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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Liebe auf Haut ( dieses Mal ganz)
Eingestellt am 14. 11. 2006 21:24


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Dalia Gray
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2006

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Liebe auf Haut


Der Boden hob und senkte sich, kam ihr entgegen, nur um dann wieder schlagartig abzufallen. Er atmete, er pulsierte, bebte und wackelte. "Warum nur habe ich immer noch Angst?" dachte sie. "Es ist das sicherste Transportmittel. Aber es sind so viele Tonnen Stahl. Wie viel mochte so ein Flugzeug wiegen? Und all diese Menschen in ihm? Wenn 400 Leute hinein passten? Wenn jeder um die 80 kg wöget? Und dieses Ungetüm hebt sich bedenkenlos emporin die Lüfte, die ganzen Tausende von Kilogramm halten es nicht auf, und nicht die fetten Menschen an Bord und nicht das Gepäck der fetten Menschen...." Virginia war schon immer lieber mit der Bahn gefahren, dabei hatte man Boden unter den Füßen. Sie sah wieder aus dem kleinen runden Fenster, der Boden atmete immer noch. "Wenn wir jetzt abstürzen, dann ist die Überlebenschance groß, der Boden ist ja nah, aber wenn die Maschine Feuer fängt, was wenn alles in die Luft fliegt? Dann sehe ich Victor nie mehr, und was soll Manuel denken, warum ich in dieser Maschine saß??"
"Ladies and gentlemen, please fasten your seat-belts and stop smoking, we are about to land."
Die Lichter schwirrten nur so am Fenster vorbei, Lichter eines fremden Landes, in dem sie noch nie zuvor gewesen war. Es hatte Victor Schutz geboten, Schutz vor ihr und hatte ihn aufgenommen um ihm Trost zu spenden, seinen Verlust zu mildern und ihn glauben zu machen, dass die vielen Kilometer etwas bewirken könnten.

".........welcome to Carlos Antonio Jobim Airport, the local time is 10 p.m., outside temperature is at 95 ° F. Please enjoy your stay."

Wozu gab es eigentlich Uhren ohne Ziffern? Hatte seine Uhr nicht eine stolze Summe gekostet? Er konnte die Temperatur ablesen, das Datum, aber es waren keine Ziffern dort und die Zeiger zeigten ins Leere, sie schienen zu sagen: "Rate doch ob es zehn ist oder schon elf..wir zeigen dir grob die Richtung." Victor wünschte sich zurück in die Zeiten als er in der Pubertät war und alle digitale Uhren trugen. Jetzt verdiente er viel Geld und seine Armbanduhr verspottete ihn.
Senor Villapenas sprach immer noch- nein, er suhlte sich in seinem Redeschwall, selbstgefällig und überheblich. Victor José de Torrón y Lascivia arbeitete seit knapp zwei Jahren für Mercador, nie kam er vor 19 Uhr aus dem Büro, er absolvierte geduldig und gehorsam wie ein dressierter Hund die Geschäftsessen, lachte über die unwitzigen Witze seines Chefs, rückte dabei seine Krawatte zurecht. "Welch köstliche Anekdote! " pflegte er zu sagen, doch heute war es anders. Er lehnte sich nach vorne um auf die Uhr seines Nachbarn zu spähen, die Zeiger schienen direkt aufeinander zu liegen, aufeinander. Das würde Virginia gefallen. Früher hatte sie aufgeregt geschrien: Victor die Zeiger sind eins, genau jetzt da ich auf die Uhr gesehen habe. Jemand denkt also an mich." Und schon hielt sie ihm drei Finger hin. " Zieh an einem, los!“ hatte sie bestimmt, und dann verzog sie das Gesicht wenn Victor den falschen Finger gewählt hatte und somit ein "falscher" Mann gerade an sie dachte. Er schmunzelte, sie hatte sich immer ihre kindische Ader bewahrt.
An all das dachte Victor und an Vieles mehr...es stimmte wohl, man vergaß nie die Frau mit der man sein erstes Mal hatte.Wie oft hatte er sich in Gedanken verloren, verfangen, war gestürzt, und dann erklärte er Franca, seiner Ehefrau, wie überarbeitet er war. Manchmal erwischte es ihn eiskalt. Letztens stand er mit ihr in einer dieser Edelboutiquen. Seine Ehefrau hatte aus allen Ecken ausgewählte Kleidung zusammengetragen und sie in einem unübersichtlichen Haufen an der Kasse drapiert. Lumpen nannte Victor sie, wohl wissend dass er 70 % des Kaufpreises nur für den Namen auf dem kleinen Schild bezahlte.
" 11. 350 Real bittesehr! " hörte er die Dame an der Kasse sagen, als er sie anblickte war sie da: Virginia, natürlich nicht sie selbst. Aber diese Frau, sie hatte ein Muttermal über der Oberlippe, genau wie seine Gina. Es traf ihn wie ein Schlag, er hielt seine schwarze Amex in den Fingern, sie schwebte zwischen seinem pochenden Herzen und dem Muttermal, so lange bis ihm Franca die Karte aus den Fingern nahm und sie entschlossen weiterreichte. „Du arbeitest zuviel“ konstatierte sie.

