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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Liebestraum und Formelchaos
Eingestellt am 05. 07. 2008 16:17


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Nihrys
Hobbydichter
Registriert: Jun 2008

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Wenn mich jemand fragt, wie es gerade in diesem Moment in meinem Kopf aussieht, dann sollte ich diesem jemand wohl empfehlen sich einmal mein Zimmer anzuschauen. In welches, - wenn man meiner Mutter glaubt eine Bombe eingeschlagen hat. Und so sieht es auch in meiner Gef├╝hlswelt aus... ein heilloses Chaos und alles fliegt durcheinander.
Es war vor drei Wochen, als die Bombe in mein Leben einschlug und alles ver├Ąnderte- Der Tag, an dem das gro├če Liebestraumformelchaos losging, fing eigentlich wie jeder andere an , endete aber nicht wie jeder andere ...
Ich sa├č in der Mathestunde und kritzelte auf meinem ├ťbungsblatt herum, nebenbei h├Ârte ich meinem Lehrer zu, der wohl nichts besseres zu tun hatte, als uns mit irgendwelchen sinnlosen Formeln zu qu├Ąlen. Frei nach dem Motto: Daf├╝r werde ich bezahlt!
Je l├Ąnger mein Lehrer Formeln erkl├Ąrte und damit den Formelsalat in meinem Kopf noch gr├Â├čer werden lie├č, begann ich mich tiefer in meine Traumwelt zur├╝ck zu ziehen...
Nichts B├Âses ahnend, krakelte ich v├Âllig abwesend irgendwelche m├Ąnnlichen Wesen mit langen Haaren auf mein L├Âschblatt, als pl├Âtzlich mein Mathelehrer vor mir stand, mich brutal aus meinen wundersch├Ânen Tr├Ąumen holte und nach einer, mir v├Âllig unbekannten, Formel fragte.
Worauf ich dann nur ein: ÔÇ×Mm... Ja, sehr gute Frage, wenn ich das mal w├╝sste, w├Ąre ich um Einiges weiter!" ÔÇôwar wohl nicht die Antwort, die das Formelmonster(mein Lehrer) haben wollte, da er sich umdrehte und mir eine schlechte Note eintrug...
Gerade in diesem Moment schrillte die, durch Mark und Bein gehende Schulglocke und signalisierte mir endlich ein Ende der, sowieso schon viel zu langen, Mathestunde.
Alle st├╝rmten sie aus dem Klassenraum, als h├Ątten sie die Besinnung verloren, nur um die Busse noch rechtzeitig zu bekommen. Ich ging als Letzte raus und trottete auch als Letzte zum Bus, da ich nicht sonderlich begierig darauf war nach Hause zu fahren. Der Bus brauchte ewig, um in mein Dorf zu kommen...
Endlich war ich zu Hause angekommen, mit der Erkenntnis, dass heute ├╝berhaupt nicht mein Tag war, weil es zum Mittagessen Fisch gab... Bei diesem wunderbaren Essen er├Âffneten mir meine Eltern dann, sie h├Ątten endlich einen passenden Mathenachhilfelehrer f├╝r mich gefunden ,mit dem ich mich heute zur ersten Stunde treffen sollte.
Als ich zu dem Treffen mit dem Mathemonster begab, rauchte mein Kopf nur so, der Frage nachgehend, welches Mathemonster meine Eltern denn nun schon wieder f├╝r mich auserkoren hatten.
Ich bog also in b├Âsen Vorahnungen um die Ecke und ging geradewegs auf das Haus zu, in dem mein zuk├╝nftiger Mathelehrer wohnte. Nun stand ich also vor der T├╝r und starrte auf den Klingelknopf, eigentlich k├Ânnte ich noch die Fluchte ergreifen, denn man muss wissen, wenn man einmal in den F├Ąngen eines solchen Mathemonstrums ist, kommt da auch nie wieder heraus .
Stattdessen dr├╝ckte ich mit dem Rechten Zeigefinger auf den Knopf. Wenige Sekunden sp├Ąter
├ľffnete sich die gl├Ąserne T├╝r des Hauses und ein junger Mann stand vor mir, mit langen schwarzen Haaren, komplett in schwarz gekleidet und wundersch├Ânen dunkelgr├╝nen Augen.
Ich dachte tats├Ąchlich mich trifft der Schlag und f├╝r einen Moment hat mein Gehirn sogar daran gedacht sich bei meinen Eltern zu bedanken, so was als Mathenachhilfelehrer, das war ja mehr als genial! Mein Blick muss wohl ziemlich bl├Âd gewesen sein, denn der junge Mann l├Ąchelte mich an und sagte dabei: ÔÇ× Hey, du bist doch sicher Paola? Komm doch rein, Ich hei├če Mark! "
Ich dackelte also hinter Mark her, der mir dann zeigte wo ich mich hinsetzten sollte, als ich mich nun endlich beruhigt hatte, holte ich meine Sachen heraus und wir begannen mit dem Lernen.
Nach einer Stunde stellte mein ÔÇ×Mathemonster" (ein verdammt s├╝├čes Monstrum) fest, dass es nun genug f├╝r heute sei. Also, wegen meiner h├Ątten wir noch Stunden weiter lernen k├Ânnen und das h├Ątte ich sogar freiwillig (!) Getan!
Er brachte mich noch zur T├╝r verabschiedete sich noch von mir und sagte mir, wann ich das n├Ąchste Mal wieder kommen sollte. Gleich Morgen...
V├Âllig vertr├Ąumt lief ich nach Hause, w├Ąre dabei fast drei mal von einem Fahrrad angefahren worden, tat mir einmal sogar ziemlich weh, aber das st├Ârte mich irgendwie nicht viel.
