschutzschirm prasselten.
Der Schiffskommunikator pfiff. „Largo! Was gedenkst du zu unternehmen? Die Schilde halten nicht mehr lange!“
Largo fluchte.
„Okay! Ich werde versuchen einen der näheren Planeten anzufliegen um sie in der Atmosphäre abzuschütteln und sich vielleicht irgendwo zu verstecken!“
„Na wenn das mal gut geht, Kapitän!“
Largo steuerte einen kleinen grauen Mond an, der einen Rotglühenden Gasplaneten umkreiste. So geschickt wie möglich wich er dabei den Laserblitzen der feindlichen Jäger aus, doch trotzdem mussten sie mehrere Volltreffer in Kauf nehmen.
Wieder pfiff das schiffsinterne Kommunikationsgerät. Man konnte Zap husten hören.
„Verdammt, ich glaube nicht, dass es die Maschinen noch lange machen! Ich versuche jetzt die gesamte verbliebene Energie in den Schutzschirm zu leiten. Mehr kann ich nicht tun!“
Qualmend und brennend drang die Starbreaker in die Atmosphäre des Mondes ein.
„Schon okay, Zap! Ich bringe uns jetzt runter!“
Largo blickte auf das Radar. Die drei Jäger folgten ihm in die Atmosphäre. Plötzlich flimmerte der Bildschirm und ein Warnsignal ertönte.
„Zap? Was ist passiert? Zap, antworte schon!“
„Die Sensoren sind überlastet! Die Atmosphäre des Planeten ist mit Magnetfeldern durchzogen, dadurch kommen die Störungen! Außerdem…Verdammt, da draußen fliegen massenhaft Felsbrocken durch die Gegend!“
Largo sah hinaus. In einer Suppe aus grauem Nebel sah er mehrere Schatten huschen.
Fluchend bewegten Largo hektisch die Steuerhebel hin und her. Plötzlich ging ein gewaltiger Ruck durch das Raumschiff und Largo hatte Mühe das Raumschiff unter Kontrolle zu halten.
„Wir sind getroffen! Einer der Brocken hat uns erwischt!“ hörte man Zap schreien.
Largo bemerkte wie die Maschine abschmierte.
„Halt dich fest, Zap! Wir stürzen ab!“
„Oh, Verdammt!“
Mit aller Kraft versuchte Largo die Maschine etwas aufzufangen, doch schließlich prallte er mit dem Rumpf auf den harten grauen Felsboden des Planeten. Die Starbreaker rutschte noch einige Kilometer über den Felsboden bis sie zum Stillstand kam.
Largo lag besinnungslos in einer Ecke des Cockpits, als Zap das Cockpit betrat. Zap weckte ihn und half ihm auf.
„Bist du verletzt?“
„Nein! Wie geht es meinem Schiff?“
„Ich befürchte einen Totalschaden! Die Maschine ist schon unter dem Beschuss zusammengebrochen und ich befürchte, dass ich keine Ersatzteile habe um sie zu reparieren! Der Rumpf dürfte durch den Aufprall sehr gelitten haben!“
Vorsichtig spähte Zap durch das zerbrochene Cockpitglas heraus.
„So wie es aussieht ist die rechte Tragfläche gebrochen!“ verkündete er.
„Na wunderbar! Mein schönes Schiff ist ruiniert! Und wer ist schuld daran!“
Zap sah ihn an und zog eine Augenbraue hoch.
„Du selber!“
„Ich wollte eigentlich sagen „Die schwarze Flagge“!“
Largo und Zap suchten alle überlebenswichtigen Sachen zusammen und verließen das Wrack der Starbreaker über die linke Tragfläche. Largo hatte sich seinen Ledermantel angezogen und sein Halfter mit der Laserkanone umgeschnallt.
„Ich hoffe dass diese verdammten Piraten auch abgestürzt sind und dass sie überlebt haben damit ich sie umlegen kann!“ sagte er frustriert als sie unten standen und das Wrack betrachteten.
Zap nahm sich ein Fernglas und schaute sich um.
„Sie mal! Da hinten ist eine Art Stadt oder Dorf! Vielleicht bekommen wir dort Hilfe!“
„Sag mal, hast du eine Ahnung auf welchem Mond wir hier sind?“ fragte Largo.
„Nein! In diesem Sektor gibt es nicht viele verzeichnete Planeten!“ antwortete Zap.
Largo deutete hinauf zu dem roten Gasriesen, dessen Umrisse durch die dicke Wolken und zwischen den herumwirbelnder Felsbrocken hindurchschimmerte.
„Könnte das nicht Urogoo sein?“
„Das wäre möglich aber…!“ Zap stockte einen Moment. „Das würde bedeuten, dass wir uns im Urogoosystem befinden! Dies hier konnte demnach LivesEnd sein!“
„Ganz genau!“
Zap schauderte.
„Ich habe einige beunruhigende Geschichten über diesen Planeten gehört!“
„Ja, ich auch!“ bestätigte Largo. „Von Hexen und Monstern und so ein Zeug!“
„Wie schrecklich!“
„Aber ich glaube nicht an so ein Zeug!“
„Nicht?“
„Nein, ich glaube eher, dass dies hier ein Piratennest ist und das diese Geschichten eine Abschreckung ist, damit hier nicht die falschen Leute erscheinen!“ vermutete Largo.
„Nun, es funktioniert! Was machen wir jetzt?“
„Wir gehen zu dem Dorf! Wenn dies hier ein Piratennest ist, dann muss es irgendwo auch einen Raumhafen geben!“
Zap nickte ihm zu.
„Ganz wie du willst! Geh ruhig voran!“
Largo schob sich eine Zigarette zwischen die Zähne, steckte sie in Brandt und marschierte los.
Nach einem Fußmarsch von etwa einer halben Stunde, in der sich Zap immer wieder nervös umschaute, hatten sie das Dorf erreicht. Die Häuser des Dorfes waren in altertümlicher Form aus Stein gebaut und Largo konnte einige primitive Gefährte entdecken, die von Pferden oder Ochsen über eine gepflasterte Straße gezogen wurden. Einige Frauen und Männer in altertümlichen Gewändern blickten die beiden Raumfahrer skeptisch an.
