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Leselupe.de > Humor und Satire
Leute, geht zuhause kacken!
Eingestellt am 14. 09. 2008 10:43


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Micham
Routinierter Autor
Registriert: Jun 2008

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├ťber bestimmte Dinge sollte man eigentlich lieber nicht sprechen, aber dies ist eine Sache, die mir schon lange auf der Seele brennt. In Amerika haben viele Menschen eine ├Ąu├čerst seltsame Angewohnheit, was ihren Stuhlgang betrifft; sie erledigen dies auf der Arbeit. Gleich zu Arbeitsbeginn scheint es schon die ersten im Darm zu dr├╝cken und sie verschwinden auf die Toilette. Mein Boss macht da den Anfang. Dann wei├č ich: da gehe ich erstmal f├╝r ein St├╝ndchen nicht mehr rein.

Unser Produktionsleiter leidet, glaube ich zumindest, unter chronischem Kackreiz. Wenn er es nicht vor dem Boss schafft, so geht er gleich nach ihm. Dann ein weiteres Mal kurz vor der Mittagspause, direkt nach der Mittagspause und fast immer 5 Minuten vor Arbeitsende. Runde 2 und 3 erledigt er manchmal auch in einem Durchgang; er nimmt dann das Mittagessen mit aufs Klo.

Ein Mitarbeiter setzt einmal pro Tag eine Bombe ab, die sogar hartgesottene Kakerlaken die Flucht antreten l├Ą├čt. Doch selbst er fl├╝sterte mir letztens hinter vorgehaltener Hand zu, unsere Designerin sollte mal einen Arzt aufsuchen, weil ihre Notdurft einen besorgniserregenden Duft verbreitet h├Ątte.

Typisch f├╝r Amerika sind die L├╝ftungssysteme, die es in allen Badezimmern gibt. Sie bringen herzlich wenig. Dennoch sind sie da, und sie schalten sich automatisch ein, sobald man das Licht anmacht. Schlaue Kacker lassen das Licht angeschaltet. Es dient immerhin als Warnung, sobald man die Toilette betritt, und man bekommt die Chance geboten, noch rechtzeitig die Luft anzuhalten. Andere Menschen bewegen sich eher am Rande des Wahnsinns. Sie entfernen sich nach erreichtem Tagespensum vom Ort des stinkenden Geschehens und lassen die T├╝r weit ge├Âffnet, mit ausgeschaltetem Licht!

Da f├Ąllt mir auch gleich widerstrebend ein Lieferant ein, der vor ca. 2 Wochen fragte, ob er unsere Toilette benutzen d├╝rfte. Ich ├╝bertreibe keineswegs, wenn ich sage, dass ich den Geruch der Lieferung noch heute in der Nase habe.

Nun gibt es ja zum Gl├╝ck diese Duft-Sprays. Sowas haben wir jetzt auch. Ich wei├č nicht genau, welche Duftnote, aber alle benutzen es ganz brav, und so riecht es in der Firma fast immer penetrant s├╝sslich, mit einem Hauch von Schei├če.

Erstaunt bin ich auch immer wieder dar├╝ber, wie lange meine Mitarbeiter auf dem Lokus sitzen. 20 Minuten sind da keine Seltenheit. In der Zeit k├Ânnte ich ein komplettes Auto beschriften und zweimal kacken gehen. Was machen die da so lange? Eine Bekannte von uns ist in der Beziehung besonders extrem. Sie nimmt sich f├╝r ihre Sitzungen immer etwas zu lesen mit. Hat sie keine Lekt├╝re zur Hand, liest sie verzweifelt die Texte auf Dusch-Gels oder Tampon-Schachteln. Wenn sie zu Besuch kommt, lautet ihre Begr├╝├čung oft: "Falls jemand aufs Klo muss, geht bitte jetzt, denn ich muss scheissen." Kein Witz, so spricht sie und nicht nur unter Freunden. Nachdem sie ihr Gesch├Ąft erledigt hat, ist es f├╝r sie meistens schon Zeit zu gehen. Aber wir haben sie trotzdem gerne bei uns.

├ťbrigens, wer mehr als eine halbe Rolle Klopapier pro Session braucht, ist mir unheimlich. Das kann doch nur bedeuten, dass er jedesmal eine riesen Sauerei veranstaltet, oder nicht? Auf der Arbeit verbrauchen wir mehr Klopapier im Monat als die gesamten Einwohner von Lincoln, Nebraska. Ich pers├Ânlich komme locker mit einer Rolle drei Wochen aus. Mein Rippchen hingegen ... naja, lassen wir das.

Auf jeden Fall w├╝rde ich gerne eine B├╝rgerintiative gr├╝nden. Ich suche noch nach einem griffigen Slogan, sowas wie "Shit happens, but please let it happen at home!", oder "In case you didn't know: your shit stinks!", oder so. Wer Ideen hat, kann mir gerne mailen.

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