Als Vicor Senor Villapenas nicht länger ertragen konnte und da er glaubte, dass an diesem Abend sicherlich keine geschäftlichen Themen mehr besprochen würden, entschuldigte er sich und verließ, schneller als er hätte sollen, den Tisch.

Die Rua Camilha lag vor ihm, er hatte sich immer noch nicht an dieses Chaos gewöhnt, was eigentlich keines war. Wie sollte man auch den Verkehr einer 20-Millionen Stadt regeln? Die Autos drückten sich durch die Strassen, schwirrten wie Bienen in ihrem Bienenkorb, manchmal ging es allerdings so langsam voran, dass man zu Fuß schneller vorwärts kam. Würde er es denn schaffen pünktlich zu sein? Selbst auf den Schnellstrassen durfte man nur 110 kmh fahren. Wie sollen sie denn auch schneller fahren, es ist unmöglich. „Welch Hohn!“ schoss es ihm durch den Kopf, als er in das Taxi stieg, nur allzu willig die schwüle Hitze zu verlassen und sich in den kühlen Wagen zu setzen. Sicherlich war er diese hohen Temperaturen gewöhnt, allerdings fröstelte es ihn jetzt schneller als früher, Victor wußte nicht ob es deshalb war weil er älter wurde oder weil er Gina verlassen hatte. In ihrer Nähe fror er nie und in ihr fror er nie.In seinem Heimatland Spanien stöhnte man erst jenseits der 40 ° C Grenze. Ja, die espanoles hatten ihren stillschweigenden Pakt mit der Hitze geschlossen. Sie erduldeten sie und dafür lockte sie die Touristen ins Land, spülte Geld in die Kassen und erlaubte es den Einheimischen sich durch Technik Linderung zu schaffen. Die Spanier lebten also in ihren weiß getünchten Häusern, hörten das Surren der Ventilatoren schon nicht mehr, machten Siesta, schlossen die Wärme aus, versteckten sich unter den Zweigen der Olivenbäume. Sie stachen auf die sandias, die Wassermelonen, ein, zerteilten das rote Fleisch das offen vor ihnen lag, wie eine Wunde..die bereit war sauber geleckt zu werden. "So sieht Virginias Geschlecht aus", dachte er, " offen, gerötet und gespalten, nass glänzend und einladend.“ Er erinnerte sich an das erste Mal, als er diese ihre Wunde gesehen hatte.
In diesem Sommer, Mitte der achtziger, sie waren beide sechzehn damals, lag er am Strand von Tecíon. Angestrengt versuchte er den Lärm der Welt auszuschalten, als sie sich über ihn beugte.
"Liebst du die Sonne nicht?" hatte sie gefragt.
"Doch, warum fragst du?"
"Warum liegst du dann im Schatten?"
"Es ist zu heiss, um in der Sonne zu liegen."
"Dann liebst du jetzt die Sonne nicht! Du liebst sie nur wenn sie dir nicht zu heiss ist." bemerkte sie vorwurfsvoll.
"Ja aber ich verbrenne sonst, ich habe keinen Sonnenschutz dabei."
Sie wandte sich angewidert ab um dann hinzuzufügen :" Ich auch nicht, aber ich l i e b e sie, die Sonnenstrahlen meine ich. Sollen sie mich ruhig verbrennen, dann spüre ich sie, weiss dass sie auf meine Haut getroffen sind. Die Rötung ist eine Spur meiner Liebe, der Beweis, dass ich etwas liebe, auch wenn ich ihm ausgeliefert bin.Das ist sichtbar gewordene Liebe, Victor, verstehst du?“

Immer war sie so, so extrem und fordernd, nie konnte sie sich mit einem Mittelmaß zufrieden geben. Hartnäckig glaubte sie, dass Victor nicht wusste was wahre Liebe war und dass sie es ihn lehren müsste.