„Verdammt! Eine archaische Gesellschaft!“ fluchte Largo. „Ein Weltraumhafen finden wir hier jedenfalls nicht vor!“
„Monster hoffentlich auch nicht!“ Zap sog nervös an seiner Zigarre.
Ein bärtiger Mann mittleren Alters in einem schwarzen Anzug und mit Hut auf dem Kopf schritt auf die beiden zu. Largo erkannte, dass er mit einem primitiven Schwarzpulvergewehr bewaffnet war.
„He, Fremde! Ich bin John Bride, der Gesetzeshüter des Dorfes! Was führt euch nach Witch Town!“
Bei der Erwähnung des Dorfnamens hätte Zap vor Schreck beinahe seine Zigarre verschluckt.
Largo sah den Mann mit zusammengekniffenen Augen an.
„Wir sind Schiffbrüchige!“
Der Mann sah ihn an, als wäre er aus einer Verrückten-Kolonie ausgebrochen.
„Ihr macht Witze! Hier gibt es weit und breit kein Meer oder einen Fluss der befahrbar ist!“
„Wir sind Sternenfahrer!“ erklärte Largo. „Wir sind auf diesem Mond abgestürzt! Mit einem Raumschiff!“
Der ungläubige Ausdruck des Mannes verschlimmerte sich zusehends.
„Wir kommen aus dem Weltall! Von einem anderen Planeten!“ unterstütze Zap seinen Freund und Kapitän. „Gibt es hier Hexen?“
Der Ausdruck von Mr. Bride veränderte sich nun in eine andere Richtung, die Largo als Unbehagen einstufen würde. Er hatte diesen Ausdruck bei sich selbst schon Hunderte von Malen im Spiegel gesehen. Mr. Bride legte den Zeigefinger auf den Mund.
„Über so etwas redet man hier lieber nicht!“ sagte er schließlich.
Zap warf Largo einen verängstigten Blick zu. Largo schüttelte verständnislos den Kopf.
„Das ist doch Blödsinn! Hören sie, gibt es hier einen Ort wo wir etwas essen und schlafen können?“
Bride nickte heftig.
„Ich bringe euch zu Burkhams Pension!“
Die beiden Raumfahrer nahmen das Angebot dankend an und standen bald vor dem Tresen in der Gaststätte der Burkhams. Ein kleiner, dicker rothaariger Mann begrüßte sie und wies ihnen Zimmer zu.
Nachdem die beiden ein paar Stunden geschlafen hatten und der Abend anbrach, beschloss Largo herunter in die Gaststube zu gehen um das lokale Bier zu probieren. Zap war nicht aus seinem Zimmer herauszubekommen, so ging er alleine.
Largo ging also an den Tresen des kleinen, dicken, rothaarigen Mr. Burkham und bestellte sich ein Bier. Burkham bediente eine archaische Zapfanlage und schließlich hatte Largo ein Glas mit einer goldenen Flüssigkeit vor sich stehen, auf der eine Schaumkrone thronte. Burkham nickte ihm auffordern an. In seinem Lächeln fehlten einige Zähne.
Largo setzte das Glas an und ließ sich das Bier die Kehle hinab laufen. Es schmeckte würzig und prickelnd.
„Nicht schlecht! Eine Frage Mr. Burkham, haben sie auf Nichtmenschliche Gäste? Und wenn ja, kommen sie von einem nahe gelegenen Raumhafen?“
Burkham sah ihn verständnislos an.
„Hä?“
„Vergessen sie es!“
Largo steckte sich eine Zigarette an und sah sich um. Außer im selbst waren noch zwei junge Männer in dem Gasthof die an einem Tisch saßen, Bier tranken und sich angeregt unterhielten. Soweit Largo es verstanden hatte, ging es um das Jagen von Bergziegen.
Eine junge Frau mit langen Roten Haaren schritt engelsgleich durch den Raum. Largo wären beinahe die Augen aus den Augenhöhlen gefallen und unter den Tresen gerollt. Die Frau war wunderschön. Sie lächelte ihm freundlich zu und er wäre beinahe wie vom Schlag getroffen von seinem Barhocker gerutscht.
„Das ist meine Tochter Mary! Sie hilft etwas in der Küche aus!“ informierte ihn Mr. Burkham nachdem sie vorbeigeschwebt war.
„Verstehe!“ nuschelte Largo noch ganz verstört. Er musste irgendwie an sie ran kommen. Darüber, dass eine ähnliche Situation ihn hierher geführt hatte, dachte er in diesem Augenblick nicht nach.
Largo trank sein Glas leer, drückte den Zigarettenstummel aus und folgte der jungen Frau durch eine Tür in einen nach Braten duftenden Raum. Ein in weißer Schürze gekleideter Mann rührte etwas in einem Topf über eine Kochstelle an und bemerkte ihn nicht. Im hinteren Teil des Raumes hatte Mary begonnen einige Teller und Gläser zu spülen. Largo ging zu ihr hinüber.
„Entschuldigung!“
Sie sah ihn an.
„Der Zutritt hier ist für Gäste untersagt!“ sprach sie mit zuckersüßer Stimme.
„Tut mir leid! Erlauben sie mir mich vorzustellen. Mein Name ist Largo Crumb!“
„Ich habe von ihnen gehört! Wen Fremde in der Stadt sind spricht sich das schnell herum! Sie sind der verrückte Sternenfahrer!“
„Verrückt? Wie nett! Kann ich ihnen helfen?“
Sie überlegte kurz, musterte ihn und reichte ihm schließlich ein Handtuch.
„Trocknen sie die Teller ab!“
Mit strahlendem Lächeln nahm Largo das Handtuch entgegen.
„Es ist mir ein Vergnügen!“
Sie lächelte zurück. Largo begann die Teller abzutrocknen.
„Stimmt es wirklich? Kommen sie von den Sternen, Mr. Crumb! Oder sind sie vielleicht doch verrückt?“ fragte sie neugierig.
