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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Larissa und Mary
Eingestellt am 05. 10. 2007 21:35


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Anysa
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Larissa und Mary

Larissa war ein kleines, braunhaariges M├Ądchen im Alter von 6 Jahren. Sie war ein fr├Âhliches und aufgewecktes Kind, das die Natur liebte und viel im Garten ihrer Eltern spielte. Ihre langen Haare trug sie gern zu zwei Z├Âpfen gebunden, die mit ihr um die Wette h├╝pften. Die braunen Augen von Larissa fingen t├Ąglich die Sonnenstrahlen ein und spiegelten diese ├╝berallhin wieder, egal wo sie war.
Das kleine M├Ądchen hatte eine Freundin. Diese war deutlich kleiner als sie und hatte Ohren wie eine Fledermaus. Sie begleitet Larissa ├╝berall hin, schleckte sie regelm├Ą├čig ab und wich nie von ihrer Seite. Mary schlief neben Larissas Bett. Wenn ihre Eltern das Kinderzimmer verlassen hatten, holte sie die Brabancondame aber in ihr Bett und schmuste noch eine Weile mit ihr. Sie teilten alles miteinander und wenn es das Essen war. Mary sa├č unter dem Tisch neben Larissa und wartete geduldig auf die Wurstschnitte, die das kleine M├Ądchen wie selbstverst├Ąndlich fallen lie├č. Larissas Eltern tolerierten dieses Verhalten, waren es doch beide noch Kinder.
Mary hatte ein wundersch├Ânes schwarzes Fell, da├č in der Sonne genauso gl├Ąnzte wie Larissas Augen. Wenn das M├Ądchen nicht zu Hause war, dann lag Mary vor der Haust├╝r und wartete geduldig auf ihre R├╝ckkehr. Schon von weitem sp├╝rte Mary das Nahen ihrer Freundin und stand mit wedelndem Schwanz vor der T├╝r. Die Wiedersehensfreude beider war herzzerrei├čend.

Eines Tages wurde Larissa schwer krank. ├ťber Wochen hinweg hatte sie Fieber und Sch├╝ttelfrost. Mary wich nicht von ihrer Seite. Der kleine Hund fra├č kaum etwas und ging nur noch selten vor die Haust├╝r. Als Larissa Schmerzen hatte, sp├╝rte dies die Brabancondame und horchte auf. Mit ihren kleinen Pfoten versuchte sie auf das Bett zu steigen, jedoch ohne Erfolg. Daraufhin ging sie zu Larissas Eltern und zeigte lautstark ihren Unmut. Die Eltern folgten ihr und sahen das Dilemma. Obwohl sie etwas gegen Hunde im Bett hatten, setzten sie Mary auf das Kinderbett. Vielleicht half der Hund bei der Genesung ihres Kindes. Sie lief zum Kopfkissen und schleckte die Wange der kleinen Kranken ab. Das M├Ądchen gab einen Laut von sich und sprach Marys Namen aus. Daraufhin legte sich der Hund neben Larissa und schmiegte den Kopf auf ihre Brust. Das M├Ądchen h├Ârte auf zu zittern und schlief ruhig ein.

Die Krankheit wollte ihr Opfer aber nicht los lassen und es ging dem M├Ądchen t├Ąglich schlechter. Mary kroch unter die Hand ihrer Freundin und Larissa sp├╝rte das samtweiche Fell. Sie bewegte die Finger, ein schwaches L├Ącheln huschte ├╝ber ihr Gesicht und sie sagte: „Ah, Mary ist da. Das ist sch├Ân.“

Eines Nachts wachte Mary auf und sp├╝rte ihre Freundin nicht mehr. Ihre Hand lag leblos neben dem Hund. Mary stand auf und ging zu Larissas Kopf. Ihre Brust bewegte sich nicht mehr, die Atmung war stehen geblieben. Der Hund stupste das M├Ądchen an, doch sie reagierte nicht. Mit der kleinen Zunge fuhr Mary ├╝ber ihre Wange, wie so oft und wartete auf ein Lachen. Wieder und wieder stupste Mary sie an, leckte ihr ├╝ber das totenblasse Gesicht.
Irgendwann merkte Mary, da├č ihre Freundin die Augen nicht mehr aufmachen w├╝rde und legte sich hin. Den Kopf auf die Brust des toten M├Ądchens gebettet, die Fledermausohren gesenkt, wartete sie.

Mary war bei der Beerdigung dabei. Sie stand zwischen den Menschen und nahm nicht den Blick vom Grab ihrer Freundin. Die Ohren gesenkt, die Haltung gebeugt, gab sie keinen Laut mehr von sich. Der kleine Stummelschwanz bewegte sich schon lang nicht mehr, denn sie hatte ihre einzige Freude verloren.
Larissas Eltern nahmen den kleinen Hund mit nach Hause, doch Mary lief immer wieder zur├╝ck zum Friedhof. Vielleicht kam Larissa ja zur├╝ck. Dann k├Ânnten sie wieder spielen, sich in der Sonne liegend in die Augen schauen. Doch das M├Ądchen kam nicht zur├╝ck zu Mary.

Die Brabancondame h├Ârte auf zu fressen und blieb immer l├Ąnger am Grab liegen.
Eines Tages, als Mary schon lang nicht mehr nach Hause gekommen war, gingen die Eltern auf die Suche. Es war mittlerweile Winter und es hatte ├╝ber Nacht geschneit. Die Mutter ging einer Ahnung nach und begab sich zum Friedhof.
Dort lag Mary, zusammengesunken auf Larissas Grab. Der Schnee hatte ihren toten K├Ârper fast vollst├Ąndig bedeckt.
„Sie starb an gebrochenem Herzen“, sagte die Mutter traurig und es war, als sei Larissa nun endg├╝ltig gestorben.
Sie lie├čen Mary ein├Ąschern und verstreuten die Asche auf Larissas Grab. Auch wenn dies verboten war, so sollten doch die beiden Freundinnen f├╝r immer vereint sein. Ein Bild von Mary wurde auf Larissas Grab gestellt und die Eltern brachten immer beiden einen Blumenstrau├č mit.

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