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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Legende
Eingestellt am 06. 01. 2003 13:40


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Esta
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jan 2003

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Die Legende des Mondfalken



Dunkelheit. Nichts als Dunkelheit um sie herum ... Dunkelheit und Nebel, der ihr langsam aber sicher die K√§lte in den K√∂rper trieb. Seit gut zwei Stunden irrte Akirash, Tochter des Grafen von Chatanga, durch die endlosen Nadelw√§lder der n√∂rdlichen Taiga. Der 21. Oktober, der 21.Oktober des Jahres 1563, ein verh√§ngnisvoller Tag f√ľr das blonde M√§dchen, denn an dessen Abend wurde ihre Kutsche √ľberfallen. Sie konnte entkommen, lief seitdem aber schon stundenlang ziellos durch die Taiga, in der Hoffnung, irgendwann das vertraute Schloss ihres Vaters wieder zu erblicken ...
Der Vollmond lie√ü mit seinem silbernen Licht geisterhafte Gestalten durch den wallenden Nebel tanzen, der die Grenzen zwischen Traum, Einbildung und Realit√§t zu verwischen drohte. Ein kurzes Knacken, das 14-j√§hrige M√§dchen fuhr herum und sah in die bernsteinfarbenen Augen eines eisgrauen Wolfes. Die Schemen weiterer W√∂lfe waren unter den tiefh√§ngenden Zweigen der Blautannen aufgetaucht. Ger√§uschlos nahm das Rudel das M√§dchen in die Mitte, f√ľhrte sie auf eine Lichtung. In ihrem wei√üen Gewand wandelte Akirash √ľber die taunassen Wiesen, glich einem Lichtwesen aus einer anderen Welt. Schon eine ganze Weile hielt sie das Geschehen f√ľr einen blo√üen Traum, der wie eine Seifenblase jederzeit zerplatzen konnte. Sie sp√ľrte, wie der Tod mit seinen kalten Fingern nach ihr griff, sp√ľrte, wie das Leben sanft aus ihrem K√∂rper wich. Langsam sank sie in das feuchte Gras, das Bild eines blauschimmernden Falken - dem Symbol ihrer gr√§flichen Familie - vor Augen.
Die Einwohner eines 2 km entfernten Dorfes berichteten sp√§ter, dass die Nacht vom 21. zum 22. Oktober von einem langgezogenen, wehleidigen Wolfsheulen zerrissen wurde - begleitet von dem hohen Schrei eines Falken. Von diesem Tage an, so erz√§hlt die Legende, erklingt in jeder Vollmondnacht, in der Nebel durch die Taiga wallt, das Kreischen eines Falken, der hoch √ľber den d√ľsteren Baumwipfeln am schwarzen Firmament seine Kreise zieht.
Ein junges M√§dchen erz√§hlte einst, ein wei√üer Falke habe sie nach Hause gef√ľhrt, als sie sich in den dunklen, endlosen W√§ldern verlief ...

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Arno1808
Guest
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Legende

Hallo esta,

Erst einmal herzlich willkommen in der Leselupe.

Eine schöne 'Legende' hast Du da geschrieben.
Du erzählst in stimmungsvollen Bildern.
Einige kleine Anmerkungen:

quote:
Seit gut zwei Stunden irrte Akirash, Tochter des Grafen von Chatanga, durch die ...
...
... konnte entkommen, lief seitdem aber schon stundenlang ziellos durch die Taiga

Das 'schon stundenlang' im zweiten Satz w√ľrde ich weglassen.

quote:
... das 14-jährige Mädchen fuhr herum und sah in die bernsteinfarbenen Augen eines eisgrauen Wolfes. Die Schemen weiterer Wölfe waren unter den tiefhängenden Zweigen der Blautannen aufgetaucht.

Den zweiten Satz könnte man umformulieren. Vorschlag: Dann tauchten weitere dunkle Schatten unter den tiefhängenden Zweigen der Blautannen auf.

Ein schöner Einstand in der Lupe!

Gruß

Arno





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Andrea
???
Registriert: Aug 2000

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F√ľr eine Legende sind reichlich viele Fakten drin: das M√§dchen ist nicht nur blond und namentlich bekannt, sondern auch 14, das Datum ist genau angegeben und die Entfernung zum Dorf ist auch noch bekannt. Vielleicht lie√üe sich das etwas mehr mystifizieren, etwa auf die Jahreszeit und das nicht mehr allzu ferne Dorf o.√§. Da das Wappentier ja eine nicht unerhebliche Rolle spielt, ist es nat√ľrlich eine √úberlegung wert, auch den Namen des M√§dchens nicht zu verschweigen ‚Äď aber frage dich selbst, was n√∂tig ist, um eine Legende zu schaffen.
__________________
Andrea Rohmert

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