„Nennen sie mich Largo, Mary! Ja, ich komme von den Sternen! Ich wurde auf dem Planeten Mars geboren, im terranischen Sektor!“
„Sicherlich ein schönerer Planet als dieser graue Felsbrocken!“
„Nicht wirklich! Er besteht aus roten Sand und Felsen! Aber es gibt einige wunderschöne Orte in der Galaxis! Ich denke da an die singenden Wälder auf Krono oder die gelben Blumensteppen auf Argos!“
„Klingt unglaublich! Aber ich werde sie wohl nie sehen!“ sagte sie und Largo glaubte einen traurigen Schimmer in ihren Augen zu sehen.
„Wieso nicht? Du kannst doch einfach gehen, oder? Lass dich von jemand mitnehmen! Von mir oder von anderen! Es müssen doch auch schon viele andere hier hergekommen sein! Ich habe doch schon Geschichten über LivesEnd von anderen Raumfahrern gehört!“
„Mag sein! Man hat mir auch schon von anderen Fremden erzählt die wie du waren, doch trotzdem werde ich nicht gehen können!“
„Liegt es an deinen Eltern? Du bist doch alt genug um so was selber zu entscheiden!“
„Es ist wegen der Gräfin!“ sagte Mary und ihre Stimme wurde leiser, fast zu einem Flüstern. „Sie wurde es nicht zulassen!“
„Die Gräfin! Was für eine Gräfin?“
Sie zögerte eine Antwort hinaus und schien nervös.
Zap erschien plötzlich neben ihm.
„Ich muss mit dir reden! Unter vier Augen!“
„Muss das jetzt sein?“ fragte Largo genervt.
„Ja!“ antwortete Zap mit ernstem Gesichtsausdruck.
„Entschuldige mich, Mary!“
Sie verließen die Küche und setzten sich an einen der Tische im Gasthof.
„Dieser Bride hat mich gerade aufgesucht! Er hat mir erzählt, dass das Dorf von einer Gruppe Hexen terrorisiert wird, die in einem Schloss in den Bergen leben!“ erzählte Zap. „Ich finde wir sollten hier verschwinden!“
„Das meinst du doch nicht im Ernst! Dieser Mann hat dir doch nur eine Schauergeschichte erzählt! So etwas wie Hexen und Monster gibt es nicht!“
Kaum hatte Largo ausgesprochen öffnete sich die Tür der Pension und eine recht makabere Gestalt schritt hindurch. Die Gestalt war humanoid, doch sie war am ganzen Körper mit grauen Bandagen umwickelt. Beine, Arme, der Körper, ja sogar der Kopf waren komplett mit den grauen Bandagen umwickelt; nicht einmal ein Schlitz für die Augen war gelassen worden. Largo war es schleierhaft wie dieses Wesen etwas sehen konnte. Die Gestalt schleifte ihr rechtes, steifes Bein hinter sich her.
„Was hast du gerade gesagt?“ fragte Zap sarkastisch.
Die Mumienähnliche Gestalt schlürfte zum Tresen und kommunizierte durch nuschelnde und brummende Geräusche mit Mr. Burkham. Dieser wusste offensichtlich auch sofort was die Gestalt wollte, denn er schüttelte den Kopf und wies die Gestalt mit mehreren eindeutigen Armbewegungen ab. Plötzlich wurde die Mumie still. Largo bemerkte, dass Mary an der Küchentür aufgetaucht war und die Mumie entsetzt anstarrte.
Die bandagierte Gestalt war nun ganz aufgeregt und deutete auf Mary während sie laute knurrende Geräusche von sich gab. Burkham wurde nun richtig wütend und war kurz davor handgreiflich zu werden, doch er schien sich nicht so richtig zu trauen das Wesen anzufassen.
Schließlich verließ die Mumie die Pension wütend, nicht jedoch ohne eine drohende Gebärde in Richtung von Burkham abzugeben.
„Was war das den?“ platzte Largo nun heraus.
„Keine Monster, wie?“
„Das war kein Monster! He, vielleicht war es ein Nichtmensch! Vielleicht gibt es doch einen Raumhafen hier!“
Largo sprang auf und folgte der Gestalt durch die Tür nach draußen um schließlich auf einer menschenleeren Straße zu stehen. Die Mumiengestalt war wie vom Erdboden verschluckt. Largo kam wieder zurück in die Pension gestiefelt.
„Wer oder besser was war das?“ richtete er seine Frage an Mr. Burkham.
„Darüber redet man besser nicht!“ antwortete ihm der dicke Mann.
Largo schluckte eine beleidigende Bemerkung hinunter.
Ein ohrenbetäubender Schrei erklang von einem der oberen Stockwerke.
„Was war das?“ fragte Largo.
„Meine Tochter! Mary!“ rief Burkham und rannte panisch die Treppe zum ersten Stock hoch. Largo folgte ihm instinktiv. Zap beschloss in Largos Nähe zu bleiben. In der Mitte der Treppe erstarrte Burkham. Largo und Zap liefen auf und mussten sich bemühen nicht wieder rückwärts die Treppe herunterzupurzeln.
Am oberen Ende der Treppe stand eine weibliche Gestalt in einem wallenden lilafarbenen Gewand und mit schneeweißen Haaren. Gewand und Haare wurden in einem nicht vorhandenen Wind hin und her gewiegt. Die harten, bösen Augen der Frau waren mit lila Schminke schattiert. Sie war schlank und von einer beklemmenden Schönheit.
„Gräfin!“ hauchte Burkham.
„Du hast dich versucht mir zu widersetzen! Niemand widersetzt sich mir! Ich nehme mir das was ich haben will!“ sagte die Gräfin mit eiskalter Stimme.
„Nicht meine Tochter! Bitte nicht meine Tochter!“ flehte Burkham und viel auf die Knie.
„Sie befindet sich schon auf dem Weg in mein Schloss! Sie kann ihrer Bestimmung nicht entkommen! Akzeptiere das!“
Burkham begann zu weinen wie ein Kind. Largo war für Moment von der Schönheit der Gräfin wie geblendet doch die Worte und die Möglichkeit das Mary in Gefahr war holte in schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Er zog seine Laserkanone und richtete sie auf die Gräfin.