Am Abend darauf saßen sie am Strand hinter einem Stapel aufgetürmter Liegestühle. Ihre Eltern waren beim Abendessen und diskutierten, ein Mahl konnte sich über Stunden hinziehen. Immer wieder steckte man etwas in den Mund, auch wenn man keinen Hunger verspürte, aber ein Tropfen Rioja hatte noch Platz, oder eine crema catalana, ein Rinnsal von heißem Espresso oder noch eine eingelegte Olive die so verlassen wirkte auf dem großen Teller. Das Essen war nicht nur zur Sättigung gedacht, man kommunizierte miteinander, genoss die Geschmäcker und Gerüche, fühlte die runden Trauben im Mund oder ließ das Eis auf der Zunge zergehen.

Virgina drehte eine Weintraube zwischen ihren Fingern und beobachtete die zarte Haut, die dunkelviolette Farbe. Sogar im Dunkeln schimmerte der kleine Ball in verschiedenen Nuancen. Sie setzte die Traube an Victors Lippen, schob sie durch den Spalt, der sich öffnete und den Weg freigab.
Victor schob sie mit der Zunge hin und her, zerbiss sie , schmeckte den süsslichen Saft, dann spuckter er die winzigen Kerne in den Sand.
„Du machst es schon wieder“, bemerkte Virginia, „nie liebst du etwas ganz. Du isst das Fleisch, aber du trennst es von den Kernen aus dem es gewachsen ist.“ Ihr Muttermal über der Lippe schwankte und sah bedrohlich aus.
„Liebst du mich, Victor, liebst du mich denn? Oder verlässt du mich wenn dir eine Andere begegnet? Liebst du mich?“
„Das weißt du doch.“
„Beweise es mir, wie kann ich sicher sein, dass du mich liebst, du sagst nur Worte die der Wind davon trägt. Worte sind nichts als aneinander gereihte Buchstaben. Ich wünschte du würdest mich lieben wie ich die Dinge liebe. Ohne Wenn und Aber, Victor.“ Sie lenhte sich zurück, grub die Füße in den Sand und legte einen unschuldigen und doch fordernden Blick auf, als sie ihren Rock weit hochschob.
„Wir dürfen das nicht..“ stotterte er. „Was wenn unsere Eltern..?“ Sie legte ihm eine Hand um den Hals, sie berührte ihn und seine Haut sog die Berührung tief nach innen, ließ sie durch seine Adern fliessen, bis er merkte, dass sein Körper reagierte, sich erhob und verlangte zu bekommen was man ihm versprach.
„Sie sind doch im Restaurant, sie suchen nicht nach uns.“ Victor beugte sich nach vorne, wieso wehrte er sich überhaupt? Hatte er nicht schon vor langer Zeit den Kampf verloren. Jedes Mal wenn er Virginia sah drehte sein Verstand sich um, ging in die andere Richtung, Victor bestand dann nur noch aus den Zellen seines Fleisches, fühlte sein Herz pochen und ihm wurde flau im Magen. Immer schon hatte er ihr Haar berühren wollen, es schlängelte sich in großen Wellen über ihre Schultern, war mal dunkelbraun, dann wieder bronzefarben oder stellenweise so wie karamellisierter Zucker. Er hätte es zwischen seine Lippen genommen wenn er sich getraut hätte. Stattdessen drückte er diese Lippen jetzt auf ihr Muttermal, umschloss dann ihre Oberlippe, sog daran wie ein hungriges Baby an der Mutterbrust, und alle Ängste fielen ab, er würde sie lieben, das wusste er jetzt, denn es blieb ihm keine Wahl.

An all das dachte er, als er die 11.350 Real zahlte, und an all das dachte er als er im Taxi saß. Damals hatte er sein erstes Mal erlebt, der Traubengeschmack hatte sich mit dem ihres Speichels vermischt, und Victor hatte Spuren von vermischtem Speichel zwischen ihren Beinen hinterlassen.
Er musste seine Hand auf ihren Mund pressen, damit niemand sie hört, denn Virginia war immer intensiv. Für sie war die Lust keine, wenn man sie nicht in jeder Faser fühlte, oder zum Meer hinausstöhnen konnte. Deshalb ließ er sie keuchen, ließ sie seine Finger lutschen und beißen. Er selbst stöhnte in den Sand, steckte sein Gesicht so weit er konnte in ihn als er zum ersten Mal eine Frau von innen fühlte, als sie ihn in sich aufnahm, nie hatte Victor sich erträumen lassen dass es sich so warm anfühlen würde, es war als wäre er kurz davor das Bewusstsein zu verlieren. Ihr Karamellhaar lag ausgebreitet vor ihm und er nahm es in den Mund bevor er sich sich vergaß und sein Körper ihm nicht mehr gehorchte.

