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Leselupe.de > Kurzprosa
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Eingestellt am 19. 11. 2017 13:55


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onivido
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Ein aus Ghana stammender Mann hat in der Nacht zum 2. April in der Siegaue das Zelt eines schlafenden Paares mit einer Astsäge aufgeschlitzt. Dann hat er den Campern sechs Euro und eine Lautsprecherbox abgenommen. Schliesslich zeigte er mit der Astsäge auf die Frau und befahl ihr aus dem Zelt zu kommen.
In Todesangst folgte die junge Frau seinem Befehl. Er lotste sie ein wenig vom Zelt weg, und zwang sie, sich auf eine mitgebrachte Decke zu legen. Er zog seine Hose herunter und drang in sie ein. Die Astsäge lag griffbereit in der Nähe.

So stand es in der Zeitung. Eigentlich gar nicht so schlimm wird der Leser denken, wenn man berücksichtigt , dass der Mann aus einem anderen Kulturkreis stammt und für die Frau sogar eine Decke mitgebracht hatte, damit sie nicht auf dem kalten Boden liegen musste. Da ich aber der männliche Teil des Paares war und mit rasendem Puls und zugegeben, vor Angst gelähmt, in meinen Schlafsack verpackt die Demütigung meiner Freundin miterleben musste, kann ich dem nicht beistimmen.

Als der Mann also intensiv mit meiner Freundin beschäftigt war, überwand ich meine Feigheit und kämpfte mich mit meinem Jagdmesser in der Hand aus dem Schlafsack.

Die nun folgende Handlung ist meinem männlichem Steinzeitinstinkt zuzuschreiben.

Von hinten schlich ich mich an den Vergewaltiger, riss ihm den Kopf in blinder Wut an den Haaren nach oben und rammte ihm das Messer in den Hals, ohne Warnung, Der Mann hatte keine Gelegenheit von der Astsäge Gebrauch zu machen. Blut spritzte aus der Wunde, besudelte das Gesicht meiner Freundin . Mit Fusstritten befreite ich sie von dem zuckenden Körper des Mannes. fasste sie bei den Händen und zog sie auf die Beine. Ich wollte sie umarmen, aber sie stiess mich schreiend von sich, das blutige Gesicht von Abscheu und Entsetzen zur Fratze verzerrt.

Ich rief die Polizei und den Rettungsdienst. Nach mehreren Anrufen, konnte ich die Beamten davon überzeugen, dass ich soeben einen Mann höchstwahrscheinlich getötet hatte.

Seit dieser Nacht habe ich meine Freundin nicht mehr gesehen. Verstehen kann ich ihr Verhalten nicht. Ich habe einen Gedanken, den ich nicht auszusprechen wage. Bei der Gerichtsverhandlung wird sie wohl das Geschehen aus ihrer Sicht beschreiben mĂĽssen.

Bestimmt werde ich wegen Totschlags verurteilt. Vor Gericht werde ich einräumen, dass meine Reaktion nicht angemessen gewesen war. Ich hätte in dieser Form nicht eingreifen dürfen, sondern den Vorfall mit meinem Handy filmen müssen und dann die Polizei telefonisch von der Vergewaltigung benachrichtigen sollen, zumal der Mann für die Frau sogar eine Decke ausgebreitet hatte. Nur wenn der jetzt Tote mein Leben, oder das meiner Freundin nach der Vergewaltigung bedroht hätte, wäre es angemessen gewesen mich auch mit dem Messer zu verteidigen. Diese, wenn auch, verspätete Einsicht würde bestimmt bei dem Strafmass berücksichtigt.


Version vom 19. 11. 2017 13:55

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aligaga
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Wenn man von den hiesigen, einschlägigen Gesetzen und den sich daraus ergebenden Rechtssprechungen nur verschwommene Vorstellungen hat, sollte man diese nicht zum Gegenstand in die Öffentlichkeit gestellter, belletristischer Schreibübungen machen.

Der springende Punkt ist hier die mehrfach erwähnte Astsäge, die der Täter neben sich bereitliegen hatte und die ihn nicht zu einem schlichten "Vergewaltiger" macht, sondern zu einem, der sein Opfer zu ermorden droht, ob es ihm nun willfährt oder nicht. Ein schwerer Gewaltverbrecher also!