„Hör zu, Gräfin! Du wirst Mary wieder zurückholen! Lass sie frei oder ich werde dir ein Loch in den Bauch brennen!“ rief er mit fester Stimme.
Die Gräfin begann schallend zu Lachen. Dann machte sei eine Handbewegung und die Laserkanone wurde wie von Geisterhand aus Largos Hand gerissen und flog hinunter in den Gasthof.
„Misch dich hier nicht ein Fremder! Du hast es hier mit Kräften zu tun die du nicht annähernd verstehst!“ zischte sie.
Largo war wie erstarrt. Die Frau musste über telekinetische Kräfte verfügen. Bevor er weiteres unternehmen könnte war die Gräfin in einer puffenden Rauchwolke verschwunden.
Burkham weinte immer noch und Zap stand da wie erstarrt. Largo lief nach oben. Von Mary fehlte jede Spur. Auch in der Küche war sie nicht mehr.
Largo griff sich nun Burkham, der immer noch weinte und schüttelte ihn.
„Wo liegt dieses Schloss der Gräfin?“
Zap glaubte nicht richtig zu hören.
„Du willst doch nicht etwa da hin?“
„Wo ist das Schloss?“ wiederholte Largo, doch Burkham antwortete nicht. Er stand unter Schock.
„Du willst doch nicht wirklich zu diesem Schloss?“ wiederholte Zap seine Frage.
„Doch! Ich muss sie retten!“ antwortete Largo und nahm seine Laserkanone wieder an sich, die auf dem Boden lag. „Sie soll noch die Möglichkeit haben die Singenden Wälder zu sehen!“
„Bist du verrückt! Das geht uns nichts an! Mach nicht schon wieder so einem Mist wegen einer Frauengeschichte!“
„Du kannst ja hier bleiben!“
„Alleine hier bleiben? In einem Gasthof wo die Hexen und Zombies ein und ausgehen?“
Largo schritt auf die Straße. Zap folgte ihm.
„Stehen bleiben! Hände hoch! Habe ich dich endlich, Crumb!“ ertönte eine Stimme, kaum hatten sie die Straße betreten.
Largo fluchte. Wenige Meter von ihnen entfern stand ein über 2 m langer, grünhäutiger, humanoider Nichtmensch mit großen schwarzen Glupschaugen. Seine langen spindeldünnen Finger schlossen sich um einen hufeisenförmigen Laserstrahler den er auf Largo und Zap gerichtet hielt. Largo wusste, dass diese Waffe zwei Strahlen gleichzeitig abschießen konnte. Aus jedem gebogenen Ende einer. Diese Waffe war absolut tödlich.
„Hallo, Carson!“ begrüßte Largo den Fremden.
„Du kennst den Vogel?“ fragte Zap überrascht.
„Ein Mitglied der Schwarzen Flagge!“ erklärte Largo.
„Der Kapitän hätte dich gerne lebend, Crumb! Aber wenn du mir nicht freiwillig zu meinem Schiff folgst, dann mache ich ohne Probleme Asche aus dir!“ grunzte Carson.
„Tja, du hast den Zeitpunkt wirklich schlecht gewählt! Ich habe noch was vor! Können wir das nicht vertagen?“
„Mach keine Witze mit mir, Crumb! Folge mir zum Schiff oder stirb gleich hier!“
„Ist es ein langer Fußmarsch? Vielleicht sollten wir ein Taxi rufen!“
„Es steht nicht weit von dieser Siedlung! Ich verliere langsam die Geduld, Crumb!“
Hinter Carson tauchte nun eine weitere Gestalt auf.
„Was ist den hier los?“ fragte John Bride, der Gesetzeshüter von Witch Town und richtete sein Schwarzpulvergewehr auf Carson.
„Das geht dich nichts an, Kumpel! Verschwinde lieber!“
„Es geht mich was an! Keine Gewalttätigkeiten in meinem Dorf! Das…die Waffe runter!“
„Wie du willst, du Witzfigur!“ rief Carson und wirbelte mit dem Laserstrahler im Anschlag herum.
Ein lauter Knall ertönte und Bride wurde von einer Schwefelwolke eingehüllt. Ächzend fiel Carson zu Boden. Die Kugel war genau in seine Brust eingedrungen. Bride schritt zu dem Sterbenden hinüber und schaute herab.
„Was ist das nur für ein hässlicher Kerl?“ fragte er.
„Ein mieser hässlicher Kerl! Sie haben gut getan ihm sein Lebenslicht auszublasen!“ erklärte Largo und nahm Carsons Laserstrahler an sich um ihn an Zap weiterzureichen.
„Hören sie, Mr. Bride! Die Tochter von Burkham ist entführt worden! Von dieser Gräfin! Ich will sie zurückholen! Wissen sie wo ihr Schloss liegt?“ redete Largo auf den Gesetzeshüter ein.
„Sicher! Auf der Nordseite des Dorfes verlässt ein Pfad das Dorf, der in die Berge führt. Der Pfad führt bis zu einer Schlucht! Dort liegt das schwebende Schloss der Gräfin! Ich wurde an eurer Stelle jedoch nicht dorthin gehen!“
„Wir werden gehen!“
„Wie ihr wollt! Ich kann euch Pferde leihen, wenn ihr möchtet!“
Wenig später ritten Largo und Zap mit den Pferden aus der Stadt. Largo hatte gelegentlich schon einmal auf einem Reittier gesessen doch Zap tat sich sichtlich schwer. Glücklicherweise war es kein besonders stures Tier, sonst hatte es Zap schon mehrfach abgeworfen.
Der Pfad führte die beiden reitenden Raumfahrer durch zerklüftete Berge mit scharfkantigen Felsen. Schon bald hatten sie jedoch die Schlucht erreicht von der ihnen John Bride erzählt hatte. In der Mitte der Schlucht schwebte in einer Höhe von etwa 15 Metern ein düsteres unheimliches Schloss, auf dessen Dach eine von mehreren Zinnen getragene große rundliche Kuppel thronte, aus der zwei dünne Türme wuchsen.
