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Leselupe.de > Ungereimtes
Licht ist nur ein dunkler Fleck
Eingestellt am 01. 07. 2004 18:51


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joyce
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Licht ist nur ein dunkler Fleck


Des Himmels Blau hatte mich so erfreut,
dass ich FlĂŒsse weinte,
auf denen Libellen, in Booten aus OrchideenblĂŒten,
flussaufwÀrts trieben.

Samtene FlĂŒgel eines Falters haben mich
unendlich sanft berĂŒhrt,
meine HĂŒlle vibrierte
vor VergnĂŒgen.

Fremde Augen
waren mir Heimat,
ließen mich leichten Schrittes
alle Wege der Zuversicht gehen.

Verzauberte mich
das Lachen eines Kindes,
in eine Fee, die schön war und rein,
wie kĂŒhles Quellwasser.

Jeden Tag konnte ich die Abendsonne
mit meinem Herzen halten,
um sie sanft und zÀrtlich
der Nacht zu schenken.

Wertvoll wie ein Schatz
schienen mir dunkle Wolken,
die meinen Regen trugen
der mit Dankbarkeit mich fĂŒllte.

Neid erntete ich fĂŒr das LĂ€cheln,
das mir ein Atemzug lauer FrĂŒhlingsluft,
auf die Lippen legte.

~

Heute quÀlt mich der Sonne Strahl
drÀngt mir ihre WÀrme auf
gleicht einem HĂ€ndler
auf dem Bazar.

UngnÀdig, die Melodien,
die mir Löcher ins Haupt stechen,
mich aushöhlen.

Gleich einer Kurtisane,
umgarnt mich der Sommerluft SchwĂŒle.
Verdorbene Muscheln
formen ein Herz mir aufs Kissen.

Es trommelt der Regen
zum Kampf an mein Fenster,
Vögel tarnen ihren spottenden Ruf zum Angriff,
in sĂŒĂŸen Weisen voll Lieblichkeit.

StÀndig will mich das Leben
aus dem Schatten locken,
um mich mit seiner Schamlosigkeit
zu verzehren.

Wo nur blieb sie,
die nektargleiche Weise der Stunden,
war sie nur Trug der wahren Pein?
Ist heute die gÀrende Masse des Seins,
nur der ĂŒbelriechende Rest nicht bewahrter Liebe?

Drum nehme ich mich nun heraus,
stelle mich neben mich hin,
betrachte mich aus der Ferne.
Gut ist es, das Erkennen.

Ich kann so hoch wie tief,
so hell wie dunkel,
nur kann ich heute nicht mehr weich.

Jeden Tag will ich hinaus gehen,
und irgendwann,
wenn der Wind behutsam
durch ein Kornfeld schleicht,
wird es fĂŒr mich,
sein zÀrtliches Streicheln
der wachsenden Frucht sein.




© by Joyce 07 -04






__________________
Du musst das Leben nicht verstehen,dann wird es werden wie ein Fest.Und lass dir jeden Tag geschehen so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen sich viele BlĂŒten schenken lĂ€sst. (Rainer Maria Rilke)

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Montgelas
???
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vom blauen himmel, blutenden dornen u. wachsender frucht

hallo joyce,

dir ist da ein besonderer poetischer text gelungen.
zumal hier die poesie ganz
authentisch daher kommt.
dass in poesie verwandelte
reale leben hat mich berĂŒhrt.
die kleinen formmÀngel des textes verstÀrken eher die authentizitÀt .
aber das sollen andre beurteilen.

Ich kann so hoch wie tief,
so hell wie dunkel,
nur kann ich heute nicht mehr weich.


das hat mich fast umgehauen !

sagt mit bewunderung

montgelas

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Montgelas
???
Registriert: May 2004

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noch ein nachtrag:

Du singst in deiner Sprache, die die Vögel erfindet.
Der Himmel in seinem goldnen KĂ€fig,
wie ein nachdenklicher Kanarienvogel,
hört zu.

Alberto Baeza Flores

und mehr solcher verse kannst du hier nachlesen, Hier klicken

lg
montgelas

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joyce
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Lieber Montgelas,

da mir an diesem Text sehr viel liegt, freue ich mich besonders ĂŒber deine Anerkennung.
Ganz nach meinem Geschmack, der link den du mir genannt hast. Das ist wunderschön, darin könnt ich baden.

danke dir und sei gegrĂŒĂŸt
von Joyce
__________________
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Sandra
Guest
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Hallo Joyce,

auch mir gefĂ€llt dein Text gut. Du gebrauchst mir jedoch zu hĂ€ufig beschreibende Adjektive. In der Überschrift von Monteglas siehst du das Beispiel. Mir gefĂ€llt bei sehr zarten Gedichten, wie deins mit Sicherheit eins ist, die Einfachheit der Sprache besser. Die Schwierigkeit ist dabei immer, aus wenig mehr zu machen. Da schließe ich mich dem Satz, den Monteglas umgehauen hat an. Absolut stark und ein gutes Beispiel dafĂŒr!

Das wiederum ist mir zu pathetisch:

quote:
hÀngen RosenblÀtter leblos an Stielen,
die blutende Dornen tragen.

Nur kleine DenkanstĂ¶ĂŸe.

Einen lieben Gruß
Sandra

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joyce
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hallo sandra,
auch dir dank fĂŒr deine reaktion. ja denkanstĂ¶ĂŸe, und die sind auch noch wertvoll ;-)
die von dir kritisch erkannten punkte,waren schon teil meiner gedanken beim schreiben.
deshalb sind mir deine anmerkungen eine große hilfe, auch wenn ich jetzt hier nichts Ă€ndern wĂŒrde, kann ich gut nachvollziehen was du meinst.

danke fĂŒrs aufmerksame lesen

liebe grĂŒĂŸe
Joyce
__________________
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