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Leselupe.de > Humor und Satire
Liesmich!
Eingestellt am 14. 03. 2006 20:00


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Raniero
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Liesmich!

Der junge Schriftsteller war glĂŒcklich.
Endlich hatte er es fertiggestellt, sein Erstlingswerk, eine hĂŒbsche kleine Ansammlung satirischer Kurzgeschichten.
Nun stand dieses BĂŒchlein in vielen Buchhandlungen des Landes und wartete darauf, gekauft und vor allem gelesen zu werden. Mit nicht geringem Stolz flankierte der junge Autor, was er frĂŒher eher vermieden hatte, mit seiner ebenso jungen Ehefrau nun des öfteren durch die Innenstadt, nicht ohne bei jedem BuchgeschĂ€ft, das sie passierten, darauf hinzuweisen, dass dort auch sein Werk platziert sei, neben vielen anderen der Weltliteratur zwar, aber immerhin.
DarĂŒber hinaus machte sich der junge Schriftsteller ein VergnĂŒgen daraus, wenn er allein in der Stadt unterwegs war, seinem Buch einen persönlichen Besuch abzustatten, in allen Buchhandlungen, und hierbei so alle zwei Tage durch eigene PrĂŒfung festzustellen, wie viele Exemplare bereits ĂŒber die Ladentische gegangen waren. Diese Vorgehensweise stieß nicht bei allen BuchhĂ€ndlern auf ungeteilte Freude, und einer von ihnen hatte es dem jungen Autoren auch einmal unverblĂŒmt unter die Nase gehalten, bei dessen zehntem Kontrollgang.
„Was wollen Sie denn schon wieder hier? Sie kaufen nie etwas! Wollen Sie etwa nach Ihren BĂŒchern schauen; es sind noch alle da, alle Exemplare. Mann, wenn das alle Autoren machen wĂŒrde, stĂ€ndig ihre BĂŒcher zu zĂ€hlen. Gehen Sie doch nach Hause und schreiben ein Zweites!“
Das tat er bereits, der junge Mann, er arbeitete bereits an seinem zweiten Werk, doch nach diesem unwĂŒrdigen Empfang hatte er keine Lust mehr, dieses bekannt zu geben. Frustriert ĂŒber den geringen Absatz seines Erstlingswerkes und die harsche Schelte des HĂ€ndlers zog er von dannen, und er unterließ es auch, an diesem Tag weitere Buchhandlungen aufzusuchen.

