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Leselupe.de > Ungereimtes
Lichttaucherin
Eingestellt am 30. 10. 2003 00:23


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Mara Krovecs
Routinierter Autor
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Lichttaucherin

Unvermutet
stand sie
im schwingenden Licht
nicht ahnend
dass in dieser Quelle
unz├Ąhlige
kleiner funkelnder Wesen
schwammen

als sie ihre Hand
staunend ausstreckte
flog etwas hinein
sie blickte
in die Augen
eines winzigen Lichtengels

er flog ihr auf die Schulter
kletterte bis zu ihrem Ohr
und spuckte mit aller Kraft
in ihre Muschel
wie Funkelregen brausten
Engelsrotz und Atem

wie eine Rakete

zun├Ąchst durch das Trommelfell
ins Mittelohr
Hammer, Amboss und Steigb├╝gel
sirrten in tausendfacher
Geschwindigkeit

das Geschoss jagte in Sturmwellen
ungebremst
auf das ovale Fenster zu
pulsierte
gebieterisch in die Schnecke
geisterte Himmelsbeben
in das Labyrinth

Lichtblitze breiteten sich aus
lie├čen T├Âne glei├čend klar
schmerzend laut
emporsteigen
sangen sich bis in ihre
letzte unentdeckte
Seelenwindung

Schwindel erfasste alle
bis dahin unbekannten Ängste
schleuderte sie
den Weltraum hinauf
wieder hinunter
sie fielen wie auf einer riesigen Rutsche
mit unz├Ąhligen Kurven
landeten schlie├člich
im Rauschen ihrer Blutb├Ąche
die wie Springbrunnen
immer und immer wieder
eine vertraute Melodie spielten

Dann wurde es ruhig
das Schweigen w├Ąrmte
schaukelte sie
ein wenig
als ob alles um sie herum
in Schnee geh├╝llt w├Ąre
sie auf einem Flockenschiff
leise wiegend durch eine
d├Ąmmrige Winterlandschaft f├╝hre

als sie erwachte
dachte sie nat├╝rlich, dass sie
getr├Ąumt h├Ątte
aber von diesem Traume an
konnte sie an keiner
gespiegelten Lichtquelle
vorbeigehen
auch nicht an dem Mond
der wehende Glanzf├Ąden
in einem murmelnden Bach
verlor
ohne dass sie ihre Kleider
ablegte und hineinsprang
in das Hell

dort traf sie die anderen
die wie sie in diesen Quellen
winzig klein wurden
und helle Silberfl├╝gel bekamen;
sie schwammen und tauchten
sie sangen und lachten
das Licht sprudelte in ihren Herzen
und eine Liebe besch├╝tzte sie

stets brachte sie etwas mit
aus dieser Lichtwelt
meistens eine schlafende
Muschel mit winzigen
Fl├╝geln
deren Herzschlag
leise pochend
durch die hauchfeine
Pastellschale
zu sehen war
sie legte sie liebevoll
in ihren Steingarten
wo sie, wie schon die anderen
zwischen Blaufluss und T├╝rkis
Mondstein und Amethyst
unter den taubenetzten Frauenschuh
gelegt wurde.

„Lichttaucherin „
h├Ârte sie die Bl├Ątter rascheln
gesprenkelt von ihrem Glanz
und dem lichten Wind.


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Mara K.
Guest
Registriert: Not Yet

Lichttaucherin ...
tauche weiter
suchend nach den stummen Ges├Ąngen
sanfter schreiender Seelen
begleitet von abertausend
schillernden Farben
um sie nach Hause zu holen
sie zur Ruhe zu betten
im Steingarten herzzerrei├čender
Sehns├╝chte
tr├Ąumend doch immer auf der Suche ...

Danke sehr. Herzlich Mara K.


P.S. Sollte es nicht hei├čen
"... wie Funke(n)regen brausten
Engelsrotz ..."

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Mara Krovecs
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2003

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Liebe Mara,

ja, genau, immer auf der Suche
und vor allem immer tr├Ąumend
aber zum Gl├╝ck*lach* nicht nur
allerdings ziemlich oft.

Doch es sollte Funkelregen hei├čen,
dieses "Gebr├Ąu" aus Engelsrotz und Engelsatem
funkelt, auch deshalb, weils einfach besser klingt aber vor allem , weil es etwas zum "Gl├Ąnzen" und "Leuchten" bringen soll.
Funken sind mir zu hei├č, k├Ânnten vielleicht auch etwas
z├╝nden, aber k├Ânnten auch verbrennen.

Lieben Dank f├╝r Deine Aufmerksamkeit


Solltest Du einem Spatzen begegnen , das ist ein Freund von mir,aus dem Norden , der Dich gr├╝├čen soll......... Mara

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Mara K.
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Mara,

ja, nun denn, dann Funkelregen und es leuchtet auch ein, wie Du es erkl├Ąrst... tr├Ąum ruhig in den Sonnentag und
der Spatz, ja, er sitzt ├Âfters neben meinem Schreibplatz auf der Fensterbank und schaut mir zu ...
einen traumhaft bunten und sonnigen Herbstsonntag
w├╝nscht herzlich Mara K.

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Inu
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Liebe Mara Krovecz

Ich bewundere Deine Gedichte immer sehr.

Nur diesmal: Bitte, muss es unbedingt "Engelsrotz" sein?? Das h├Ârt sich krank an, verleidet mir die ganze Romantik der Schilderung!! Oder bin ich zu empfindlich?

Gru├č
Inu

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Mara Krovecs
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2003

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Liebe Inu,

erst einmal vorweg: Empfindlichkeiten lassen sich schlecht
messen

Was Du empfindest,empfindest Du.

Ich habe ├╝ber diesen Ausdruck auch lange nachgedacht.
Ich wollte etwas schildern, das sehr unangenehm ist und "sie" im ├╝bertragenen Sinne schockiert. So sehr, dass sich "ihr" ganzes Leben ver├Ąndert.

Und wie sich herausstellt sind viele Dinge anders als vorher
aber ganz sicher nicht schlechter, eher eine Bereicherung.

Das steht ganz grob hinter den Bildern.

Ich hatte die Engelsrotz als Spucke gedacht, nicht als
Schnupfen.

Gerade die Kombination zwischen Engel und Rotz empfinde ich als "stark" ( etwas unangenehmes und sch├Ânes kombiniert) soll sie doch auch ein gewisses Unbehagen wecken, um auf die Dinge dahinter gebracht zu werden.

Wenn es Deinen Geschmack verletzt, das ist nat├╝rlich nicht meine Absicht

Aber verzichten mag ich i.M. nicht auf diesen f├╝r mich wichtigen Ausdruck.

Vielen Dank f├╝r Deinen Kommentar und ganz liebe Gr├╝├če Mara.


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