Sie standen einen Moment dort und betrachteten Schweigend das Schloss während Zap nervös eine Zigarre paffte.
„Das hältst du also für eine gute Idee?“ fragte er.
„Ich frage mich, wie sie das machen! Vielleicht mit einem starken Schwebeaggregat!“ überlegte Largo laut und ignorierte Zaps Frage komplett.
„Oder mit Magie!“
„Du bist Techniker! Du solltest eigentlich an so einem mystischen Quatsch nicht glauben!“
Sie ritten weiter; in die Schlucht hinunter bis sie unterhalb des Schlosses waren. Starke Schwingungen waren zu spüren.
„Du hattest Recht! Scheint ein großes Magnetfeld zu sein worauf das Schloss liegt!“ sagte Zap nach genauerer Betrachtung.
„Deine Hexen haben ein recht gutes Equipment!“ scherzte Largo und setzte ein schiefes Grinsen auf.
„Wie kommen wir denn jetzt da hoch?“
Largos Grinsen verschwand.
„Gute Frage!“
Plötzlich hörten sie ein knistern in der Luft und merkte wie die Kräfte des Magnetfeldes nach ihnen griffen.
„Was ist den jetzt los!“ rief Largo.
Plötzlich wurden sie beide von einer unsichtbaren Kraft gegriffen und von ihren Pferden geschleudert. Sie schlugen auf den harten Felsboden und rutschten noch einige Meter über den Boden. Die Pferde ritten davon.
Largo öffnete seine zusammengekniffenen Augen und beobachtete wie das Schloss sich herabsengte. Es war nur noch 10 Meter über den Boden; dann nur noch 5 Meter und schließlich setzte es mit einem Krachen auf dem Felsboden auf. Ein großes Holztor wurde hochgezogen. Der Weg in das Schloss war frei.
„Na wenn das keine Einladung ist!“ rief Largo und sprang auf.
„Findest du das nicht etwas Verdächtig!“ fragte Zap.
„Verdammt!“ fluchte Largo.
Zap zuckte zusammen.
„Was ist?“
„Mein Ledermantel ist ganz verschlissen durch die Rutschpartie über den Felsen!“
Zap schlug sich auf die Stirn.
„Deine Sorgen möchte ich haben!“
Largo schritt entschlossen auf das geöffnete Tor zu und durchschritt es. Zap folgte ihm. Sie betraten eine riesige von großen Säulen gestützte Eingangshalle. Das Tor viel hinter ihnen krachend in seine Ausgangsposition.
„Das gefällt mir gar nicht!“ flüsterte Zap.
Largo ging mit der Hand an seiner Laserkanone weiter. Links und rechts an der Wand standen Silberglänzende Ritterrüstungen. In einiger Entfernung sah er eine Treppe, dich nach oben führte und als er hinaufschaute sah er über sich eine Gewirr aus hin und herführenden Treppen.
„Sieht nach viel Laufarbeit aus!“ erkannte Largo treffend.
„Was nun?“ fragte Zap.
Largo dachte kurz nach, holte dann tief Luft und rief laut „Mary!!!“ Der Name wurde von den Wänden in hunderten von Echos wiedergegeben und halte vermutlich durch das ganze Schloss.
„Wirklich gut!“ lobte Zap ironisch. „Jetzt weiß wirklich jeder dass wir hier sind!“
Ein Klappern und Krachen ließ sie herumfahren. Zap keuchte vor Schreck. Die Silberglänzenden Ritterrüstungen hatten sich in Bewegung gesetzt und kamen von links und rechts quietschend auf sie zugescheppert. Sie hoben in bedrohlicher Haltung lange Schwerter oder Streitäxte in die Höhe.
„Geister! Es sind die Geister verstorbener Krieger!“ vermutete Zap.
Largo schüttelte den Kopf. Er hob die Hand.
„He, ihr da! Stehen bleiben! Hört mir mal zu!“
Die Rüstungen blieben tatsächlich stehen. Largo zog seine Laserkanone aus dem Halfter und hielt sich über seinen Kopf in die Luft.
„Ich weiß nicht wer ihr seid, oder was ihr seid und es ist mir auch ehrlich gesagt ziemlich egal! Das was ich hier in meiner Hand halte ist eine Sub-Tech Laserkanone die jede von euch Rüstungen in Sekunden zu einem verkohlten Stückchen Metall zusammenschmelzen kann, also lasst uns lieber in Ruhe!“ rief er laut.
„Eine Laserkanone?“ erklang eine metallische Stimme aus einer der Rüstungen. „Das ist nun wirklich untypisch! Normalerweise kommen die Leute mit Fackel und Armbrüsten oder auch mal mit Kugelgewehren zu uns! Okay, nichts für ungut!“
Mit diesen Worten stellten sich die sprechende Rüstung und auch die anderen wieder an ihre Ursprungsposition zurück. Zap sah Largo verblüfft an.
„Das gibt’s doch gar nicht! Du kannst ja sogar Geister unter den Tisch quatschen!“
Largo lächelte ihn schief an und steckte seine Laserkanone wieder weg. Dann schritten sie zusammen die Treppe hoch. Von der ersten Etage aus, könnten sie dem Treppengewirr weiter nach oben folgen, oder die Türen in der ersten Etage untersuchen. Largo drückte die Klinke einer der Türen hinunter. Sie war verschlossen.
„Sie mal!“
Zap deutete auf ein großes Ölgemälde, dass an der Wand hing und die Gräfin darstellte, ganz so wie die Raumfahrer sie in der Gaststätte gesehen hatte. Largo warf nur einen flüchtigen Blick drauf und wandte sich dann der nächsten Tür zu, als er Zap plötzlich hinter sich keuchen hörte. Er wirbelte herum.
„Die Augen! Sie haben mich angeschaut!“ rief Zap.
Largo betrachtete skeptisch das Bild. Er konnte nichts erkennen und wollte gerade Zap mit einer schnippischen Bemerkung bedenken, als ihm die Worte auf der Zunge gefroren. Das Gesicht auf dem Bild bewegte sich.