Als er daheim ankam, erwartete ihn eine nĂ€chste unangenehme Überraschung.
Mit der Post war eine Rechnung seines Verlages eingetroffen, ĂŒber die Kosten fĂŒr die Fertigung eines Spezialexemplars seines Erstlingswerkes, das fĂŒr die unumgĂ€ngliche Archivierung in der Zentralbibliothek des Landes vorgesehen war.
‚Was sollte das denn nun?‘, dachte der Jungautor mit grimmiger Miene, ist nicht ein Verlag dazu da, BĂŒcher zu verkaufen und den Erlös mit den Urhebern dieser Schriften brĂŒderlich zu teilen? Stattdessen ziehen sie einem Schriftsteller das Geld aus der Tasche!“
Erbost griff er zum Telefonhörer.
Es dauerte ein wenig, bis er zum Chef des Verlages durchgestellt wurde.
Der Verleger, ein gĂŒtlicher Ă€lterer Herr, dem die Be- und Empfindlichkeiten seiner Autoren zur GenĂŒge bekannt waren, vermochte es dank seiner vĂ€terlichen Art, den jungen aufstrebenden Schriftsteller nicht nur von der Richtigkeit und Notwendigkeit der Herstellung dieses Spezialexemplars zu ĂŒberzeugen, sondern ihn im Verlaufe des GesprĂ€ches mittels schlagkrĂ€ftiger Argumente sogar dafĂŒr zu begeistern.
„Sehen Sie, lieber Freund, es verhĂ€lt sich so“, erklĂ€rte er dem jungwilden Autoren mit seiner sonoren Stimme, „dieses spezielle Exemplar Ihres Buches, das ist ein sogenanntes Pflichtexemplar. Die Gesetzeslage in unserem Lande sieht vor, seit geraumer Zeit schon, das gedruckte Wort in Buchform, egal welchen Genres, zu archivieren ist, um es auf diese Weise fĂŒr die Nachwelt zu erhalten“.
Bei diesen Worten verkehrte sich das ursprĂŒngliche GefĂŒhl der VerĂ€rgerung in das Gegenteil.
‚Donnerwetter, mein Werk wird fĂŒr die Nachwelt archiviert‘.
„Und daran, lieber Freund“, fuhr der Verleger fort, „haben wir uns gehalten, buchstabengetreu, an diese gesetzliche Auflage. Was die Rechnung anbelangt, die Sie von uns darĂŒber erhalten haben, vergessen Sie die einfach, wir werden das mit den zukĂŒnftigen Einnahmen aus Ihrem Buch verrechnen, wissen Sie, wenn der Run erst einmal losgeht..“
Die Haare des Jungautoren schwollen an zu einem Kamm, vor Freude und Stolz.
Gern hÀtte er auch viele weitere Exemplare aus eigener Tasche finanziert, wenn es erforderlich gewesen wÀre, bei diesen Aussichten.
„Doch darĂŒber hinaus, mein verehrter Herr Schriftsteller“, vernahm er erneut die sonore Stimme des Verlegers, bleibt es nicht nur bei der Konservierung Ihres Werkes im Zentralarchiv. Sie mĂŒssen wissen, viele andere LĂ€nder verfĂŒgen diesbezĂŒglich ĂŒber das gleiche System wie das Unsrige, und es gibt einen regen Informationsaustausch unter diesen LĂ€ndern, der durch zahlreiche Nachdrucke und Übersetzungen geregelt wird. Auf diese Weise ist es gut möglich, dass Ihr Buch bald in zahlreichen LĂ€ndern des weiten Erdenrunds vertreten sein wird“.
Nun musste der junge Schriftsteller, der bis zu diesem Zeitpunkt das FerngesprÀch eher in strammer Haltung absolviert hatte, sich doch setzen.
Sein Erstlingswerk, auf dem ganzen Erdenrund bekannt und geliebt, man gar nicht sollte es nicht fĂŒr möglich halten.
„Doch nun, mein allerwertester Freund“, fĂŒgte der Chef des Verlages an, „kommt das wahrhaft Schönste an der ganzen Sache. An dieser gesetzlich so gewollten Maßnahme“.
Die Spannung bei dem jungen Mann daheim in der Wohnstube erreichte ihren Siedepunkt.
„Das Allerschönste daran ist nĂ€mlich die Tatsache, dass Ihr Buch, als Resultat zu dem, was ich soeben geschildert habe, in KĂŒrze der grĂ¶ĂŸten Bibliothek der Welt zur VerfĂŒgung stehen wird, der Library of Congress in Washington, in den Vereinigten Staaten, eine Bibliothek, die den PrĂ€sidenten der USA zu ihren Lesern zĂ€hlt. Was sagen Sie denn dazu, junger Freund?“
Der junge Freund konnte nichts sagen, dazu, da ihm die Stimme versagte; sprachlos vor GlĂŒck sank er in die Knie; er hĂ€tte dem Überbringer dieser Nachricht die HĂ€nde kĂŒssen können.
Der Verleger aber bemerkte die Sprachlosigkeit, die seine Worte bei dem Jungautoren hinterlassen hatte; um weitere Verlegenheiten auf beiden Seiten zu vermeiden und ohne weiter auf ihn einzudringen, beendete er behutsam das GesprÀch.
Der Schriftsteller jedoch konnte sein GlĂŒck nicht fassen.
In Gedanken sah er die Szene vor sich, wie der mĂ€chtigste Mann der Welt, der leibhaftige PrĂ€sident der Vereinigten Staaten von Amerika, mitsamt Gefolge die heiligen RĂ€ume der Library aufsuchte, um nach seinem Buch, seinem Erstlingswerk, verlangen wĂŒrde.
Bei diesen Gedanken schwanden dem Jungautoren die Sinne.
Als er wieder zu sich kam, fand er sich auf der Couch wieder; seine Frau, die inzwischen zu hause eingetroffen war, zeigte sich besorgt.
„Was ist mit dir, mein Schatz, hattest du einen SchwĂ€chanfall? Du hast wohl gerade getrĂ€umt, du hast im Schlaf gesprochen“.
„Was habe ich? Im Schlaf gesprochen? Oh ja, das kann gut möglich sein, ich habe mit dem PrĂ€sidenten der USA gesprochen“.
„Mit wem hast du gesprochen? Ach, Schatz, leg dich wieder hin, du bist noch nicht bei vollen KrĂ€ften!“
„Nein, glaub mir, SchĂ€tzchen, fĂŒr uns wird sich einiges Ă€ndern, in Zukunft, warte ab“.
Er berichtete ihr von dem Telefonat mit seinem Verleger und den daraus zu erwartenden Konsequenzen.
„Stell dir vor, Schatz, wenn der PrĂ€sident erst einmal mein Buch gelesen hat, dann wird sich alles Ă€ndern, glorreiche Zeiten werden anbrechen, fĂŒr dich und fĂŒr mich“.
Die Frau des Schriftstellers stemmte die HĂ€nde in die HĂŒfte und lachte los, von ganzem Herzen:
„Wenn dieser PrĂ€sident dein Buch gelesen hat, meinst du, wird sich alles Ă€ndern? Dieser PrĂ€sident ist schon lange nicht mehr im Amt, wenn er dein Buch ausgelesen hat, denn alle Welt weiß doch, dass er es nicht so draufhat, mit dem Lesen, aber tröste dich, auf der anderen Seite ist fĂŒr diesen halben Legastheniker dein Buch genau das Richtige“.
Der junge Autor hatte die Absicht, erneut in Ohnmacht zu fallen, doch es gelang ihm nicht, vor Wut; ohne seine bessere HĂ€lfte eines Blickes zu wĂŒrdigen, verließ er die Wohnung und stĂŒrzte in die nĂ€chste Kneipe.
Gut informierte Kreise wussten zu berichten, dass er lange Zeit brauchte, um ein weiteres Buch herauszubringen, und fĂŒr diesen langen Zeitraum, so sagte man weiter, stellte er die ehelichen Pflichten ein.

