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Leselupe.de > Horror und Psycho
Liebeswahnsinn
Eingestellt am 16. 01. 2003 22:10


Autor
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Joerg Feierabend
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Nov 2002

Werke: 8
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Er sitzt in einer, er glaubt warmen Sommernacht, auf einer geflickten Couch, neben ihm das M├Ądchen, langhaarig, Zigarette, klein, dunkle, sehr lebhafte Augen. Er hat Fieber, sieht an die Decke, die wei├čgekalkt und durch und durch aufgeweicht ist. Das Dach ist undicht. Seit dieses Haus gebaut wurde, ist es undicht. Die Lampe, die immer noch an ihr h├Ąngt, ist von dickem Milchglas und mit rot-gr├╝nen Blumen, vielleicht Rosen, verziert. Es ist wunderbar. Er liegt im Bett, hat Fieber, im Nebenzimmer quarrt ein Radio und ihre Schwester summt die Melodie beim Waschen mit. Das Klappern mit der Sch├╝ssel und dieses graue Wasserpl├Ątschern ist lauter als ihre Stimme, sonst k├Ânnte er den Text verstehen. Die T├╝r nach drau├čen ist ge├Âffnet. Fliegen und Motten ergreifen von seinem Gesicht Besitz. Sie fragt ihn, ob er etwas trinken will. Er will nichts trinken. Ob er sonst etwas will? Er will etwas. Etwas, da├č sie kaum in der Hand hat, da├č sie nie verstehen wird. Er will sie und er hat sie, er will ihre Schwester, die er nicht hat, er will beide. Sie hat es nicht in der Hand.
Ein St├╝ck Decke prasselt auf sein Gesicht. Er hat Fieber, ihm ist hei├č, oder ist es die Sommernacht? Noch ist er klar bei Verstand, auch wenn die Fliegen ihm schon durch Mund und Ohren in die Eingeweide dringen. Motten gleiten durch den Matsch seiner Augen in sein Gehirn. Ein Wassertropfen von der Decke schl├Ągt auf sein Gesicht, schl├Ągt einen kleinen Krater hinein. Nein, er m├Âchte nichts trinken, er hat Fieber, mach das Licht aus, die Motten.
Ihre weiche Hand knetet seinen Sch├Ądel, macht aus ihm ein langes, ein rundes, ein h├╝bsches Gesicht, bis sie ihn hat, wie es ihr am besten gef├Ąllt, ihre Schwester mag es auch, er mag ihre Schwester und hat Fieber. Zwei weitere Wassertropfen schlagen kleine Krater in sein Gesicht, niemand st├Ârt sich daran.
Das Thermometer? Ist kaputt, hat sowieso nichts getaugt. Er wei├č. Ein St├╝ckchen Decke br├Âckelt auf ihn herab, f├╝llt seine Gesichtskrater. Er stinkt. Die Fliegen haben seine F├╝├če schon blank. Sie stinken nicht mehr. Knochen riecht nicht oder jedenfalls kaum. Der Tee ist mies, er riecht nach Erbrochenem, er trinkt Erbrochenes.
Er badet. Er wei├č nicht worin, aber er badet. Vielleicht in aufgeweichtem M├Ârtel. Vorhin hat er gehustet. Er hat Fieber, stinkt, liebt sie und ihre Schwester, hat Krater im Gesicht, welches jetzt wieder sehr exotisch ist. Das gef├Ąllt ihr besser. Ein Gesicht mit Kratern voller M├Ârtel und Fliegen, die das rottende Fleisch fressen, so da├č kein Wundbrand entsteht. Er lacht, spuckt die kochenden Stimmb├Ąnder aus und die Decke st├╝rzt ein, erstickt ihn in ihrem weichen Matsch.
Am Tag darauf f├╝hlt er sich besser, vielleicht weil er einen Entschlu├č gefa├čt hat, er teilt ihn den beiden Schwestern mit: Irgendwann will er etwas vom Haus entfernt hinter ein paar B├╝schen in Deckung liegen. In seinen H├Ąnden wird er ein Gewehr halten, auf dem wird ein Zielfernrohr befestigt sein. Er wird durch das Fadenkreuz zum Haus hin├╝bersehen. Hinter dem Fenster werden sie und ihre Schwester sitzen. Weil er sich nicht wird f├╝r eine entscheiden k├Ânnen, bleibt die Kugel im Lauf. Es ist ihm egal, welche von ihnen beiden es ist. Er wartet, bis er eine von ihnen alleine sieht. Jemand tritt heraus, es ist keine von beiden, er wartet, sieht ein St├╝ck R├╝cken am Fenster, das wieder verschwindet. Doch wer von ihnen beiden zuerst allein an das Fenster oder vor die T├╝r tritt wird sterben, seiner Qual f├╝r immer ein Ende bereiten.

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Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

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Sehr verwirrend. Mal er, mal sie. Neben einer Menge merkw├╝rdiger Formulierungen. Und verstanden habe ich es ehrlich gesagt nicht.

Aber die Stimmung gef├Ąllt mir.

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Joerg Feierabend
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Nov 2002

Werke: 8
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Mini-Interpretation

Eigentlich bin ich nur ein weiterer Leser. Diese Philosophie ist nicht mehr neu, aber hat trotzdem noch Berechtigung.

Die Handlung: Ein kranker Mann oder einer, der damit spielt, m├Âchte von den zwei Schwestern, die er gleichzeitig liebt, eine t├Âten. Welche es sein w├╝rde, ├╝berl├Ą├čt er dem Zufall.

Interpretation:
Der Mann ist Gott (und unsterblich), die Frauen Mutter Erde, bzw. die lebenden, sich fortpflanzenden Kreaturen auf ihr.
Und dieser Gott, der ist verr├╝ckt oder spielt damit, es zu sein.

Aber es gibt bestimmt noch weitere Interpretationsm├Âglichkeiten.

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