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Leselupe.de > Ungereimtes
Letzte Zuflucht
Eingestellt am 18. 06. 2003 10:53


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george
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2003

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Letzte Zuflucht

Nur noch an diese zwei Drähte
hängst du dein Leben.
Und ich, am anderen Ende, rede Dir zu.
Dein Klingeln voller Verzweiflung,
kein Ausweg für Dich.

Die Telefone fast immer an, mein Schlaf immer leichter,
meine Gedanken und mein Gewissen
unruhige See.
Bruder und Freund, der letzte Fluchtpunkt,
Vater und Mutter zugleich.

Der Kopf klar denkend und konzentriert,
mitfühlend ganz ruhig reden.
Reden mit dir, deiner Frau, deinen Kindern,
reden mit Ärzten, den Therapeuten,
dich und mein Inn’res schützen vor dir.

Keinerlei Einsicht, kein Fortschritt, kein Halt,
keinerlei Ruhe, kein Optimismus, keinerlei Lachen.
Da ist diese Angst vor der Angst vor der Angst,
diese Verzweiflung, tief in Dir drin.
Dennoch, so glaubst du,
du seist gesund.

Du willst nur weg,
weg, weg und weg.

Mal bist Du gesund,
mal bist Du krank,
mal bist Du mein Bruder,
mal bist Du ein Mann,.
meist bist Du verzweifelt, ein Kind.

Ich weiß nicht, wie lange
diese zwei Drähte noch halten.
Dennoch, ich halte sie fest.
Dennoch, ich rede.
Dennoch, ich hol' dich nicht raus.


18.6.2003

__________________
© Jürgen Locke

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silverbird
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Registriert: Feb 2003

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Lieber George
dein Gedicht spricht Bände. Eine verzweifelte Situation.. Doch etwas vom wichtigsten scheint mir, dass du dich genügend abgrenzen kannst und dass du eine Quelle hast, in welche du deine eigenen Sorgen werfen kannst. So viel Substanz hat kein Mensch nur allein in sich selbst, um davon einer ganzen Familie abzugeben.
Zum Glück hast du diese Quelle und ich wünsch dir, dass sie weiter sprudelt.
Alles Liebe
Ruth
__________________
es gibt immer Lichter in der Nacht, auch wenn die Augen sie erfinden müssen.
John Steinbeck

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george
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2003

Werke: 88
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Ich danke Dir, meine liebe silverbird.

Ich denke, dass nicht alle Menschen jung, gesund, reich und glücklich sein können. Auch die harten Tage gehören dazu. Nötig sind sie nicht. Aber es gibt sie eben.

Wenn jemand wirklich sein Leben wegwerfen will, dann kann man das nicht verhindern.
__________________
© Jürgen Locke

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Rhea_Gift
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Registriert: Apr 2003

Werke: 325
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Hi george,

hört sich nach ner Menge Verantwortung an, aber für wichtige Menschen trägt man sie, so lange sie einen nicht selbst zerstört bzw. man sich noch abgrenzen kann - oder eine Ent-Lastung mit der Zeit absehbar ist...
Wünsche Dir noch viel Energie und dem, um den es geht, alles Gute...

LG, Rhea
__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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george
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2003

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Danke, Rhea.
__________________
© Jürgen Locke

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
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zwei Drähte

Lieber george,

Du hattest dieses Thema ja schon einmal bearbeitet, aber jetzt erscheint es mir klarer. Besonders gefallen mir die Drähte als einziger Halt, die vergleichbar dafür stehen, dass man sich in verzweifelten Lebenssituationen nur noch an wenige Menschen wenden kann.
Wenn man um Hilfe gebeten wird, ist immer das Schwierigste daran, herauszufinden, wieviel man geben kann bzw, wie wenig, damit man überhaupt in der Position des Gebenden verbleiben kann. Das sind dann die Erfahrungen, die man zwangsläufig mit sich selber machen muss.
Das hast Du sehr deutlich zum Ausdruck gebracht.

Möge die Situation für alle Beteiligten eine positive Wendung nehmen.

Ganz liebe Grüsse Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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