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Leselupe.de > Kurzprosa
Letzte Worte
Eingestellt am 12. 06. 2004 14:37


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Otto Lenk
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Letzte Worte

Ich denke gerade über meinen Tod nach. Ich sehe ihn als schwarzen Bruder, der mich Stück für Stück zu sich holt. Befallen von Siechtum hänge ich im Bett rum, und gehe den Menschen fürchterlich auf den Sack.
Und als ich mich da so liegen sehe, mache ich mir Gedanken über den letzten Satz…diese letzte dahingehauchte Weisheit, die meinen Tod überdauern wird. Ich liege also dort im Bett, der Schatten des schwarzen Bruders beängstigend nahe, meine Frau neben mir sitzend auf der Bettkante. Mein Mund öffnet sich um das Wissen eines ganzen Lebens, komprimiert in einem Satz, an die Nachwelt weiterzugeben. Meine Frau beugt sich zu mir hinunter, nichts, kein Wort will sie missen.
„Vergiss nicht, wenn das gelbe Licht am Geschirrspüler leuchtet, musst du Salz nachfüllen und direkt einen Spülgang beginnen.“

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Monfou Nouveau
???
Registriert: Aug 2003

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Hallo Otto Lenk,

ein schöner kleiner Gedanke. So, finde ich, kann man mit diesem Mythos „Letzte Worte“ umgehen.

Es sind diese kleinen Gemeinheiten, die uns oft bis in den Schlaf und in den Tod verfolgen. „Habe ich auch die Tür richtig abgeschlossen?“ Auf dem Weg zum Flughafen: Die Kaffeemaschine! Und wenn man stirbt, warum sollte alles so viel anders sein?

Das „Mehr Licht“ von Goethe ist ja erstunken und erlogen, wahrscheinlich haben viele Sterbende ganz alltägliche Gedanken, sofern sie überhaupt welche haben oder genauer: äußern.

Ach ja, sprachlich ist mir die Kombination von großen und alltäglichen Worten, von „Siechtum“, „letzte Worte“ und „auf den Sack gehen“ angenehm aufgefallen.

Beste Grüße
Monfou

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Otto Lenk
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2001

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Hallo Monfou

Ja...dieser Mythos des "Letzten Wortes". Eigentlich sollte man am Ende Schweigen können, da alles gesagt ist.

Alles Liebe Otto

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