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Leselupe.de > Humor und Satire
Lieber Herr Suhrkamm
Eingestellt am 28. 03. 2002 14:17


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majissa
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Lieber Herr Suhrkamm,

Haben Sie recht herzlichen Dank f├╝r Ihre Absage, die mich am 18.02.2002 erreichte und bis heute leider unbeantwortet blieb.

Durch ein Versehen meiner Mitarbeiterin, die ich eigens f├╝r die Beantwortung meiner Verlagsabsagen angestellt habe, geriet Ihr Brief zu meinem gr├Â├čten Bedauern ├╝ber einen l├Ąngeren Zeitraum verlustig.

In Ihrem Schreiben bedanken Sie sich f├╝r mein Interesse an Ihrem Verlag. Es ist wirklich nicht n├Âtig, Herr Suhrkamm, da├č Sie sich so herzlich bedanken. Gerade, weil ich Ihrem Hause ein gesteigertes Interesse entgegenbringe und Ihnen auch in Zukunft meine Werke nicht vorenthalten m├Âchte, ist es mir doppelt unangenehm, da├č Sie so lange auf meine Reaktion warten mussten.

Leider wird es mir aber im Hinblick auf die hier eingehenden Flut von Verlagsabsagen nicht m├Âglich sein, so intensiv wie gewohnt auf den Inhalt Ihres Schreibens einzugehen. Dies bedeutet kein abschlie├čendes Urteil ├╝ber dessen Qualit├Ąt, sondern hat allein mit der gro├čen Anzahl der Verlage zu tun, die ebenfalls auf meine Antwort warten. Dennoch habe ich Ihrer herzlichen Absage die gleiche sorgf├Ąltige Pr├╝fung zukommen lassen wie Sie, lieber Herr Suhrkamm, meinem Manuskript ÔÇ×Wei├čkohl im Schnabel des SpechtesÔÇť.

Zu meiner gro├čen Freude hat Ihr Lektorat wie gew├Âhnlich keine Spuren auf meinen Textseiten hinterlassen. Weder h├Ą├čliche Kaffeeflecken noch verwischte Zigarettenasche. Ein paar gr├Ą├čliche Haarschuppen auf der ersten Seite, schon, aber im gro├čen und ganzen erhielt ich mein Manuskript nahezu keimfrei zur├╝ck. Es liegt die Vermutung nah, da├č Sie mit Handschuh und Pinzette arbeiten. Unter klinischen Bedingungen zur Substanzsicherung. Ja? Besch├Ąftigen Sie Buchrestaurateure? Das w├Ąre mir neu, aber im Hinblick auf die zunehmend morbide und zerfallsbedrohte Papierqualit├Ąt durchaus verst├Ąndlich. Sie werden mir sicher zustimmen, da├č das Papier der heutigen Zeit bereits durch einen l├Ąngeren Blick zu ersten Korrosionserscheinungen neigt. Deswegen benutze ich nur noch ein sehr ausdrucksstarkes, handgesch├Âpftes Pflanzenpapier aus Simbabwe. Doch das wird Ihnen sicher schon aufgefallen sein.

Es streichelt meine schriftstellerische Seele, da├č Sie keine Bem├Ąngelungen gefunden haben. Nicht einen einzigen Federstrich, keine noch so winzige Randbemerkung. Also waren all meine Zweifel v├Âllig unbegr├╝ndet. Sie k├Ânnen sich unschwer vorstellen, wie nervenaufreibend es ist, den Spannungsbogen bei einem Thema zu halten, das den Wei├čkohl zum Gegenstand hat.

Sie schreiben mir, wie gern Sie mein Buch ver├Âffentlichen m├Âchten, aber nicht k├Ânnen, weil Sie Verpflichtungen gegen├╝ber Ihren Hausautoren haben. Dar├╝ber hinaus bringen Sie nicht einfach nur ein Buch heraus, sondern begleiten das Werk Ihrer Autoren lebenslang. Das ist so nett, Herr Suhrkamm. Das ist wahre Treue und Philosophie. Wenn es eine M├Âglichkeit gibt, Hausautor bei Ihrem Verlag zu werden, so bitte ich freundlich um die ├ťbersendung eines entsprechenden Bewerbungsbogens. Wenn die Kapazit├Ąt an Hausautoren jedoch bereits ersch├Âpft ist, dann seien Sie so freundlich, mich auf die Warteliste zu setzen. Denn irgendwann sterben sie ja auch, die Hausautoren oder werden unheilbar krank.

