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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Lockender sündiger Traum ?
Eingestellt am 26. 10. 2003 21:30


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Aceta
???
Registriert: Apr 2002

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Sündiger Traum ?



___________

Ich kenne Dich nicht,
ahnte nicht einmal, dass es Dich gäbe,
- ich mich so sehr in Dich verliebend!

Unsterblich und ewiglich –
Du bist mein Schicksal,
Bestimmung meines Lebens!



____________________







Dies ist das 8. Kapitel der Geschichte „Männerfreundschaft“.

In Kap. 7) „Panta rhei“ gibt es eine Zusammenfassung der bisherigen Geschichte.

In diesem 8. Kapitel wird Vergangenheit beschrieben –
Dieser Teil ist deshalb durchaus geeignet, als eigenständige Geschichte gelesen zu werden.

Wer indes den Rest kennt, wird manchen Sequenzen besondere Bedeutung für die gesamte Story beimessen können ...

(alle bisherigen Kapitel sind bislang in der LL und in diesem Forum in den letzten Wochen veröffentlicht.)

___________________________________





Kap. 8) Sündiger Traum ?

In einem fremden, kargen Land unter sengender Sonne, in einer so fremdartigen Welt, daß er selbst mitten unter Menschen einsam ist. In einer Zeit, da Gräben aufgerissen werden, Schluchten zwischen Völkern und Religionsgemeinschaften.

Da träumt er von den leuchtenden Augen einer fremden Frau. Von Wärme, Freundlichkeit und Sehnsucht in diesen Augen – einer Sehnsucht, deren Erfüllung er wäre? Er fragt sich noch im Traum, ob er diese Augen je gesehen hat, ob er sie je sehen wird - und wird von einer Woge von Gefühlen überspült, die ihn verwirren, verwundern und verändern.
Nie mehr – nach diesem Traum – wird er sein, wie vorher!
Nie mehr wird er der sein, der er früher gewesen!

Hätte man dem jungen Mann je prophezeit, er werde einer Frau verfallen – er hätte gelacht und es weit von sich gewiesen: Er verfalle den Frauen nicht, er suche sie sich aus! – So hätte er selbstbewußt konstatiert.

Wäre ihm vorhergesagt worden, er werde von seinen Gefühlen bestimmt, er werde bereit sein, jedes Opfer zu bringen – bis hin zur völligen Selbstaufgabe – er hätte es mit schallendem Gelächter quittiert.
Er würde sich in Lebensgefahr begeben, wider jede Vernunft, werde sich der Gefahr von Folter und Qualen und Hinrichtung aussetzen – einer Frau wegen?
All diese Vorhersagen hätte er belächelt, kopfschüttelnd abgetan und für irrwitzig gehalten.

Er werde sich Fesseln anlegen lassen von einer Frau – sich entmachten lassen – physisch, psychisch, emotional und sexuell – gar und ganz!
- Er hätte es ausgeschlossen. - Unbedingt und absolut!

Doch diesen Traum träumt er dreimal.
In drei aufeinanderfolgenden unruhigen Nächten.
Anders als andere Träume vergißt er diesen Traum nicht.
- Kein Detail.
Es wird daraus geradezu eine mystische Prophezeiung in seinem Leben, deren Erfüllung er zu erwarten beginnt.
- Jedesmal, nachdem er diesen Traum hat, wacht er auf, fühlt grenzenlose Begeisterung, empfindet dieses großartige Gefühl – ahnt einen Hauch von ganz großer Liebe?

***

Sudan 1988. - Drei Jahre nach dem Sturz von Dschafar An Numeri im Aufstand von Khartum hat die Regierung eine Koalition unter Einfluß der radikalislamistischen Moslembrüder übernommen. Unter der Landbevölkerung herrscht Armut und Hunger, die Analphabetenquote liegt über 50 Prozent.
Bereits der gestürzte Diktator hatte die Einführung des islamischen Rechtes – vielleicht in einem Anflug senilen religiösen Eiferertums ? betrieben. – Es sollten zwar noch drei Jahre vergehen bis zur offiziellen Einführung der Scharia – des islamischen Rechtes im Sudan. - Doch die Vorbeben waren längst deutlich zu spüren.

