Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5468
Themen:   92971
Momentan online:
366 Gäste und 17 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Anonymus
Liebesbrief an eine ferne Geliebte
Eingestellt am 19. 04. 2006 15:33


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Mein Liebes, ich schreibe, obwohl der Brief nie sein Ziel erreicht. Trotzdem denke ich, dass du all meine Gedanken spĂŒrst. Es ist spĂ€t abends. Aber ...

Nein, heute ist nicht die Zeit einfach zu Bett zu gehen, zu schlafen, und dem kleinen Bruder Tod fĂŒr eine Weile des Vergessens dankbar zu sein.

Nicht immer kann, darf, mag ich fĂŒr eine Weile vergessen. Wenn ich auch, kontrĂ€r dazu manchmal froh bin, mir zu ent-gehen. Dann, wenn die Sehnsucht zu groß ist und ich mich ihr nicht ausliefern kann. Denn immer bist du in mir, lebst du in mir, atmest du in mir. Immer bist du die Sehnsucht, der Wunsch, die Hoffnung. All die Jahre, die wir beide, alleine und doch untrennbar zusammen, durchleben.

Liebe lebt sich getrennt sehr nah, wenn man um sie und sich weiß. Es bedarf keiner BestĂ€tigung. Es ist.

So einfach klingt dieses ‘ist’. Keine Fragen ob und wie. Keine Ungewißheit, keine Eifersucht, ausser der auf die Zeit, die uneinholbar vergeht.

Unendlich viele NĂ€chte bin ich auf deiner Spur. Wie ein Raubtier, das einer FĂ€hrte folgt spĂŒre ich den Atem unserer Liebe. KĂŒsse, die deinen Atem trinken. Die sich in deinem Mund verlieren, auf unseren Seelen eingravieren: ich liebe dich! SpĂŒre ich deinen Körper, der sich im Rhythmus der Leidenschaft in mich hineinzieht. Der mich nimmt, erobert, loslĂ€ĂŸt, um mir eigenes FĂŒhlen zu schenken. FĂŒhlen, das sich in Liebeslauten in deinem Mund ergießt, sich an deiner Schul-ter in GlĂŒckstrĂ€nen mit unserem Schweiß vermischt.

Mit jedem Herzschlag will ich dich. Mit jedem Gedanken. Mit jedem Wechsel der Jahreszeiten erhoffe ich wieder den Sommer, der dich mir schenkte. Hoffe ich auf ein Wunder, das Gegenwart und Zukunft zur Vergangenheit werden lÀsst, zum Stillstand der Welt, der Zeit, die uns gehört.

Zikadengegeige holt vergĂ€ngliche Stunden ein, untermalt sie. Ein Sommer, Liebe und du. Ein Sommer, der sich in kurzen Stunden verlief. Zu uns. Der an unserer Haut klebte, mit seinen Melodien, den Nachtbildern am sternĂŒbersĂ€ten Himmel. Sommerwind der durch Grashalme fuhr, unsere Haut kĂŒhlte, die sich schweißig aneinander drĂ€ngte. Ein gelber Mond, der uns durch fliehende Wolken sah. UnersĂ€ttliche Leidenschaften einer grenzenlosen Liebe. Worte, die wir auf unsere Haut malten, und sich wie TĂ€towierungen einbrannten.

So wie ich dich will, so willst du mich. Wo immer du bist, wo immer ich bin. Es ist kein Traum, sondern tiefste Gewissheit. Ein Wunder, das uns geschah und immer wieder geschieht, solange es uns gibt. Das uns tief zusammen schmiedet. Jeder lebt sich. Doch das aus uns geborene Wir ist etwas ganz Neues. Es erlebt sich tĂ€glich, will tĂ€glich seine ErfĂŒllung, fragt nicht nach dem Warum, dem Wieso.

Wir haben uns ZwÀngen unterworfen, die schwerer zu ertragen sind als ein gewöhnlicher Alltag. Schwerer zu bestehen als Gewohnheiten, die wie StrÀflingsketten an Menschen hÀngen.
Um ErfĂŒllung zu wissen, sie nicht ausleben zu können, ausser in Tausenden von einsamen NĂ€chten, Tausenden von unerfĂŒllten TrĂ€umen, zeugt von lebendigem lebendig sein. Davon, dass nichts in die AbgrĂŒnde des Vergessens fiel, in die GrĂ€ben des Aufgebens, in die Kloaken der Sinnlosigkeit. Es zeugt von Werten eins zu einer Million und mehr.

