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Leselupe.de > Horror und Psycho
Loa
Eingestellt am 19. 03. 2003 10:14


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nemo
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Registriert: Aug 2001

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1.

So, jetzt erst mal locker bleiben und nicht die Milch verlieren.
Kurzer Blick nach links, kurzer Blick nach rechts und die Lage ist gepeilt.
Insgesamt sechs Personen. Zwei Kassiererinnen und vier Kunden. Leichtes Spiel.
Ein paar Schritte Richtung Kasse, die Knarre aus der Jacke ziehen und ab geht’s.
„Ihr verfickten Penner, ihr geht jetzt alle auf den Boden sonst gibt’s Blut !!!“
Ich liebe diesen Part. Cool sein, b├Âse aussehen und kein Mitleid zeigen.
„So du Schlampe steh auf !!!“
Immer diejenigen aussuchen die am meisten Angst haben.
„Pack das schei├č Geld in die Tasche und zwar schnell !! Sonst kannst du demn├Ąchst aus der Stirn kacken !!“
Es geht schnell, sehr sch├Ân.
Blick nach drau├čen, alles ruhig.
Bewegung hinter mir.
Umdrehen. Zielen.
„ Was soll die Schei├če du Wichser, willst du als Held sterben ?“
Waffe auf die Stirn legen und l├Ącheln.
„Na kleiner , hast du Angst ?“
Zittern, Stille.
Der typische Geruch von Angstschwei├č, Augen die sich mit Tr├Ąnen f├╝llen.
„Peng, du bist Tot.“
Ich richte die Waffe knapp ├╝ber seine Schulter.
Ein lauter Knall, Schreie, und der Kerl bricht zusammen, bewu├čtlos.
Umdrehen, auf die Kassiererin zielen.
„Mach hinne sonst bist du die n├Ąchste !“
Sie heult und beeilt sich.
So, jetzt die Kohle nehmen und nichts wie raus aus dem Laden.
Drau├čen steht Paul und l├Ąsst den Motor aufheulen.
Rein in die Karre. Maske vom Gesicht rei├čen. T├╝r zu. Und ab geht’s.
„Und wie isses gelaufen ?“ fragt Paul .
„Halt’s Maul und gib Gas !!“ schnauze ich.
Paul ist nicht gerade ein Genie, aber im Umgang mit allem was zwei oder mehr R├Ąder hat ist er unschlagbar.
„War ganz O.K., keine gr├Â├čeren Probleme gehabt.“ sag‘ ich.
Ich krieg wieder Kopfschmerzen. Jedes Mal wenn ich’n Ding drehe, platzt mir danach die Birne. Kommt bestimmt vom rumballern, sollte mir n’en Schalld├Ąmpfer besorgen.
„Paulie, halt bitte am Candie’s, ich muss mir was zum Qualmen besorgen, mir platzt der Kopf.“
Paulie nickt.
Er wei├č, da├č er mich jetzt lieber in Ruhe lassen sollte, deswegen mag ich den Kerl so.
Seitdem sein ├Ąlterer Bruder Sam bei ’ner Schie├čerei mit den Bullen draufgegangen ist, h├Ąngt er mit mir rum. Ich bin so’ne Art Ersatzbruder f├╝r Ihn. Er ist noch zu Jung um alleine klar zu kommen und von mir kann er noch’n paar Tricks lernen. Er ist mit achtzehn zwar einen Kopf gr├Â├čer und drei Schr├Ąnke breiter als ich mit zweiunddrei├čig, aber ihm fehlt noch die Erfahrung. Das Leben ist hart, wenn man’s so lebt wie wir.
„Wir sind da.“ meldet sich Paul.
„Warte im Wagen, ich bin gleich wieder da.“
Ich nehme zweihundert Kr├Âten aus der Tasche und ab in’s Candies.
Ein Kopfnicken reicht und der Typ an der T├╝r l├Ąsst mich rein.
Schei├če ist der Laden voll. Ich schau mich um. Ein paar nette Weiber sind da, aber ich hab‘ heute kein Bock auf Ficken. Ich dr├Ąnge mich durch die Massen Richtung Bar. Meine Birne pocht bei jedem Bassbeat. Verdammt, m├╝ssen die, die Musik so laut aufdrehen. An der Bar sitzt der Mann den ich suche. Ich geh an ihm vorbei und ein Augenkontakt gen├╝gt. Dann auf’s Klo, wo ein paar Sekunden sp├Ąter der Typ auch auftaucht.
„Was geht Alter ?“ fragt er mich grinsend. Er riecht das Gesch├Ąft.
„Ich hab‘ hier zweihundert M├Ąuse die nach dir gefragt haben. Hast du was gutes
da ?“ frage ich.
„Ja klar, f├╝r meinen Lieblingskunden doch immer. Wart‘ mal 'ne Sekunde.“
Er greift in seine Jackentasche und bringt ein Beutel Gras zum Vorschein.
Er wiegt‘s vor meinen Auge ab und meine hart verdienten M├Ąuse wechseln den Besitzer.
„Bis demn├Ąchst Meister.“ verabschiede ich mich.
Raus aus dem Klo und wieder durch die nach Rauch und Alkohol stinkende Menge.
Mit meiner linke Schulter sto├če ich jemanden an.
„He du Sack, pass mal auf ! “
Ich dreh mich um. Ein Kerl wie‘n Baum schaut mich grinsend von oben herab an.
„Hast du mich gerade Sack genannt ?“ frage ich ihn freundlich.
„Hast du ein Problem damit kleiner ?“
Ich l├Ąchele und trete ihm in die rechte Kniescheibe. Es knackt. Er kr├╝mmt sich vor Schmerzen. N├Ąchster tritt von unten in die Fresse. Er kippt um und h├Ąlt sich das Gesicht.
Blut l├Ąuft zwischen seinen Fingern.
„Selber, Sack ! “ zische ich und verpisse mich schleunigst.
Am Ausgang wieder kurzes Kopfnicken und schnell in’s Auto.
„Hau‘ rein Paulie, ich will nach Hause, entspannen ist angesagt.“

2.

