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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Lebensziele
Eingestellt am 29. 10. 2003 22:51


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Woodstock
Hobbydichter
Registriert: Oct 2003

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Das war es nun also. Aus, Schluss, vorbei. Tausende von Bildern und Gedanken kreisen durch meinen Kopf, viele Erinnerungen. Nur ein Wort kehrt immer wieder: „Warum?“. So wie ich oben auf dem Berg stehe, von allen Menschen, die mir etwas bedeuten scheinbar verlassen, fĂŒhle ich mich unglaublich leer.
Langsam steigen in mir die TrĂ€nen auf. „Nein“, denke ich, „ du weinst jetzt nicht!“, aber es passiert trotzdem. Nach und nach kullern viele von ihnen ohne Ziel meine Wangen hinunter. Von meiner Trauer ĂŒberwĂ€ltigt will ich mich zum Gehen abwenden, doch es geht nicht. Ich kann den Weg nicht gehen, den er gegangen ist. Zu viele Erinnerungen, zu viele Schmerzen.
Plötzlich ĂŒberkommt mich Panik. Alles in mir zieht sich zusammen, ich bekomme keine Luft mehr. Völlig verkrampft falle ich schließlich zu Boden.
„ Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr! Ich will nur noch sterben...“
Die Zeit vergeht. Ich weiß nicht, wie lange ich schon dort oben liege, doch endlich kann ich mich wieder aufsetzen. Trotz des strahlend warmen SpĂ€tsommertages ist in mir nur Dunkelheit. Sie ĂŒberschattet all mein Denken und Tun.
Langsam setzte ich mich in Bewegung, hin zu dem Ort, in dem alles vor zwei Jahren so schön begann und so schlimm endete. Je weiter ich gehe, desto höher wird wieder der Druck und die Panik in mir. TrĂ€nen trĂŒben meine Sicht. „Mich soll doch keiner so sehen! FĂŒr die Anderen war ich doch immer stark und wie stehe ich jetzt hier?“
Dieses EntgĂŒltige macht mir Angst, die Sorge, alles zu verlieren, auch die Kontrolle ĂŒber mein eigenes Leben. Mir ist, als ob ich fallen wĂŒrde, sehr tief und niemand ist mehr da um mich aufzufangen. Dabei habe ich so Furcht vor der Einsamkeit.
Wo soll ich jetzt hin? Es ist noch frĂŒh am Morgen, viele werden noch schlafen oder mich gar nicht bei sich haben wollen.
Warum ist es auch gerade heute passiert? Warum musste mich diese Nachricht vor zwei Stunden erreichen und mich so niederschmettern? Ich habe es schon kommen gesehen, aber nicht so plötzlich, nach so vielen Planungen und Vorhaben, nach so einem schönen Abend.
Bald bin ich wieder zu Hause, in diesem großen Haus, in dem jeder Blick und jeder Gegenstand Erinnerungen an schöne, glĂŒckliche Zeiten birgt. Wieder kommt alles mĂŒhsam VerdrĂ€ngte hoch. Wir hatten schöne Zeiten, aber in diesen Jahren ist auch viel Schlechtes passiert und diese Seiten ĂŒberwiegen jetzt immer mehr.
Schließlich komme ich an unsere BrĂŒcke, als ob mich meine völlige Verzweiflung und Trauer dorthin gelotst hĂ€tte. Lange stehe ich vor dem GelĂ€nder und weiß nicht, was ich tun soll. Endlich wende ich mich ab. Es ist sicherlich nicht das letzte Mal, dass ich so hier stehe und ich weiß auch nicht wie es letzten Endes ausgehen wird. Entweder die Entscheidung fĂŒr den Fall oder fĂŒr eine neue Chance.

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