„Was tut ihr hier, Fremde? Ich habe euch gewarnt! Dies geht euch nichts an!“ ertönte die schallende Stimme der Gräfin.
Largo schritt vorsichtig vor.
„Ich will das Mädchen haben! Lass sie frei und wir verschwinden wieder!“
„Das Mädchen gehört mir! Geht oder ihr werdet sterben!“
Largo schüttelte wütend den Kopf.
„Sie gehört niemanden! Wir werden nicht gehen!“
„Wie ihr wollt! Ihr werdet es bereuen!“ fauchte die Gräfin und im selben Augenblick verwandelte sich ihr Gesicht auf dem Bild zu einer schrecklichen, teuflischen Fratze.
Zap wich zurück. Largo hob die Laserkanone und feuerte. Der Laserblitz brannte sich in das Gesicht auf den Bild und plötzlich explodierte etwas. Das Bild löste sich von der Wand und krachte zu Boden. Eine Maschine, die hinter dem Bild durch ein Loch in der Wand hervorragte, qualmte von dem Treffer des Strahlers.
„Was ist das!“ fragte Largo verblüfft.
Zap näherte sich vorsichtig.
„Ein Holographiescher Projektor! So langsam glaube ich dass du Recht hast! Hier geht ein falscher Zauber vor sich!“ sagte er.
Die beiden schwiegen und überlegten wie es weitergehen sollte, als ein weiblicher Schrei durch das Schloss hallte.
„Das war Mary!“ rief Largo und wandte sich sofort in die Richtung von der er glaubte dass sie der Ursprung des Schreis war. Er stürzte die Treppen hinauf. Die Treppen waren wie ein Labyrinth und Largo erkannte nur schwerlich in welche Richtung er sich wenden müsste um nicht im Kreis zu laufen. Schließlich erkannte er, dass er Zap verloren hatte und dieser auf einer anderen Treppe in einiger Entfernung um gegenüber stand. Er wusste nicht auf welchem Weg er zu ihm kommen konnte.
„Tolle Idee, Largo!“ rief ihm Zap zu.
„Versuch nach oben zu kommen! Sie ist mit Sicherheit in einem der Türme eingesperrt! Schöne Prinzessinnen sind immer in Türmen eingesperrt!“ rief Largo zurück.
Der Schiffmechaniker zog ein langes Gesicht.
„Nur ist sie keine Prinzessin sondern die Tochter eines Wirts, du Trottel!“
Largo zuckte mit den Schultern und versuchte weiter seinen Weg nach oben zu finden. Nach einer Weile schien es ihm unmöglich. Er suchte mit seinem Blick noch einmal alle Treppen ab. Dort, er sah ein Blinken und Funkeln und richtete seine Schritte in diese Richtung. Eine Treppe die parallel zu seiner verlief führte zu einer kleinen Plattform, an dessen Wand ein körpergroßer Spiegel hing. Vor dem Spiegel sah er etwas auf dem Boden liegen. Ein Stück Pergament, es könnte eine Karte sein. Er musste zusehen, dass er den Weg dort hinüber fand, doch dies schien ihm wiederum unmöglich; er würde sich wieder verlaufen! Schließlich erkannte Largo, dass die Treppe auf der er sich befand über die Plattform hinwegführte, in einer Höhe von etwa 5 Metern. Er konnte von dort auf die Plattform hinunter springen. Freudig machte er sich daran seinem Plan umzuwandeln, schritt voran bis er über der Plattform war und hechtete hinter. Er kam sauber auf seinen Füssen wieder zum stehen und blickte auf.
Sein Blick fiel in den Spiegel und er zwinkerte seinem Spiegelbild lässig zu. Dann schritt er voran um nach der am Boden liegenden Karte, es war tatsächlich eine, zu greifen. Plötzlich löste sich der Oberkörper seines Spiegelbildes aus dem Spiegel und verpasste ihm einen heftigen Kinnhaken, als er versuchte nach der Karte zu greifen. Largo taumelte zurück und richtete seinen Blick auf dem Spiegel. Sein Spiegelbild war wieder unverändert.
„Was zum Teufel!“
Er startete einen weiteren Versuch und wieder vereitelte sein eigenes Spiegelbild, dass er die Karte in die Finger bekam. Largo rieb nachdenklich sein schmerzendes Kinn. Das Spiegelbild ebenfalls.
Vielleicht sollte er den Spiegel einfach wegpusten. Largo griff nach seiner Laserkanone. Das Spiegelbild ebenfalls. Largo hielt inne. Vielleicht war das keine so gute Idee. Er musste sich etwas anderes einfallen lassen. Er überlegte. Er hatte ja schon viel erlebt aber sein eigens Spiegelbild musste er noch nicht überlisten. Die Spiegelwesen von Hartorion IV waren dass einzige woran er sich erinnerte. Von der Spiegelglatten Haut dieser Wesen waren Laserblitze einfach umgeleitet worden. Durch diese Dinger hatte er sich einmal selbst ins Bein geschossen. Kein Angenehmer Gedanke.
Largo bemerkte einen Ausdruck des Unangenehmen über das Gesicht seines Spiegelbildes huschen. War er das gewesen? Oder war es dem Spiegelbild etwa unangenehm gewesen weil er an dasselbe dachten musste wie er? Eine Idee nahm in Largos Gehirnwindungen Form an.
„Kannst du dich an die beiden Sirenen von Romos erinnern? Die beiden hatten es echt drauf einen Mann zu verführen, was?“ sprach er zu seinem Spiegelbild und rief sich dabei die Erinnerung an dieses Abenteuer zurück. Er stellte sich die Bilder dieser hübschen Wesen noch einmal vor, ihre strahlend schönen Gesichter, ihre langen seidigweichen Haare und ihre wohlgeformten Köper und erinnerte sich daran was sie alles mit ihm gemacht haben.