Gern h├Ątte ich Ihnen ausf├╝hrlicher geantwortet. Mit der Bitte um Verst├Ąndnis w├╝nsche ich Ihnen weiterhin viel Kraft f├╝r die Bew├Ąltigung all Ihrer Post und verbleibe bis zum n├Ąchsten Manuskript

Mit freundlichen Gr├╝├čen
Ihre Frau Spechtschnabel

P. S. Als anst├Ąndige Ehefrau bleibt noch die Frage, ob man als Hausautorin in Ihrem Verlag in einer Wohngemeinschaft lebt oder auch ein Einzelzimmer beziehen kann.






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Haget
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MoinMoin Majissa,
ich habe "zuf├Ąllig" auch mal eine Geschichte gelesen; ansonsten suhle ich mich mehr in Gereimtem.
Und diese - Deine - Brief-Geschichte gef├Ąllt mir! - Oder nicht?
Also: Die beschriebene Angelegenheit gef├Ąllt mir nicht! - Idee und Umsetzung gefallen mir gut!

Frohe Ostern

__________________

Haget w├╝nscht Dir Gutes!
Selbst d├╝mmste Spr├╝che machen oft Sinn
- auch krumme Pfeile fallen irgendwo hin!

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majissa
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Lieber Haget,

da├č du mich lobst, freut mich, gerade, weil ich wei├č, da├č du ├╝berwiegend nur Gedichte kommentierst.

Liebe Gr├╝├če
Majissa

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Bruno Bansen
Guest
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nur Gereimtes?

Hi Majissa! Also zu v├Ârderst mal gro├čes Lob, wenn Du noch in der Lage bist, die Situation derartig gut in einer satirischen H├╝lle zu verpacken, wirst Du - w├╝nsche ich Dir - bald schon Erfolg haben. Ich wei├č, es frustet und jeder, der diese H├╝rde geschafft hat, wird mir beipflichte. Die Qualit├Ąt des Textes, sowie das st├Ąndige Bohren des Autoren (hoppla, reimt sich) wird irgendwann Erfolg haben und wenn Deine Texte, die ich mir jetzt mal gesammelt zu Gem├╝te f├╝hren will ebenso bissig sind, wie dieser "Brief", brauchst Du, glaube ich, keine Sorgenn zu haben, da├č Dir posthum Ehren zuteil werden und die Erben sich die H├Ąnde reiben...

Dir fr├Âhliche Ostereier!

...und an Hans-Georg der Tip, es gibt Highlights wie dieses hier bei den Texten, ich st├Âbere sie immer mal durch, besonders die, die noch nicht kommentiert, selten aufgerufen wurden oder von Leuten stammen, die bisher noch niedrige Posting-Gr├Â├čen aufweisen und bereits, ziemlichh unbeachtet, weiter nach hinten gerutscht sind, lohnt sich eigentlich immer!

Auch Dir wie vor & viele Gr├╝├če Euch beiden!

Bruno!

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majissa
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Lieber Herr Suhrkamm...

Lieber Bruno!

Ein Lob wie dies ermuntert schon,
ganz ohne H├Ąme oder Hohn,
denn nicht nur ist der Bauch gepinselt,
nein, auch der inn're Schweinhund winselt,
ihn st├Ąndig in den Arsch zu treten,
und nicht nur f├╝r Erfolg zu beten,
So will ich lieber H├╝rden w├Ąhlen
anstatt Verlagsabsagen z├Ąhlen.

Na ja, das war ein geschwindes Gedicht. Ein rasches aus Freude geborenes intuitives Etwas.
Verlagsabsagen kennen wahrscheinlich viele hier. Und ich kann nur raten, niemals aufzugeben. Beharrlichkeit f├╝hrt zum Ziel. Au├čerdem mu├č man gerade diese Dinge mit Humor sehen. Es freut mich sehr, da├č dir mein Brief gefallen hat. Wo nimmst du nur das Vertrauen f├╝r meinen baldigen Erfolg her? Das zu glauben f├Ąllt mir schwer. Vielleicht mu├č erst der Erbe her? (Hoppla, auch das reimt sich)

Auch dir und Haget w├╝nsche ich frohe Ostereier.

Vielfarbige Gr├╝├če
Majissa

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Haget
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MoinMoin ALLEN,

ich w├╝rde eigentlich gerne alles in der Lupe lesen und zu den mir gefallenden Texten meinen Senf geben. Aber ich m├Âchte zwischendurch auch noch essen, schlafen und etwas selbst verfassen.

Herrliches Wetter in Schleswig-Holstein
und doch wohl hoffentlich ├╝berall!

FROHE OSTERN
Hans-Georg
__________________

Haget w├╝nscht Dir Gutes!
Selbst d├╝mmste Spr├╝che machen oft Sinn
- auch krumme Pfeile fallen irgendwo hin!

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