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Leselupe.de > Science Fiction
Letzter Auftrag
Eingestellt am 06. 10. 2001 16:49


Autor
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Burkhard Tomm-Bub, M.A.
Hobbydichter
Registriert: Oct 2001

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Letzter Auftrag
SF-story von Buk Tomm


Auf dem Weg zum Chief-Commander ├╝berlegte Kathy, worum es sich wohl diesmal handeln w├╝rde. Einige Auftr├Ąge in letzter Zeit waren recht schmutzige Arbeit gewesen. Einige Male hatte sie mit dem Gedanken gespielt einfach alles hinzuwerfen, was bei ihrem Job aber nicht so einfach war.
"Kathy Bagnell, ich freue mich, Sie wiederzusehen", begr├╝├čte McLaren sie, "ich hoffe, sie haben sich nach dem letzten Einsatz gut erholt!" "Setzen Sie sich bitte."
Er wurde ├╝bergangslos dienstlicher. "Ich mu├č Sie bereits morgen mit einem neuen Auftrag betrauen. Sie gehen direkt nach Burlon, einer der Hauptwelten unserer Feinde." "Nun," er l├Ąchelte malizi├Âs, "Feinde darf man ja eigentlich nicht sagen, schlie├člich hat es noch keine offizielle Kriegserkl├Ąrung gegeben."

"Es handelt sich in Kurzform um folgendes:" fuhr er fort, "Unser Gegner entdeckte vor einiger Zeit einen starken Telepathen und Suggestor in seinen Reihen. Dieser Mann liest bereits jetzt in fast jedermanns Gedanken wie in einem Buch. Was jedoch ernster ist: Seine F├Ąhigkeit, anderen seinen Willen aufzuzwingen, schl├Ągt jetzt schon alles Dagewesene."
"Dieser Mann befindet sich in einem Trainingscamp auf Burlon nehme ich an?", warf Kathy ein.
"Nein," sagte McLaren "und das ist unsere Chance! Die Person ist ein

hochqualifizierter Wissenschaftler, fast als Sonderling bekannt. ER besteht darauf, seinen Forschungsauftrag solange wie m├Âglich nachzugehen, und sein hypno-telepathisches Talent sozusagen in aller Stille weiter zu entwickeln. Nat├╝rlich wird er aber ├╝berwacht."
"Ich verstehe langsam," bemerkte Kathy bitter, "mich haben Sie also als Attent├Ąter ausersehen, nicht wahr, McLaren?"

"Nein, nein, ganz so ist es nicht", beschwichtigte dieser sie "wir besitzen seit kurzer Zeit ein Ger├Ąt, welches f├╝r Normalmenschen t├Âdlich w├Ąre.

Parapsychisch begabte Menschen werden nur bet├Ąubt und ihr Psisektor im Gehirn wird quasi ausgebrannt!" Er l├Ąchelte, "Ihre Abneigung gegen, sagen wir, Beseitigung ist mir bekannt."
"Allerdings k├Ânnen sich nur wenige meiner Untergebenen solche All├╝ren leisten." f├╝gte er sch├Ąrfer hinzu, "Auch Sie k├Ânnen dies nur aufgrund sonst hohen Qualifikationen. Aber so wie ich den Auftrag formuliere - zum Esper vordringen und Beseitigung seiner F├Ąhigkeiten, d├╝rfte es selbst Ihnen ja human genug sein!"

Kathy stand auf und salutierte. "Die Einzelheiten werden mir auf dem
├╝blichen Weg mitgeteilt, nehme ich an?"
"Jawohl, Agentin Bagnell. Und viel Erfolg.", verabschiedete McLaren sie.