Dass sich der Nothilfe Leistende zur eigenen und zur Sicherheit des Opfers spontan bewaffnet und im Weiteren von der Waffe gezielt und wirkungsvoll Gebraucht macht, ist ihm nicht zum Nachteil auszulegen - auch dann nicht, wenn er zugibt, den Tod des Gewaltverbrechers billigend in Kauf genommen zu haben: De facto ging es um Leben und Tod. Auch der Gewaltverbrecher, sagen die Gerichte in vergleichbaren, durchaus vorgekommenen Fällen, hätte damit rechnen müssen, im Rahmen einer Notwehrhandlung oder einer Nothilfeleistung durch Dritte umzukommen oder schwer verletzt zu werden.

Wichtig ist dabei auch, dass der Nothilfe Leistende, so wie hier, nur einmal zugestochen hat, und nicht mehrmals, etwa auch dann noch, als der Verbrecher seinerseits bereits hilflos oder gar bewusstlos war.

So aber war die geschilderte Nothilfe verhältnismäßig; es wird nach erfolgter Spurensicherung, Einvernahme und Zeugenanhörung keine Strafverfolgung geben.

So schaut's aus in Doitschland, und nicht anders. @Ali wĂĽnscht keinem, sowas mal wirklich durchmachen zu mĂĽssen.

Gleichwohl froh und munter

aligaga

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FrankK
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Hallo onivido
Ich habe zwei massive, inhaltliche Probleme mit diesem Text:

1. Nach der Einlassung "So stand es in der Zeitung" erfolgt eine fiktive Weiterführung der Geschichte. Dies wir mir als Leser nicht sofort klar, Du vermittelst den Eindruck, als wärest Du beteiligter an den Ereignissen gewesen. Es ist immer eine gefährliche Gratwanderung, eine reale Situation mit einer fiktiven Geschichte zu verknüpfen. Dies ist Dir hier, so glaube ich, leider misslungen.

2. Im aktuellen populistischen Politikgeschehen vermittelt (suggeriert fast) der Titel eine gewisse Färbung der (fiktiven!) gerichtlichen Urteilsfindung. Die (fiktiven) Geschwister des getöteten Täter wären mit "Verurteilt wegen Totschlag" nicht hinreichend zufrieden, während Deine (fiktiven) Geschwister vermutlich ein "Verurteilt wegen fahrlässiger Körperverletzung mit Todesfolge" überzogen fänden. In beiden (fiktiven) Fällen wäre es immer noch (fiktive!) "Rechtsprechung".


Die Rechtsprechung in erster Instanz hat im Real-Fall ergeben: 11 Jahre und 6 Monate (Stand: 20.10.2017)


Bedaure
Frank
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aligaga
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Das inzwischen üblich gewordene Guhgel-Hinterhergehoppel @Trollingers, der unbedingt adabei sein möchte, bringt uns literarisch nicht weiter. Die Rechtslage des "Falles" ist sonnenklar, ein Justizirrthum nicht ersichtlich, das Liebäugeln mit Selbstjustiz deppert.

Fazit: Eine schlecht recherchierte, schlecht dokumentierte, schlecht geschriebene Geschichte über das Phänomen "Gewalt" und ihre Folgen.

Mit Guhgelgehüpfe allein kommt man dem Thema nicht näher, wie diese Hopserei im übrigen ohnehin die sinnloseste ist, die sich denken lässt. Schon der guhte Jonathan Swift hatte 1726 (!) festgestellt, dass Guhgelhüpfen nicht zu Wissen und Wohlstand, sondern zum Gegenteil führte - am Ende erstickt die Menschheit daran und muss sich von ein paar Rössern erklären lassen, wie's eigentlich gegangen wäre.

TTip, o@nivido: Schreib mal eine richtig guhte Geschichte, in der du uns und dem Rest der Welt nicht beweisen möchtest, wie tapfer du dir deine Protagonisten wünschst. Es gab und es gibt Helden hienieden - aber die sind keine primitiven Schläger und schon gar keine Gugelhupf-Bäcker. Sie wachsen nicht im weltweiten Cyberwalde, sondern in analogen Schrebergärten. Mut!

Heiter bis wachsam

aligaga




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