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Leselupe.de > Gereimtes
Liebe...und der Rest
Eingestellt am 02. 05. 2009 07:06


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Skylla
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Das ist der Rest, der √ľbrig bleibt,
selbst wenn die Zeit verweht:
Dass Körper sich an Körper reibt,
daraus ein Kind entsteht.

Wenn diese wundersame Frucht
mit deinen Augen, deinem Munde spricht,
dann gibt es f√ľr mich keine Flucht:
Denn du vergehst mir nicht.

Doch seh’ ich dieses Kind vor mir
mit deinem Lockenhaar,
seh’ ich den bess’ren Teil von dir
mit dem, was möglich war.

__________________

Skylla


Version vom 02. 05. 2009 07:06
Version vom 02. 05. 2009 08:02

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Heidrun D.
Guest
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Liebe Skylla,

da ist dir ein unaufdringlich-melancholisches Gedicht gelungen, das auch viel Hoffnung birgt.

Zwei kleine √Ąnderungen m√∂chte ich dir vorschlagen:


quote:
Das ist der Rest, der √ľbrig bleibt,
wenn uns die Zeit verweht
und Körper sich an Körper reibt,
daraus ein Kind entsteht.


Wenn diese wundersame Frucht
mit deinen Augen, deinem Munde spricht,
dann gibt es f√ľr mich keine Flucht:
Denn du vergehst mir nicht.

Doch Und seh’ ich dieses Kind vor mir
mit deinem Lockenhaar,
seh’ ich den bess’ren Teil von dir
mit dem, was möglich war.
Das "und" fände ich besser, weil die Mutter ja eigentlich während des ganzen Gedichts ihr Kind betrachtet ...

Du siehst: nur winzige (unerhebliche) Mäkeleien ...

Sch√∂ne Gr√ľ√üe
Heidrun

__________________

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Skylla
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Liebe Heidrun,

danke f√ľr Deine wirklich konstruktive Kritik!
Den ersten Punkt habe ich gerne umgesetzt, weil es wirklich sauberer klingt.
Das doch will und muss ich lassen, weil ich hier umspringe von der negativen Bewertung der Beziehung auf eine positivere...

Das Gedicht wurde √ľbrigens angeregt von Deinem Thread "Komische Lyrik" in den Finger√ľbungen! Nach der letzten Themenvorgabe "Verflossene Liebe" fielen mir leider meist nur melancholische Gedichte ein. Seufz!

Liebe Gr√ľ√üe


__________________

Skylla

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presque_rien
???
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Hi Skylla,

gefällt mir insgesamt sehr gut - das ist mal altmosisch gedichtet, im guten Sinne!

Allerdings, bei der ersten Strophe dachte ich: "Hach, wie herrlich, sich in so einen sauberen Rhytmus fallen zu lassen" - und dann las ich:

quote:
Wenn diese wundersame Frucht
mit deinen Augen, deinem Munde spricht,
Und dachte nur "Neeeeeeeein!!!" Was hältst du von:
quote:
Wenn diese wundersame Frucht
mit deinen Augen spricht,
? Dann bleibst du im Rhytmus, und machst die Formulierung zugleich interessanter durch Synästhesie.

√Ąhnlich unsch√∂n, rein rhytmisch, ist auch:
quote:
dann gibt es f√ľr mich keine Flucht:
Allerdings fallen mir hier keine besonders guten Alternativen ein, vielleicht:
quote:
dann ist unmöglich jede Flucht:
oder:
quote:
dann gibt es keinen Weg zur Flucht:
Auf jeden Fall solltest du da vielleicht noch was ändern.

Die letzte Strophe find ich rundum gelungen, wirklich gut.

Lg presque

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Skylla
Autorenanwärter
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Hallo presque,

auch f√ľr Deine konstruktive Kritik (und Dein Lob) meinen lieben Dank!

"Altmosisch", den Ausdruck finde ich h√ľbsch! In vielen Gedichten von mir spiele ich mit dem Widerspruch zwischen veralteten Elementen und derber Gegenwartssprache. Vielleicht stelle ich noch etwas ein.

Trotz meiner Lust an Sprache und am Sprachspiel ist mir der Inhalt immer wesentlicher, als die Form. Nat√ľrlich strebe ich danach, wie wohl wir alle hier, dem Ideal zu entsprechen und beides harmonisch zu vereinen, so weit bin ich aber nicht (werde es vielleicht auch nie) und versuche somit nur, eine gr√∂√ütm√∂gliche Ann√§herung zu erzielen. Somit ist mir die Kritik hier im Zuge meines Lernprozesses sehr wichtig!

Du hast nat√ľrlich Recht mit Deiner Kritik! √úber die Zeile mit: "deinen Augen, deinem Mund" bin ich auch heftigst gestolpert. Und ich kenne diese Schrei-Attacken auch, aber ich hatte die Zeile nur "mit deinen Augen" bereits, aus eigenem Antrieb, verbessert dazustehen und habe sie wieder verworfen.

