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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Lesungen II
Eingestellt am 24. 11. 2005 21:33


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Brakwaater
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2003

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Verdammte Lesereise! Einzel - Lesungen sind schon Ă€tzend, Lesereisen geradezu unertrĂ€glich. Und bisher dachte ich, vor Schulklassen zu lesen, wĂ€re mit das Schlimmste, was passieren könnte. Ich mußte mich eines Besseren belehren lassen. Unvorstellbar, dass es noch etwas schlimmeres gibt, als erotische Kurzgeschichten zu lesen. Ich gehe mal von meiner eigenen Meinung aus und projiziere sie frech auf alle anderen. Eine fremde Stimme zu hören, die erotische Szenen beschreibt, ist einfach abtörnend und stört mich bei der Entwicklung meiner Fantasie - Bilder. Noch dazu, wenn es eine derart unerotische Stimme wie meine ist! Was auch immer mein Verlag sich dabei gedacht hat, sie können nicht ganz bei Trost sein.
Zu allem Überfluß muß ich die BĂŒcher auch noch selber mit schleppen und den Verkauf abwickeln. Naja, immerhin, die Zahlen widerlegen mich irgendwie. Man sagt, wenn zwanzig Prozent der Besucher das Buch kaufen, ist das eine ganz gute Quote. Bis auf den einen Termin habe ich jedesmal mindestens fĂŒnfundzwanzig Prozent verkauft. Mal rechnen... zehn Lesungen, grob fĂŒnfzig BĂŒcher mal achtzig Cent Honorar plus die Kohle fĂŒr die Lesungen selber, das geht. Mehr verdient als an einem normalen Arbeitstag. Das erleichtert die Aussicht auf vier weitere Tage ungemein!

Diese hier wird anders, ich spĂŒre es. Keine Ahnung, woran es liegt. Noch weniger Ahnung, ob das „anders“ besser oder schlechter ist. Doch, ein Grund, warum es anders wird, ist bestimmt der Ort – ein Sexshop fĂŒr Frauen. Komische Idee. Ob wohl der grĂ¶ĂŸte Teil der Leser erotischer Literatur Frauen ist? Zumindest besuchen wesentlich mehr Frauen die Lesungen. Zusammenhanglos schießen mir die Gedanken durch den Kopf. Interessante Dekoration. Roter Stoff in allen Farbschattierungen an den WĂ€nden. Farbtöne, fĂŒr die der durchschnittliche Mann nicht einmal Namen kennt. Außer vielleicht „hellrot, dunkelrot, weinrot“. Vor den Stoffen Bilder, teilweise ziemlich heiß. Frauen, die sich selber streicheln, aber nicht pornographisch dargestellt, sondern mehr angedeutet. Wie Weichzeichner, nur gemalt, aber schöner. Interessanter.
Hinter meinem Pult hĂ€ngt ein spezielles Bild. Ich erkenne den Stil, bin mir absolut sicher, dass es von einer befreundeten Malerin ist. Doch das ist nicht alles. Obwohl das Gesicht kaum zu erkennen und der Körper verfremdet ist, bin ich mir sicher, dass ich auch das Modell kenne. Eine schlanke Frau liegt inmitten einer riesigen Welle, die sie umspĂŒlt und streichelt sich selber. Eine Hand umfaßt die linke Brust, als wĂ€re es die Hand eines Liebhabers. Die andere liegt so plastisch zwischen den Beinen, dass man denkt, sehen zu können, wie sie streichelt. Und diese zarte Bewegung, die man erahnen kann, habe ich schon gesehen! Ich habe dabei zugesehen, wie die Frau sich genau so streichelt, mit der ich eine kurze, leidenschaftliche AffĂ€re hatte. Es ist ganz sicher T! Ich trete nĂ€her, um das Bild genauer zu betrachten und sehe in der rechten unteren Ecke das charakteristische, ineinander verschlungene „SR“ und eine Jahreszahl. In der Tat, es ist die KĂŒnstlerin, mit der ich schon so manchen Abend beim Stammtisch geplaudert habe!