Ich sollte meine Eltern wirklich umarmen... dieser Mathenachhilfelehrer war das Beste, was ihnen je eingefallen ist!
Der Typ war einfach genial!!
Meine Eltern sa├čen in der K├╝che als ich die T├╝r auf machte und sahen mir erwartungsvoll entgegen , ohne auch nur ├╝berhaupt ein Wort zu sagen, ging ich nach oben in mein Zimmer , schmiss mich mit einer Wucht auf mein Bett, dass ich glaubte es w├╝rde gleich auf den Boden landen und direkt auf meine Sachen fallen, die noch von der letzten Aufr├Ąumaktion dort unten geschattert waren..
In meinem Bauch schwirrten tausend Schmetterlinge durcheinander und jeder rammte gegen jeden, so kam es mir jedenfalls vor.. Ob die wohl die Vorfahrtsregeln kannten?
Dieses Kribbeln im Bauch f├╝hlte sich irgendwie sch├Ân an und ich glaub┬┤ es ist ganz gut, dass die, die dieses Chaos in meinem Bauch verursachten keine Vorfahrtsregeln kannten.
War das Liebe?
Komische Liebe, dann w├Ąre das ja Liebe auf den ersten Blick! Aber so was gibt es ja gar nicht, also beschloss ich nicht verliebt in Mark zu sein...
Unsere Nachhilfestunden wiederholten sich wie den Donnerstag, jeden Tag half er mir bei meinen Mathehausaufgaben und jeden Tag ging ich vertr├Ąumter in meinem Liebesmatheformeltraum nach Hause und jedes Mal wie ich mich aufs Bett schmiss, schwankte dieses mehr und mehr. Und auch die nicht Vorfahrtachtenden Chaosbringer in meinem Bauch trieben es immer bunter...
Es war gestern Abend, ich mir dar├╝ber Gedanken machte, ob es eine Formel f├╝r die Liebe geben w├╝rde. Vielleicht sollte ich mal so etwas erfinden? W├Ąre sicher sehr zweckm├Ą├čig, man br├Ąuchte nicht mehr rum raten, wer der perfekte Mann f├╝r einen w├Ąre und auch einiges anderes w├Ąre anders..
Obwohl, wenn ich solch eine Formel schreiben w├╝rde, w├╝rde danach in Sachen Liebe f├╝r alle die, die Formel anwenden in ihren Liebesbeziehungen ein Chaos entstehen, welches dem in meinem Zimmer bestimmt Konkurrenz machen k├Ânnte .
Pl├Âtzlich holte mich das schrillende Telefon aus meinen Gedanken und ich h├Ârte meine Mutter im Nebenzimmer mit meinem Mathemonstrum, welches sich als ganz s├╝├č entpuppt hatte, reden. Mein Herz schlug so hoch, dass ich dachte, es w├╝rde mir gleich direkt aus dem Hals springen, was auch beinahe getan h├Ątte, als meine Mutter mit dem Telefon in der Hand durch die Zimmer T├╝r trat und mir sagte: ÔÇ×Paola, Mark ist dran. "
Ich zitterte beim Abnehmen des Telefons so sehr, dass ich mich wunderte, dass es nicht auf den Boden fiel.
Das Gespr├Ąch war einfach wunderbar, er klang ziemlich verunsichert, aber irgendwie s├╝├č.
Schlussendlich kam es darauf hinaus, dass er mich f├╝r Morgen um 15 Uhr auf einen Kaffee einlud in irgendeiner B├Ąckerei, deren Namen ich nun schon wieder vergessen hatte.
Vor lauter Aufregung konnte ich die Halbe Nacht nicht schlafen und hatte diese damit verbracht mir irgendwelche Liebeslieder anzuh├Âren und mir vorzustellen, wie das Treffen wohl ausgehen k├Ânnte..
Ich war wirklich wahnsinnig froh, die Schule an diesem Tag hinter mich gebracht zu haben und ging auch gleich zu dem Caf├ę, wo er mich treffen wollte. Dort setzte ich mich in die hinterste Ecke und starrte auf den Eingang. Mein Glaube vor Aufregung platzen zu m├╝ssen, w├Ąre auch fast wahr geworden, doch da trat Mark in die T├╝r, er sah aus, wie immer.
Kurz : Wie MEIN Traummann!
Er sah mich und l├Ąchelte mir verlegen zu, bannte sich nebenbei einen weg durch die herumstehenenden Tische und setzte sich dann mir gegen├╝ber...
Er sah mich mit seinen dunkel gr├╝nen Augen an und l├Ąchelte immer noch dieses Geheimnisvolle Grinsen, welches mich aus irgendeinem Grunde sofort in seinen Bann gezogen hatte... Doch dann lie├č sein Grinsen nach und er wurde ernst, mit der Rechten Hand, die vorher noch auf seinem R├╝cken gelegen hatte, streckte er mir eine rote Rose entgegen und sah mich einfach nur erwartungsvoll an...
Einen ganzen Moment starrte ich auf die Rose, die er mir unter die Nase hielt und sah ihn dann v├Âllig verbl├╝fft an. Das war ja, wie mein Wirklich gewordener Matheliebeschaostraum!
Ich strahlte ihn an und genau in diesem Moment fing auch er wieder an zu grinsen, er der ├╝ber diesen ganzen Zeitraum nichts mehr gesagt hatte und mich einfach nur angesehen hatte.
Nur einen Satz sagte er ganz leise zu mir: ÔÇ× Du bist ein echt s├╝├čer Mathechaot!"
__________________
Und fall ich auch brennend dem Meere entgegen, ist Freiheit niemals ein vermessenes Streben...

Version vom 05. 07. 2008 16:17

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