***


Soweit war alles gutgegangen. Kathy hatte mit ihrem miniaturisiertem Psi-L├Âscher und in guter Tarnung alle Kontrollen und b├╝rokratischen Hindernisse ├╝berwunden. Sie befand sich nicht nur auf Burlon, sondern nur noch wenige Stra├čenz├╝ge von Al Rangin, ihrem Opfer, entfernt. Was sie jetzt aber sah war gleichzeitig ein absoluter Zufall (ein wie gro├čer w├╝rde sie erst sp├Ąter erfahren) und au├čerdem das m├Âgliche Ende ihrer Mission.
Erst kurz zuvor war sie in eine unbelebte Seitenstra├če abgebogen und

erblickte nun eine Gruppe dreier M├Ąnner, die ihr auf der sonst n├Ąchtlich ausgestorbenen Gasse entgegen kamen.
Einer von ihnen gab durch leichte Fingerbewegung das oberste Notzeichen aller heimischen Agenten. Kathy handelte ohne weiteres Abw├Ągen des F├╝r und Wider.
"Freunde, Sie m├╝ssen mir helfen, wir wurden ├╝berfallen..." schluchzte sie laut auf und stolperte auf einen der anderen M├Ąnner zu. Dann ging alles blitzschnell.
Noch w├Ąhrend sie ihren Bet├Ąubungsschlag ausf├╝hrte, sprang der zweite Mann zur├╝ck und l├Âste die Waffe in seiner Tasche aus. Hei├č fauchte der Schu├č an ihr vorbei. Trotz einer Ausweichbewegung h├Ątte der n├Ąchste sie erwischt, wenn ihr mutma├člicher Kollege nicht ebenso reaktionsschnell gehandelt h├Ątte.

Sein aus einer K├Ârperdrehung heraus erfolgter Tritt in das R├╝ckrat des
Sch├╝tzen, f├Ąllte diesen augenblicklich, er schlug auf das Plastikpflaster und blieb reglos liegen. Ein kurzer Blick zeigte Kathy, da├č es vorl├Ąufig noch keine Zeugen des Zwischenfalls gab.
Wie ein eingespieltes Team schleiften sie und ihr Kollege die beiden
ausgeschalteten M├Ąnner in die n├Ąchste Hofeinfahrt.
"Verdammt," zischte ihr unbekannter Sch├╝tzling, "ich glaube meiner ist tot. Manchmal kotzt mich der ganze widerliche Job an. Das waren zwei ganz kleine Lichter, die mich nur zuf├Ąllig ├╝berrascht haben." Sofort hatte er sich aber wieder unter Kontrolle.

"Erst mal herzlichen Dank. Steht Ihr Auftrag mit dem meinen in Zusammenhang?" "Nein," erwiderte Kathy, "der nackte Zufall. Glauben Sie, da├č die beiden schon eine Botschaft abgesetzt haben?" "Das ist unwahrscheinlich, warum?" fragte er. "Nun," erwiderte Kathy, "mein Gegner wird etliche Stunden besinnungslos bleiben und ich glaube nicht, da├č man die beiden hier schnell finden wird. Das gibt uns Gelegenheit einige Informationen auszutauschen! Aber nicht hier. In der N├Ąhe ist ein ziemlich ├╝bles, aber ├╝berlaufenes Vergn├╝gungsviertel. Ich denke, wir sollten uns schleunigst dorthin absetzen!"

"Gut, ├╝brigens - Mes Darlon ist mein Name."
Schnell, aber unauff├Ąllig entfernten sich die beiden um einige Stra├čenecken.
Als sei die ersten Ausl├Ąufer des Am├╝sierviertels erreichten, wechselten sie zur Bummelei eines verliebten Touristenp├Ąrchens ├╝ber. Was Kathy, trotz des Ernstes der Lage, nicht ├╝bel gefiel. Dieser Darlon schien ihr nicht unsympathisch.
Wenig sp├Ąter sa├čen sie in einer etwas halbseidenen, aber noch ertr├Ąglichen Exotic-Bar, auf dessen B├╝hne junge Frauen der verschiedensten Planetenv├Âlker eine Art Showeinlage gaben. Kathy war ├╝brigens der Meinung, da├č die H├Ąlfte dieser sogenannten Frauen weniger exotisch, als vielmehr gut maskiert waren. F├╝r eine gute Ger├Ąuschkulisse sorgten sie jedenfalls.