Dir zu begegnen und zu gehören, allein dazu bin ich auf die Welt gekommen. Mein Weg fĂŒhrte von Anbeginn an zu dir. Und dir erging es nicht anders. Wie anders hĂ€tten wir uns begegnen können unter dieser Welt von Menschen? Wie anders wĂ€re diese Bedingungslosigkeit der Liebe in uns?

Ich darf nicht die einsamen KĂ€mpfe vergessen, dieses Auf-begehren, mit der Sinnlosigkeit einer Trennung unsere Le-benszeit zu durchleben. Aber die Akzeptanz, die wir uns ge-genseitig bestĂ€tigten, die Lebensformen, die jeden von uns so machte, dass wir uns lieben konnten, das ist die Basis. Bestimmt wĂ€ren wir im tĂ€glichen Miteinander nicht mehr die Menschen, als die wir uns begegnet sind. Wir hĂ€tten uns an-gepasst, dem Kleinkram des Lebens, der uns durch die Tren-nung so wunderbar erscheint, unser Opfer gezollt. Dies nur vielleicht und immer dann als Trost, wenn der Schmerz der Trennung zu groß ist. Die Gedankenschmiede funktioniert immer, aber sie Ă€ndert nichts an WĂŒnschen und Wollen.
Aber nie, nie möchte ich auch nur einen Augenblick unseres Lebens missen. Wenn Liebe von Gott geschaffen wurde, dann hat er sie in unser Leben gelegt. Und die Augenblicke wirklichen Gehörens zu Höhepunkten gemacht, die mehr sind als der Alltag durchlebter Körperlichkeit.

Was auch kommt, wir haben Einmaliges. Etwas, das ĂŒber allen Grenzen steht. Das den Unterschied zwischen Sein und Nichtsein ĂŒberwindet, sosehr vom Leben durchtrĂ€nkt ist, dass selbst der Tod nicht und nichts trennen kann.

Wir werden uns immer wieder begegnen, unsere Stufen der Liebe auch dann durchleben. Zuerst im Weiterleben des an-deren, dann in der Gemeinsamkeit des Todes. Und dann?
Ich muß es nicht wissen. Ich weiß, wir haben uns. Endlos in unserer Liebe.

Alles um mich herum ist Widerhall. „Ich liebe dich!“
Niemand weiß um dich. Und so kann ich ĂŒberall mit dir sein, in dir sein, uns erleben. Wir gestalten eine Welt fĂŒr uns.

Jetzt erst werde ich mich dem Schlaf ausliefern. Ihm und den TrĂ€umen, wenn sie kommen. Werde ĂŒber Zeit und Raum hinweg dir nahe sein, dich fĂŒhlen, uns erleben. Und morgen... gibt es eine neue Welt fĂŒr uns.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

ich hoffe, dass die geliebte den brief mit dem richtigen
herzschlag liest. mir war es zu viel geschwafel.

bon.

Bearbeiten/Löschen    


Elfi
???
Registriert: Feb 2006

Werke: 41
Kommentare: 28
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Elfi eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hi

deinen "Brief" fand ich klasse!
Möge deine Geliebte, sollte sie den Brief lesen, der Sehnsucht nach Dir standhalten, damit sich die Ewigkeit dieser Liebe erfĂŒllt!

__________________
Das Paradies beflĂŒgelt deine Fantasie, und nur mit den FlĂŒgeln deiner Fantasie gelangst du ins Paradies.

Bearbeiten/Löschen    


Burana
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo!
Dein Brief an sich gefĂ€llt mir gut. Ich hatte aber ab der HĂ€lfte ungefĂ€hr MĂŒhe, 'dabei' zu bleiben. Da hat er 'LĂ€ngen', die den Lesefluss ausbremsen. Ich hoffe auch, dass die ferne Geliebte bis zum Schluss durchhĂ€lt! So oder so... Liebe GrĂŒĂŸe! Burana

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Anonymus Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!