Es dauerte nicht lange, da schloss Largos Spiegelbild in der Schwelgung der Erinnerung lächelnd die Augen, und Largo ließ diese Chance nicht an sich vorbeiziehen. Schnell griff er nach der Karte. Das Spiegelbild riss wütend aufschreiend die Augen auf, als es erkannte dass Largo sich die Karte erkannt hatte und plötzlich zerberste der Spiegel und fiel in Scherben zu Boden.
„Scherben bringen Glück!“ murmelte Largo grinsend. Er dachte daran, dass er dringend noch einmal nach Romos reisen musste und rollte die Karte auseinander. Es war tatsächlich, wie er gehofft hatte, eine Karte des Treppen-Labyrinthes.
Der Weg in beiden Türme war eindeutig gekennzeichnet. Die Frage war nur: Welchen sollte er zuerst überprüfen? Er überlegte nicht lange herum, sondern entschied sich für den linken der Türme.
Gehetzt rannte er über die Treppen des Labyrinths, während er immer wieder suchend auf die Karte blickte. Schließlich erreichte er eine Plattform, in dessen Mitte eine Leiter weiter nach oben führte. Largo stieg die Sprossen der Leiter hinauf und öffnete eine Holzluke über sich. Nachdem er hinaufgekrabbelt war und die eng zusammenlaufende Wendeltreppe sah, die nach oben führte, da wusste er wo er war. Er hatte den linken Turm erreicht. Vorsichtig klappte er die Karte zusammen und verstaute sie tief in der Tasche seines Ledermantels.
„Mary?“ rief er den Namen der Gesuchten hinauf. Es gab keine Antwort. Largo begann die Stufen der Wendeltreppe hinaufzusteigen. Als er das obere Ende erreichte, stand er vor einer schweren Holztür. In der Hoffnung, dass die Tür nicht verschlossen war, drückte er die Klinke hinunter. Die Tür öffnete sich mit einem ächzenden Krachen. Hinter der Türöffnung schimmerte ein grünliches Licht.
Als Largo den Raum betrat entdeckte er eine große Zylinderförmige Vorrichtung, die eine Art Kammer zu sein schien. In der Kammer schwamm ein schrecklich entstelltes menschliches Wesen in grünlicher strahlender Flüssigkeit. Die Haut des Wesens war seltsam geriffelt und rötlich und das Gesicht schien schrecklich verdreht zu sein. Nichts in dem Gesicht gehörte an die Stelle wo es hingehörte. Rechts neben der Kammer stand ein kleiner Schiebewagen mit Spritzen und Instrumenten.
Largo war wie erstarrt. Offensichtlich machte die Gräfin in ihrer Freizeit gerne kleine Experimente mit Mutationen, in ihrem Privatlabor. Die Augen des Wesens in der grünen Suppe richteten sich auf ihm. Largo konnte das Leiden erkennen, dass der Mutant durchmachte. Er beschloss schnell, dass er dieses Leiden beenden musste. Er ertrug den gequälten Blick des Mutanten keine Sekunde länger. Er zog die Laserkanone aus dem Halfter, legte auf die Kammer an, und fuhr plötzlich erschrocken herum als er hinter sich ein bedrohliches Knurren hörte.
Aus dem dunkeln der Ecke hinter der Tür bewegte sich die schlürfende Gestalt der Bandagenmumie, die er im Gasthaus gesehen hatte, auf ihn zu. Sie streckte eine ihrer Hände, eine Klaue formend, Largo bedrohlich entgegen, während die andere Hand das steife Bein Hinterherzog. Largo feuerte die Kanone ab. Der Laserblitz drang exakt in den Hals der Mumie ein und sprengte den Kopf von der Schulter.
Largo atmete nur für einen Moment wieder auf, dann bemerkte er das der Körper der Mumie sich immer noch auf ihn zu bewegte und mit der Kralle nach seinem Hals griff. Largo tauchte unter der Kralle hinweg und richtete seine Laserkanone auf die Beine der Mumie. Als er Abdrückte riss er der Mumie beide Beine Weg und der Körper stürzte zu Boden. Verwundert schaute Lupo auf den immer noch zuckenden Körper der Mumie. Zumindest war sie keine Gefahr mehr.
Nun, hier fand er Mary jedenfalls nicht! Wieder hallte ein Schrei an Largos Ohren. Diesmal konnte er die Richtung genau bestimmen. Er lief zum Fenster und riss es auf. Sein Blick richtete sich auf eines der Fenster des rechten Turmes. Dort drüben konnte er durch das Fenster Mary sehen. Sie winkte ihm zu. Zap erschien neben ihr. Largo machte ein unschuldiges Gesicht. Plötzlich zischten Laserblitze an Mary und Zap vorbei und sie verschwanden vor dem Fenster. Dort wurde gekämpft!
Largo stürmte durch die Holztür und betrat wieder das Treppen-Labyrinth. Nach einem kurzen Blick auf die Karte lief er los. Keuchend erreichte er die Leiter, die in den rechten Turm führte. Niemand war Largo begegnet.
Largo stieg mit gezogener Laserkanone die Stufen der Wendeltreppe hinauf. Plötzlich erschien eine dunkle Gestalt in einem wallenden lilafarbenen Cape hinter einer Rundung der Treppe und sprang auf ihn zu. Largo wurde von einer unsichtbaren Kraft gepackt und die Treppe hinuntergeschleudert. Er prallte hart auf die Stufen und kullerte die Treppe hinunter, bis er es schaffte zum Stillstrand zu kommen.
Vor Largos Gesicht tanzten Sterne und er kniff angestrengt die Augen zusammen um die Sterne zu verscheuchen. Sein Kopf schmerzte, doch er bemerkte erfreut dass er seine Laserkanone immer noch krampfhaft umklammerte. Hinter seiner verschwommenen Optik, konnte er die Gestalt der Gräfin erkennen, die schwebend die Treppe hinunter stieg. Largo hob die Laserkanone und feuerte zwei blind gezielte Blitze ab. Der Schmerzschrei der Gräfin signalisierte Largo, dass er getroffen hatte. Einer der Blitze hatte sich in den rechten Oberarm der Gräfin gebrannt. Sie stürzte und schlug mit dem Kopf vor das Geländer.