Da auch keine Verfolger in Sicht waren, riskierten die beiden hier ein
halblautes Gespr├Ąch.
"Darlon, so sehr ich diese Anordnung auch verabscheue," begann sie
unverbl├╝mt, "aber warum leben Sie ├╝berhaupt noch? Sie kennen unsere
Anweisungen, f├╝r den Fall, da├č wir erwischt werden. Statt dessen gaben Sie das Notzeichen. Also, worum dreht es sich?"
"Da├č ich einfach feige bin, glauben Sie also nicht? Aber Sie haben recht. Im Telegrammstil: Bei einem anderen, ziemlich belanglosen Auftrag stie├č ich auf ein neueingerichtetes Produktionszentrum. Hergestellt wurden dort neuartige sogenannte Psi-Deflektoren. Das hei├čt, durch diese miniaturisierten Ger├Ąte hat kein Esper, welcher Art auch immer, mehr Einflu├č auf einen. Jedenfalls in einem Radius von circa drei├čig Metern. Die Gefahr vorher von ihm geortet zu werden, ist ja bekanntlich gering. Wenn die Dinge hier auf Burlon endg├╝ltig in Serie gehen, bevor wir etwas gleichwertiges haben..."

"Sagen Sie blo├č, Sie haben die Pl├Ąne?" unterbrach ihn Kathy entgeistert.
Etwas Stolz konnte nun auch Mes Darlon in seiner Stimme nicht unterdr├╝cken: "Nicht direkt, aber ich habe ihnen drei von den Deflektoren geklaut und ziemlich sicher, da├č sie es bis heute nicht bemerkt haben. Die werden sich ganz sch├Ân wundern, wenn die drei Blindg├Ąnger, die ich ihnen untergeschoben habe, in den Einsatz gehen, Kollegin!"
"Kathy ist mein Name." sagte sie unvermittelt. Dann fielen ihr die Augen aus dem Kopf.

"Mes, die Ger├Ąte m├╝ssen unbedingt zur Heimatbasis. Haben Sie jetzt noch die M├Âglichkeit, ohne meine Hilfe zur├╝ckzukehren?" "Ja, aber der Haken ist, da├č ich mir vorher Zeit lassen mu├č, um eine neue Identit├Ąt anzunehmen", meinte Mes nachdenklich, "wann kehren Sie zur├╝ck?" "In zwei Tagen, wenn meine Mission nicht fehlschl├Ągt." entgegnete sie. "Mit einem der Deflektoren w├╝rden sich meine Erfolgsaussichten um einiges steigern."
Er ├╝berlegte, "Das w├Ąren wahrhaftig zwei Fliegen mit einer Klappe. Ja, ich glaube, auch McLean w├Ąre damit einverstanden." Kathy grinste, "McLaren! Auf einmal so mi├čtrauisch?" Mes l├Ąchelte verlegen, "Nein, Sie h├Ątten wohl andere M├Âglichkeiten gehabt, mich hereinzulegen." Er reichte ihr einen winzigen Gegenstand. "An der Bedienung ist nichts falsch zu machen. Es gibt nur einen An- und Ausschalter." Kurz darauf verlie├čen sie das Lokal und trennten sich unauff├Ąllig. Kathy warf noch einen Blick zur├╝ck.



***


Einige Stunden sp├Ąter fieberte Kathy der endg├╝ltigen Konfrontation mit Al Rangin entgegen. Das ├Ąu├čere Netz der Agenten, die Rangins Haus unauff├Ąllig abschirmten, hatte sie bereits unbemerkt ├╝berwunden. Die T├╝r zum Privatlabor des Wissenschaftlers war von ihr mit einem, ebenfalls eingeschmuggeltem, hochwertigen Codegeber schnell ge├Âffnet worden. In dem Wohn- und Arbeitstrakt selbst, schienen sich keine weiteren Bewacher aufzuhalten. Vorsichtig bewegte sich Kathy zu der offenstehenden T├╝r eines Labors, aus dem Arbeitsger├Ąusche zu h├Âren waren. Auf jede ├ťberraschung gefa├čt, sp├Ąhte sie in das Labor.