***

Entbehrungsreich und aufreibend, immer wieder auch bedroht durch politische Unruhen – das war Alltag der Entwicklungshelfer. Ein kleines Team, angetreten, die Menschen zu motivieren, ihnen zu helfen „das eigene Leben selbst zu gestalten“. - Sie wollten die Infrastruktur verbessern, wollten Brunnen bauen, wollten Hygiene aufzeigen, wollten ... wollten einen kleinen humanitären Beitrag leisten. Das war die persönliche Motivation der Helfer in einem fremden Land!

Sie selbst: junge Menschen – voller Ideale, voller Ideen, voller Zuversicht ...

- Politische Intention der Entwicklungshilfe: Menschen niemals völlig fallen zu lassen – wenigstens einen Strohhalm der Hoffnung zu lassen?! – Das rechtfertigte die Entsendung der Helfer, hohes Risiko und diplomatische Rückendeckung.

- Unvorstellbare Armut, unglaubliches Leiden – der Alltag: vor Ort.
Zwei junge Entwicklungshelfer, denen nur miteinander die Erinnerung an eine andere Welt geblieben ist, tagtäglich konfrontiert mit den Opfern eines aus der Historie des Landes Selbstzweck gewordenen Bürgerkrieges, mit sinnloser Zerstörung der verbliebenen Infrastruktur, mit unvorstellbarem Darben und Leiden.
Ohnmächtig, die Strukturen zu bewegen – ohne Chance.

„Dabei möchte ich Deine Schultern packen – sie rütteln und schütteln“
- Wach werden ?
Begegnung mit Menschen – am Ende aber Ideologie, Hass und Verbohrtheit.
Das frustrierende Erlebnis großer Ohnmacht ...

- Aus dem gesicherten Leben in einer anderen Welt hierher gekommen, sortierten die jungen Männer Werte des Lebens neu, werden vertraut – miteinander, einander, entwickeln neues Verständnis für menschliches Leid, für Träume, Hoffnungen und Enttäuschung.

***

Als Roald krank wurde, sollte ihn sein Freund mit einem Geländefahrzeug der Hilfsorganisation nach Port Sudan bringen – in das dortige internationale Hospital. - Doch Meilen vor dem Ziel wurde das Fahrzeug von Wegelagerern gestoppt. Sie prügelten den jungen Fahrer aus dem Auto und warfen den kranken Beifahrer einfach in die Wüste.

- War es Malaria? - War es Ruhr? - Etwa Lhassa oder Ebolafieber? - War es ansteckend und tödlich?

Er zögerte nicht, den kranken Kameraden auf die Schultern zu nehmen und der Piste zu folgen.
Ohne Wasser – in sengender Sonne.
Wie Jesus unter dem Kreuz war er mehrfach zusammengebrochen. Aber immer wieder hatte er sich aufgerappelt, immer weiter geschleppt, bis er tatsächlich die Nähe der Stadt erreichte.

Sie wurden gefunden.
Sie wurden hier in ein kleines Hospital gebracht.
Sie wurden gerettet.
Allerdings wurden sie nicht offiziell mit den Papieren der Hilfsorganisation im internationalen Hospital von Port Sudan – sondern in einem kleinen arabischen Krankenhaus aufgenommen. Über dem Dach wehte die Fahne der Hilfsorganisation „Roter Halbmond“.

***

„Du bist ein Held!“ sagt sie in arabischer Sprache. Ihre Stimme mädchenhaft und klar, die Worte melodiös – aber er versteht sie nicht.
„Hey?“ fragt er und fühlt die Wärme der Augen, die ihn ansehen.
„You’re a hero?“ – versucht sie.
„Ohh - ich??“ gibt er zurück.
„Yeah“, sagt sie – und lacht ihn scheu an ...

