Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92276
Momentan online:
390 Gäste und 10 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Horror und Psycho
Leichen Im Keller
Eingestellt am 21. 07. 2008 18:15


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
ViktorS
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Feb 2008

Werke: 3
Kommentare: 22
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um ViktorS eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ein lautes Donnern lie├č ihn hoch schrecken. Regen prasselte an die Scheibe des gem├╝tlich eingerichteten Schlafzimmers. Sein R├╝cken und Bauch schmerzten. Er wischte sich den Schwei├č von der Stirn, als das Unwetter einfach verstummte. Die dunklen Wolken verschwanden. Der Mond begann ein schwaches Licht in den Raum zu werfen. Seine Hand bewegte sich in Richtung Nachttischlampe, vorbei an einem Foto seiner Frau. Doch die Lampe funktionierte nicht. Er konnte nur schemenhaft Dinge erkennen und tastete vorsichtig die andere Seite des Bettes ab. Alles was er f├╝hlte waren Vertiefungen, wo eigentlich der warme K├Ârper seiner Frau liegen sollte. Er sp├╝rte einen kalten Hauch auf seiner Hand und zog sie blitzschnell zur├╝ck. Panik machte sich in ihm breit.

In ihm keimte pl├Âtzlich der Wunsch, in den Keller zu gehen. Dieses Verlangen wurde so stark, das es die Panik verdr├Ąngte. Er gab diesem Drang schlie├člich nach und nahm die ├ťberpr├╝fung des Sicherungskastens, im Keller, als Vorwand. Langsam tastete er sich durch das d├╝rftig beleuchtete Haus. Vorbei an unn├╝tzem Hausrat, der sich ├╝ber die Jahre angesammelt hatte. Er erreichte die Kellert├╝r. Neben ihr war eine Kommode, in der sich eine Taschenlampe befand. Ihre Batterien waren schwach und sie spendete zu wenig Licht. Er lie├č sie liegen.

Langsam schloss sich seine linke Hand um die Klinke. Sie war ungew├Âhnlich kalt, was ihn verwunderte. Dennoch ├Âffnete er die T├╝r. Er schaute in die Dunkelheit und der Weg nach unten glich einem H├Âllenschlund, der alles zu verschlucken schien. Allerdings kannte er den Keller auch im Dunkeln. Er hatte keine Angst hinunter zu gehen, denn er war sehr oft hier unten gewesen, bevor er seine Frau kennen lernte. So ging er in die Dunkelheit hinab und erinnerte sich, welche einmalige Macht er hier hatte. In ihm keimte der Wunsch, auch einmal seine Frau mitzunehmen und ihr Dinge zu zeigen, an die sie nicht einmal im Traum dachte. Langsam verschlang ihn die Dunkelheit.

Acht Schritte nach vorn und vier nach links. Er stand nun vor einer Wand. Dort befand sich aber nicht der Sicherungskasten, sondern ein rundlicher Stein. Aufgeregt dr├╝ckte er diesen in die Wand. Ein ├ächzen und St├Âhnen eingerosteter Zahnr├Ąder dr├Âhnte durch den Keller und die Wand fing an sich zu bewegen. Das schwache Licht einer Deckenlampe begann einen Raum zu beleuchten. In dessen Mitte befand sich ein Tisch und er lie├č seinen Blick langsam ├╝ber ein wei├čes Leinentuch gleiten. Die Form eines weiblichen K├Ârpers war erkennbar. Langsam n├Ąherte er sich dem Tisch. Noch einmal wollte er sie sehen, sie anfassen und die Macht sp├╝ren. Die Deckenlampe flackerte und seine Hand n├Ąherte sich ganz langsam dem Tuch. Er zog es vorsichtig zu sich, doch wandelte sich seine Neugier pl├Âtzlich in Entsetzen. Er blickte in ein vertrocknetes Gesicht, in dem die letzten schmerzhaften Momente eines jungen Lebens konserviert waren. Er schreckte zur├╝ck, konnte aber nicht den Blick von ihr lassen.

Mit einem lauten Krachen schloss sich die geheime T├╝r. Er zuckte zusammen. Sein Herz fing an zu rasen. Wieder starrte er in ihr Gesicht. Von einem Knacken begleitet, drehte sie ihm den Kopf zu. Er fing an zu zittern und wich zur├╝ck. Die Deckenlampe flackerte nun immer heftiger und erlosch pl├Âtzlich. Der Raum war in v├Âllige Dunkelheit geh├╝llt. Neben seinem lauten Atmen, h├Ârte er nur das Knacken alter Knochen. Es kam immer n├Ąher. Er stolperte immer weiter zur├╝ck, bis die Kellerwand ihn stoppte. Langsam krallten sich seine Fingern├Ągel in das Mauerwerk. Das Knacken schien nun ganz nah, doch pl├Âtzlich war nichts mehr zu h├Âren. Sein Brustkorb hob und senkte sich. Er atmete schnell. Irgendwie hatte er das Gef├╝hl, das ihn etwas beobachtete. Doch er konnte nichts tun, au├čer in die Dunkelheit zu starren.

Er sp├╝rte pl├Âtzlich einen kalten fauligen Atem in seinem Gesicht. Etwas Nasses fuhr ├╝ber seine Wange. Er wollte weg, doch konnte sich nicht mehr bewegen. Sein K├Ârper war bet├Ąubt. Etwas packte ihn an den Haaren und riss ihn nieder. Langsam wurde er ├╝ber den Boden geschliffen. Sein Verstand war klar, doch sein K├Ârper gehorchte nicht mehr. Unsanft wurde er auf den Tisch geworfen.

