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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Leben in der Großstadt
Eingestellt am 25. 11. 2014 21:18


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Wellengang
Hobbydichter
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CELLOKLÄNGE UND SPIELUHRTÖNE

Von den etwa 7 Milliarden Menschen die diesen Planeten bevölkern, lebt mittlerweile etwa jeder zweite in der Stadt. Diese Städte expandieren stetig und gleichen mittlerweile ewig wachsenden Ozeanen, die nach und nach das Land zu überfluten drohen.
In meiner Jugend bin ich lange an ihren Stränden entlang gegangen. Da waren Mitmenschen wie kleine Wellen die immer wieder über die Füße streichen. Doch der Strand ist schmal, karg und eintönig weiß. Mir hat dort schon immer die Weite gefehlt. Und so bin ich schließlich zwischen die Wellen gewatet, immer weiter. Wenn du merkst, dass du gegen deinen Willen hinab gezogen wirst, ist es längst zu spät und der Ozean schwappt über dir zusammen.

Schwer liege ich auf meinem Bett und betrachte den Schimmelfleck, der da seit ein paar Wochen grün-bräunlich die Decke ziert. Dumpfe Töne dringen an mein Ohr. Mein Nachbar spielt Cello hinter der dünnen Wand, die unsere Zimmer trennt. Ich stelle mir einen Rentner um die Siebzig vor, der auf einem dreibeinigen Schemel sitzt und den Bogen über die Seiten streicht, doch gesehen habe ich ihn nie. Ich kenne nur sein sanftes Cellospiel.
Ich hebe den Kopf und schaue aus dem Fenster. Langsam stirbt der Tag über einem Wald von sich dicht an dicht aufschichtenden Wohnhäusern mit grauen Wänden, grauen Dächern und grauen Gesichtern hinter milchigen Fensterscheiben. Ich lege den Kopf zurück in die Kissen und beschäftige mich lieber wieder mit dem Schimmelfleck.
Als es dunkel wird setze ich mich auf. Unruhig beginne ich im Zimmer auf und ab zu gehen. Immer enger scheint es zu werden, als wanderte die Wände auf mich zu. Nach Luft schnappend erreiche ich die Tür die mich in die toten, grauen Eingeweide des Wohnblocks spuckt. Ich stürme durchs Treppenhaus und endlich bin ich im Freien. Doch auch in den engen Gassen bekommt man kaum Luft. Im Dunkeln scheinen sich die Häuser zu mir herunter zu beugen. Ich laufe weiter, die engen Adern der Stadt entlang. Meine Schritte werden immer schneller, ich muss keuchen. Meine Lunge brennt als hätte ich Säure inhaliert. Die Stadt schläft nie. Sie tanzt und blinkt, sie glitzert und wankt betrunken durch die Gassen. Dann übergibt sie sich in den Rinnstein. Schließlich jagen mich die Schatten in einen Nachtclub. Hier windet sich die Musik wie eine Kette durch meinen Kopf und durchdringt meinen ganzen Körper. Mein Herzschlag passt sich ihr an und langsam merke ich wie ich ruhiger werde. Ich woge mit den Wellen der Menschenmassen auf und ab, bin nicht mehr alleine sondern ein Teil von ihnen. Ich sehe lachende Gesichter und wehende Haare, im Takt schwingende Arme und tanzende Beine. Der Ozean von Menschen wogt auf und ab. Und ich woge mit ihm und ahme die vielen Gesichter nach. Ich höre mich lachen und johlen als stünde ich neben mir und betrachte mich von der Seite.

