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Leselupe.de > Gereimtes
Liebesbrief
Eingestellt am 10. 01. 2006 22:54


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Ameli
Hobbydichter
Registriert: Jan 2006

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Liebesbrief

Einen Liebesbrief schick ich hinter dir her,
einen Liebesbrief erst, dann immer mehr
Aus Angst, denn ich könnt’s kaum ertragen,
dir all die Dinge nicht zu sagen,
zu schreiben vielmehr und deswegen
will ich alles schriftlich niederlegen.

So fĂĽllt sich dein Briefkasten mehr und mehr
Du wirst der Brieftwust nicht mehr Herr,
du strampelst schreist und weigerst dich,
das anzunehmen – doch ohne mich!
Ganz unbeirrt fĂĽllt meine Feder
den Tropf fĂĽr deinen Liebeskatheder.

„Mein Herz“ schreib ich, „mich schmerzt’s so sehr,
setzt du dich doch gegen die Liebe zur Wehr
und verweigerst gar, so hörte ich
meinen Brief anzunehmen, fĂĽrchterlich
wie du dich meiner widersetzt
während ich hier, völlig abhetzt,
zum Postamt renne jeden Tag,
um das zu tun was ich so mag:
dir meine Liebe zu beschreiben.
Ich sag dir: Du bist zu beneiden.

Unbeirrt, wie ich bereits sagte,
kritzle ich weiter und der vermeintlich Geplagte,
schlieĂźt vor mir seine TĂĽre zu,
schimpft, wettert: „Lass mich bloß in Ruh’!
Deine Liebesbriefschreiberei,
wie oft soll ich’s sagen: ist mir einerlei!

Deine Briefe machen mein Zimmer zur Gruft,
sie engen mich ein, ich krieg kaum noch Luft,
sie verdunkeln den letzten Sonnenstrahl,
versperren die TĂĽre allzumal,
die lästigen Zettel hängen an mir dran,
und ich versuche wo ich kann,
was schönes ihnen abzulesen,
doch schön ist nur der erste gewesen.“

BekĂĽmmert schĂĽtt ich nun die Tinte aus,
verbrenn alles Papier in meinem Haus,
nehm’ alle Briefe und trag sie weg,
in ein geheimes Brief-Versteck.
Dort schlieĂź ich sie ein und mich dazu:
Sieh jetzt hast du deine Ruh.

Der Liebesbrief aber, der erste eben,
wird ewig fĂĽr mich weiterleben
und dir zeigen, jeden Tag,
was ein verschmähter Brief zu tun vermag.



Ameli

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