Das war wirklich Gl├╝ck. Nur ein Mann hielt sich in dem Raum auf und dieser hatte sie nicht bemerkt, da er mit dem R├╝cken zu ihr, ├╝ber einen Arbeitstisch gebeugt stand. Er schien sehr konzentriert an einer Apparatur zu arbeiten.
Kathy identifizierte den Mann, auch ohne sein Gesicht zu sehen, als Al Rangin. Sie hatte den Zeitpunkt also richtig berechnet. Rangin war jetzt so besch├Ąftigt mit seiner Arbeit, da├č keine Gefahr bestand, da├č er sie auf psionischem Wege wahrnahm. Wenn das Ger├Ąt von Mes Darlon, welches sie eingeschaltet hatte, tats├Ąchlich funktionierte, war diese Vorsichtsma├čnahme eigentlich ├╝berfl├╝ssig, aber sie wollte sich nicht ganz auf diesen Faktor verlassen.

Da der Mann nun ohnehin keine Chance mehr hatte, machte sich Kathy mit gemischten Gef├╝hlen bereit, die f├╝r derartige F├Ąlle vorgesehene Formel zu sprechen. Auf der einen Seit begr├╝├čte sie es, ihr wehrloses Opfer wenigstens Ansatzweise noch zu warnen, andererseits fand sie den vorgegebenen Satz ziemlich pathetisch.
"Al Rangin!", rief sie und als sich dieser verbl├╝fft umdrehte: "F├╝r Terras Ehre!", dann dr├╝ckte sie ab.
Kaum hatte der Strahl des Psi-L├Âschers Al Rangin getroffen, verzerrte sich sein Gesicht in namenloser Qual. Er st├╝rzte zu Boden und blieb reglos liegen.

"Verdammt, der sieht aber sehr tot aus.", dachte Kathy. Aber es war mit Sicherheit Al Rangin, der Esper, dessen Psif├Ąhigkeiten sie beseitigen sollte.
Doch dann hatte sie keine Zeit mehr nachzudenken. Zwei M├Ąnner st├╝rmten mit gezogenen Waffen in das Zimmer.


***


Kathy Bagnell starrte in die M├╝ndungen zweier Strahlenwaffen. "Wir haben Dich T├Ąubchen!" sagte einer der beiden, ein vierschr├Âtiger Burlone mit einem schmierigen Grinsen. "Sch├Ân die H├Ąnde hoch!" kommandierte der andere, ein kleingewachsener Mann mit listigen Augen. "Pa├č auf sie auf, Necha," wies er den anderen an, "ich schaue nach Rangin." Er beugte sich hinunter. "Zu sp├Ąt, er ist tot." sagte er, doch es schien ihm nicht viel auszumachen.
In diesem Moment handelte Kathy. Der andere der beiden Agenten hatte in der ganzen Zeit sein ├╝berhebliches Grinsen nicht verloren und hatte sogar die Waffe etwas sinken lassen. Kathies Chancen waren, realistisch betrachtet, sehr klein. Der Labortrakt lag nicht ebenerdig, sondern im ersten Stock des Geb├Ąudes. Dennoch mu├čte sie die einzige M├Âglichkeit, die sich ihr bot ausnutzen. Mit einem einzigen Satz ├╝berwand sie die Distanz und sprang durch das ge├Âffnete Fenster. Ein Strahl von einer Strahlenwaffe fauchte ├╝ber sie hinweg. Wieder hatte sie Gl├╝ck. Ein gr├Â├čeres Geb├╝sch d├Ąmpfte ihren Aufprall, so da├č sie nur einige Kratzer davontrug. Aus dem Fall rollte sie sich ab, so gut es eben ging und sprang auf die Beine. Blitzschnell schaute sie sich um und rannte dann in Richtung eines nahen H├Ąuserblockes davon. Ihre Studien der Stra├čenpl├Ąne zahlten sich nun aus. Verfolgt wurde sie von den auf der Stra├če postierten Agenten, die sich schon angeschickt hatten, das Haus zu betreten. Mehrfach wurde auf Kathy geschossen, doch als es ihr gelang, um die n├Ąchste Ecke zu biegen, stiegen ihre Aussichten im Labyrinth der H├Ąuserschluchten zu entkommen.



