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Leselupe.de > Anonymus
Lesung
Eingestellt am 31. 07. 2011 20:41


Autor
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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Als er den Raum betrat, sah er zu Boden, als m├╝sste er seine F├╝├če beim Gehen kontrollieren dabei war es doch etwas, was er bestimmt schon hunderte Male erledigt hatte.
Er betrat das kleine Podest, das gerade eben Platz f├╝r ein Tischchen samt Sessel bot, setzte sich und fing sofort zu lesen an. Die Lacher der G├Ąste schien er nicht zu h├Âren, den Applaus zwischen den vorgetragenen Texten nahm er scheinbar gleichg├╝ltig hin, er entlockte ihm keine Regung, er wartete kurz, nahm den n├Ąchsten Zettel ÔÇ×Otto Gr├╝nmann, die Wiese ÔÇŽÔÇť
Lucy sah ihn durch die Glaswand, die einen Teil des Cafes von der B├╝hne trennte, sie war zu sp├Ąt gekommen und froh, den letzten Sitzplatz ergattert zu haben. Und wieder ging ein Lachen durch die Reihen, es war immer derselbe Anla├č, die Texte handelten allesamt von ach so lustigen Zwischenmenschlichkeiten, bei Furz und Arsch lachten immer Leute. Lucy nicht mehr. Sie f├╝hlte sich alt, hundertzwanzig war sie, ganz bestimmt. Der Schauspieler vorne sah auch nicht viel j├╝nger aus. Sie ├╝berlegte, ob er sie begehren w├╝rde, seine Stimme klang gro├čartig aus einem schm├Ąchtigen mageren K├Ârper, sie w├╝rde ihm das Buch mit ihren Lieblingslyrikern lesen lassen, als Vorspiel, oder auch H├Âhepunkt, den simplen Sex konnte man schlie├člich mit jedem haben, lieben w├╝rde sie die Stimme.
Sesselscharren. Pause. Der Schauspieler ging, wie er gekommen war. Lucy bestellte Wein. Die Sitznachbarn stie├čen an mit ihr, fremde Gesichter mit vertrautem L├Ącheln, das ├╝berf├╝llte Cafe mit seinen Lusterlichtern wogte, das war schon immer so gewesen, lag an ihren drei Schluck Alkohol - drei Minuten Ekstase - Innerem.
Dann wieder sein lautloses, publikumignorierendes Hereingleiten, graue Hose, wei├čes Hemd, graues Jackett, graue Haare, mehr Kleidung als K├Ârper. Schade, dass er seine Augen hinter diesen dunklen Brillen versteckte. Und wieder erklang die Stimme, die ber├╝hrende.
Sie tr├Ąumte einen letzten Traum. Von ihm. Oder von sich. Man war doch immer allein.

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