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Liesmich!
Veröffentlicht von Raniero am 14. 03. 2006 20:00
Liesmich!

Der junge Schriftsteller war glĂŒcklich.
Endlich hatte er es fertig(getrennt)gestellt, sein Erstlingswerk, eine hĂŒbsche kleine Ansammlung satirischer Kurzgeschichten.
Nun stand dieses BĂŒchlein in vielen Buchhandlungen des Landes und wartete darauf, gekauft und vor allem gelesen zu werden. Mit nicht geringem Stolz flankierte der junge Autor, was er frĂŒher eher vermieden hatte, mit seiner ebenso jungen Ehefrau nun des öfteren durch die Innenstadt, nicht ohne bei jedem BuchgeschĂ€ft, das sie passierten, darauf hinzuweisen, dass dort auch sein Werk platziert sei, neben vielen anderen der Weltliteratur zwar, aber immerhin.
DarĂŒber hinaus machte sich der junge Schriftsteller ein VergnĂŒgen daraus, wenn er allein in der Stadt unterwegs war, seinem Buch einen persönlichen Besuch abzustatten, in allen Buchhandlungen, und hierbei so alle zwei Tage durch eigene PrĂŒfung festzustellen, wie viele Exemplare bereits ĂŒber die Ladentische gegangen waren. Diese Vorgehensweise stieß nicht bei allen BuchhĂ€ndlern auf ungeteilte Freude, und einer von ihnen hatte es dem jungen Autoren auch einmal unverblĂŒmt unter die Nase gehalten, bei dessen zehntem Kontrollgang.
„Was wollen Sie denn schon wieder hier? Sie kaufen nie etwas! Wollen Sie etwa nach Ihren BĂŒchern schauen; es sind noch alle da, alle Exemplare. Mann, wenn das alle Autoren machen wĂŒrde (wĂŒrden), stĂ€ndig ihre BĂŒcher zu zĂ€hlen. Gehen Sie doch nach Hause und schreiben ein Zweites!“
Das tat er bereits, der junge Mann, er arbeitete bereits an seinem zweiten Werk, doch nach diesem unwĂŒrdigen Empfang hatte er keine Lust mehr, dieses bekannt zu geben. Frustriert ĂŒber den geringen Absatz seines Erstlingswerkes und die harsche Schelte des HĂ€ndlers zog er von dannen, und er unterließ es auch, an diesem Tag weitere Buchhandlungen aufzusuchen.