Mit der Betonung auf deinen und deinem bekam der Vers f√ľr mich eine Rhythmus-√Ąnderung, die in ihrer pl√∂tzlichen Wellenf√∂rmigkeit etwas von Milde und Vers√∂hnlichkeit hatte, die ich unbedingt in dem Gedicht erhalten wollte. Eine "Nicht-Altmosaische" k√ľnstlerische Freiheit, die ich mir auf die Gefahr hin erlaubt habe, als Dilettantin zu gelten (Die ich genau genommen auch bin). Das aus-dem-Rhythmus-kommen habe ich bewusst gelassen, sozusagen als kleine Gedankenfalle. Ob mir das gelungen ist, sei selbstkritisch dahingestellt.

Deine zweite Kritik geht mir nahe, jedoch möchte ich das Reflexivpronomen "mich" (Au weia, - ist das richtig? Ich bin nicht firm darin, Theoretisches herunterzubeten) nicht aus der Zeile nehmen. Wenn Du dazu einen guten Einfall hast: Immer her damit!

Ich neige normalerweise nicht zum "Schwafeln", - meine Antwort ist wirklich sehr lang geworden, entschuldige. Ich sehe aber deiner eventuellen Antwort interessiert entgegen (die dann auch k√ľrzer beantwortet werden soll )

Liebe Gr√ľ√üe

Skylla

Hm...jetzt weiß ich nicht mehr, ob Dein Beitrag "konstruktiv" oder "spontan" war..ich stelle meine Antwort mal unter "Konstruktiv" ein.
__________________

Skylla

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presque_rien
???
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Hi Skylla,

also wenn gerechtfertigt, habe ich nichts gegen Br√ľche im Metrum, aber leider finde ich, trotz deiner Erkl√§rung, dass der Bruch hier dein sch√∂nes Gedicht ruiniert . Auch wenn es nicht den Eindruck von Dilettantismus macht, denn daf√ľr ist die Form ansonsten viel zu gut.

Du sagst, der Vers kl√§nge f√ľr dich vers√∂hnlich, aber in einem anderen Kommentar hast du noch gesagt, dass die Vers√∂hnung erst in Vers 9 kommt. Damit hast du das "doch" in Vers 9 begr√ľndet. Also warum sollte es dann schon in Vers 6 vers√∂hnlich sein?

Abgesehen davon, finde ich nicht, dass es vers√∂hnlich klingt. Weil es sonst nichts an dem Gedicht gibt, was einen solch starken Bruch unterst√ľtzen k√∂nnte. Das Gedicht ist ja ansonsten formal und inhaltlich glatt. Es wird in Vers 6 auch kein einzigartiger Gedanke ge√§u√üert, denn etwas √§hnliches taucht in Vers 10 wieder auf. Es wird auch kein besonderer Umbruch markiert. Das Gedicht ist auch zu kurz, als dass eine Formregelm√§√üigkeit langweilig werden k√∂nnte.

Ich w√ľrde deshalb fast schon gerne mich in deinen Account hacken und den Vers √§ndern!!!

Lg presque

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MuusTri
One-Hit-Wonder-Autor
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Hallo Skylla, ich hätte zu deinem schon sehr schönen Gedicht ein paar Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge:

Erst einmal:
Verweht die Zeit nicht immer? Zumindest irgendwann?
Und auch vom Klang her finde ich, w√ľrde sich das Wort "auch" besser eignen als "selbst":

quote:
Das ist der Rest, der √ľbrig bleibt,
auch wenn die Zeit verweht:
Dass Körper sich an Körper reibt,
daraus ein Kind entsteht.

Außerdem finde ich das Wort "Rest" etwas unpassend gewählt, denn Rest ist doch eher negativ behaftet.
Wie wäre es mit einem Wort wie "Korn" oder "Saat" oder etwas anderes, wenn du daraus etwas Positives machen willst.
Aber du sagtest ja schon, dass die Beziehung aus dem Negativen (Rest) ins Positive (Kind) geht, dann wäre Rest ja in Ordnung.
Nur finde ich, bezieht man es automatisch auf das Reiben, im schlimmsten Falle sogar auf das Kind und das ist doch beides eigentlich etwas Schönes...

Was mich dann noch etwas gestört hat war diese "das"-Wiederholung auf der ersten Silbe.
Wie wäre es mit einer Frage, also "was", statt "das":

quote:
Was ist der Rest, der √ľbrig bleibt,
auch wenn die Zeit verweht?
Dass Körper sich an Körper reibt,
daraus ein Kind entsteht.

Da es jedoch in dieser Form nicht wirklich Sinn macht, hätte ich noch folgenden Vorschlag:

quote:
Was ist der Rest, der √ľbrig bleibt,
auch wenn die Zeit verweht?
Dass Körper sich an Körper reibt,
und prompt ein Kind entsteht.

Das mit dem prompt stimmt zwar nicht ganz, schlie√ülich m√ľssen sich Eizelle und Spermie noch finden und das Produkt kann man ja noch nicht sofort Kind nennen, aber es unterstreicht vielleicht ja noch die Komik der Gesamtaussage, dass nur durch K√∂rperreibung gleich Zeugung stattfinde.

Soweit so gut, die √ľbrigen Strophen gefallen mir gut und dieses aus dem Rhythmus schie√üen in der zweiten Strophe klingt v√∂llig legitim, zumindest beim zweiten Durchlesen.

Schönen Gruß,

Tristan
__________________
[Wer weiß, was uns erwartet?]

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