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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Liebe. Ungewissheit.
Eingestellt am 11. 01. 2004 01:35


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Echoloch
???
Registriert: Nov 2003

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Schon ein merkw├╝rdiger kleiner Mensch:

Da vertraue ich zum ersten Mal f├╝hle mich geborgen als ob es auch f├╝r mich eine kleine gemeinsame Zweisamkeit keine Einsamkeit nie wieder Einsamkeit g├Ąbe.

Und dann fangen die Zweifel an:

Nagen fiese in meiner Seele die sitzt mitten in meinem Bauch auch wenn Du sagst dass der ganze K├Ârper die Seele ist und jedes H├Ąrchen ein St├╝ck von ihr wei├č ich dass meine Seele ihr Zentrum in meinem Bauch hat ich kenne die Stelle an der es schmerzt und von der aus sich Gl├╝ck ausbreitet in t├╝ckischen Momenten des Scheins glaube mir so gut kennst Du mich noch nicht so weise bist auch Du nicht und so nah werde ich Dich nie kommen lassen dass Du bestimmen d├╝rftest wo ich empfinde wie ich empfinde.

Wenn wir zusammen sind, spinnt sich um uns ein Kokon aus Zutrauen und Frieden:

So ging es mir noch nie es erscheint beinahe selbstverst├Ąndlich und als m├╝sste es auf alle Zeiten so sein wir harmonieren nat├╝rlich und ich wei├č gar nicht mehr wirklich wie es vorher war all die Jahre der Angst und des Missbrauchs verschwunden stattdessen pl├Âtzlich dieses Gef├╝hl dass so gar nichts mit den Dramen gemein hat die meinen Weg fr├╝her ausgezeichnet haben das verr├╝ckte verdorbene Zirkuskind mit all seinen Erfahrungen jenseits des gew├Âhnlichen biederen Lebens und nun gibt es keine k├╝nstliche Theatralik mehr stattdessen gemeinsames Atmen und Wachsen und Zwei die zusammen viel st├Ąrker sind als in der Summe ihrer Elemente.

Doch wenn Du fern bist, beginnt die Angst:

Ein Wort von Dir am Telefon das nicht ausreichend liebevoll klingt eine ├äu├čerung die Dich betrifft und die ich doch nur auf mich beziehe eine Stunde in der Du kein Lebenszeichen von Dir gibst kein R├╝cksichtszeichen von Dir gibst kein Liebeszeichen von Dir gibst kein Zeichen von N├Ąhe und viel schlimmer die grunds├Ątzlichen ├ängste bin ich gut genug mache ich alles richtig hast Du vergessen was vor uns war hast Du vergeben was vor uns war konntest Du ├╝berwinden was vor uns war bist Du offen f├╝r mich wo ich doch wei├č dass wir f├╝r immer w├Ąren wenn es nur sein sollte soll es vielleicht nicht sein oder soll es gar sein und habe ich die Kraft Dich so lange loszulassen bis es endlich so weit ist dass ich Dich festhalten darf oder werde ich wieder alles zerst├Âren bin ich es die immer alles zerst├Ârt wieso ist alles so einfach solange wir zusammen sind und so schwer so schwierig fast unm├Âglich sobald uns wenige Minuten trennen?

Und etwas sp├Ąter beginnt die Wut:

Wieso ├Ąu├čerst Du Dich nicht klar nimmst mir meine ├ängste teilst Deine Sorgen mit meinen ich kann doch alles hinter mir lassen wieso kannst Du unsere Chance nicht erkennen oder wei├čt Du viel mehr als ich kenne ich Dich ├╝berhaupt nur einen Teil von Dir gibt es irgend eine Gemeinsamkeit oder bist Du ein grausamer Fremder der in mir einen fahlen Trost sucht ein h├Âflicher Fremder der nette Momente in vorz├╝glichem Zuvorkommen genie├čt aber daf├╝r bist Du zu nah doch es liegt an Dir dass ich Angst habe an Dir dass ich nicht wei├č was wir sind an Dir dass wir nicht reden denn ich habe es versucht immer wieder und aus dem offenen Maul des dummen Fisches stiegen stinkende Blasen.

Wenn das Rasen gestorben ist und ich wieder zu mir komme, ├Ąlter und verh├Ąrmter als vorher, erobert Klarheit das B├╝hnenbild:

Wieso rauschen die Str├Âme Blut durch meine wilden Gedanken werde Herrin meiner destruktiven Schutzmechanismen erkenne wieder den Moment der mich reicher beschert als jemals zuvor wei├č mit einem Mal dass ich genie├čen sollte gl├╝cklich sein darf ├╝ber alles was ist statt zu hadern ├╝ber das was war nicht sein darf mich zerst├Âren k├Ânnte sp├╝re deutlich dass Deine N├Ąhe gedeiht in meiner Atmosph├Ąre aus Raum und Vertrauen schnell zu ertr├Ąnken w├Ąre in Druck und Angst darf Dich nicht sp├╝ren lassen wie klein ich eigentlich bin wie winzig ich w├Ąre leicht zu zerquetschen muss diese Verantwortung von Dir fern halten ist nicht menschenm├Âglich so stark zu sein.

Ich atme durch. Noch immer Hoffnung in all der Aufruhr, Hoffnung nach all den grausamen Jahren. Ich bin sehr stolz. Wiege mich kurz verstumme Schnelldurchlauf Atmen wieder Ruhe. Ich werde alles richtig machen. Ausgang ungewiss.
__________________
Leben ist das, was passiert, w├Ąhrend Du eifrig dabei bist, andere Pl├Ąne zu machen.
www.echoloch.de

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wondering
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Ach, was sind wir doch f├╝r gehetzte und in uns gefangene Wesen...

Dein Text hinterl├Ąsst mich, des Inhalts wegen, mit einem leichten Klo├č im Hals. Die interessante Form unterstreicht eine nachf├╝hlbare und allzu bekannte "Gedankenhetze".

Als Experiment empfinde ich den Text als durchaus gelungen.

Viele Gr├╝├če
wondering



__________________
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie woanders zu suchen.

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