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Leselupe.de > Ungereimtes
Liebe werd’ mir nicht zur Qual
Eingestellt am 25. 04. 2007 14:15


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Andrasch
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deine Hände bluteten schon lange
damals im Café \'Les Deux Magots\'
du maltest deinen Gott
und legtest den Kopf
in das Maul eines Löwen
sterben müssen um zu leben
verschlungen werden,
von dem was dich zärtlich
an den Nackenhaaren berührte


Ich bin lebendig ohne in mir zu leben
Und so stark ist mein Verlangen
dass ich daran sterbe nicht zu sterben

*Dora Maar


einzig bleibt die Frage
nach der unmöglichen Liebe
der weinenden Frau
existent im Augenblick
ohne Vergangenheit
ohne Zukunft

nur der Tod eilt ihr voraus

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Haremsdame
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Hallo Andrasch,

zuerst einmal herzlich Willkommen hier in der Leselupe.
Ich habe heute Deine Zeilen herausgesucht, da ich es einfach schade finde, wenn ein Werk ganz ohne jede Rückmeldung bleibt. Schließlich willst Du uns ja etwas damit sagen und fragst Dich, ob das auch irgendwo ankommt.

Ich muss ehrlich zugeben, es fällt mir schwer, mich auf Deine Zeilen einzulassen.

quote:
deine Hände bluteten schon lange
schreibst Du. Wenn ich von blutenden Händen lese, denke ich Mörder. Gibt die letzte Zeile
quote:
einzig der Tod eilte ihr voraus
meiner Vermutung recht?

Aber was soll ich dann mit den Zeilen anfangen, die dazwischen stehen?

quote:
damals im Café \'Les Deux Magots\'
du maltest deinen Gott
und legtest den Kopf
in das Maul eines Löwen
Geht es hier um einen Dompteur im Zirkus? Oder geht es um einen Zuhälter? Oder einfach nur um eine Erinnerung?
quote:
sterben müssen um zu leben
verschlungen werden,
von dem was dich zärtlich
an den Nackenhaaren berührte
Diese Zeilen sind Dir außerordentlich gut gelungen. Daran kann ich nichts aussetzen , obwohl ich darüber nachgedacht hatte.
quote:
Ich bin lebendig ohne in mir zu leben
Und so stark ist mein Verlangen
dass ich daran sterbe nicht zu sterben
*Dora Maar
Wenn ich das richtig interpretiere, sind diese Zeilen nicht von Dir. Zitate in der Lyrik sind mir bisher noch nicht begegnet. Aber warum nicht?
quote:
es bleibt die Frage
nach der unmöglichen Liebe
existent im Augenblick
die weinende Frau
ohne Vergangenheit
und ohne Zukunft
Oh, Gott! Wegen einer unmöglichen Liebe hat eine Frau weder Vergangenheit noch Zukunft? Ist das nicht eine Idealvorstellung? Aber gut: Nicht erfüllte Idealvorstellungen sind wohl oft der Treibstoff zum Schreiben. Wie Du siehst, sagt mir der Inhalt dieser Worte wenig bis nichts. Wogegen mich die Wortwahl und der Klang dieser Worte ansprechen.
Tut mir leid, dass ich nicht in Lobgesänge verfallen kann! Vielleicht kannst Du mir ein paar Erklärungen geben, so dass ich Deinen Text besser verstehen kann? Vielleicht gelingt es uns gemeinsam etwas mehr draus zu machen?
So, wie er jetzt da steht, wäre er mir höchstens eine Drei wert. Aber das könnte sich ja noch ändern, wenn Du willst...
Damit Dir nicht die Lust am Schreiben vergeht. Denn das wäre schade...
abendliche Grüße
von Haremsdame





__________________
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

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Andrasch
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Hallo zusammen.

Diese Zeilen sind wie memo vermutet hat, Dora Maar gewidmet.