Als ich gerade drei Jahre alt war fand ich im Nachtschrank meiner Eltern einen sehr kleinen Leierkasten, kaum größer als die Innenfläche meiner Hand. Ein kleines mit Wolken bedrucktes Pappkästchen verdeckte die fragile Mechanik der Walze mit den unzähligen Noppen darauf. Wenn man die kleine Leier, die an der Seite aus der Schachtel herausragte betätigte, erklang ein zartes Klimpern und Klingeln. Ich war fasziniert von der heiteren Melodie die aus der kleinen Zauberkiste drang. Es war als würden die Töne in dem Kästchen munter umher tanzen und mich einladen mit ihnen fröhlich zu sein. Wieder und wieder lies ich die Melodie erklingen und war vollkommen verzaubert.
An diesem Abend schlief ich, mit ihr fest an meinem Ohr, ein. Ich habe nie wieder so bunt geträumt wie in jener Nacht. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war die kleine Zauberkiste fort. Ich konnte mir nicht erklären, wie sie einfach so verschwinden konnte. Untröstlich schluchzend suchte ich mein ganzes Zimmer ab. Als meine Eltern versuchten aus mir herauszubekommen was denn los sei erhielten sie keine Antwort. Ich konnte ihnen beim besten Willen nicht erzählen, dass ich ihre wundervolle kleine Zauberkiste verloren hatte. Doch sie schienen gar nichts zu bemerken. Als ich mich beruhigt hatte war die Sache schon vergessen. Ich wusste lange nicht ob ich vielleicht nur geträumt hatte, denn mir schien die Zauberkiste damals als ein kleines Wunder, ein Stück Magie, zu schön um wahr zu sein. So fand ich mich damit ab, dass sich Realität und Traum wohl vermischt haben mussten. Noch heute besitze ich Erinnerungen, von denen ich nicht weiß, ob sie real oder geträumt sind.
Mit vierzehn hörte ich die Melodie, die mich damals so verzaubert hatte wieder. Ich war gerade auf einem dieser furchtbaren Einkaufsbummel mit meiner Mutter als ich an einem in die Jahre gekommenen Straßenmusiker vorbeikam und wie festgefroren stehen blieb. Aus seiner Ziehharmonika erklang genau jene heiter tänzelnde Melodie, die mich damals so in ihren Bann gezogen hatte. Die Erinnerung traf mich völlig unerwartet und mit einer Deutlichkeit, dass ich nichts tun konnte als mit offenem Mund stehen zu bleiben, bis meine Mutter mich am Arm gepackt hatte, weil sie es immer furchtbar eilig hatte. „Komm schon, die neuen Hosen kaufen sich nicht von alleine und in den Fetzen, die du da trägst, lasse ich dich auf keinen Fall noch eine weitere Woche herumlaufen!“ Doch mir ging das Lied nicht mehr aus dem Kopf und ich summe es heute noch manchmal, wenn die Stadt um mich herum zu groß und zu laut wird.
Als ich dann am Tag darauf meinen Zimmerboden wischte, entdeckte ich ein loses Dielenbrett. Als ich es neugierig anhob, sah ich unter ihm weiße Wolken auf blauem Grund. Ich griff danach und hielt die kleine Zauberkiste in der Hand. Gott weiß wie sie dahin gekommen sein mag. Sogar die zarte Mechanik in ihrem Inneren funktionierte noch. Ein Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus. Meine Erinnerung war echt und nicht bloß ein Traum. Die Welt gewann an diesem Tag etwas von ihrem Zauber zurück. Ich lief ins Wohnzimmer um meiner Mutter endlich die ganze Geschichte zu erzählen. „Was, Zauberkiste nennst du das alte Ding?“ murrte sie nur. „Dein verklärtes Weltbild hätte ich gerne.“ Natürlich wusste ich damals schon, dass Töne, die aus kleinen Kästchen kommen selten magischen Ursprungs sind. Trotzdem machte mich die Reaktion meiner Mutter traurig. Wahrscheinlich hatte ich mir eingebildet, oder erhofft, sie würde meine Begeisterung für das kleine mechanische Wunder teilen.

Irgendetwas ist anders als ich erwache. Meine Gedanken fließen nur langsam und zähflüssig durch mein Gehirn und es dauert eine halbe Ewigkeit, bis mir klar wird das mein Nachbar sein morgendliches Cellospiel wohl heute hat ausfallen lassen. Dafür scheint er mit großem Elan Dinge im Raum hin und her zu bewegen. Es rumpelt, scheppert, schleift und quietscht in einem Fort. Langsam öffne ich die schweren Augenlider. Grelles Licht schneidet mir durch die dickflüssigen Gedanken. Schließlich schaffe ich es mich aufzurichten. Alles dreht sich, als hätte der Erdball beschlossen sich plötzlich in doppelter Geschwindigkeit zu bewegen. Trotzdem stehe ich auf, laufe hinüber zum Regal und greife hinein. In Händen halte ich einen kleinen mechanischen Leierkasten. Ein Lächeln streicht über mein Gesicht, wie lange hatte ich das kleine Kästchen nicht mehr in der Hand? Meine Finger schließen sich um die kleine Leier und die heitere Melodie erklingt. Ich warte darauf, die selbe Begeisterung zu empfinden wie damals. Aber in mir bleibt alles kalt und tot. Nichts verändert sich, als hätte mein Herz jenes Gefühl vergessen. Meine Hand verkrampft sich um den Metallklumpen, der mich einmal so fasziniert hat und sich mir jetzt nur noch kalt und schmerzhaft in die Hand drückt. Meine Kehle fühlt sich an wie zugeschnürt als mir die ersten Tränen in den Augen brennen. Mit einem lauten Schluchzen versuche ich mich von der Enge in meinem Hals zu befreien, doch mit jedem Laut zieht er sich mehr zusammen. Die Tränen haben längst mein Kinn erreicht und stürzen sich selbstmörderisch Richtung Boden. Drüben im Nebenzimmer verstummt jäh das Rumpeln. Erschrocken presse ich die Hand auf den Mund um ein weiteres Schluchzen zu unterdrücken. Ob er mich gehört hat? Sollte er wirklich so alt sein wie ich ihn mir vorstelle, dann ist er wahrscheinlich schwerhörig und hat sich einfach eine Pause genehmigt. Trotzdem versuche ich die Tränen nun lautlos über meine Wangen rollen zu lassen.