Das Zeug knallt ja m├Ąchtig rein. Ich habe mir gerade das erste K├Âpfchen reingezogen und bin schon hammerbreit. Gott segne das THC !!
Die h├Ąrteren Sachen vertrage ich nicht mehr, ab und zu 'ne priese Koks oder 'ne Flasche Wodka is' noch O.K., aber ich kenne genug Jungs die von dem ganzen synthetischen Zeug in der Heilanstalt vor sich hin sabbern. Cannabis hingegen ist Natur pur.
„He Paulie, deine Blubbi ist fertig, komm schon !!“ rufe ich in den Raum.
Paulie f├╝ttert gerade seine Ratte.
Das Tier geh├Ârte seinem Bruder und er glaubt tats├Ąchlich, da├č ein Teil von Sam in dem Vieh weiterlebt. Ich habe Paul schon oft mit der Ratte reden h├Âren, als rede er zu einem Menschen. Es ist halt’n bisschen abgedreht.
„Paul, Essen ist fertig !!“ scherze ich und greife zum Telefon.
„He, hast du die Nummer vom Pizzadienst im Kopf ?“
Paul, der sich auf seinen Sessel fallen l├Ąsst, sch├╝ttelt den Kopf.
„Keine Ahnung.“
„Verfickte Schei├če, wir haben jetzt drei Uhr morgens, ich bin dicht wie ein Otter und hab’nen H├Âllen Fresskick !!“
Ich stehe auf, schwanke und gehe in die K├╝che.
Ich mache den K├╝hlschrank auf und mir kommen fast die Tr├Ąnen.
K├╝hlschrankt├╝r wieder zu, zur├╝ck in’s Wohnzimmer.
Paul hustet sich die Lunge aus dem Hals.
„Immer vorsichtig mein Freund.“ lache ich ihn aus. „Sei nicht immer so gierig !!“
Ich kann gerade noch das Wort Arschloch an seinen Lippen ablesen, da f├Ąllt mein Blick schon auf das Telefonbuch.
„Unsere Rettung naht.„ sage ich und schnappe mir das Ding.
Die richtige Nummer rausgesucht, zwei Pizzen Gran Plaza bestellt und die Nacht ist gerettet.
├ťber die Kohle m├╝ssen wir uns die n├Ąchsten Tage nicht mehr den Kopf zerbrechen.
Tankstellen haben zwar nie sehr viel Bargeld in den Kassen, aber es reicht f├╝rs erste.
„He du Sack, du sollst nicht pennen !!“ rufe ich Paul zu, der immer tiefer in seinem Sessel versinkt.
Langsam aber sicher bin auch ich ziemlich platt. Ich setzte mich hin und zappe durch die Fernsehlandschaft.
Ich entscheide mich f├╝r einen Tierfilm. Kommt echt relaxend wenn man dicht ist.
„He, mach die Schei├če weg, sonst penne ich gleich wirklich ein !“ meckert Paul.
„Bleib mal locker Paulie, da kannste noch was lernen !!“ meckere ich zur├╝ck.
„Was soll ich denn von beschissenen Erdm├Ąnnchen lernen k├Ânnen du Arsch !!“
„Nicht von beschissenen Erdm├Ąnnchen, sondern ├╝ber beschissenen Erdm├Ąnnchen !!“
„Und was bringt mir das ??“
„Wolltest du nicht schlafen ?“ frage ich und wende mich ab.
„Nein, ich will das jetzt kl├Ąren. Ich m├Âchte jetzt gerne wissen was mir dieser Tierfilmschei├č bringen soll ??“
„Ich finde es einfach nur entspannend.“ antworte ich.
„Und ich finde das einfach nur einschl├Ąfernd !!“ erwidert Paul.
„Dich sollte man lieber einschl├Ąfern.“ sage ich ernst
Paul f├Ąngt an zu lachen.
„Mach doch was du willst !!“ sagt er schlie├člich.
Ich packe meine Knarre aus und fange an sie zu reinigen.
Ein Klopfen an der T├╝r.
„Mann, das ist doch endlich mal ein schneller Pizzadienst !“ staunt Paul.
Als er sieht, da├č ich nicht den Anschein gebe aufstehen zu wollen, erhebt er sich aus seinem Sessel.
„Ist schon gut, ich geh schon !!“ teilt er mir mit.
Ich nicke nur.
Er ├Âffnet die T├╝r, einige Sekunden passiert nichts und pl├Âtzlich h├Âre ich eine m├Ąnnliche Stimme die ich zu kennen glaube.
Es ist in einem bestimmten Rauschzustand echt schwierig sein Langzeit Ged├Ąchtnis zu ├╝berreden eine gespeicherte Information auszuspucken.
Ich beuge mich nach vorne und versuche meine Neugierde zu befriedigen.
Doch Paul steht in meinem Blickfeld, so das ich nur ein in schwarz gekleidetes Bein sehen kann.
Ich lasse mich zur├╝ck auf’s Sofa fallen und mache ein dummes Gesicht.