Ich bin so tief in Gedanken versunken, dass ich zusammenzucke, als die Veranstalterin mich anspricht: „Freut mich, dass ihnen das Bild gefĂ€llt. Dennoch wĂŒrde ich jetzt gerne anfangen und sie vorstellen.“
Ich nicke wie in Trance und setze mich auf das Pult, hinter dem ich eigentlich zum Lesen sitzen sollte. Ist mir aber völlig egal! Ich bin Autor, Autoren sind KĂŒnstler und KĂŒnstler brauchen sich nicht an Konventionen zu halten!
Nach der Vorstellung durch die Veranstalterin beginne ich mit meiner eigenen Vorstellung, die so konzipiert ist, dass ich fließend zum ersten Text ĂŒberleiten kann. Da ich immer dieselben Geschichten lese, kenne ich sie schon fast auswendig und blicke hĂ€ufig in die Runde. Blickkontakt wirkt immer, aber bei Lesungen erotischer Geschichten irgendwie besonders gut! Was meine Stimme – zumindest meiner Meinung nach – nicht kann, kriegt mein Blick immer hin. Die Zuhörerinnen scheinen hypnotisiert. Die meisten zumindest. Die eine in der letzten Reihe allerdings scheint es darauf anzulegen, das mit mir zu machen. Meine Konzentration leidet schon darunter, dass das Bild von T. mir ĂŒber die Schulter schaut, wie sie es auch getan hat, wenn ich in einer Pause schnell mal einen Gedanken aufschreiben mußte. Das GefĂŒhl, von der Frau beobachtet zu werden, mit der mich außer wildem, leidenschaftlichem Sex eigentlich nichts verband, lenkt mich enorm ab. Doch damit nicht genug! Da war auch noch die verdammt reale Frau in der letzten Reihe. Gerade im Moment zeigt sie mir ihre wohl gerundeten Beine. Nackte Beine. Die Hose scheint nur an der Taille geschlossen zu sein, von dort bis zu den FĂŒĂŸen geht ein einziger Schlitz. Und der klafft von oben bis unten auf. Genauso gut könnte sie im Minirock da sitzen. Mehr unbewußt merke ich, wie meine Stimme ungefĂ€hr eine Oktave tiefer wird. Irgendwie samtiger, zugleich tiefer klingt. Jetzt kommt in meiner Geschichte die Stelle, an der die Hauptfigur beginnt, sich selber zu streicheln und ich habe eine Ahnung, was im Raum passieren wird. Genauer, in der letzten Reihe. TatsĂ€chlich, die Frau legt ihre Hand knapp unterhalb ihrer Kehle auf die Brust und lĂ€ĂŸt sie ganz langsam nach unten gleiten. Sie wird doch nicht...? Nein, so schamlos scheint sie nicht zu sein. Die Hand gleitet am verdammt tiefen DekolletĂ© vorbei und auf dem Stoff ĂŒber die vollen BrĂŒste. Genau darunter verweilt sie einen Moment, wĂ€hrend die Frau mich herausfordernd ansieht. Dann gleitet sie ĂŒber den Bauch weiter nach unten und bleibt im Schoß liegen, ĂŒber dem wenigen Stoff, der ihren Unterleib noch bedeckt. Sehr raffinierte Hose. Als sĂ€ĂŸe sie im Slip da, aber fĂŒr den arglosen Betrachter doch völlig bekleidet. Nachdem ich eine der wenigen Zeilen nachgesehen habe, die ich immer noch nicht auswendig kenne, blicke ich wieder auf. Einen winzigen Augenblick treffen sich unsere Augen, doch dann kann ich nicht anders, als zu schauen, was ihre Hand macht. Klar, dass sie das genau sieht. Ganz kurz bewegt sie ihre Hand zwischen den Beinen, als wĂŒrde sie sich selber streicheln, dann liegt sie wieder still. Als ich mich hoffnungslos verspreche, bewegt sie die Hand wieder, und wieder nur einen kurzen Augenblick lang. Obwohl ich genau weiß, dass ich gnadenlos den Faden verlieren werde, kann ich meinen Blick nicht abwenden. Nun liegt die eine Hand völlig arglos auf dem Oberschenkel... fast jedenfalls! Ab und zu bewegt sich der kleine Finger nahezu unmerklich in den persönlicheren Regionen. Die andere Hand gleitet ĂŒber den Körper nach oben, verweilt kurz auf der Brust und streicht dann am Hals hoch, um durch die Haare zu wĂŒhlen. Und wieder nach unten. Diesmal haarscharf am tiefen Ausschnitt vorbei, wieder ĂŒber diese große Rundung, die uns MĂ€nner so verrĂŒckt macht. So langsam bin ich so weit, den Faden restlos zu verlieren. Immer öfter muß ich mich zwingen, auf meinen Text zu schauen, damit ich noch weiß, wie es weiter geht. MĂŒĂŸte eigentlich inzwischen jeder gemerkt haben, dass ich nicht mehr so Recht bei der Sache bin?! Ein kurzer Blick in die Runde. Alle hĂ€ngen so an meinen Lippen, wie meine Augen an dieser Frau in der letzten Reihe, die unaufhörlich weiter ganz dezent streichelt. So langsam frage ich mich, wie sie es nur schafft, sich so weit unter Kontrolle zu haben, dass sie nicht zumindest leise stöhnt...
Endlich habe ich es geschafft, die drei Geschichten, die ich im Verlauf einiger Lesungen mit meiner Lektorin geplant habe, sind fertig gelesen! Als die dritte mittendrin unterbreche, kurz den weiteren Verlauf beschreibe und anmerke, dass man den Rest in meinem Buch nachlesen könne, brandet Applaus auf. Lauter, als je zuvor. Ich staune. Als nach fast einer Minute endlich Ruhe einkehrt, kommt DIE Frau auf mich zu. Sie wartet, bis die meisten anderen am BĂŒchertisch stehen, um meine Kasse klingeln zu lassen, dann reckt sie sich zu mir hoch und flĂŒstert mir ins Ohr: „Ich habe dich jetzt zum dritten Mal gehört, aber nie warst du besser, als heute. Deine Stimme ist so schon reizvoll, aber so rauchig wie heute gibt sie deinen Geschichten den richtigen Touch!“
Ein wenig verlegen bedanke ich mich und will mich unauffĂ€llig zum BĂŒchertisch schleichen, als sie mich sanft am Arm faßt. „Ich lese nicht gerne selber. Kann man dich fĂŒr private Lesungen engagieren?“, haucht sie mir verfĂŒhrerisch ins Ohr.
Meine Fantasie schlĂ€gt PurzelbĂ€ume. Ob sie mir das sagen will, was ich vermute? Wahrscheinlich. Ach was, warum? Sie scheint mein Zögern zu spĂŒren und drĂŒckt mir ein KĂ€rtchen in die Hand, wĂ€hrend sie flĂŒstert: „Hier warte ich auf dich. Signiere deine BĂŒcher und ĂŒberlege dir eine angemessene Bezahlung, dann komm rĂŒber!“
OK, das ist selbst fĂŒr mich eindeutig genug! Bisher hat mir das signieren am meisten Spaß gemacht, doch heute kann ich es nicht schnell genug hinter mich bringen. Ich male mir schon aus, wie meine HĂ€nde das tun, was wĂ€hrend meiner Lesung ihre eigenen getan haben.....