Meine Augen sind noch gerötet als ich ins Treppenhaus trete. Der Hunger hat mich hinaus getrieben. Fast wäre ich mit dem jungen Mann zusammengestoßen, der aus welchen Gründen auch immer vor meiner Tür steht. Schulterlange Haare umrahmen sein schmales Gesicht und enden auf einem zerknitterten grauen Hemd. Ich kann nicht anders als ihm direkt in die Augen zu schauen. In ihrem hellen Blau scheint Besorgnis zu liegen, dennoch sind sie unergründlich wie kleine, unendlich tiefe Seen. Er öffnet leicht den Mund, als wolle er etwas sagen. Ich schaue leicht irritiert zurück. Doch seine Lippen schließen sich wieder, als hätte er vergessen für was er sie eigentlich benutzen wollte. Er wendet sich ab und steckt einen Schlüssel in die Tür neben der meinen. Bevor er es sich anders überlegen kann, bin ich schon am ersten Treppenabsatz.
Ich gehe die schmutzigen Straßen hinab zum nächsten Imbiss. Seine Augen scheinen sich in meine Netzhaut eingebrannt zu haben, groß, blau und seltsam besorgt. Ich kann mich nicht daran erinnern schon einmal so angeschaut worden zu sein. Mein Kopf steckt noch in den Wolken, als ich bei dem schmerbäuchigen Imbissbesitzer ein Essen bestelle. Seine Schürze ist so schmutzig, er kann sie wahrscheinlich abends nach Feierabend einfach in die Ecke stellen. Er überreicht mir das Essen in einer Pappschale. Erst als ich hinein beiße merke ich, dass mir das Bestellte gar nicht schmeckt. Verwirrt starre ich darauf und werfe es schließlich in den nächsten Mülleimer. Mein Hungergefühl scheint ohnehin verschwunden zu sein. Ich zucke mit den Schultern, das Essen war ja nicht teuer. Ich mache mich auf den Weg zurück zu meinem Zimmer. Als ich die letzte Treppe erklommen habe, bleibe ich verwundert stehen. Die Tür meines Nachbarn ist leicht geöffnet. Hinter ihr erkenne ich mehrere Pappkartons in einem sonst leeren Raum. Über den hintersten hat sich eine Frau mittleren Alters gebeugt und kramt geschäftig darin herum. Es ist als hätte sich bei diesem Anblick Eis um meine Gelenke gebildet, das es mir für einen kurzen Moment unmöglich macht einen Fuß vor den anderen zu setzen. Erst als meine neue Nachbarin Anstalten macht sich herumzudrehen kommt wieder Bewegung in mich und ich flüchte in meine vier Wände.

Schwer liege ich auf meinem Bett und betrachte den Schimmelfleck, der da seit ein paar Wochen grün-bräunlich die Decke ziert. Kein Ton dringt an mein Ohr und stumm stirbt der Tag über einem Wald von sich dicht an dicht aufschichtenden Wohnhäusern mit grauen Wänden, grauen Dächern und grauen Gesichtern hinter milchigen Fensterscheiben.


Version vom 25. 11. 2014 21:18
Version vom 27. 11. 2014 23:22
Version vom 28. 11. 2014 14:53