Es gibt Menschen die es einfach verdient h├Ątten, da├č man Sie nach der Geburt im Klo ertr├Ąnkt. Und genau zu dieser Gattung geh├Âren die Mahoney Br├╝der.
Der ├Ąltere der beiden, Korgan Mahoney, sitzt mir gegen├╝ber und grinst mich d├Ąmlich an. W├Ąhrend sein Bruder, Bricks Mahoney, wie ein Schutzwall hinter Ihm steht und mir die Geburt einer neuen Erdm├Ąnnchen Generation verdeckt.
"Ist das dein neuer Busenfreund ??" fragt Korgan l├Ąchelnd und zeigt mit dem Finger auf Paul.
Ich versuche cool zu bleiben und antworte "Warum fragst du ? Ist dein Bruder jetzt von Tieren auf M├Ąnner umgestiegen ?"
Sein arrogantes Grinsen bleibt, und ich w├╝rde Ihm am liebsten die Eier wegtreten.
"Was willst du von mir ?" frage ich Ihn.
"Ich wollte dir Arbeit anbieten. Wie Ich geh├Ârt habe, hast du dich jetzt auf Tankstellen und Lebensmittelgesch├Ąfte spezialisiert hast. Ich will dir nur etwas Abwechslung bieten."
Er z├╝ndet sich einen Zigarillo an, l├Ą├čt mich aber nicht aus den Augen
"Es war nicht meine Idee, dich zu Fragen. Ich habe dich schon immer f├╝r einen Versager gehalten. Aber der Bo├č scheint noch einiges von dir halten."
Ich h├Ątte es mir fast denken k├Ânnen. Dieses fette Schwein Santiago hat die beiden Wichser geschickt.
"Ich arbeite nicht mehr f├╝r Santiago." sage ich und schaue Korgan in die Augen.
Er wendet seinen Blick ab, zieht an seinem Zigarillo, und sch├╝ttelt den Kopf.
"Bist du etwa immer noch Sauer, Frankie Boy ??"
"F├╝r dich immer noch Mr. Maddox !" schnauze ich ihn an und stehe auf.
"Du kannst Mr. Santiago bestellen, da├č er sich seinen Job in den Arsch schieben soll !"
Mein Kopf f├Ąngt wieder an zu schmerzen. Das Pochen an meinen Schl├Ąfen macht mich Wahnsinnig.
Korgan dr├╝ckt sein Zigarillo aus und schaut zu mir hoch.
Er hat endlich aufgeh├Ârt zu grinsen.
"M├Âchtest du nicht zu erst h├Âren wie viel der Bo├č dir f├╝r den Job bietet ?" fragt er
"Bist du taub, Mahoney ? Ich arbeite nicht mehr..." fange ich an als er mir pl├Âtzlich andeutet leise zu sein und auf die Eingangst├╝r starrt.
Ich stocke mitten im Satz und h├Âre Schritte im Gang.
"Das ist bestimmt der Pizza Typ." sagt Paulie leise.
Stille.
Ein leises Klicken.
Ich kenne dieses Ger├Ąusch.
Das entsichern einer Waffe.
"Paulie geh in Deckung !" schreie ich und setze mich in Bewegung.
W├Ąhrend ich beim laufen meine Waffe nachlade h├Âre ich ein lautes Knallen als die T├╝re eingetreten wird. Ich springe in die K├╝che und gehe in Deckung.
Pl├Âtzlich setzt das laute rattern einer Maschinenpistole ein.
Ich stelle mich an die K├╝chent├╝r und schaue vorsichtig ins Wohnzimmer.
Die Mahoney Br├╝der sind hinter dem umgeworfenen Wohnzimmertisch in Deckung gegangen. Bricks schie├čt blind in Richtung Flur w├Ąhrend Korgan scheinbar mit seinem Handy rumhantiert. In der T├╝r z├Ąhle ich vier schwer bewaffnete und vermummte M├Ąnner.
Ich suche Paulie und sehe Ihn aus dem Fenster auf die Feuertreppe steigen.
Wir stellen unseren Wagen immer in der n├Ąhe der Feuertreppe ab, falls wir unerw├╝nschten Besuch bekommen.
Ich blicke wieder Richtung Haust├╝r und sehe ein rundes Objekt in den Raum fliegen.
Ich drehe mich um, renne zum K├╝chenfenster und springe.
Ich sp├╝re wie sich Glassplitter in meine Arme bohren, und Tr├Ąnen mir in die Augen schie├čen. Ich lande krachend auf der Feuertreppe, als gerade eine laute Explosion aus der Wohnung zu h├Âren ist. Ich versuche aufzustehen, verliere aber das Gleichgewicht und falle wieder hin. Ich bemerke, da├č ein St├╝ck Glas in meinem Oberschenkel steckt.
Ich packe es und ziehe es schreiend aus meinem Bein.
Mir wird schwindelig, und der Schmerz verbreitet sich in meinem K├Ârper wie ein Lauffeuer in der Steppe.
Aus dem Augenwinkel nehme ich Bewegungen in der Wohnung wahr.
Ich halte mich am Gel├Ąnder fest und ziehe mich hoch.
Ich schaue nach unten und sehe Paulie ins Auto einsteigen.
Eine Rauchwolke kommt mir aus dem zerbrochenen K├╝chenfenster entgegen.
Tr├Ąnengas.
Ich lege mein K├Ârper auf das Gel├Ąnder, sto├če mich mit meinem unverletzten Bein ab und falle.
Ich bringe meine Arme sch├╝tzend um meinen Kopf und hoffe au einen sanften Aufprall.
Ich denke an Pizza Gran Plaza, an Erdm├Ąnnchen...
Und dann der Schock und Dunkelheit.

3.
Es scheint ein Naturgesetz zu geben, das besagt, dass man immer dann wach wird, wenn ein Traum gerade anf├Ąngt interessant zu werden.
Eben noch liege ich im Bett mit einer asiatischen Sch├Ânheit und setze zum finalen Sto├č an, und schon sickern Stimmen durch meine vernebelten Gedanken, die sich einfach nicht mit meinem Traum vereinbaren lassen. Ich versuche mich umzudrehen um diesen Stimmen zu entkommen, doch ein stechender Schmerz im rechten Bein, bringt mich zur├╝ck in die Realit├Ąt.
Ich ├Âffne die Augen, aber ein helles Licht blendet mich und zwingt meine Augenlieder sich reflexartig zu schlie├čen. Ich h├Âre Stimmen, kann sie aber nicht verstehen. Mir wird klar, da├č ich auf einem harten Stuhl sitze und meine H├Ąnde hinter meinen R├╝cken festgebunden sind.
Ich versuche mich auf die Stimmen zu konzentrieren.
Ich bin mir nicht sicher, aber irgendwie h├Ârt es sich Franz├Âsisch an.
Ich ├Âffne erneut die Augen, diesmal langsamer um sie an das Licht zu gew├Âhnen, aber die Lampe scheint mir genau ins Gesicht. Wer immer mich hier festh├Ąlt, m├Âchte nicht gesehen werden.
„Was wollt Ihr Penner von mir ?“ ich versuche cool zu klingen aber meine Stimme zittert.
Keine Antwort.
Ich spüre wie jemand den Ärmel meine Hemdes zurückzieht und ich ahne schlimmes.
„Ihr verfickten Affen !! Ich rei├č euch die Eier ab und steck sie euch in’s Maul !!“ schreie ich.
Sekunden sp├Ąter bohrt sich langsam die Nadel einer Spritze in eine meiner Venen und ich f├╝hle wie sich eine hei├če Fl├╝ssigkeit in meine Blutbahn verteilt.
Mein Arm prickelt als w├Ąre er eingeschlafen.
Ich werde m├╝de, versuche aber dagegen anzuk├Ąmpfen.
Und wieder Dunkelheit.

Ich schwebe, auf einem Klodeckel stehend, ├╝ber die Stra├čen New-Yorks.
Auf dem Ding ist Micky-Maus beim pinkeln abgebildet;
sieht aus wie ein Airbrush, ziemlich gute Arbeit.
Ein strammer Wind weht mir in’s Gesicht und treibt mir Tr├Ąnen in die Augen.
Seltsamerweise versp├╝re ich keine Angst, ich f├╝hle mich eher euphorisch, als h├Ątte ich mit irgendetwas eingeschmissen.
Das Empire State Building zieht an meiner linken vorbei und ich frage mich ob ich den Flug lenken kann. Ich konzentriere mich und siehe da, das verdammte Ding fliegt tats├Ąchlich durch reine Gedankenkraft. Ich gebe richtig Gas und rase mit einem H├Âllentempo durch die Hochhausschluchten. Ein Hochgef├╝hl ├╝berkommt mich und der Geschwindigkeitsrausch pumpt mir Adrenalin in die Blutbahn.
Erst jetzt f├Ąllt mir auf, da├č die Stadt verlassen zu sein scheint.
Keine Autos blockieren die Strassen, keine Menschenmassen die sich auf den B├╝rgersteigen dr├Ąngen.
Ich fliege Richtung East-River und drossel mein Tempo ein wenig.
Pl├Âtzlich ver├Ąndert sich meine Umgebung.
Es wird dunkel. Es wird Nacht.
Ich stehe mitten in einem Sumpfgebiet.
Knietief im stinkenden Wasser, versuche ich mir die M├╝cken vom Leib zu halten.
Langsam geht mir die ganze Sache auf die Nerven.
In der Ferne sehe ich ein flackern.
Ein Feuer.
Ich setzte mich in Bewegung und stampfe durch das tr├╝be Wasser.
Als ich mich n├Ąhere, sehe ich mehrere schwarze menschlich Formen die anmutig um ein Lagerfeuer tanzen. Sie scheinen zu singen, es ist eine Art Gebet, eine Litanei.
W├Ąhrend ich sie beobachte f├╝hle ich wie meine Glieder schwerer werden und meine Augenlieder sich schlie├čen.
Eine Welle der M├╝digkeit ├╝berrollt mich wie eine Tsunami.
Und wieder Dunkelheit.

