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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Liebesfeuer
Eingestellt am 29. 07. 2008 03:57


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Diana Leibacher
Autorenanwärter
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Liebesfeuer

Wie sehr ich sie liebte, diese wunderschöne Frau, die vor mir auf dem Bauch im Sand lag. Mit Sorgfalt nehme ich ein wenig von dem Öl und verteile es in meiner Handfläche, betrachte ihren wundervollen Körper.

Um nichts in der Welt würde ich unsere schönen Momente hergeben. So vieles haben wir gemeinsam erlebt. Zuhause in Berlin haben wir uns das erste Mal gesehen. Es war Liebe auf dem ersten Blick. Ich wusste damals sofort, dass sie die richtige für mich war.
Ich folgte ihr nach unserer ersten Begegnung vorsichtig bis zu ihrer Haustüre und las das Namensschild nachdem sie schon lange verschwunden war. Der Name meiner Angebeteten entsprach genau meinen Vorstellungen. Venezuela, du dunkle Schönheit mit den braunen, sanften Augen, dem perfekten Kussmund, dem schlanken Hals, anmutig wie ein schwarzer Schwan.

Ich arrangierte zufällige Treffen und so konnte ich sie richtig kennen und schätzen lernen. Wir verbrachten viel Zeit miteinander. Wir brauchten auch nicht miteinander zu sprechen, wir sahen uns und ich verstand sie: ihre Bedürfnisse, ihre Vorlieben, ihre Sorgen und auch ihre Freuden. Ich teilte alles mit ihr.

Zwei Jahre ist es nun her, dass ich sie zum ersten Mal sah. Keine Minute bereue ich. Aus Liebe schenkte ich ihr diese Reise hierher, nach Venezuela. SchlieĂźlich sollte sie das Land kennen lernen, dem sie ihren Namen verdankte. Es war ein Gedicht, ihre Freude ĂĽber mein Geschenk zu sehen, sie tanzte vor GlĂĽck. NatĂĽrlich begleitete ich sie, wollte doch an ihrer Freude wie immer teilhaben. Wenn sie glĂĽcklich war, war ich es auch.

Im Flugzeug nebeneinander sitzend, sprachen wir begeistert darüber was wir alles besichtigen wollten, so viele Pläne.

Das Öl tropft von meinen Händen in den Sand. Welch eine Verschwendung. Sanft gleiten meine Hände über ihren Körper, mit Liebe und Bedacht, keine Stelle auslassend. Fühle endlich ihre Muskeln, das Muttermal an der Hüfte, die Narbe am Bein, die Haare ihrer Scham und das Tattoo auf ihrer Schulter. Ihr Leib glänzt im Abendrot. Sehnsüchtig streiche ich ihre verkrusteten Haare aus der Stirn, sehe ihr ein letztes Mal in die Augen, die mich anflehen nicht zu gehen.

Langsam schlieĂźe ich die Flasche mit dem Ă–l, dessen leerer Bauch eine spezielle Mischung beinhaltet hatte, leicht entzĂĽndlich.

Warum bist du zu diesem Schönling gegangen? Warum hast du dich entweihen lassen? Du warst für mich bestimmt. Alles hätte ich dir verziehen, nur das nicht.
Weine nicht, denn das macht mich traurig, es sagt mir, dass du nichts bereust. Zwei Streichhölzer sollten ausreichen, du kannst mir nie wieder wehtun.


Interner Polizeibericht (Ausschnitte):
…. Venezuela D. (22) war wohnhaft und berufstätig in Berlin. In ihrem privaten Leben gab es keinerlei bekannte Beziehungen ……
…. Bei ihr wurde in den verkohlten Resten einer Handtasche, der Gewinngutschein eines Kaufhauses über eine Reise nach Venezuela mit 5 Übernachtungen für eine Person gefunden. Sowie eine Urkunde über den Millionsten Besuch eines Berliner Kaufhauses….
… junge Frau wurde vor ihrer Verbrennung niedergeschlagen, erlangte aber kurze Zeit später wieder das Bewusstsein. Sie war an Händen und Füssen gefesselt. Reste eines Stoffes und Klebeband (Panzertape) um und in ihrer Mundhöhle lassen darauf schließen dass sie geknebelt war……
…Der mutmaßliche Täter war ungefähr 1,77m Groß und ca. 80kg schwer. Fingerabdrücke sind leider nicht mehr rekonstruierbar, aber die Form eines Handabdrucks im Sand, der nicht zu dem Opfer passt, lässt beim Täter auf eine Frau schließen….
… Ein Augenzeuge berichtet, dass er zuerst annahm ein Lagerfeuer zu sehen, neben dem eine Frau in Jeans und Bluse eine Zigarette rauchte. Allerdings verschwand die Frau nach seiner Aussage relativ schnell mit einem Motorrad ihm unbekannter Herkunft, was ihn dazu veranlasste zum Feuer zu gehen, um es zu löschen….