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DocSchneider
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cellllo
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Wellengang !
Deine Geschichte hab ich sehr sehr gern gelesen !
Der Wald der Wohnhäuser
Die Stadt als Ozean >>> Dein Wellengang >>>
Deine "Wellenlänge" zu empfinden... zu schreiben... :
Ja, ich finde Du hast sehr große Begabung zu schreiben,
denn Du hast einen wirklich sensiblen "poetischen" Blick
auf Deine Umgebung ( offensichtlich nicht von Mama geerbt )
UND : Du schreibst trotzdem keineswegs kitschig,
sondern alles wirkt wahr und authentisch !
Ich bin wirklich sehr beeindruckt !
Die zweimalige Wiederholung "Schwer liege ich auf meinem Bett...."
und wie Du z.B. zwei Mal auf diesen Schimmelfleck zu sprechen kommst,
dieses öde Hängenbleiben des Blicks an solchem Nichts...
wer kennt das nicht ?
Das und vieles Ähnliche mehr kommt so vielsagend rüber :
ich finde alles zusammen ziemlich genial !
Habe 2 Tippfehler gefunden :
"... die neuen Hosen kaufen sich nicht von alleine
und in den Fetzen, die du da trägst, lasse ich dich
auf keinen Fall noch eine weitere Woche herumlaufen!“
"....flüchte in meine vier Wände." = ziemlich gegen Ende
Ich freu mich auf weitere Texte von Dir !
Extra-Tip wider Schimmelfleck :
Ein Cello kaufen ( oder mieten ) und
einen Cellolehrer mit blauen Augen suchen

cellllo


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orlando
Guest
Registriert: Not Yet

Ja, Wellengang,
mir gefällt deine Geschichte auch: phantasievoll bis surreal und sehr poetisch.
Was ihr m. E. noch fehlt, ist ein behutsamer Feinschliff, damit meine ich die Entfernung unnötiger Dopplungen (Beispiel: ... lange an ihren Stränden entlang) und die [zuweilen schmerzhafte] Trennung von überflüssigen Adjektiven.
Ich denke, der Text würde durch ein wenig mehr sprachliche Sprödigkeit eher gewinnen als verlieren. Auch käme dadurch die Idee hinter allem besser zum Leuchten.
Und die wirkt - wie cellllo ganz richtig anmerkt - ausgesprochen überzeugend.

Liebe Grüße
orlando

P.s.: Heißt es nicht Spieluhrentöne?

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aligaga
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Sep 2014

Werke: 78
Kommentare: 4656
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Um es gleich vorweg zu sagen: Der Text ist geläufig geschrieben und bemüht sich um starke Bilder, bleibt aber letztlich stecken im Narzissmus eines lyrischen Ichs, das sich selbst zum Mittelpunkt erklärt, ohne dem Leser näherzubringen, wieso eigentlich. Insgesamt sind die Fensterscheiben da ein wenig zu milchig geraten.

Und: Es ist eine schlichte Spieldose, kein Leierkasten. Die Kurbel des Leierkastens bewegt einen Blasebalg, seine Töne werden von Pfeifen erzeugt. Bei der Spieldose treibt die Kurbel oder das Uhrwerk, wie beschrieben, eine Walze an, auf der die Anordnung von Noppen die Melodie bestimmt, die beim Anzupfen frei schwingender, getunter Metallzungen hörbar wird. Bei besseren Spieldosen konnte man die Walze wechseln.

Wahrscheinlich wollte der Autor, dass vermöge der Spieluhr und des Cellos die Diskrepanz zwischen Schein und Sein, zwischen dem hehren Anspruch des Lyrichs und der bösen Wirklichkeit deutlich wird.

Das ist aber leider nicht recht gelungen. Der Protagonist scheint genauso "versifft" wie die Stadt, die ihn beherbergt, und umgekehrt. Es ist alles eine doch recht langweilig geratene, graue Masse, ohne Kontraste, ohne "hot spots", die Konturen aushellen und interessant machen würden.

Jeder, der schon mal mit einer Großstadt zu tun hatte, weiß, dass "Leben in der Großstadt" anders geht. Insoweit ist der Titel irreführend. Hier wird doch gar nicht "gelebt". Hier wird gestorben, bestenfalls vegetiert, und die "Stadt" für etwas instrumentalisiert, was sie ihrem Wesen nach eigentlich nie ist. Zumindest nicht zu ihren Lebzeiten.

Tipp: Den Text entpersönlichen und weg kommen vom breit aufgestellten Selbstmitleid - nichts langweiliger als die Tonart, in der ein Lyrich aufschluchzt! Stattdessen ahnen lassen, woran's denn fehlte, dass man am Ende seine Zeit in der Schimmelbude totschlagen muss, statt selber Cello zu spielen oder mit dem Leierkasten unterwegs zu sein.

Gruß

aligaga



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Wellengang
Hobbydichter
Registriert: Nov 2014

Werke: 3
Kommentare: 4
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Vielen Dank für das liebe Lob und auch für die Kritik. Ich bin lernfähig .

Gruß, Julia.
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Gedankenmöwen
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(Werner Franke)

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