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Leselupe.de > Kurzprosa
Leidenschaft
Eingestellt am 29. 01. 2010 11:37


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Karinina
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Leidenschaft

Wir gingen am Fluss entlang, dort, wo das Gras hoch stand und saftig war. Wir hatten die Hosen hochgeschlagen und gingen barfu├č und manchmal hielten wir uns an den H├Ąnden, aber nur zuf├Ąllig, fl├╝chtig, dann gingen wir wieder sorglos und unbek├╝mmert.

Die Br├╝cke lag weit vor uns und wir konnten ihren sanften Bogen sehen, etwas verh├╝llt vom Dunst des Morgens, ein bisschen rosa schimmernd in diesem fr├╝hen Licht, und wir dachten, wir w├╝rden sie vor der festgesetzten Stunde erreichen und Zeit haben, irgendwo am Fu├če der Br├╝cke zu fr├╝hst├╝cken, es gab da diese kleinen Kioske, wie sie manchmal an Bahnh├Âfen zu finden sind.

Einmal sprang vor uns ein Hase aus dem hohen Gras, und Julek rannte ihm nach. Er rollte sich ins Gras und lachte, und ich fiel ├╝ber ihn her, und wir balgten uns, und die Sonne stieg h├Âher und h├Âher.
Wir lagen lange im Grase, ├╝ber uns wurde der Himmel sehr blau. Es waren wenige Wolken da, sie waren sehr wei├č und flauschig und zerfahren, und wir dachten, es w├╝rde Sturm geben.

Manchmal kreisten Segelflieger ├╝ber uns. Ganz lautlos schwebten sie unter dem hellen Blau und wir winkten ihnen und schrien, aber wir standen nicht auf, wir lagen sehr eng beieinander und k├╝ssten uns die ganze Zeit, und dann sahen wir, dass die Sonne weit oben ├╝ber der Br├╝cke stand und auf einmal wussten wir, wir w├╝rden niemals ankommen an dieser Br├╝cke, vielleicht schwamm sie gegen den Strom, flussaufw├Ąrts, oder sie war etwas ganz anderes, eine Fata- Morgana, oder ein Traum nur, eine Narretei.

Das Gras war sehr hoch und sehr saftig. Wir lagen weich. Wir sahen alles von der Welt in diesem Gras und besonders den Himmel dar├╝ber und wir lie├čen einander nicht mehr los.

Es wurde Abend und Morgen und wieder Abend und wieder Morgen.

Als wir erwachten sahen wir, dass die Br├╝cke verschwunden war. Nur der leere Bogen des Flusses lag vor uns.
Wir f├╝hlten uns kalt und allein und neideten einander das letzte St├╝ck Brot.
Wir gingen schnell auseinander.

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Gernot Jennerwein
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liebe Karinina,

einen wirklich sch├Ânen Text hast du hier geschrieben. Zwei Menschen verlieben sich, sind blind vor lauter Liebe, aber alles wird einmal zur Gewohnheit. Man streitet, sieht keinen Sinn mehr in der Partnerschaft und es ist vorbei. Man scheidet von einander, leider flie├čt dann noch vielmals b├Âses Blut, wenn's um das "wem geh├Ârt was" geht.

sehr gelungen, deine Umschreibungen.

sch├Ân Gr├╝├če

Gernot

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Karinina
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an Gernot

Ich danke Dir. Irgendwie bin ich gl├╝cklich, weil ich seit langem zum ersten mal etwas zu meinen Texten lesen kann. Ich sitze hier immer etwas allein herum und nun kann ich auch mal lesen, was andere schreiben. Prima f├╝r mich...
Karinina

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Mandelbaum
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Danke, Karinina, deine Geschichte gef├Ąllt mir.
An einigen Stellen habe ich kleine ├änderungsvorschl├Ąge. Ich f├╝ge sie ein.

Wir gingen am Fluss entlang, dort, wo das Gras hoch stand und saftig war. Wir hatten die Hosen hochgeschlagen und gingen barfu├č und manchmal hielten wir uns an den H├Ąnden, aber nur zuf├Ąllig, fl├╝chtig, dann gingen wir wieder sorglos und unbek├╝mmert.

Die Br├╝cke lag weit vor uns und wir konnten ihren sanften Bogen sehen, etwas verh├╝llt vom Dunst des Morgens, ein bisschen (streichen)rosa schimmernd in diesem fr├╝hen Licht, und wir dachten, wir w├╝rden sie vor der festgesetzten Stunde erreichen und Zeit haben, irgendwo am Fu├če der Br├╝cke zu fr├╝hst├╝cken, es gab da diese kleinen Kioske, wie sie manchmal an Bahnh├Âfen zu finden sind.

Einmal sprang vor uns ein Hase aus dem hohen Gras, und Julek rannte ihm nach. Er rollte sich ins Gras und lachte, und ich fiel ├╝ber ihn her, und wir balgten uns, und die Sonne stieg h├Âher und h├Âher.
Wir lagen lange im Grase, ├╝ber uns wurde der Himmel sehr blau. Es waren wenige Wolken da, sie waren sehr wei├č und flauschig und zerfahren, und wir dachten, es w├╝rde Sturm geben.

Manchmal kreisten Segelflieger ├╝ber uns. Ganz lautlos schwebten sie unter dem hellen Blau und wir winkten ihnen und schrien, aber wir standen nicht auf, wir lagen sehr eng beieinander und k├╝ssten uns die ganze Zeit(streichen), und dann sahen wir, dass die Sonne weit oben ├╝ber der Br├╝cke stand und auf einmal wussten wir, wir w├╝rden niemals ankommen an dieser Br├╝cke, vielleicht schwamm sie gegen den Strom, flussaufw├Ąrts(streichen), oder sie war etwas ganz anderes, eine Fata- Morgana, oder ein Traum nur, eine Narretei.

Das Gras war sehr hoch und sehr saftig. Wir lagen weich. Wir sahen alles von der Welt in diesem Gras und besonders den Himmel dar├╝ber und wir lie├čen einander nicht mehr los.

Es wurde Abend und Morgen und wieder Abend und wieder Morgen.

Als wir erwachten sahen wir, dass die Br├╝cke verschwunden war. Nur der leere Bogen des Flusses lag vor uns.
Wir f├╝hlten uns kalt und allein und neideten einander das letzte St├╝ck Brot.
Wir gingen schnell auseinander.

LG Mandelbaum
__________________
"Poesie tritt oft durch das Fenster der Unwesentlichkeit ein." M.C. Richards

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Karinina
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Liebe Clara, danke, es freut sehr, wenn es jemanden gef├Ąllt. ├ťbrigens stimmt es: Die Br├╝cke hat einen Bogen und der Fluss auch, h├Ątte deutlicher sein k├Ânnen. Leider haben die meisten meiner Geschichten das viele Gras, es gibt so bestimmte Assoziationen, die man irgendwie nicht los wird, da kann man dagegen anschreiben, wie man will. Ach Gras, mein Gras, wie lieb ich dich...├ťbrigens m├╝sste ich jetzt sagen: Wo bist du geblieben, denn ich wei├č gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal im Gras gelegen habe. Schade.
L.G. Karinina

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