4.

Als ich diesmal aufwache, traue ich mich nicht meine Augen zu ├Âffnen.
Etwas hat sich aber ver├Ąndert.
Ich liege seltsam weich und ein penetranter Geruch bohrt sich in meine Nasenfl├╝gel.
Ich bewege mich und ein brennender Schmerz gibt mir zu verstehen, da├č es meinem Bein immer noch nicht sehr gut geht. Mit meiner rechten Hand greife ich in etwas, da├č sich verd├Ąchtig nach Essensresten anf├╝hlt.
Ich sammle meine Gedanken, und durch die Dunkelheit meiner Gehirng├Ąnge kriecht eine Erkenntnis.
Vorsichtig ├Âffne ich die Augen und sehe meine Vermutung best├Ątigt.
Ich schiebe den Deckel des M├╝llcontainer, in dem ich stecke, zur├╝ck, und klettere mit sehr viel m├╝he heraus.
Es ist Nacht und ich befinde mich in einer abgefuckten Gasse.
Ich habe wohl ein paar Penner geweckt, die mich jetzt ungl├Ąubig anstarren. Ich werfe Ihnen nur einen absch├Ątzigen Blick zu und sie schauen weg.
Ich habe jetzt echt die Schnauze voll. Mir tut alles weh und ich f├╝hle mich wie ausgekotzt. Die Wunde an meinem Bein hat sich entz├╝ndet und klebt an meiner Jeans, so da├č jeder Schritt zu Qual wird.
Ich mache eine kurze Bestandsaufnahme. Ich habe kein Handy dabei und mein Portemonnaie liegt noch in der Wohnung, allerdings habe ich noch einen zerkn├╝llten Hundert Dollar Schein in der Tasche. Was ich jetzt brauche ist ein Arzt und ein Telefon.
Das Krankenhaus kann ich vergessen, weil ich keine Sozialversicherungskarte habe aber ich kenne jemand der mir noch ein Gefallen schuldet.
Ich humpele bis zu n├Ąchstgr├Â├čeren Strasse und winke ein Taxi heran.
Als Taxi Fahrer, w├╝rde ich bestimmt nicht anhalten um mich mitzunehmen so wie ich jetzt aussehe, aber es ist dunkel und ich habe Gl├╝ck.
Im Taxi komme ich endlich dazu die vergangenen Stunden Revue passieren zu lassen.
Ich lehne mich etwas zur├╝ck und lege mein Bein in eine ertr├Ąglichen Lage.
Alles hatte mit dem Besuch der Mahoney Br├╝der begonnen.
Das konnte nur bedeuten, da├č Santiago seine dicken Wurstfinger im Spiel haben mu├čte.

Humberto Jos├ę Santiago, auch das fette Schwein Santiago genannt, verf├╝gt ├╝ber einen derart gigantischen Leibesumfang , da├č dieser schon in Metern statt in Zentimetern gemessen werden mu├č. Seine K├Ârperf├╝lle scheint auch in direkter Relation zu seinem Ego zu stehen und das macht diesen Mann wohl so gef├Ąhrlich. Wenn er einen Raum betritt, f├╝llt er Ihn nicht nur durch seine un├╝bersehbare Pr├Ąsenz aus, sondern auch durch sein unersch├╝tterliches Selbstvertrauen, das es einem schwer macht Ihm zu widersprechen.
Er ist der geborene Manipulator, eine Puertoricanische Version Machiavellis.
Auch mich hatte dieser Mann fasziniert, der es perfekt verstand mir Honig um den Mund zu schmieren, und mir eine goldenen Zukunft in seiner Organisation prophezeite.
Es dauerte drei Jahre bis ich Ihn durchschaute.
Ich hatte mich in dieser Zeit vom Laufburschen, Fahrer bis zum Vertrauensmann Santiagos hochgearbeitet und erst dann erkannte ich sein wahres Gesicht.
Er ist gar nicht so darauf besessen Reicht├╝mer anzuh├Ąufen wie es in dieser „Branche“ ├╝blich ist, sondern es ist das Machtgef├╝hl wonach es Ihm d├╝rstet. Das Gef├╝hl andere Menschen zu benutzen und sie, wenn n├Âtig, zu vernichten.
Von Drogengesch├Ąften ├╝ber Prostitution bis hin zu Waffendeals mit Kopftuch-Tr├Ągern, vor nichts schreckt er zur├╝ck. Er hat Verbindung zu der wichtigsten Mafia Familie der Stadt, den Cipones, zu den Japsen und zu den Kolumbianern. Er kennt die Reichen und die Wichtigen, die Aufsteiger und diejenigen die gerne wichtig w├Ąren. Er ist wie eine Spinne, die Ihr Netz ├╝ber die Stadt gesponnen hat. Er interessiert sich nicht f├╝r Frauen, verabscheut ├Âffentliche Auftritte und liebt es das Geschehen aus dem Schatten zu lenken.
Sein einziges Hobby, soweit ich das beurteilen kann, ist das Sammeln und Handeln mit Antiken Kunstst├╝cken. Sein ganzes Haus ist voll mit Relikten vergangener Tage; alte Statuen die grimmig dreinschauend, die R├Ąume bewachen, Vasen mit kunstvoll gezeichneten Drachen und sein ganzer Stolz, ein Zimmer voller altert├╝mlicher Waffen.
Ich hatte einmal die Ehre diesen Raum zu sehen und ich kam mir vor wie in einer Mittelalterlichen Waffenkammer.
Ich m├Âchte nicht behaupten, da├č ich mir aufgrund meiner bisherigen Taten einen Freischein f├╝r’s Paradies verdient h├Ątte, aber f├╝r Santiago sieht’s am Tage des J├╝ngsten Gerichts verdammt d├╝ster aus. Wenn er dort auf die Seelen derjenigen trifft, die er auf dem Gewissen hat, d├╝rfte es im Fegefeuer eng werden.