Ihre Hände bluteten, als Dora Maar Picasso in einem Pariser Café (Les Deux Magots) begegnete. Sie spielte ein ungewöhnliches Spiel mit einem Messer, wobei die Spitze im schnellen Wechsel die Zwischenräume ihrer Finger treffen sollte. Dieses Messer hatte ihr ihr Vater als Kind geschenkt. Eine Art dumme Angewohnheit, bei der sie sich immer wieder verletzte. Picasso wurde auf die attraktive, wie ungewöhnliche Frau aufmerksam, die auf ihren schmalen Händen zahlreiche alte, wie neue Wunden hatte. Da sie in Argentinien aufgewachsen war, antwortete sie Picasso in seiner Heimatsprache, was ihm sehr imponierte. Damals trug sie schwarze Spitzenhandschuhe mit kleinen Rosen verziert, die er an sich nahm und fortan für sich behielt. Eine geschichtsträchtige Geste, die in der Literatur als Beginn für ihre Liebesbeziehung steht.

Dora Maar war bis zu ihrer Begegnung mit Picasso eine intellektuelle Künstlerin, Fotografin und Malerin und gehörte den geistig gebildeten und kontroversen Kreisen Paris an. Picasso zeichnete viele Bilder von seiner Muse, aber im Gegensatz zu seiner anderen Liebschaft Marie Thérèse, verwendete er bei Dora Maar stets dunkle Farben und bediente sich dabei oft einer surrealistischen Darstellung.
Dora Maar durfte das Gemälde Picassos 'Guernica' in den verschiedenen Stadien seiner Entstehung fotografieren. Dieses Bild ist eines der berühmtesten Picassos und es zeigt die vollständige Zerstörung der spanischen Stadt während des Bürgerkriegs. Als Spanier war es gleichermaßen ein seelisches Fiasko Picassos. Dora Maar war die Lichtträgerin auf diesem Bild. In einer Ecke zeichnete Picasso Dora Maar als die Frau mit der Laterne. Allerdings sind sich hier die Gelehrten nicht einig, da ihre Gesichtszüge Ähnlichkeiten mit Marie-Thérése zeigen. Ihn bei der Arbeit zu beobachten, war nur wenigen Auserwählten gestattet. Es brauchte die kreative Symbiose mit dem Betrachter, eine Art Befruchtung, um dies geschehen zu lassen. Fotografieren durfte ihn beim Malen nur eine. Dora Maar. Sie war die 'weinende Frau' in einem Gemälde von Picasso, welches ebenfalls als eins seiner bekanntesten gilt.

In einer Beschreibung über Dora Maar heißt es, dass es für sie nach der bedingungslosen Liebe zu Picasso nur noch die Liebe zu Gott geben konnte. Nachdem er sie verließ, litt sie unter schweren Depressionen. Sie wurde für ein paar Wochen in eine psychiatrische Klinik in Sainte-Anne eingewiesen, wo sie mit Elektroschocks behandelt wurde, was sie fast vollends psyschisch wie physisch zerstörte. Nach ihrer Entlassung lebte sie zurückgezogen und fotografierte nicht mehr wieder. Sie malte Landschaftsbilder und suchte Trost in der Religion. Ihre große Liebe Picasso sah sie nur noch einmal in ihrem Leben.

Vier Jahre vor seinem Tod schickte Picasso Dora Maar ein kleines Päckchen, das sie erst nach seinem Tod öffnen sollte. Was sie auch tat. Es enthielt einen Ehering mit den Initialen P und D. Es war unmöglich diesen Ring zu tragen, da ihm innen ein spitzer Dorn anhaftete, der sich beim Tragen unweigerlich ins Fleisch gebohrt hätte. Die Liebe zwischen Dora Maar und Picasso war eine wahre und unmögliche Liebe. Für mich faszinierend und zerstörerisch in ihrer Einzigartigkeit. Deshalb dieses Gedicht.

Danke für Euren Leseeindruck.


Andrasch

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