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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Liebesmüh
Eingestellt am 24. 04. 2009 00:42


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chrissieanne
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Registriert: Mar 2003

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Es gibt da eine Frau, die ich lieben muss, will, gar nicht anders können darf.
Sie ist mittlerweile oft eine gute Freundin, eigentlich die beste, einzige, die ich hab.
Nie weiß sie was sie will. Wirklich nie. Steht da mit einer Präsenz, dass keiner mehr sich traut zu atmen. Doch mit soviel Angst vor allem und sich selbst, dass die Angst sie gefressen hat. Schon lange.

Sie säuft und lacht und heult und fischt Wespen aus ihrem Glas, um dann kreischend vor ihnen wegzulaufen.

Sie würde so gerne Häuser besetzen, sich an Walfischfängerflotten ketten, Schulen in Afghanistan aufbauen und Schwarzbären in China befreien.

Sie würde gerne kämpfen für die Legalisierung sämtlicher Drogen, gegen die Todestrafe weltweit, wäre leidenschaftlich gerne aktiv im "Kampf" für den mittlerweile so geächteten Pazifismus.

Nur ein paar Beispiele von dem, was sie bewegt. Schön wäre sie gern und autark. Selbstbewußt und frei von allen Komplexen.

Und sie würde so gerne auf der Bühne sein. Schauspielerin wäre sie gern, um alles ausleben zu können, vom schüchternen Mädel bishin zur sadistischen Kindermörderin. Mondänes Weib will sie sein und Opernsängerin. Lolita und Chansonette.

Stattdessen sagt sie nichts, tut sie nichts, schämt sich jeder Bewegung, die sie auslöst.

Anstrengend ist sie in ihrer Widersprüchlichkeit. Bezaubernd in ihrer Liebe allen Lebewesen gegenüber. Naja, fast allen. Menschen mag sie nicht wirklich. Nur die Kinder und vor denen hat sie Angst.
Und ein paar andere, wenige, Erwachsene mag sie auch noch.

Warum ich sie lieben sollte? Sie ist ehrlich und authentisch in ihrer Widersprüchlichkeit. Und sinnlich ohne Ende. Und oder deshalb das sensibelste Menschenwesen, dass mir je über den Weg gelaufen ist.
Auch nicht unanstrengend, muss ich sagen, aber unerträglich wahrhaftig in ihrer Wahrnehmung von Gerüchen, Geräuschen, und mir auch nicht ansatzweise spürbaren Unstimmigkeiten zwischen mir, ihr, der Welt und dem All.

Ich kenne keine, die so im Leben ist, rudert, scheitert, klebt und klebenbleibt, sich nicht bewegen kann und trotzdem so viel Wellen schlägt.
Theatralisch nach Luft ringt und um Gnade winselt, sterben will, nur um dann eine Lasagne zu kochen, nach deren Genuss ihr ursprünglicher Wunsch sehr greifbar wird - der Fernet rettet.
Und dann die Glotze und dann die Sinnlosigkeit und der fette Schlaf - wenn er kommt. Denn der ist auch nicht selbstverständlich. Nicht bei ihr.

Nichts ist selbstverständlich und trotzdem alles öde und leer. Und in der nächsten Sekunde ist eine verirrte Motte im Vorhang das Wichtigste auf der Welt - es gilt sie zu retten.

Es gibt so viel über sie zu erzählen - obwohl sie eine völlige Versagerin ist. Nichts hat sie erreicht im Leben. Nichts.



__________________
Das Buch soll die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Franz Kafka)

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suzah
Guest
Registriert: Not Yet

hallo chrissieanne,

sehr schön, nur wie paßt das zusammen?:

"Schulen in Afghanistan aufbauen"
"Menschen mag sie nicht wirklich. Nur die Kinder und vor denen hat sie Angst."

und die motten retten, das ist ein wenig zu "tierlieb", finde ich.

liebe grüße suzah




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