Die Stimme des Taxi Fahrers rei├čt mich aus meinen Gedanken.
„Wir sind da, Sir !“sagt er mit einem un├╝berh├Ârbaren indischen Akzent.
Mein Kopf lehnt an der beschlagenen Scheibe und ich raffe mich auf obwohl ich auf der Stelle einschlafen k├Ânnte.
„Das macht 14 Dollar und 10 Cent, Sir“ sagt er und kramt eine gro├če Brieftasche auf der Fahrert├╝r.
Ich steige aus, und das Brennen in meinem Bein macht mich fast wahnsinnig.
Ich bezahle, warte auf mein R├╝ckgeld und halte mich am Taxi fest.
Als es losf├Ąhrt, schwanke ich etwas, kann mich aber noch gerade so auf den F├╝├čen halten.
Zum Gl├╝ck ist es nicht mehr weit. Ich gehe, mein Bein hinter mir her schleifend, durch ein kleines wei├čes Gartentor. Ich sp├╝re leichten Regen an meinen Kopf prallen.
Als ich an der Eingangst├╝r des Hauses stehe, hoffe ich kurz, da├č ich auch das richtige erwischt habe. Einen gr├Â├čeren Spaziergang, traue ich mich nicht mehr zu.
Ich schiele auf den Namen auf dem Briefkasten.
„Matthew Zuckerman“ steht dort.
„Da haben wir noch mal Dusel gehabt, Mr. Maddox“ murmele ich vor mich hin.
Ich dr├╝cke auf die Klingel und warte.
Ich h├Âre Schritte im Hausflur und bete, da├č es Matthew ist, und nicht seine Frau.
Seit er vor f├╝nf Jahren geheiratet hat, habe ich ihn nicht mehr gesehen.
Ich wei├č, da├č er jetzt eine eigene Praxis besitzt, und recht erfolgreich ist, aber seine
Frau, Catherine, konnte ich noch nie leiden. Matthew und ich, sind seit der Schulzeit dicke Freunde. Ich habe ihm zwar immer erz├Ąhlt, ich w├╝rde f├╝r einen Sicherheitsdienst arbeiten, aber ich glaube, er wu├čte recht gut, wie ich meine M├Ąuse verdiente. Nach der Hochzeit, wo ich mich so besoffen habe, da├č ich der Braut auf die Schuhe gekotzt habe, ist unser Kontakt abgebrochen. Ich wei├č, da├č Catherine, damit zu tun hat, na ja, ist ihr gutes Recht. War vielleicht auch besser f├╝r Matt.
Die T├╝r ├Âffnet sich.
Er sieht noch genauso aus wie fr├╝her; vielleicht nur etwas stabiler.
„Hast zugenommen. Man merkt das ‘ne Frau im Haus ist.“ sage ich und versuche zu l├Ącheln.
„Ach du Schei├če !! Frank, was ist los mit dir ?“ fragt er scheinbar ├╝berrascht mich zu sehen.
„Ich war gerade mit dem Hund spazieren, als ich mir dachte, ich k├Ânnte doch mal meinen alten Freund, den Juden, besuchen.“
Matthew l├Ąchelt, legt meinen Arm um seine Schulter und tr├Ągt mich ins Haus.
„Ich bin kein Jude mehr. Ich bin jetzt Buddhist.“ sagt er ernst.
„Willst du mich verarschen ?“
„Klar doch.“ sagt er mir und zeigt mir ein Stuhl, auf den mich setzten soll.
Er schaut sich meine Wunde an und sch├╝ttelt den Kopf.
„Ich stelle dir keine Fragen, m├Âchte aber gerne etwas klar stellen.“
Er ├╝berlegt kurz.
„Also, ich werde dir helfen. Die Wunde mu├č gen├Ąht werden, da hei├čt...“
Ich unterbreche ihn.
„Ich dachte du bist Tierarzt ! Wieso n├Ąhen ? Kannst du sie nicht einfach desinfizieren und ein Pflaster drauf knallen ?“
„Die Wunde mu├čt gen├Ąht werden. Da gibt es kein wenn und aber. Eine Fleischwunde bei einem Menschen, ist nicht viel anders als eine bei einem Pferd. Vertrau mir einfach.“
Er holt kurz Luft.
„Also, noch mal von vorne. Ich werde dir helfen und keine Fragen stellen. Wir werden gleich in meine Praxis fahren. Catherine werde ich von einem Notfall erz├Ąhlen. Du wei├čt ja, was sie von dir h├Ąlt oder ?“
Ich nicke kurz.
„Dort werde ich deine Wunde behandeln und dich dann nach Hause fahren.“
Ich sch├╝ttel den Kopf.
„Das w├Ąre keine gute Idee.“ sage ich kraftlos.
„Gut wir haben morgen Sonntag, da├č hei├čt, du kannst in der Praxis ├╝bernachten. Aber Morgen bist du weg. Ist das O.K. ?“
Ich nicke wieder.
„Warte hier.“ sagt er und geht die Treppe hoch.
Eigentlich der richtige Augenblick f├╝r einen coolen Spruch der Marke: „Ich geh noch mal ‚ne Runde um den Block.“
Aber ich f├╝hle mich kraftlos und leer, und lasse es lieber bleiben.
Was danach alles passiert, nehme ich nur noch durch einen Schleier aus M├╝digkeit wahr; die Autofahrt im Regen, der Aufzug, die Praxis, die Spritze. Ich lege mich hin, schlie├če die Augen und schlafe ein.




5.