* * *


Sie hatte es tats├Ąchlich geschafft. Ihr Entkommen nach dem Anschlag auf Rangin war ├Ąu├čerst knapp gewesen. Nur durch eine Mischung von Gl├╝ck und K├Ânnen war es ihr m├Âglich gewesen, sich zu retten. Danach waren die Schwierigkeiten nicht beendet gewesen. Wie sie festgestellt hatte, konnte sie nicht auf dem geplanten Weg in die Basis zur├╝ckkehren. Man hatte die Kontrollen derartig versch├Ąrft, da├č sie andere Wege suchen mu├čte. Tats├Ąchlich war es ihr schnell gelungen, einen solchen Weg zu finden. Nun stand die Ankunft in der Basis kurz bevor. Schon landete die F├Ąhre im basiseigenen Hangar. Kurz darauf stand Kathy McLaren gegen├╝ber.

"Willkommen daheim.", sagte McLaren, "Kathy, Sie baten darum, sofort zu mir vorgelassen zu werden. Ich habe dieser Bitte ausnahmsweise entsprochen. Also, worum geht es?" "Nun," begann Kathy, "bei der Erf├╝llung meines Auftrages fiel mir einiges auf. So zum Beispiel, da├č Rangin beim Einsatz meiner Waffe starb. Dies schien dem feindlichen Agenten, der mir das best├Ątigte kaum zu beunruhigen. ├ťberhaupt kam mir der ganze Ablauf sehr inszeniert vor." "Sprechen Sie doch weiter Bagnell.", bemerkte McLaren ruhig. Unauff├Ąllig legte sein Finger einen Schalter um, der das B├╝ro von der Au├čenwelt v├Âllig isolierte. "Welche Schl├╝sse ziehen Sie daraus?"

"Ich habe mir ├╝berlegt," antwortete Kathy, "ob Rangin wirklich ein Esper war. Aber wenn nur ein Wissenschaftler war, so w├Ąre er doch f├╝r die Gegenseite wertvoll gewesen! Das ist also noch keine Erkl├Ąrung f├╝r das Desinteresse an seinem Tod."
"Ganz recht.", kam es nun von McLaren, "Wissen Sie, irgendwie bewundere ich Ihre Intelligenz. Noch mehr habe ich mich dar├╝ber gewundert, da├č Sie es ├╝berhaupt geschafft haben, zur├╝ckzukehren. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich f├╝rchte nur, Ihre Gedankeng├Ąnge k├Ânnten mir langsam gef├Ąhrlich werden."

"Nat├╝rlich, das ist die Erkl├Ąrung f├╝r alles!", brachte sie fassungslos hervor.
"Sie sind in Wirklichkeit ein Spion des Feindes, McLaren wurde ausgetauscht."
"Richtig, ich bin nicht McLaren und Al Rangin war in Wirklichkeit ein Agent Terras, aber auch die Verantwortlichen auf Burlon, meiner Heimat hatten schon Verdacht gesch├Âpft. Einerseits war man sich nicht sicher, ob er ein Feind war, er leistete ansonsten gute Arbeit. Ihn zu, nun, verh├Âren h├Ątte so oder so keine wichtigen Informationen erbracht. Au├čerdem kann ich jetzt hier genug erreichen. Schade, da├č mein Plan nicht hundertprozentig funktionierte, eigentlich wollte ich Sie und Rangin gleichzeitig loswerden."