Als er daheim ankam, erwartete ihn eine nĂ€chste unangenehme Überraschung.
Mit der Post war eine Rechnung seines Verlages eingetroffen, ĂŒber die Kosten fĂŒr die Fertigung eines Spezialexemplars seines Erstlingswerkes, das fĂŒr die unumgĂ€ngliche Archivierung in der Zentralbibliothek des Landes vorgesehen war.
‚Was sollte das denn nun?‘, dachte der Jungautor mit grimmiger Miene, ist nicht ein Verlag dazu da, BĂŒcher zu verkaufen und den Erlös mit den Urhebern dieser Schriften brĂŒderlich zu teilen? Stattdessen ziehen sie einem Schriftsteller das Geld aus der Tasche!“(bei gedachten Dialogen lĂ€sst man die Interpunktion weg. Auf keinen Fall aber verwendet man gleichzeitig ein HĂ€kchen und zwei)
Erbost griff er zum Telefonhörer.
Es dauerte ein wenig, bis er zum Chef des Verlages durchgestellt wurde.
Der Verleger, ein gĂŒtlicher (gĂŒtig, man kann sich aber an Speisen gĂŒtlich tun) Ă€lterer Herr, dem die Be- und Empfindlichkeiten seiner Autoren zur GenĂŒge bekannt waren, vermochte es dank seiner vĂ€terlichen Art, den jungen aufstrebenden Schriftsteller nicht nur von der Richtigkeit und Notwendigkeit der Herstellung dieses Spezialexemplars zu ĂŒberzeugen, sondern ihn im Verlaufe des GesprĂ€ches mittels schlagkrĂ€ftiger Argumente sogar dafĂŒr zu begeistern.
„Sehen Sie, lieber Freund, es verhĂ€lt sich so“, erklĂ€rte er dem jungwilden Autoren mit seiner sonoren Stimme, „dieses spezielle Exemplar Ihres Buches, das ist ein so(getrennt)genanntes Pflichtexemplar. Die Gesetzeslage in unserem Lande sieht vor, seit geraumer Zeit schon, das gedruckte Wort in Buchform, egal welchen Genres, zu archivieren ist (ĂŒberflĂŒssig), um es auf diese Weise fĂŒr die Nachwelt zu erhalten“.
Bei diesen Worten verkehrte sich das ursprĂŒngliche GefĂŒhl der VerĂ€rgerung in das Gegenteil.
‚Donnerwetter, mein Werk wird fĂŒr die Nachwelt archiviert‘.
„Und daran, lieber Freund“, fuhr der Verleger fort, „haben wir uns gehalten, buchstabengetreu, an diese gesetzliche Auflage. Was die Rechnung anbelangt, die Sie von uns darĂŒber erhalten haben, vergessen Sie die einfach, wir werden das mit den zukĂŒnftigen Einnahmen aus Ihrem Buch verrechnen, wissen Sie, wenn der Run erst einmal losgeht..(ein Punkt reicht)“
Die Haare des Jungautoren schwollen an zu einem Kamm, vor Freude und Stolz.
Gern hÀtte er auch viele weitere Exemplare aus eigener Tasche finanziert, wenn es erforderlich gewesen wÀre, bei diesen Aussichten.
„Doch darĂŒber hinaus, mein verehrter Herr Schriftsteller“, vernahm er erneut die sonore Stimme des Verlegers, (AnfĂŒhrungszeichen)bleibt es nicht nur bei der Konservierung Ihres Werkes im Zentralarchiv. Sie mĂŒssen wissen, viele andere LĂ€nder verfĂŒgen diesbezĂŒglich ĂŒber das gleiche System wie das Unsrige, und es gibt einen regen Informationsaustausch unter diesen LĂ€ndern, der durch zahlreiche Nachdrucke und Übersetzungen geregelt wird. Auf diese Weise ist es gut möglich, dass Ihr Buch bald in zahlreichen (hast du eine Zeile höher schon mal) LĂ€ndern des weiten Erdenrunds vertreten sein wird“.
Nun musste der junge Schriftsteller, der bis zu diesem Zeitpunkt das FerngesprÀch eher in strammer Haltung absolviert hatte, sich doch setzen.
Sein Erstlingswerk, auf dem ganzen Erdenrund bekannt und geliebt, man gar nicht sollte es nicht fĂŒr möglich halten man gar nicht sollte es nicht fĂŒr möglich halten man gar nicht sollte es nicht fĂŒr möglich halten man gar nicht sollte es nicht fĂŒr möglich halten man gar nicht sollte es nicht fĂŒr möglich halten (man sollte es gar nicht fĂŒr möglich halten).