Ich wache mal wieder auf. Diesmal f├╝hle ich mich nicht ganz so beschissen wie beim letzten mal. Ich stehe auf und versuche vorsichtig mein Bein zu belasten. Es tut zwar weh, aber es geht. Eine h├Ąssliche, violett gef├Ąrbte Wunde, an dessen Ende zwei F├Ąden, wie die F├╝hler eines Insekten, ragen, ziert nun mein Oberschenkel.
Ich ziehe die Hose an, die Matthew mir da gelassen hat, trinke einen Schluck Wasser und verlasse die Praxis. Den Schl├╝ssel werfe ich in den Briefkasten. Es hat aufgeh├Ârt zu regnen und nur vereinzelt sind noch Wolken am blauen Himmel zu sehen. Ich blicke auf die Uhr und stelle entsetzt fest, dass es schon zwei Uhr Nachmittags ist. Ich habe verdammt lange gepennt, aber ich hatte es auch n├Âtig. Ich besorge mir einen Hot-Dog um meinen Hunger zu stillen. W├Ąhrend ich das Ding in meinen Mund stopfe, denke ich ├╝ber meine n├Ąchsten Schritte nach. Als erstes werde ich versuchen Paul zu finden, um zu sehen ob es ihm gut geht. Dann werde ich mal Santiago einen Besuch abstatten; ich m├Âchte rausfinden, was der Schei├č von gestern sollte. Ich muss mir jetzt erst einmal einen fahrbaren Untersatz besorgen. Da ich kaum noch Kohle in der Tasche habe, bleibt mir nichts anderes ├╝brig als eine Karre zu klauen. Ich suche mir einen alten Chrysler aus, der in einer dunklen Seitenstrasse steht. Zu meinen besten Zeiten habe ich kaum eine Minute gebraucht um einen Wagen zu knacken. Diesmal dauert es ein wenig l├Ąnger aber es klappt. Die Karre springt an und ich mache mich vom Acker. Ich schalte das Radio ein und w├Ąhrend Elvis rockt, was das Zeug h├Ąlt, genie├če ich den erfrischenden Fahrtwind der mir ins Gesicht bl├Ąst. Ich fahre ├╝ber den Lincolnzubringer in Richtung Eastside. Ich vermute das Paul bei seiner Mutter ist. Dort verkrischt er sich normalerweise, wenn die Kacke am dampfen ist. Seit dem Tod Ihres zweiten Mannes, Pauls Stiefvater, der beim Versuch eine Sattelitenantenne auf dem Dach des Hauses zu befestigen, st├╝rzte und starb, und dem ungl├╝cklichen Ableben von Sam, war Paul ihr ein und alles.
Als ich vor dem abgewrackten Haus stehen bleibe, kommen alte Erinnerungen hoch. Caruso, damals Santiagos engster Vertauter, hatte mich mit Sam und Paul bekannt gemacht. Sie wuschen gerade ihren alten Chevy als wir ankamen. Man merkte sofort, dass die beiden Geschwister waren; obwohl Paul ganze zwei K├Âpfe gr├Â├čer war als sein ├Ąlterer Bruder, konnte man es an ihren Augen und dem kantigen Kinn erkennen. Sie machten sofort einen netten Eindruck auf mich, und es dauerte nicht lange bis wir Freunde wurden.
Wir f├╝hrten ein paar Jobs f├╝r Santiago durch, wobei sich schnell rausstellte, dass wir ein gutes Team waren. Ich habe den beiden mehr vertrau, als ich meinen Eltern vertrauen w├╝rde und sie haben mich nie entt├Ąuscht. Es ist verdammt schwierig gute Freunde zu finden und verdammt beschissen, einen von ihnen zu verlieren.
Als ich mich dem Haus n├Ąhere, sehe ich Pauls Mutter die Veranda fegen.
Ich schlendere so cool wie m├Âglich auf sie zu, wohlwissend, dass gleich ein kr├Ąftiges Gewitter losbrechen wird.
Sie sieht mich und ihre Augen werden zu strengen Schlitzen.
Sie holt Luft und faucht mich giftig an.
„Was willst du hier, du Schweinepriester ?“
Ich l├Ąchele krampfhaft und versuche ruhig zu bleiben.
“Ich muss mit Paul sprechen.“, sage ich n├╝chtern.
„Du hast schon Sam auf dem Gewissen ! Reicht dir das nicht ?“
Aua, das tut weh.
Sie holt wieder aus und schreit mit bebender Stimme, ich solle mich gef├Ąlligst verpissen.
Am liebsten w├╝rde ich jetzt auch losbr├╝llen, aber zum Gl├╝ck gerade Pauls Gesicht im T├╝rrahmen auf. Er legt seine gewaltigen H├Ąnde sanft auf den R├╝cken seiner Mutter, beruhigt sie und bringt sie in die K├╝che. Ich bleibe im Flur stehen und warte. Als Paul wieder auftaucht, l├Ąchelt er.
„Alles klar bei dir ?“ fragt er grinsend.
„Das gleiche wollte ich dich auch gerade fragen !“
„Es tut mir leid mir leid wegen Mutter...“ f├Ąngt Paul an.
Ich winke mit der Hand ab und die Sache ist gegessen.
Er macht mir Zeichen, ihm ins Wohnzimmer zu folgen.
Wir fl├Ązen uns hin, und ich erz├Ąhle ihm, was mir seit dem ├ťberfall passiert ist.
Als ich fertig bin, schaut er mich leicht betr├╝bt an.
Ich l├Ąchele und versichere ihm, dass ich nicht sauer bin, dass er sich verpisst hat.
„Ich habe versucht dich auf dein Handy anzurufen, aber du hattest es wohl nicht dabei.“
Ich nicke zustimmend.
„Was hast du jetzt vor ?“ fragt Paul mich.
Ich schaue ein Augenblick lang zu Decke hoch und denke nach.
“Erst werde ich Santiago fragen, was er mit der Sache zu tun hat und dann mal schauen, dass ich in meine Wohnung komme, ein paar Sachen rausholen:“
“Die Bullen waren da. Die haben die Wohnung abgesperrt, aber Nachts wirst du wohl reinkommen.“ er mach eine kurze Pause, zieht an seiner Kippe.
“Soll ich dich begleiten. Ich meine zu Santiago. Vielleicht kannst du Hilfe gebrauchen ?“
Ich sch├╝ttele den Kopf.
„Ne, ist schon in Ordnung. Mit Santiago werde ich sicherlich besser fertig, als mit deiner Mutter.“ sage ich und zwinkere ihm zu.
Er antwortet schmunzelnd „Das denke ich mir.“, dann wieder mit ernster Miene,
„Kann ich sonst irgendetwas f├╝r dich tun ? Brauchst du ‚ne Karre ?“.
„Ein Auto habe ich ! Was ich br├Ąuchte w├Ąre ’ne Knarre und ein bisschen Kleingeld !“
„Sollst du bekommen.“ sagt Paul, steht auf und verschwindet kurz.
Ich z├╝nde mir eine Zigarette an und atme den Rauch tief ein.
Paul erscheint im T├╝rrahmen und schmei├čt mir ’ne T├╝te auf dem Scho├č.
Ich checke den Inhalt : eine 45er und ein paar Scheine.
„Du hast was gut bei mir !“ bemerke ich und mache mich auf.
Ich klopfe Paul freundschaftlich auf die Schulter.
„Pass auf dich auf, Alter !“ sagt er.
„Klar doch, ich bin die Vorsicht in Person !“
Er begleitet mich zur T├╝r. Erneute Umarmung.
Ich winke noch kurz seiner Mutter, die mich grimmig anstarrt, als wollte sie mich auffressen und steige in den Chrysler. Zuerst muss ich aber die Karre loswerden.

6.