Er sp├╝rte wie er an H├Ąnden und F├╝├čen gefesselt wurde. Ein Rucken ging durch den Tisch und verrostete Zahnr├Ąder fingen an zu rattern. Er wusste was passieren w├╝rde und er sp├╝rte ein Ziehen in seinem K├Ârper. Langsam gingen seine Arme und Beine auseinander. Er wollte schreien, doch er brachte keinen Ton heraus. Ein verd├Ârrter Finger legte sich auf seine Lippen und ein ├Ąchzendes: ÔÇ×Bald darfst du Schreien, noch sind wir nicht vollz├Ąhlig.ÔÇť, durchdrang die Dunkelheit. Der Finger verschwand, der Tisch gab Ruhe und nur sein Herzschlag war zu h├Âren. Mit genau der selben Gewalt wie es gegen sein Brust klopfte, schlug etwas gegen die zugefallene T├╝r. Immer und immer wieder durchdrang dieser L├Ąrm den Raum. Er wollte ohnm├Ąchtig werden, doch er konnte nicht. Nichts war geblieben von dem Machtgef├╝hl.

Ein Krachen lie├č in zusammen zucken. Etwas musste die T├╝r aus den Angeln gerissen haben. Er h├Ârte ein Schlurfen und St├Âhnen, was sich in seine Richtung bewegte. Ein fauliger Geruch erf├╝llte den Raum. Er versuchte die Dunkelheit mit seinen Blicken zu durchbohren, doch nichts war zu erkennen. Das schlurfen verteilte sich rings um seinen Tisch und verstummte samt dem St├Âhnen. Nur ein leises Atmen war zu h├Âren.
ÔÇ×Wir haben dich vermisst und nun werden wir uns um dich k├╝mmern, wie du dich um uns gek├╝mmert hast.ÔÇť, ├Ąchzten sechs Stimmen. Er sp├╝rte wie faulige H├Ąnde ihn sanft seiner Kleidung entledigten. Langsam sp├╝rte er seinen K├Ârper wieder.

Kaltes Metall glitt ├╝ber seine Haut. Etwas lief an ihm herunter. Er versuchte zu sprechen und ganz leise kamen ein paar Worte aus seinem Mund: ÔÇ×Bitte nicht. Ich will nicht sterben. Es tut mir Leid, was ich getan habe.ÔÇť Das kalte Metall h├Ârte auf sich ├╝ber seinen K├Ârper zu bewegen, doch aus der Dunkelheit kam keine Antwort. Er h├Ârte nur ein Atmen.

Das Licht ging wieder an. Er blickte entsetzt auf sechs, von Verwesung ├╝berzogene, Gestalten und auf die blutigen Messer in ihren H├Ąnden. Sein Blick ging Angst erf├╝llt an seinen K├Ârper hinab und er sah ├╝berall blutige Hautfetzen herab h├Ąngen. Angst machte sich in ihm breit. Eine der Gestalten bewegte sich auf ihn zu und r├Âchelte: ÔÇ× Bitte um dein Leben. Du willst doch hier nicht sterben.ÔÇť. Er schluckte und konnte seinen Blick nicht von ihrem verfallenen Gesicht l├Âsen. Erinnerungen kamen pl├Âtzlich in ihm hoch. In ihnen stand er ├╝ber einen weiblichen blutverschmierten K├Ârper gebeugt und stellte dieselbe Frage. Ein kleiner Hauch von Macht durchstr├Âmte seinen Geist. Doch er wurde j├Ąh aus seinen Erinnerungen gerissen. Eine kalte Hand legte sich um seinen Hals. Wieder r├Âchelte die Gestalt: ÔÇ×Noch immer keine Reue. So oft war er nun schon hier und immer noch keine Reue. Acht Wochen, sechs Tage, drei Stunden und sieben Minuten hast du hier verbracht und uns gequ├Ąlt.ÔÇť Er wollte etwas sagen, doch die Gestalt dr├╝ckte ihre Hand zusammen: ÔÇ× Kein Wort kann dich mehr retten, sobald ich los lasse wirst du wieder Schmerzen sp├╝ren. Acht Wochen, sechs Tage, drei Stunden und sieben Minuten wirst du leiden. Du darfst auch schreien, wenn du willst, dir wird die Luft nicht ausgehen. F├╝hle!ÔÇť. Die Gestalt nahm ihre Hand von seinem Hals. Er sp├╝rte ein Kitzeln und fing an zu lachen. Die Gestalten griffen unter seinen Tisch und holten allerlei Ger├Ątschaften hervor. Noch immer lachte er. Doch dann erstarrte sein Gesicht und er riss die Augen weit auf. Das Kitzeln wich langsam einem unvorstellbaren Schmerz. Er sah was die verwesenden K├Ârper mit ihm anstellten und er fing an zu schreien, ohne Unterbrechung.

Ein lautes Donnern lie├č ihn hoch schrecken. Ihm tat alles weh. Er wusste nicht wieso, doch irgendwie f├╝hlte er sich ein wenig schuldig. Dieses Gef├╝hl verflog jedoch recht schnell, als er an seinen Keller dachte.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur├╝ck zu:  Horror und Psycho Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!