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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Liebes-Drama
Eingestellt am 12. 08. 2014 22:48


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Plastikbirne
Hobbydichter
Registriert: Apr 2014

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Kurzgeschichte #1

┬╗Kannst du es denn immer noch nicht erkennen?┬ź, fragte er sie noch etwas gereizter als zuvor. ┬╗Es ist doch viel zu dunkel, das Bild ist einfach schlecht!┬ź, sagte sie und legte das Handy auf den Tisch. Der alte Eichentisch, mitten im Wohnzimmer, auf dem noch das Abendessen von vorhin ausgebreitet war, knarzte ein wenig. ┬╗Es interessiert dich einfach nicht, gibs halt zu!┬ź. Das Wohnzimmer war modern und schlicht eingerichtet. An den W├Ąnden hiengen schwarz-wei├če Fotografien. Luisa hatte schon immer eine Vorliebe f├╝r diese Art von Einrichtung gehabt. Der schwere Eichentisch, verfertigt aus dunklem Holz, gab dem Zimmer einen k├╝nstlerischen Touch, der sich in zwei gro├čen, sehr lichtdurchl├Ąssigen Fenstern noch mehr best├Ątigt f├╝hlen konnte. ┬╗Es ist immerhin meine Schwester und ihr Neugeborenes!┬ź. Dem Kinderwunsch nachzukommen, ja, das war es, wonach er schon seit Monaten strebte. Doch sie wollte nicht mitmachen. Hatte keine Gr├╝nde genannt. Einfach das Thema abgebrochen. Seine Entt├Ąuschung gipfelte in einem Wutanfall, der einem schlafenden Vulkan glich, nun zum Ausbrechen angestachelt. Hei├če Lava schoss nun auf sie hinab. Verbrannte sie innerlich. Er stellte ihre komplette Beziehung in Frage, bezweifelte ihre Liebe, ihre Verbundenheit. Hatte er doch im Kopf alle M├Âglichkeiten durchgearbeitet, alles versucht. Sie f├╝hlte sich in die Enge getrieben. ┬╗Es liegt ja nicht an dir.┬ź. Fast schon flehentlich bittend wandte sie sich an ihn. ┬╗Du kannst gar nichts daf├╝r, bitte glaub mir doch!┬ź. Die Lava verfloss, er konnte nichts mehr entgegenbringen. ┬╗Dann sag mir halt, was es ist. So schlimm wird es wohl nicht sein.┬ź, lenkte er dr├Ąngend ein. Ihre gl├╝ckliche Beziehung verlief jahre lang ohne gr├Â├čere Probleme. Hier und da mal eine Diskussion ├╝ber Inneneinrichtung und Restaurantbesuche. Die Tatsache, dass sie oft die treibende Kraft war, st├Ârte ihn kaum. Doch hier hatte er etwas zu sagen. Er hatte seinen Traum zu verteidigen. Oft genug musste er nachgeben, sie ihre W├╝nschen durchsetzen lassen. Aber das war es, was er an ihr liebte. Ihr Feuer. Ihre Konfliktbereitschaft, immer auf Angriff. Getroffen hatte nach einem Opernbesuch mit ihrem damaligen Freund, der sie zu Tode langweilte, war er es, der den ersten Schritt gewagt hatte. Umwerfend sch├Ân, schlank, gro├č. Es war der Traum auf Erden. Ihm behagte es nicht, aber er war sich sicher, dass er ihr nachgeben k├Ânnte. Sie auf ein sch├Ânes Essen einladen und ├╝ber das Problem sprechen, ja, das musste funktionieren. Selbstsicher und mit einem L├Ącheln auf den Lippen, wandte er sich zu der Gestalt, zusammengekauert am Sofa lehnend. Er sah in ihrem zarten Gesicht die Tr├Ąnen. Sie war kaum noch die Person, die er kannte. ┬╗Ich kann nicht mehr mit dir zusammenleben. Es passt einfach nicht mehr.┬ź. Eine unendliche Sekunde vergeht, ehe er realisiert, was passiert. Er schluckt und sein Magen verkrampft sich, nicht bereit eine solche Nachricht zu verdauen. Wie zwei d├╝rre ├äste, die man mit einer Axt abschlug, brechen seine Knie nacheinander zusammen. Kann sich eben noch so auf den Sessel retten. Ihm droht, der Boden unter den F├╝├čen wegzubrechen, hinunterzust├╝rzen in die Leere und Verzweiflung. ┬╗Pass auf, ich habe die Zeit mit dir genossen, wirklich, aber du bist.. einfach nicht der Richtige f├╝r mich.┬ź. Ein letzter Hauch hatte gefehlt, um ihn aus der Verankerung zu rei├čen. Aus dem Ger├╝st des Verstandes, welches seine Emotionen abgefangen und zu halten versucht hatte. Alles kippte. Dieser Schlag warf es mit brutaler H├Ąrte um. Dutzende von Gedanken kamen ihm in den Sinn, verdr├Ąngten jegliche Konzentration. ┬╗Sch├Ânen Abend noch.┬ź, fl├╝sterte sie leise mit bitterer Ironie, zog die T├╝r zu und war weg. Kein Abend wird mehr sch├Ân sein, dachte er gequ├Ąlt. Nie wieder wird er Freude und Liebe empfinden k├Ânnen. Es war aus. Keine Frauen mehr kennenlernen, niemals Vater werden, all das dr├╝ckte auf ihn wie ein tonnenschwerer Fels. Wie ein Tier gefangen in der Einsamkeit, sa├č er auf der Armlehne des Sessels und wusste nicht was zu tun war. In sich gesunken, komplett demotiviert, wiegte er sich langsam und behutsam in den Schlaf.

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"Wer immer tut, was er schon kann, bleibt
immer das, was er schon ist." (Henry Ford)

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