Als ich den Club betrete, sp├╝re ich die Blicke an mir haften, wie M├╝cken in einem Spinnenetz. Ich wei├č, dass die H├Ąlfte der Jungs, die mich gerade ausgiebig mustern, nur auf einen Grund warten mich abzuknallen. Aber so leicht mach ich es euch nicht, Jungs !
Die Luft ist schlecht und durchschw├Ąngert vom Gestank kalten Rauchs.
Ich gehe auf die massige Silhouette Santiagos zu, der in einer dunklen Ecke des Lokals sitzt. Langsam weicht der Schatten aus seine Gesicht und ich sehe, dass er l├Ąchelt.
In seinem Mundwinkel h├Ąngt der alte Stummel einer Zigarre, der aussieht, als h├Ątte Churchill daran schon genuckelt.
Ich setze mich hin und schau ihm in die Augen.
„Ich w├╝rde dir gerne sagen, dass du gut aussiehst, Frank, aber das w├Ąre ein L├╝ge und du wei├čt was ich vom l├╝gen halte.„
Ich denke mir meinen Teil und so k├╝hl wie es nur geht spreche ich ihn auf die gestrigen Ereignisse an.
„Ich will wissen, warum und von wem meine Wohnung in Schutt und Asche gelegt
worden ist !“
„Vergiss den Vorfall. Das waren nur ein paar Nigger, die etwas zur├╝ck haben wollen, was ihnen nicht mehr geh├Ârt.“
Er holt ein Streichholz hervor, das er an dem Tisch anz├╝ndet und seinem Stummel wieder Leben einhaucht.
„Die hatten es nicht auf dich abgesehen. Sie waren hinter Korgan und Bricks her.“ sagt er und zieht kr├Ąftig an seiner Zigarre.
W├Ąhrend er den Rauch zwischen uns pustet, holt er erneut aus.
„Aber keine Angst, die werden mit dem Problem schon fertig.“ sagt er und l├Ąchelt, da er wei├č, dass mir die Br├╝der Mahoney ziemlich egal sind.
Zumindest scheinen sie ja noch zu leben, schade.
Auf einmal f├╝hle ich mich m├╝de.
„Irgendjemand hat mich festgehalten und irgend ein Schei├č in die Blutbahn gepumpt. Ich denke es war eine Art Wahrheitsserum. Ich dachte nur du solltest, dar├╝ber Bescheid wissen.“ sage ich w├Ąhrend ich Anstalten mache aufzustehen.
Pl├Âtzlich wird mir schwindelig und es wird mir schwarz vor Augen.
Ich bin in einem dunklen Schleier aus Ohnmacht gefangen und merke, wie mein K├Ârper sich selbst├Ąndig bewegt und ich h├Âre meine Stimme, obwohl ich nicht spreche.
„Alles klar mit dir, Maddox ?“ fragt Santiago.
„Besser k├Ânnte es mir gar nicht gehen.“ h├Âre ich mich sagen und dann „Santiago, du hast etwas, das uns geh├Ârt.“.
Ich habe das Gef├╝hl ├╝ber mir selber zu schweben und sehe den ├╝berraschten Gesichtsausdruck Santiagos.
„Du hast uns etwas weggenommen und daf├╝r wirst du Sterben.“
Ich stehe auf und ziehe meine Knarre.
Ich frage mich was diese verfickte Schei├če soll und w├╝rde am liebsten weglaufen, aber ich bin nicht mehr Herr meines eigenen K├Ârpers und zum Zuschauen verdammt.
Als ich an meinen Arm herunterschaue, sehe ich schwarze, verschrumpelte Haut;
meine H├Ąnde, alt und vertrocknet und die Fingern├Ągel, lang und scharf wie Rasiermesser.
Ich trage ein abgenutzten schwarzen Anzug und meine F├╝├če sind nackt.
Was soll die Schei├če ?
W├Ąhrend ich mir zusehe, wie ich Santiagos Gorillas, einen nach dem anderen ├╝ber den Haufen schie├če, bekomme ich es langsam mit der Angst zu tun.
„Ich will die Maske zur├╝ck“ schreie ich, mit einem giftige Tonfall in der Stimme.
Pl├Âtzlich habe ich das Gef├╝hl zu fallen.
Alles wird dunkel um mich herum und die Ger├Ąuschkulisse der Schiesserei entfernt sich immer mehr, bis nur eine angenehme Stille ├╝brig bleibt.
Es vergeht eine Ewigkeit und pl├Âtzlich befinde ich mich wieder in einem Sumpf.
Doch diesmal, keine Musik, kein Tanz, nur ein alter Mann, der am Feuer sitzt und nachzudenken scheint.
Als ich mich n├Ąhere, hebt er sein faltiges und mit Narben durchsetztes Gesicht.
Er l├Ąchelt und erst jetzt, sehe ich, dass in der Dunkelheit hinter ihm jemand steht, nein, vielmehr schwebt. Eine d├╝rre Gestalt, in einem schwarzen, altmodischen Frack gekleidet und einem Zylinder auf dem Kopf. Auf dem Gesicht der Erscheinung ist ein Totenkopf gemalt.
Seltsamerweise versp├╝re ich keine Angst, vielmehr durchstr├Âmt eine drogen├Ąhnliche Euphorie meinen Geist.
Der alte Mann greift in eine Ledertasche, die an seiner H├╝fte baumelt, und holt eine Strohpuppe hervor. Mit monotoner Stimme beginnt er zu singen. Er legt die Puppe vor sich hin und wirft eine Handvoll wei├čes Pulver ins Feuer.
Nach der Korpulenz der Puppe zu beurteilen, soll es sich dabei wohl um Santiago handeln.
Der Alte Mann greift erneut in seine Ledertasche und holt ein reich verziertes Messer heraus. Er setzt das Messer unter dem Kopf der Puppe an und f├Ąngt an sie bis zum Unterleib aufzuschneiden. Sein Gesang intensiviert sich und wird immer lauter.
Die Gestalt hinter ihm beginnt im Takt des Liedes zu wippen.
Mein Blick wendet sich wieder der Puppe zu und ich sehe, dass aus der aufgeschnittenen Stelle Insekte herauskriechen; Spinnen, Tausendf├╝ssler, Maden und K├Ąfer, erst langsam, dann str├Âmend, wie Wasser aus einem Bootsleck. Der dunkle Teppich aus Ungeziefer kommt auf mich zu aber ich kann mich nicht bewegen. Ich sp├╝re wie sie sich ihren Weg unter meinem Hosenbein bahnen und zielstrebig an meinem Bein herauf krabbeln. Es dauert nicht lange und ich bin bis zum Hals mit Insekten bedeckt. Was eben noch wie Euphorie schien, wird jetzt zu blanker Panik.
Ich sto├če einen stummen Schrei aus und merke wie etwas in meinem Mund kriecht, dann in meine Nase, in meinen Ohren.
Ganz unvermittelt dann, erlange ich die Kontrolle ├╝ber meinen K├Ârper wieder.
Ich wische mir mit hektischen Bewegungen die Insekten vom Leib und laufe los. ├äste schlagen mir durch das Gesicht und ich f├╝hle warmes Blut ├╝ber meine Wangen laufen. Ich verdr├Ąnge den Schmerz und laufe immer weiter durch das sumpfige Gebiet.
Die Luft pfeift durch meine Lungen und das Atmen f├Ąllt mir immer schwerer.
Mein Fu├č verf├Ąngt sich in einer Wurzel und mit rudernden Armen gehe ich zu Boden.
Mit den H├Ąnden voraus, lande ich in den feuchten Matsch, doch wider erwarten f├╝hlt sich der Schlamm ungew├Âhnlich warm an. Ich ├Âffne die Augen und sehe, dass ich in einer Blutlache liege. Ich hebe den Blick und ein Bild des Grauens baut sich vor mir auf.
Mein Atem stockt und ich habe m├╝he den Brechreiz zu unterdr├╝cken.
„Verfluchte Schei├če !“ sage ich leise, w├Ąhrend mir langsam das Ausma├č der ganzen Situation klar wird. Vor mir liegt ein s├Ąuberlich, vom Halsansatz bis zum Bauchnabel, aufgeschlitzter Santiago, der mich mit leeren Augen gen Decke starrt.
Aus der Schnittwunde quellen saftige Ged├Ąrme und Innereien, eingelegt in einer rotbraunen So├če. Ich schaue mich um und brauche einige Sekunden um zu begreifen, dass ich in Santiagos Haus bin, besser gesagt, in seinen heiligen Ausstellungsr├Ąumen, in dem die fette Sau, seine Sammlung aus Kunstgegenst├Ąnden aufbewahrt.
Ich raffe mich auf und mein Blick f├Ąllt auf eine zertr├╝mmerte Glasvitrine, unweit von Santiagos massigen ├ťberresten. Vorsichtig n├Ąhere mich und sto├če mit dem Fu├č gegen ein Messer. Es ist das Messer, mit dem der alte Mann, die Puppe aufgeschnitten hatte.
Ein kalter Schauer f├Ąhrt mir durch die Wirbels├Ąule.
Ich lasse das Messer liegen und gehe zur Vitrine.
Sie ist leer aber auf dem Holzrahmen klebt ein kupfernes Schild.
„Totenkopfmaske aus Lihue, Hawai (Baron Samedi)“
Tausend Fragen schie├čen mir durch den Kopf, bis mir schwindelig wird.
Was ist los mit mir ?
Werde ich wahnsinnig ?
Bin ich es schon ?
Ein lautes Ger├Ąusch holt mich zur├╝ck in die Wirklichkeit; das Heulen von Polizeisirenen.
Ersch├Âpft, setze ich mich in einen antiken Holzstuhl und warte.



