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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Leere Köpfe
Eingestellt am 10. 06. 2006 23:42


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sporett
???
Registriert: Jun 2006

Werke: 19
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Sag nichts, ich weiß alles
Sag nichts, denn ich sehe alles
Sag nichts, denn ich rieche alles
Sag nichts, denn alles ist gesagt

Schau weg, denn ich ertrage es nicht
Schau weg, denn alles liegt in Trümmern
Schau weg, damit Du nach vorne blicken kannst
Schau weg, es gibt nichts mehr zu sehen

Höre nicht hin, denn ich habe nichts zu sagen
Höre nicht hin, es sind nur Phrasen
Höre nicht hin, Gestammel
Höre nicht hin, es ist es nicht wert

Komm nicht näher, Du wirst nicht klüger
Komm nicht näher, Du wirst das nicht wirklich wollen
Komm nicht näher, es gibt keine Nähe
Komm nicht näher, wir werden gehen

Es ist leer, in unseren Köpfen
Es ist leer, in unseren Gedanken
Es ist leer, in unseren Augen
Wir sehen nichts mehr

Es ist leer, in unserer Beziehung
Es ist leer, in unserem Bett
Es ist leer, in unserer Erinnerung
Es ist leer, in unseren Köpfen

Wir werden gehen
Wir werden schweigen
Wir werden wegschauen
Wir werden taub sein
Wir werden fern sein
Und wir werden leer sein.

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sporett
???
Registriert: Jun 2006

Werke: 19
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Hallo liebes Forum, hätte liebend gerne Antworten, Bewertungen, Kritik, Verbesserungsvorschläge, deshalb bin ich hier.
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Zweifele nicht an dem der dir sagt er hat Angst, aber hab Angst vor dem der dir sagt, er kenne keine Zweifel. E.Fried

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Svalin
???
Registriert: Sep 2000

Werke: 68
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Hallo sporett,

Das sind ziemlich viele Worte dafür, dass es nichts zu sagen gibt, für eine Leere, die beängstigend um sich greift. Insofern paradox: ein vielsagendes Referat über das Schweigen. Beklemmender wäre, wenn es auch im Gedicht selbst zunehmend leerer würde: z.B. durch Wegfall der Interpunktion, Nivellierung von Groß- und Kleinschreibung oder sporadisch vergrößerte Leerräume, am Ende vielleicht sogar der Spontanverlust einzelner Buchstaben oder Worte. Nur mal so als Idee:

Es ist leer, in unserer Beziehung.
Es ist leer in unserem Bett
es ist leer in unserer erinnerung
es   ist leer    in unseren    köpfen

werden gehen
 werde  schweigen
r werd   wegschauen
ir wer    taub sein
wir we     fern sein
und wir w       leer sein


Viele Grüße
Martin
__________________
Lyrik ist Logopädie im Zeitalter der Sprachlosigkeit. [Alexander Eilers]

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sporett
???
Registriert: Jun 2006

Werke: 19
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Das ist ein sehr interessanter Ansatz Martin, aber als ich diese Zeilen schrieb, haben mich künstlerische Gestaltungsmittel nicht wirklich interessiert, es ging mir vielmehr darum, einen Zustand in Worte zu fassen.
Auch Leere, oder gerade die Leere die in zwischenmenschlichen Beziehungen eintreten kann, kann eine Vielzahl an Gedanken und Emotionen bedeuten.
Um diese ging es mir, und diese machen die Vielzahl der Worte aus, denn Beziehungen sind nie einfach strukturiert.
Diese Komplexität der eigenen Empfindungen gegenüber des ehemaligen Partners, wollte ich umschreiben.

__________________
Zweifele nicht an dem der dir sagt er hat Angst, aber hab Angst vor dem der dir sagt, er kenne keine Zweifel. E.Fried

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

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Das Gedicht lebt von der Wiederholung, die langsam die Entzweiung steigern lässt und ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit erzeugt.

Es beginnt mit der Wortlosigkeit und dem Nicht-Mehr-Zuhören-Wollen. Sag nichts. Es nervt mich, wenn du das noch mal sagst, du hast es schon gesagt. Bitte doch nicht noch mal.

Die Gefühle sind zertrümmert.

Schaue dir die Ruinen nicht an, es hätte keinen Sinn.

Ich schließe die Informationsketten weiter und schließe das Hören. Du sollst nicht mehr hören.

Auch alles andere schließe, verschließe ich.

Nur Leere bleibt.

Leere ist das Nichts wenn Früheres fehlt.


Es folgt die Wiederholung, die Wiederholbarkeit, die Unausweichlichkeit, das Orakel.


__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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