Auf ihrer Uhr war es schon fast elf und von Victor war keine Spur zu sehen. Hatte er es sich anders überlegt? Vielleicht hatte er einen Rückzieher gemacht, wollte sie nicht mehr treffen, wollte in seinem neuen Leben lieber in Ruhe gelassen werden. Sie drückte ihre Hände zusammen bis die Knöchel weiß wurden und zu schmerzen begannen. Die Erinnerungen waren noch so lebhaft vor ihrem inneren Auge. Der Abend vor zwei Jahren als sie Schluss gemacht hatten bohrte immer noch kleine Spitzen in ihre Seele. Schluss gemacht? Sie korrigierte diese Vokabel..sie war damals noch Single, aber Victor war bereits verheiratet, hatte einen Sohn und eine Tochter. Virginia wußte, dass Victor ein Familienmensch war, er würde seine Frau nicht verlassen, er würde seine Kinder nicht ohne Vater aufwachsen lassen. Aber genauso liebte er auch sie, die Frau die ihn zuerst hatte. Immer wenn der Kummer zu schwer wurde, immer wenn sie in der Badewanne lag, Opern hörte und weinte, dann dachte sie, dass er ihr zuerst gehört hatte. Ein minimaler Trost, aber es war die Wahrheit, keiner konnte ihr nehmen, dass er ihr Vittorio war. Nie nannte sie ihn bei seinem richtigen Namen. „Victor klingt zu hart“ bemängelte sie, und er mochte es insgeheim.
Damals in Barcelona hatte sie gedacht sie würde ihn nie wieder sehen, nach diesem Streit, nach dem Drama das ihr für eine Weile den ganzen Atem genommen hatte.
Das Zimmer hatte im Dunkeln gelegen. Sie beide hatten sich geliebt, ihre Körper waren noch verschwitzt und warm. Seine Augen waren aber nicht mehr entrückt, sein Blick beachtete sie gar nicht, nicht ihr Haar, nicht die Mulde zwischen ihren Brüsten. Er ließ sich auf den Boden sinken. Manchmal hat man so eine Vorahnung von den Dingen die gleich passieren und sie wusste, dass der Akt abgeschlossen war und die Nähe die sich schützend um sie gebunden hatte, löste sich abrupt. Gina sah sie davonschwimmen wie ein Boot das jemand losgebunden hatte. Man versucht in solchen Situationen nur noch den Moment auszukosten bevor man das Ungesagte hören muss. Bevor man hört was man schon weiß und deshalb schmerzt es bevor es eigentlich schmerzen kann. Antizipiertes Leid. Und dann spricht er die Worte aus die nichts von ihrer Kraft einbüßen, nur weil man sie erwartet und im Geiste geformt hat. „ Das muss ein Ende haben“ , hörte sie Vittorio sagen. Das Wort „Ende“ war glühend heiß..hämmerte in ihren Schläfen, brannte auf der Haut, wie die Sonne Mitte der achtziger. Vittorio sprach weiter aber sie fühlte nur E N D E. E N D E.
An den Rest konnte sie sich nur noch wie durch einen Nebel erinnern. Sie hatte sein Sperma mit einem Taschentuch ganz ruhig von ihren Brüsten gewischt, danach damit ihre Tränen getrocknet. Er hatte ihr Gesicht und ihr Muttermal geküsst, aber was konnte das helfen?
„Du liebst mich wie die Sonne“, sagte sie dann leise.Wenn es dir zu viel wird dann suchst du dir einen schattigen Platz. Oder die Sonne eines anderen Landes, eine die weniger erbarmungslos ist, die nie auf deiner Haut brennt und wärmt, sondern dich nur lauwarm streichelt. Du bist ein Verräter, du gehst und alles bricht hinter dir ein, du weißt nicht, dass du mir die Luft zum Atmen nimmst und dass ich vergehe ohne dich. Du spuckst mich aus wie Kerne...du kannst nicht alleine entscheiden dass Dinge enden du weißt ja nicht, dass die Farben aus meinen Gemälden fließen ohne dich und dass meine Erde sich nicht mehr um die Sonne dreht dass die Melodien meiner Lieblingslieder monoton werden und mein Geschmackssinn nicht mehr zwischen süss und sauer unterscheiden kann du weißt gar nichts nur dass es ein Ende haben muss, was soll ich tun ohne dich ohne meine zweite Hälfte, es ist unnatürlich dass du nicht an meiner Seite bist, du weisst doch dass wir eins sind, es waren von Anfang an!“
„Ich bin verheiratet.“ – sagte er lapidar, kühl.
„Du HAST DIE FALSCHE GEHEIRATET!“
„Ach wenns nur das wäre. Wie oft soll ich es dir noch erklären? Du bist keine Frau zum Heiraten Virginia, das mit uns ist Leidenschaft, es hat nichts mit Liebe zu tun, und du weißt dass es nicht sein darf, was würden denn die Anderen sagen?“
„Die Anderen.....ich scheiße auf die ANDEREN............“ sie schrie hysterisch, die Mascara lief in breiten Strichen über ihre Wangen und sie kreischte aufgebracht.
„Wer will mir sagen, dass es Unrecht ist zu lieben? Wer will mir aufoktroyieren dass ich nicht einen vergebenen Mann lieben darf? Ich nehme ihr nichts weg, du hast mir zuerst gehört.!“
„Wir werden nie Mann und Frau sein!“ Er kleidete sich an, trat in den Flur hinaus und zog die Tür leise zu. Danach nahm er ein Jobangebot im Ausland an und schob den Atlantik zwischen sich und Virginia.


