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Leselupe.de > Kurzprosa
Lieber Mut
Eingestellt am 11. 12. 2002 10:20


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FlyingDutchman
Hobbydichter
Registriert: Dec 2002

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Lieber Mut,


es fĂ€llt mir schwer diese Zeilen an Dich zu schreiben, ist es doch ein Ein- und ZugestĂ€ndnis zugleich. Gerade deshalb weil Du mir immer auf eine außergewöhnliche Art Deinen Respekt gezeigt hast, mich aufgefangen hast wenn ich wieder in eine mir eigen angewandten Art versuchte den vorbestimmten Lebensinhalt selbst zu definieren.

Im unreifen Alter von dreizehn Jahren hast Du mich vor einer großen Dummheit bewahrt. Die Erweiterung meines Wissenshorizonts hatte fĂŒr mich zu jenem Zeitpunkt nicht die erste PrioritĂ€t. So ließ ich mich zu verbotenen Aktionen verleiten, worĂŒber ich damals auch noch stolz war. HĂ€tte ich zu jener Zeit nur annĂ€herend den Muse gehabt mich Deinem Stolz zu unterwerfen hĂ€tten wir unserer Mutter viel MĂŒhe und Arbeit erspart. Ich erinnere mich wie Du mich zu jenem Jahrmarkt mitnahmst auf dem sich die MĂ€nner ihrer Manneskraft durch sinnloses Hammerschlagen brĂŒsteten. Wo die MĂ€gde die Stallburschen trafen, um sich ein wenig von der streßigen TĂ€tigkeit ihrer Herrschaften erholten. Es war ein Wunderwerk der Technik, eine Faszination der Menschen. Und ich stand ungewollt verloren inmitten einer virtuellen Insel der Unvernuft. Lieber Mut, hĂ€tte ich Dich doch nur gefragt ob ich auch einmal den Hammer schlagen darf, so kĂ€me ich mir heute nicht so schĂ€big vor.
HĂ€tte ich die innere Kraft und die Ruhe gehabt die Sinnlichkeit mit der realen Wahrnehmung zu kombinieren, so hĂ€tte ich viel frĂŒher erkannt, daß nicht Du es warst dem ich nicht entgegenlaufen wollte, sondern meine eigene UnfĂ€higkeit, mein Stolz und meine Arroganz. Ein Stolz der unbegrĂŒndet die mediale Basis wies und damit das Feuer der Arroganz schĂŒrte.
Lieber Mut, laß mich die Saat der Vernunft ernten und die Wahrnehmung mit der virtuellen Welt eintauschen. Gib der SĂŒnde nicht das Feuer und der Macht nicht den Wegezoll.


__________________
Sami Abu-Bakr

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Abendsternchen
???
Registriert: Nov 2002

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Hallo Flying Dutchman,

ein hartes ResĂŒmee, das Du gegen Dich (bzw. der Ich-ErzĂ€hler gegen sich) richte(s)t. Du gehst ins Gericht mit Dir, lĂ€sst Deine (Jugend)jahre an Dir vorĂŒberziehen und lenkst Deinen Blick nur auf all die schlimmen Dinge, die getan wurden, oder die zumindest beabsichtigt waren.

Doch gleichzeitig spĂŒrt man auch den Reiz des Verbotenen, der Dich lockte, das Staunen und Bewundern scheinbarer großer Taten, die einem spĂ€ter gar nicht so besonders ruhmreich erscheinen.

Ein gelungener Text, der die GefĂŒhle und das Empfinden gut zum Ausdruck bringt.

Mögest Du die Saat der Vernunft ernten, vergiss aber nicht, dass auch ein wenig Unvernunft das Leben menschlicher macht :-), ein kleiner Traum aus der virtuellen Welt kann auch das ohnehin hart genug sich zeigende Leben ein wenig verschönern.

einen schönen Tag

lieben Gruß
vom
Abendsternchen

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