Kathy bewegte vorsichtig die linke Hand in eine ihrer Taschen. Sie ahnte bereits, da├č dieser Mann, der ihr gegen├╝berstand, mehr F├Ąhigkeiten besa├č, als ein durchschnittlicher Feindagent. Sie legte, ohne hinzusehen, den Schalter des Psi-Deflektors um, den Mes Darlon ihr ausgeh├Ąndigt hatte.
Da fuhr der Mann, der aussah wie McLaren auch schon fort: "Machen Sie sich keine Illusionen. Ich bin tats├Ąchlich ein Esper, Sie haben verspielt. Den anderen werde ich erz├Ąhlen, man h├Ątte Sie umgedreht und Sie h├Ątten mich ermorden wollen."

Kathy schauderte. Der Einsatz auf Burlon war f├╝r ihren Psi-Deflektor kein richtiger Test gewesen, da Al Rangin ja kein richtiger Esper gewesen war. Ihr Gegner sah sie konzentriert an. Vermutlich versuchte er jetzt Kathy unter seinen Einflu├č zu bringen, um sie dann, ohne da├č sie sich wehren konnte, zu t├Âten.
Da war die Entscheidung!
Als Kathy Bagnell die ma├člose Verbl├╝ffung im Gesicht des Mutanten sah, sprang sie ihn an und f├Ąllte ihn mit ein paar Schl├Ągen. Der Feind in Gestalt ihres Chefs konnte ihr in seiner ├ťberraschung nichts entgegensetzen. Bewu├čtlos sank er zu Boden.

Kathy suchte und fand den Schalter f├╝r den Isolationsschirm, der um das B├╝ro gelegt worden war. Den Deflektor deaktivierte sie jedoch vorerst nicht.
Trotzdem war das erste, was sie von dem hereinst├╝rmenden Personal h├Ârte: "Verdammt, sie hat den Chef erledigt, nehmt sie fest!"


***


Das Mi├čverst├Ąndnis hatte sich gl├╝cklicherweise ziemlich schnell aufkl├Ąren lassen. Kathy hatte keine Gegenwehr gezeigt und eilig die wichtigsten Informationen gegeben. Erste ├ťberpr├╝fungen an Ort und Stelle ergaben, da├č an der Geschichte etwas dran sein konnte, sp├Ąter wurde alles in ihrem Sinne best├Ątigt.
Der vorgebliche McLaren wurde verurteilt und wenig sp├Ąter ausgetauscht gegen Mes Darlon, der mittlerweile auf Burlon festgesetzt worden war. Etwa zu diesem Zeitpunkt stand Kathy Bagnell im B├╝ro von Nitzki, der sozusagen der Personalchef der Basis war.

"Na sch├Ân, Kathy," sagte er zu ihr, "Sie haben einiges bei uns gut, durch die Enttarnung des angeblichen McLaren, aber Sie wollen das wirklich ausn├╝tzen um vorzeitig den Dienst zu quittieren? Warum nur, ich verstehe Sie nicht!"
"Wissen Sie," antwortete Kathy, "ich habe bisher durch und mit meiner
Arbeit die Verantwortung f├╝r alles m├Âgliche ├╝bernommen, obwohl ich das oft eigentlich gar nicht wollte. Das endete damit, da├č ich einen unserer Leute t├Âtete. In Zukunft will ich bewu├čt Verantwortung ├╝bernehmen. Doch damit mu├č ich bei mir selbst beginnen. Ich will zun├Ąchst einmal mein eigenes Verhalten verantworten!"

"Hm, irgendwie ahne ich was Sie meinen, Kathy," erwiderte Nitzki, "und ich w├╝nsche Ihnen Gl├╝ck. Haben Sie schon konkrete Pl├Ąne?" "Nun," antwortete Kathy r├Ątselhaft, "Eigenverantwortung schlie├čt ja eine zeitweilige Kooperation mit einem anderen Menschen nicht aus!" Ein wenig dachte sie dabei an Mes Darlon...


-Ende-


__________________
BukTom

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