Version vom 29. 07. 2008 03:57

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Retep
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jun 2008

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Hallo Diana, habe deine Geschichte gerne gelesen, die Pointe hätte ich so nicht erwartet, finde sie gut.
Eigentlich sind es ja zwei Pointen, hätte auch nicht erwartet, dass es sich um zwei Frauen handelt.

- Du stellst zwei Hauptpersonen in den Mittelpunkt, eigent-
lich nur eine, und zeigst einen entscheidenden Einschnitt
mit relativ wenig Handlung. Die Handlung ist
einsträngig, die Sprache einfach. Die Personen werden nur in
Aspekten beschrieben.
( Typische merkmake einer Kurzgeschicht)



Einige Anmerkungen aus persönlicher Sicht, ob du davon etwas aufgreifen willst, ist deine Sache, es ist deine Geschichte.

- Die Ăśberschrift finde ich sehr treffend.
- Den Namen "Venezuela" wĂĽrde ich noch einmal ĂĽberdenken.
(Es gibt in SĂĽdamerika viele Inseln, die Frauennamen tra-
gen, den Namen "Venezuela" habe ich noch nie gehört.)

- Die Einleitung finde ich etwas zu lang, Abschnitt
2,3,4,ebenfalls den Schluss. (Polizeibericht)

- Die Geschichte könnte auch so enden:

quote:
Zwei Streichhölzer sollten ausreichen, du kannst mir
nie wieder wehtun.

- Im Polizeibericht werden aus Spuren SchlĂĽsse gezogen, die
fĂĽr mich nicht nachvollziehbar sind.


- Vielleicht solltest du Sachverhalte, die du in den Abschnit-
ten 2,3,4 ausfĂĽhrst in die Geschichte einbauen, nicht vor-
weg nehmen.
Die Geschichte könnte auch mit folgendem Satz beginnen:
quote:
Das Öl tropft von meinen Händen in den Sand.


GruĂź

Retep




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Diana Leibacher
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Registriert: Aug 2000

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Hallo Retep,

danke fĂĽr deine konstruktive Kritik. Dieses Werk ist gestern Abend in einer halben Stunde in der Badewanne entstanden *schmunzel* und bedarf bestimmt noch einiger Korrekturen.

Der Polizeibericht hat einzig und allein den Zweck, dem Leser klar zu machen, dass das Opfer und die Täterin keineswegs liiert waren. Aus diesem Grunde kommt das Opfer auch nicht zu Wort, nur ihre Mörderin. Als mein Mann die Geschichte las, wurde ihm erst durch den Polizeibericht klar, dass die Täterin eine Stalkerin ist.

Darin liegt auch mein Problem die Geschichte zu verändern, ohne sofort darauf aufmerksam zu machen. Aber ich werde die Tage ein wenig darn basteln.

Lieben GruĂź
Diana

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Diana Leibacher
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Registriert: Aug 2000

Werke: 17
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Hier eine Möglichkeit, wie ich nach einigem Nachdenken mir die Geschichte auch vorstellen könnte. Zumindest das Ende. Sagt mir, ob das besser ist.

GruĂź
Diana


Liebesfeuer

Wie sehr ich sie liebte, diese wunderschöne Frau, die vor mir auf dem Bauch im Sand lag. Mit Sorgfalt nehme ich ein wenig von dem Öl und verteile es in meiner Handfläche, betrachte ihren wundervollen Körper.

Um nichts in der Welt würde ich unsere schönen Momente hergeben. So vieles haben wir gemeinsam erlebt. Zuhause in Berlin haben wir uns das erste Mal gesehen. Es war Liebe auf dem ersten Blick. Ich wusste damals sofort, dass sie die richtige für mich war.
Ich folgte ihr nach unserer ersten Begegnung vorsichtig bis zu ihrer Haustüre und las das Namensschild nachdem sie schon lange verschwunden war. Der Name meiner Angebeteten entsprach genau meinen Vorstellungen. Venezuela, du dunkle Schönheit mit den braunen, sanften Augen, dem perfekten Kussmund, dem schlanken Hals, anmutig wie ein schwarzer Schwan.