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Gibts gegen dein erbarmungsloses Walten,
Denn keine Macht, um dich in Furcht zu halten?
Dante, Zwanzigste Kanzone

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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

wenn die phantasie schlechte purzelbÀume schlÀgt.

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Brakwaater
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2003

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quote:
UrsprĂŒnglich veröffentlicht von bonanza
wenn die phantasie schlechte purzelbÀume schlÀgt.

Hm ja, sehr konstruktiv und informativ
Es wĂŒrde mir ja deutlich mehr weiter helfen, wenn du etwas genauer ausfĂŒhren wĂŒrdest, was in deinen Augen schlecht ist...


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bonanza
Guest
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laß es dir von gareth erklĂ€ren. der ist besser darin.

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federchen66
AutorenanwÀrter
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Werke: 15
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@bonanza:
Darf ich mal nachfragen, ob das jetzt hier zum 'guten Ton' gehört, einen Autoren abzuwatschen, ohne sich die MĂŒhe zu machen, konstruktiv zu kritisieren?

Um deine Worte abgewandelt zu benutzen:

Wenn negative Urteile unkonstruktive PurzelbÀume schlagen...

Wirklich traurig!

Gruß vom Federchen

@brackwaater:

Es sei die Frage gestattet, wie es dem Autoren wohl möglich sein soll, der Lady in der letzten Reihe so gut auf die Finger zu sehen, wÀhrend gleichzeitig scheinbar kein anderer Anwesender etwas von ihrem Tun mitbekommt?
Einmal mehr fehlt es mir offenbar an der nötigen Portion Fantasie, um den Text 'mit deinen Augen' zu lesen...
Aber immerhin - fĂŒr mein Auge fĂ€llt der Vergleich zu "Lesungen I" durchaus positiv aus.

Lieben Gruß vom Federchen ans 'abgestandene Wasser' *schmunzel*
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Wer am Tag trĂ€umt, wird sich vieler Dinge bewußt, die dem entgehen, der nur nachts trĂ€umt.Edgar Allan Poe

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Aceta
???
Registriert: Apr 2002

Werke: 122
Kommentare: 715
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Guten Abend,

mehr AbsĂ€tze hĂ€tte ich mir gewĂŒnscht, sinnvoll Gedanken damit trennend, eine gewisse Einleitung - da geht ja Überschrift und Text ohne jeden Zeilensprung ineinander ĂŒber!

Aber schlecht finde ich den Text an sich deshalb trotzdem nicht ... und habe ihn durchaus mit VergrĂŒgen gelesen.
Vieleicht sollte (ufff - ich schon wieder) den BewertungsinflationÀren eine lupanische Grenze gesetzt werden ??!
RĂŒffelnde Kritik verdient hier nur eine(r) - ich schließe mich dem Kommentar von federchen66 an.

*lÀchel*

Aceta
__________________
mit dem Herzen sehen ... (der kleine Prinz)

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