Nachdem Largo bemerkt hatte, dass die Gräfin ohne Bewusstsein war, steckte er die Waffe weg und beugte sich über sie. Er fühlte ihren Puls und kam zu dem Schluss, dass sie es überleben würde. Sie war nicht schwer verletzt.
Largo durchsuchte die Taschen in den Gewändern der Gräfin. Er fand eine elektronische Identifizierungskarte. Laut den Daten, auf den Display, hieß die Frau Dr. Ortillia Belveda. Sie hatte einen Abgelaufenen Mitgliedseintrag im „Galactic Militär“. Dort war sie in der Forschung tätig.
So etwas Ähnliches hatte Largo ja schon fast erwartet gehabt. Eine verrückte Wissenschaftlerin. Irgendwie war es ja doch unheimlich.
Largo griff sich die Gräfin und schleppte sie den Turm hinauf. Oben angekommen betrat er einen spärlich eingerichteten Raum. Dort ließ er die Gräfin auf den Boden gleiten. Zap und Mary lagen bewusstlos auf dem Bett. Largo wurde fast neidisch auf Zap. Aus dem Badezimmer nebenan holte er Wasser und weckte sie. Mary sah ihn erstaunt an.
„Wo ist die Gräfin?“ fragte sie sofort.
„Die liegt dort! Ich denke sie ist im Moment keine Gefahr!“
„Können wir jetzt endlich verschwinden?“ fragte Zap.
Largo nickte und half Mary aus dem Bett. Dann stiegen sie zu dritt die Wendeltreppe hinunter, kletterten die Leiter hinunter, und gingen über das Treppen-Labyrinth zurück in die Eingangshalle des Schlosses.
Zap schritt zielstrebig auf das Kurbelrad zu um das Holztor hochzuziehen. Ächzend strampelte er fleißig, bis sich das hölzerne Tor anhob. Largo führte Mary durch das Tor. Ein frischer kühler Wind schlug ihnen entgegen. Largo sah hinab auf das Tal. Das Schwebeaggregat war wieder aktiviert worden. Largo wandte sich zu Zap herum.
„Worauf wartest du denn noch! Such die Steuerzentrale und lande das Schloss!!!“ rief Largo ihm zu. Zap machte ein genervtes Gesicht und stiefelte los.
Mary blickte angestrengt nach draußen, über das Land hinweg, so als ob sie etwas suchen würde.
„Alles in Ordnung?“ fragte Largo sanft.
Mary zögerte bevor sie reagierte. Dann sah sie ihn an.
„Wirst du mich mitnehmen! Ich würde gerne einen schöneren Ort kennen lernen als diesen hier!“
Largo lächelte sie charmant an.
„Es wird mir ein Vergnügen sein, sie dir zu zeigen!“ erwiderte er.
Später verließen sie zu dritt den Planeten LivesEnd in dem Raumjäger des Piraten, der sie in der Stadt gestellt hatte. Und Largo zeigte Mary schließlich auch die Singenden Bäume von Krono und viele andere Orte in der Galaxis.


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jon
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Sehr erfrischend, hat mir gefallen. Die Geschichte ist zwar im ganzen eher bieder, in den Details aber recht fantasievoll ausgeschmückt.
Wer inhaltliche Finesse wünscht, wird sicher einwenden, dass Mary zu stereotyp auf den erst besten Fremden reinfällt, dass Largo die Gräfin (!) gleich mit du anquatscht während er den Barkeeper höflich siezt etc. Aber hier ist alles so sehr der Action-Story untergeordnet, dass jeder Versuch, „psychologisch" zu werden, ohnehin nur lächerlich wirken würde.
Das Ende wirkt etwas "angehängt".

Bei den Dialogen musst du, Bone, irgendwas tun, um die Zuordnung zu erleichtern (vor allem: besser mit den Absätzen hantieren).

Manchmal passen einzelne Worte und Wendungen nicht zum übrigen Sprachgebrauch.
Auch dürfen die "Archaischen" altmodischer sprechen.

Störend fiel mir die Häufung von archaisch, altertümlich u.Ä. auf – besser ist es, diese Charakterisierung dadurch vorzunehmen, indem man ZEIGT, wie altmodisch die Typen aussehen/sind, als einfach zu SAGEN "sie sehen altmodisch" aus.
Allergisch reagiere ich auch auf das Wort "plötzlich". Es muss schon sehr harmonisch in den Text passen, damit es mich nicht stört – hier störte es mich.

An zwei Stellen bin ich beim Lesen ins Überfliegen abgerutscht: Bei der Schilderung des Gefechts mit den Piraten und bei der Odysee Largos durch das Schloss.

Mir aufgefallene Detail-Fehler:
* Pferde reiten nicht – Reiter reiten.
* Weiblicher Schrei? Klingt saublöd, obwohl ich wegen der Analogie zu "weiblicher Stimme" nichts Sachliches gegen die Formulierung einwenden kann.
* Pläne werden (in die Tat) umgesetzt und nicht umgewandelt.
* Der Spiegel zerberst nicht sondern zerbarst.
* "Nichts in dem Gesicht gehörte an die Stelle wo es hingehörte." – ???

Die Hauptgründe, den Text nicht im oberen Viertel der Wertungsskala anzusiedeln, sind für mich allerdings die sehr fehlerhafte Rechtschreibung und ein allgemeiner Eindruck, des Nicht-Korrektur-Gelesen-Seins (z.B. flüchtig hingeworfene Formulierungen, die noch nicht ausgefeilt wurden). Beides ist im Lektorat sicher rasch zu beheben.
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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Bone
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hallo da und danke für deine tips und anregungen! die geschichte ist in der tat nicht gerade ausgereift und auch recht schlampig auf rechtschreibfehler untersucht!

ich wollte die geschichte einfach so schnell wie möglich veröffentlichen! das ich in rechtschreibung und form viele fehler mache weiß ich und wollte eigentlich mehr kritik an der story und an meine art zu schreiben!!!

gruß
bone

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