Die elektronische Glastür öffnete sich um elf Uhr dreizehn. Um elf Uhr vierzehn drückte sie sich an Vittorio, sah zu ihm hoch, folgte den Linien in seinem Gesicht, fuhr über die glatte, rasierte Haut und lächelte matt. Er hatte es sich nicht anders überlegt. „Ich dachte ich sehe dich nie wieder.“ „Du weißt dass du den Durst in mir stillst, den sie nie stillen konnte.“

Um Mitternacht trafen sie im Ipanema Beach Hotel ein. Sie legte ihre Hände auf den kühlen Marmorschalter des Hotels, denn sie zitterten und konnten verraten dass sie nervös war.
„Guten Abend“ grüßte sie der Receptionista. „Guten Abend, wir haben reserviert, mein Name ist Victor de Torrón y Lascivia“. „Si Senor, dürfte ich ihre Pässe für den Check-in haben?“ Victor übergab seinen, den er immer im Jackett hatte.
„Senor, Sie haben ja heute Geburtstag! Hier steht 14.02. Herzlichen Glückwunsch!“
Victor lächelte, ja es war nach Mitternacht, er wurde heute 36 Jahre alt. Er fuhr Virginia übers Haar.
Sie kramte verloren in ihrer Handtasche, alles dauerte zu lange, konnten sie nicht einfach hinaufgehen und sich ausziehen, sie hatte zwei Jahre lang seine nackte Haut nicht gespürt. Schließlich fand sie den Pass und legte ihn auf den Marmor.
Der Receptionista blätterte darin „Sie sind? Ach ja, hier steht es: Ja- Senora Virginia Maria de Torrón y Lascivia. Die Ehefrau-nehme ich an.“ Die Buchstaben waren tief in das dicke Papier gedruckt, wie oft hatte Virginia sich gewünscht andere Namen würden dort stehen. Aber es waren nur aneinander gereihte Buchstaben. Wenn man sie aussprach trug der Wind sie weg.
„Ja, seine Frau.“ log sie.
„Sie haben am gleichen Datum Geburtstag wie ihr Mann. Am 14. 2. 1970.Felicidades! Das muss ein gutes Zeichen sein! Welch ein Zufall.“
„Ja welch ein Zufall.“ sagte Vittorio, „Komm Süsse lass uns hinauf gehen.“
Er würde sie wieder lieben, das wußte er jetzt, denn es blieb ihm keine Wahl, sie waren schon vereint gewesen bevor sie auf der Welt waren- und er würde diese Bindung nicht durchtrennen.




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Dalia Gray
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2006

Werke: 10
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bitte

bitte doch hier mal ein feedback, die Geschichte war vorher nicht komplett!!!!!!

Danke

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