Ich arrangierte zufällige Treffen und so konnte ich sie richtig kennen und schätzen lernen. Wir verbrachten viel Zeit miteinander. Wir brauchten auch nicht miteinander zu sprechen, wir sahen uns und ich verstand sie: ihre Bedürfnisse, ihre Vorlieben, ihre Sorgen und auch ihre Freuden. Ich teilte alles mit ihr.

Zwei Jahre ist es nun her, dass ich sie zum ersten Mal sah. Keine Minute bereue ich. Aus Liebe schenkte ich ihr diese Reise hierher, nach Venezuela. SchlieĂźlich sollte sie das Land kennen lernen, dem sie ihren Namen verdankte. Es war ein Gedicht, ihre Freude ĂĽber mein Geschenk zu sehen, sie tanzte vor GlĂĽck. NatĂĽrlich begleitete ich sie, wollte doch an ihrer Freude wie immer teilhaben. Wenn sie glĂĽcklich war, war ich es auch.

Im Flugzeug nebeneinander sitzend, sprachen wir begeistert darüber was wir alles besichtigen wollten, so viele Pläne.

Das Öl tropft von meinen Händen in den Sand. Welch eine Verschwendung. Sanft gleiten meine Hände über ihren Körper, mit Liebe und Bedacht, keine Stelle auslassend. Fühle endlich ihre Muskeln, das Muttermal an der Hüfte, die Narbe am Bein, die Haare ihrer Scham und das Tattoo auf ihrer Schulter. Ihr Leib glänzt im Abendrot. Sehnsüchtig streiche ich ihre verkrusteten Haare aus der Stirn, sehe ihr ein letztes Mal in die Augen, die mich anflehen nicht zu gehen.

Langsam schlieĂźe ich die Flasche mit dem Ă–l, dessen leerer Bauch eine spezielle Mischung beinhaltet hatte, leicht entzĂĽndlich.

Warum bist du zu diesem Schönling gegangen? Warum hast du dich entweihen lassen? Du warst für mich bestimmt. Alles hätte ich dir verziehen, nur das nicht.
Weine nicht, denn das macht mich traurig, es sagt mir, dass du nichts bereust. Zwei Streichhölzer sollten ausreichen, du kannst mir nie wieder wehtun.

Langsam ziehe ich ihr das Klebeband vom Mund. Sie ringt nach Luft, aber das einzige was sie zu sagen hat ist:
"Wer sind sie? Warum machen sie das?"

-
-
-

Nahe den verkohlten Ăśberresten der Frau flattert ein Blatt im Wind. Ein Reisegutschein nach Venezuela fĂĽr eine Person als Gewinnerin eines Preisausschreibens.

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HS
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2008

Werke: 1
Kommentare: 9
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Hallo!

Ich finde Deine Geschichte richtig gut! Dass es sich beim Mörder um eine Frau handelt, find ich am besten, weil man da überhaupt nicht drauf kommt! Aber wird das jetzt in Deinem zweiten Text überhaupt klar? Hab ich da was überlesen?

Aber ehrlich gesagt habe ich schon ziemlich schnell geahnt, dass es sich um einen Stalker handelt. "Ich arrangierte zufällige Treffen" ist schon ein erster, für mich zu klarer Hinweis darauf, dass das ganze einseitig ist! Deswegen war das Ende für mich zwar auch gruselig, aber nicht wirklich überraschend...

Ich finde, Du schreibst richtig gut und spannend! Ich finde es auch nicht schlimm, wenn ein paar Sachen unklar bzw. offen bleiben, wie das mit dem Reisegewinn.

Ich weiĂź auch nicht, ob es sinnvoll ist, noch an den Text herumzudoktern. Wird ja manchmal auch nicht wirklich besser dadurch. Aber ich fand es schade, dass mir das so schnell klar wurde, dass die Angebetete eigentlich nix von dieser "Liebesbeziehung" weiĂź...

Viele GrĂĽĂźe!

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Diana Leibacher
Autorenanwärter
Registriert: Aug 2000

Werke: 17
Kommentare: 44
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Hallo HS,

danke für deine sehr positive Kritik. Es ist schön zu lesen, dass dir die Geschichte gefällt.

Wie du dir sicher denken kannst, habe ich die Geschichte auch in meinem Bekanntenkreis weitergereicht und kaum einer hat sofort begriffen, dass Täter und Opfer sich gar nicht kennen. Du bist einer der Ersten.

Weiter herumbasteln werde ich an der Geschichte nicht mehr. FĂĽr mich ist sie so genau richtig (wenn man von Rechtschreibfehlern und Kommasetzung absieht).

Danke nochmals für die schöne Kritik

Lieben GruĂź
Diana

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