„Doch nun, mein allerwertester Freund“, fĂŒgte der Chef des Verlages an, „kommt das wahrhaft Schönste an der ganzen Sache. An dieser gesetzlich so gewollten Maßnahme“.
Die Spannung bei dem jungen Mann daheim in der Wohnstube erreichte ihren Siedepunkt.
„Das Allerschönste daran ist nĂ€mlich die Tatsache, dass Ihr Buch, als Resultat zu dem, was ich soeben geschildert habe, in KĂŒrze der grĂ¶ĂŸten Bibliothek der Welt zur VerfĂŒgung stehen wird, der Library of Congress in Washington, in den Vereinigten Staaten, eine Bibliothek, die den PrĂ€sidenten der USA zu ihren Lesern zĂ€hlt. Was sagen Sie denn dazu, junger Freund?“
Der junge Freund konnte nichts sagen,(kein Komma) dazu, da ihm die Stimme versagte; sprachlos vor GlĂŒck sank er in die Knie; er hĂ€tte dem Überbringer dieser Nachricht die HĂ€nde kĂŒssen können.
Der Verleger aber bemerkte die Sprachlosigkeit, die seine Worte bei dem Jungautoren hinterlassen hatte; um weitere Verlegenheiten auf beiden Seiten zu vermeiden und ohne weiter auf ihn einzudringen, beendete er behutsam das GesprÀch.
Der Schriftsteller jedoch konnte sein GlĂŒck nicht fassen.
In Gedanken sah er die Szene vor sich, wie der mĂ€chtigste Mann der Welt, der leibhaftige PrĂ€sident der Vereinigten Staaten von Amerika, mitsamt Gefolge die heiligen RĂ€ume der Library aufsuchte, um nach seinem Buch, seinem Erstlingswerk, verlangen wĂŒrde (zu verlangen).
Bei diesen Gedanken schwanden dem Jungautoren die Sinne.
Als er wieder zu sich kam, fand er sich auf der Couch wieder; seine Frau, die inzwischen zu hause (Hause) eingetroffen war, zeigte sich besorgt.
„Was ist mit dir, mein Schatz, hattest du einen SchwĂ€chanfall? Du hast wohl gerade getrĂ€umt, du hast im Schlaf gesprochen“.
„Was habe ich? Im Schlaf gesprochen? Oh ja, das kann gut möglich sein, ich habe mit dem PrĂ€sidenten der USA gesprochen“.
„Mit wem hast du gesprochen? Ach, Schatz, leg dich wieder hin, du bist noch nicht bei vollen KrĂ€ften!“
„Nein, glaub mir, SchĂ€tzchen, fĂŒr uns wird sich einiges Ă€ndern, in Zukunft, warte ab“.
Er berichtete ihr von dem Telefonat mit seinem Verleger und den daraus zu erwartenden Konsequenzen.
„Stell dir vor, Schatz, wenn der PrĂ€sident erst einmal mein Buch gelesen hat, dann wird sich alles Ă€ndern, glorreiche Zeiten werden anbrechen, fĂŒr dich und fĂŒr mich“.
Die Frau des Schriftstellers stemmte die HĂ€nde in die HĂŒfte und lachte los, von ganzem Herzen: (kein Absatz)
„Wenn dieser PrĂ€sident dein Buch gelesen hat, meinst du, wird sich alles Ă€ndern? Dieser PrĂ€sident ist schon lange nicht mehr im Amt, wenn er dein Buch ausgelesen hat, denn alle Welt weiß doch, dass er es nicht so draufhat,(kein Komma) mit dem Lesen, aber tröste dich, auf der anderen Seite ist fĂŒr diesen halben Legastheniker dein Buch genau das Richtige“.
Der junge Autor hatte die Absicht, erneut in Ohnmacht zu fallen, doch es gelang ihm nicht,(kein Komma) vor Wut;(besser Punkt) ohne seine bessere HĂ€lfte eines Blickes zu wĂŒrdigen, verließ er die Wohnung und stĂŒrzte in die nĂ€chste Kneipe.
Gut informierte Kreise wussten zu berichten, dass er lange Zeit brauchte, um ein weiteres Buch herauszubringen, und fĂŒr diesen langen Zeitraum, so sagte man weiter, stellte er die ehelichen Pflichten ein.