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:nemo

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Michael Schmidt
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Hallo nemo,

deine Geschichte hat mir gut gefallen, vordergr├╝ndig ein ÔÇ×Schwarzer KrimiÔÇť, wie ich ihn mag. Du solltest die Geschichte noch mal wegen Rechtsschreibfehler ├╝berpr├╝fen, es sind einige drin.
Zum Inhalt : Zwischendrin sind einige L├Ąngen, die Diskussion vor dem Fernseher ist ├╝berfl├╝ssig, was hat es mit den schwarzen Str├╝mpfen an der T├╝r auf sich? Woher kommen Korgan und Bricks her?
Das er am Ende auf die Polizei wartet, ist f├╝r mich unglaubw├╝rdig, widerspricht seinem Charakter. Stattdessen solltest du die Geschichte weiterf├╝hren und ihn die Hintergr├╝nde aufdecken lassen. So wirkt es am Ende abgew├╝rgt.
Wenn du weiterschreibst, ergeben die L├Ąngen auch einen Sinn, die bei der vorliegenden Geschichte ├╝berfl├╝ssig erscheinen.
Und woher kommt der Titel Loa?

Bis bald,
Michael

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nemo
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Lieber Michael !

Loas sind Geister aus der Religion des Vodoos, die sich der K├Ârper von Sterblichen erm├Ąchtigen k├Ânnen.

Den Text lasse ich nochmal von einem Freund korrigieren, da vier Augen mehr sehen als zwei.

Mit dem Ende war ich eigentlich auch nicht sehr gl├╝cklich und was du geschrieben hast, best├Ątigt meine Bef├╝rchtungen.
Ich zerbreche mir mal den Kopf ├╝ber eine Fortsetzung des Textes...

Danke f├╝r deine Kritik

nemo:


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:nemo

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Marcus Richter
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Hi Nemo,
sch├Ân, war genau mein privater Geschmack, jedemenge Weibergeschrei und Horrorshow, sch├Ân Ballerei, Handgranaten -BANG-BANG-BANG!!
Es gibt, wie Micha schon sagte, ein paar Probleme.
Ich wei├č zwar nicht, ob die Sache vor dem Fernseher wirklich ├╝berfl├╝ssig ist(war mein Geschmack von Pause, so easy Pause), aber auf jeden Fall langweilte ein weinig das viele Wegdriften. Bin mir nicht sicher, ob es immer zwingend notwendig war.
Warum hat er Santiago erst erschossen und ihn dann in seiner Wohnung aufgeschlitzt vorgefunden? Soll das bedeuten, der "LOA" nahm in der Kneipe von ihm besitz, t├Âtete dort alle(was Maddox noch mitbekam), gewann dann g├Ąnzlich Gewalt ├╝ber ihn, schleppte Santiago bis in seine Wohnung und schlitzte ihn dort auf?
Ist das nich n┬┤bisschen weit hergeholt?
Warum l├Ą├čt du Santiago nich einfach aus der Kneipenszene raus? Maddox will ja rauskriegen, wo er ist. Jemand von denen in der Kneipe k├Ânnte Maddox zufl├╝stern, da├č niemand wissen d├╝rfte, wo Santiago steckt, da├č der Schiss h├Ątte und da├č ihn seit Monaten keiner mehr gesehen h├Ątte.
"Komm schon, Billy. Hab ich dich je beschissen?"
Naja und dann sagt er┬┤s ihm und das ist dann der Punkt, wo Maddox sich ver├Ąndert.
Das war dann allerdings sehr gut geschrieben, das mit den Krallen und wie er die ganzen Gangster kalt macht.

Auf jeden Fall eine sch├Âne Arbeit,
gruss Marcus

PS: Stimmt, warum l├Ąuft Maddox zum Schluss nicht weg. Er ist doch eigentlich ein knallharter Hund. So was wirft doch einen wie ihn nich aus der Bahn. Jedenfalls hat er doch immer noch seine Instinkte.
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"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs Gr├╝nbein

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nemo
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Hallo Marcus,

es freut mich, dass ich dein Geschmack getroffen habe.

Maddox hat Santiago nicht schon im Club erschossen.
Er kriegt nur mit, wie er auf Santiagos Gehilfen schie├čt.
W├Ąhrend Maddox dann seinen Trip durchlebt, zwingt die LOA Santiago dazu, sie zu der Maske zu bringen und bringt ihn um.

Ich habe mich entschlossen die Geschichte noch etwas zu bearbeiten und zu erg├Ąnzen, um den ganzen Zusammenhang klarer zu gestalten.
Ich wollte urspr├╝nglich noch den Tod von Pauls Bruder aufkl├Ąren, vielleicht baue ich da mit ein. Auch das Ende werde ich umschreiben, wobei ich da noch keine Ahnung habe wie.

Vielen Dank nochmal f├╝r die Kritik

nemo:

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Michael Schmidt
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Hallo nemo,

la├č ihn doch am Ende abhauen und schreibe einen zweiten Teil.

Bis bald,
Michael
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