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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Liebe Asien Europa
Eingestellt am 23. 01. 2008 00:43


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a.dues
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jan 2008

Werke: 2
Kommentare: 11
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Lieber Leser,

bedr├╝ckt starre ich auf den Bildschirm. Meine Augen sind m├╝de. Weil sie nichts Lohnendes sehen.

Mir ist schlecht, von der Dose Ananas vom Discounter, die ich in mich hineingeschaufelt habe.

Asumi hat mir ein Email geschickt. Sie kann nicht um 16.00 Uhr mit mir skypen, da ihre Freunde noch l├Ąnger mit ihr sprechen m├Âchten.
Nat├╝rlich hat sie das nicht so direkt geschrieben!
Ob es mir etwas ausmachen w├╝rde, wenn sie noch l├Ąnger bei ihren Freunden bliebe, da diese noch gerne mit ihr sprechen w├╝rden. Sie w├╝rde dann gegen 18.00 Uhr nach Hause gehen. Ob es mir ginge, dann mit ihr zu sprechen. Wenn nicht, w├╝rde sie gleich nach Hause gehen, um mit mir zu skypen.
ÔÇ×Klar, kein Problem, sprich mit deinen Freunden! Vielleicht geht es mir um 18.00 UhrÔÇť, schreibe ich ihr zur├╝ck auf ihr Mobiltelefon.

Mir schie├čen Tr├Ąnen in die Augen. Mir ist echt zum weinen!

In Asien ist das mit den SMS anders. Dort verwenden sie Emails von Handy zu Handy. Mein Mobilfunkanbieter hat das bei mir noch nicht hingekriegt. Warte immer noch auf das Serviceteam, das sich ÔÇô ach, wieso schreibe ich ├╝ber Technik?

Der Musikplayer beschallt mich aus meinem 5.1 Soundsystem, das mir einst so viel Freude machte. Doch langsam graust es mir vor der Technik. Beg├╝nstigt sie nicht die Einsamkeit, f├Ârdert sie nicht die Isolation?
Die Freude, die sie mir lange Jahre schenkte, versiegt mehr und mehr.
Eine 8800 GT ÔÇô overclocked! - ist im online Preisvergleich f├╝r 220 Euro zu haben, ein Core 2 Duo 8400 - neueste Generation! ÔÇô f├╝r schlappe 170, ein klasse Mainboard f├╝r 90, und 2 GB Marken-RAM DDR2 800 f├╝r l├Ącherliche 40 Euro. So billig und leistungsf├Ąhig war Hardware noch nie!

Doch etwas tief in mir wehrt sich dagegen, meinen alten Tower auf ebay zu verscherbeln ÔÇô vermutlich kriege ich 100 Euro daf├╝r- um dann mit einer Gesamtinvestition von nur 400 Euro einen High-End Gamer-PC zusammenzustellen.
H├Ątte ich vor drei Jahren eine High-End Maschine gekauft, h├Ątte sie mindestens das Doppelte gekostet. Aber das bringt mir doch nichts, verdammt, denn:

Asumi ist wieder in Asien, und ich hocke in meinem f├╝rchterlichen 14 m2 Zimmer in einem entsetzlichen Studentenheim im 70er Jahre Design ÔÇô alleine!

Skypen, selbst mit Webcam, gibt mir auch keine Befriedigung. Was n├╝tzt es mir, sie zu sehen? Das sch├╝rt blo├č mein Verlangen. Sehnsucht entflammt in mir, wie ich es von mir gar nicht kenne.
Und nicht zu kriegen, was ich will, macht mich krank.

Habe an diesem Samstagnachmittag online gepokert. Werde langsam besser. Sonst spiele ich noch ein paar andere Offline-Games.

Mein Vorderhirn ist taub. Ich wei├č nicht wieso, aber ich f├╝hle mich so.

Ich halte es nicht mehr aus.

Ich will ausbrechen, aus meinem Gef├Ąngnis. Ich mache mir Vorw├╝rfe. Wieso schaffe ich es nicht, mir ein halbwegs angenehmes Leben zusammenzustellen?

Wenn ich im Sommer meine Reisen mache, auf den Schulen, die ich dort besuche, ist mein Leben anders. Ich habe viele Freunde, eine Klassengemeinschaft, eine Schulgemeinschaft. Die Location ist exotisch, mein Abenteuersinn lodert auf, ich bin in einem Rausch.

Hier ist es kalt. Grau in Grau. Wie lange dauert der Winter hier? Von Mitte September bis Mai? Zumindest lauf ich in dieser Zeit h├Âchst selten mit T-Shirt und kurzen Hosen herum.

Hier ist es orthodox. Unexotisch.

Und meine exotische Sch├Ânheit, die ich mir aus meiner Traumzeit im Sommer in mein Leben hier ÔÇ×r├╝bergerettetÔÇť habe, ist wieder weg. Rund zwei Monate lang, ist sie bei mir geblieben. In meinem Zimmer. Ein gro├čes Bett, Platz f├╝r zwei, hab ich mir zusammengezimmert.

Ich kann mir mein Geschwafel nicht mehr anh├Âren.

Ach, wo ist die L├Âsung? Ich resigniere, rege mich auf, werde w├╝tend und traurig, verfluche mich und die Welt und fasse mich wieder.

Es ist ein Wahnsinn, eine Fernbeziehung zu f├╝hren. So scheint es mir. Ich verzehre mich vor Sehnsucht und Liebe nach ihr.

Ich kann meine Liebe abt├Âten. Das kann ich. M├Âchte ich aber nicht. Muss ich aber vielleicht, sonst drehe ich noch durch.

Wann werden wir uns wieder sehen? In f├╝nf Monaten?
Selbst wenn, wie viele Opfer und Komplikationen sind mit dieser Liebe verbunden?

Ich bin erstaunt. Zum ersten Mal empfinde ich wirklich Liebe f├╝r jemanden, glaube ich zumindest. Doch was n├╝tzt mir die Freude ├╝ber ein Gef├╝hl, das ich endlich kennen lerne, wenn es mir nur Leid bringt. Nicht nur. Aber zumindest jetzt.

Die Stunde r├╝ckt n├Ąher, in der ich mit ihr skype.

Wie ein Idiot warte ich in meinem Zimmer auf sie, leide, verzweifle.

Ich kriege wieder Hunger. Ich sollte essen, um besser drauf zu sein, wenn ich mit ihr skype.

S-----e!

Wirklich! S-----e! S-----e! S-----e! S-----e!

Muss ich diese Liebe der Vernunft wegen aufgeben?
Vielleicht f├╝hrt nichts daran vorbei.

Doch Asumi, meine Asumi, ist eine so wundervolle Person, wie ich noch nie eine kennen gelernt habe.
Sie exotisch. Das belebt etwas in mir, das im Alltag erstickt wird. Ich gerate in einen Rausch und sp├╝re das Leben pl├Âtzlich ungest├╝m in mir pulsieren.

All das Gute soll ich aufgeben, um mir all das Schlechte zu sparen?

Was soll ich tun?

Meine Gef├╝hle ├╝berschlagen sich.

Was wei├č ich schon ├╝ber mich?


┬ę Anton Nemo Dues

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