Sehr nette Geschichte. Am besten gefÀllt mir der Schluss.
lg

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Raniero
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Hallo flammarion,

danke fĂŒr die Korrekturen.

Die Story hatte ich vor langer Zeit geschrieben, weggelegt, weil ich derzeit keine Verwendung dafĂŒr hatte und erst jetzt wieder hervorgeholt, ohne sie noch einmal lang und breit gegenzulesen; mein Fehler.
Von diesen Storys (Rohdiamanten) schlummern bei mir noch an die hundert auf der Festplatte.


Gruß Raniero

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flammarion
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na,

denn aba ma raus mit die klunkern! wenn sie so gut sind, wie obiges, mach ich dir gern die korrektur.
lg
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Old Icke

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Raniero
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na,ja, ich glaube nicht, dass sie alle so gut sind; ich wĂ€re schon froh, wenn bei zehn Storys zwei bis drei ĂŒbrig bleiben, die man jemandem zumuten kann.

So stelle ich lieber weiterhin nach und nach ein paar Geschichten hinein.

Gruß Raniero

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Minotaurus
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Hallo Raniero,

zu den KorrekturvorschlÀgen hat ja bereits flammarion etwas gesagt, deshalb möchte ich nicht weiter darauf eingehen.
Diese Geschichte liest sich von der Thematik her beinahe wie "Mein erstes Buch" von Marius Speermann, allerdings trÀgt sie (leider) Deine unverkennbare Handschrift:
Den ErzĂ€hlstil finde ich recht gut, aber es kommt keine richtige Pointe, weder zum Schluß, noch irgendwo mittendrin.
Nur gut, daß diese Kategorie "Humor und Satire" heißt, denn ein gewisser Humor ist in Deinen Geschichten durchaus zu finden. Satire dagegen ist fĂŒr mich nur in zaghaften AnsĂ€tzen erkennbar.
Dabei wĂ€re es bestimmt mit nur wenig Aufwand möglich gewesen, einen richtigen "BrĂŒller" daraus zu machen?
Hier aber hast Du im Grunde "den Witz getötet".
Schade darum...

GrĂŒĂŸe vom Minotaurus

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Raniero
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wenn Du schon einen Vergleich mit Marius Speermann anfĂŒhrst, dann solltest Du es vielleicht besser mit meiner Story 'VerhĂŒllung 'tun.

Gruß Raniero

PS
Die VerhĂŒllung habe ich ĂŒbrigens 2004 geschrieben

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