„Ich verstehe nicht!“ flüstert er – mehr zu sich selbst als zu ihr.
Dann plötzlich – mit einem seltsamen Akzent sagt sie:
„Deutsch?“
„Ja!“ sagt er – überrascht.
„Ohh!“ sie lächelt.
Ihre Augen strahlen wie die Sterne am Himmel des Orients.
„Ich erinnere von Deutschland!“
„Echt?“ staunt er.
„Ja!“ sagt sie leise.

***

Was funkelt an Erinnerung, an Sehnsucht und Träumen in den Augen dieser jungen Frau?
Ihre Haut ist schwarz wie die Nacht. Ihr Körper, sogar ihr Gesicht bedeckt vom Stoff eines weit fallenden, weißen Gewand. Sie ist verdeckt, verhüllt, verschleiert und verborgen, sie ist unbekannt und so geheimnisvoll!

„Von Wadi bis hier durch das Wüste gelaufen?“
„Wir hatten ein Auto!“
„Sie fanden verdursten in Wüste!“
„Banditen ...“, sagte er leise. „Sie haben das Auto gestohlen.“
„Ohh.“
„Ja!“

War sie nur neugierig?
Oder wollte sie spionieren?

„Wer ihr seid?“
„Entwicklungshelfer aus Deutschland.“




„Ohh – Deutschland!“ flüsterte sie.
„Kennst du Deutschland?“
„Ich war im Deutsche Demokratische Republik. Ich dort Medizin studiert.“
„Ärztin?“
„Nein.“ Sie zögerte kurz. „Ich ist Krankenschwester.“

Er ahnte, daß es Gründe gegeben haben mochte, weshalb diese Medizinstudentin jetzt als Krankenschwester arbeitet. Er wollte sie nicht beschämen, sie kränken oder gar ihr weh tun – sie nach den Gründen fragend!.

„Dein Freund Malaria.“
„Ja?“
„... und viel Blut verloren mit Wunde.“
„Welche Wunde?“
„Broken Oberarmknochen macht Arterie verletzt, daraus viel bluten.“
„Er hat einen gebrochenen Arm?“
„Ja.“
Wieso hatte Roald einen gebrochenen Arm? – Ob er sich diese Verletzung zugezogen hatte, als die Banditen ihn aus dem Fahrzeug geworfen hatten? Er hatte das – ihn durch die Wüste schleppend - gar nicht bemerkt!

Plötzlich hörten sie Stimmen, Schritte. Die Krankenschwester setzte ihre Arbeit fort und arbeitete an Roalds Verbänden. Sie sagte nichts mehr und sah auch nicht auf.
Drei Männer betraten das Krankenzimmer, zwei von ihnen in hellgrauen Gewändern, einer in weiß. Alle trugen Kopfbedeckung aus verschlungenem Stoff.
Die Männer sprachen arabisch miteinander. Zunächst nahmen sie weder Notiz von den Patienten noch von der Krankenschwester.
Dann blickte einer der Grauen sich kurz um, erkannte wohl, daß der fiebernde Roald nicht ansprechbar war und drehte sich zu dem Patienten im Bett daneben.
„Who are You?“ fragte er – mit Akzent und einem seltsam rollendem „rrr“ zwar, aber doch gut verständlich.
„We’re from Germany, working at a water-project.“
„From German Demokratic Republic?“
„No – we’re from Western Germany!“
Die Antwort schien dem Grauen nicht zu gefallen. Er sagte einige Worte auf arabisch.
„You are not welcome!“ sagte er schließlich, drehte sich herum uns stapfte davon. Der andere Graue folgte ihm wortlos.
„Falsche Antwort!“ sagte völlig überraschend in deutscher Sprache der Weißgekleidete, schüttelte den Kopf, runzelte die Stirn und folgte den beiden anderen.

Es war heiß und trocken. Dennoch brach ihm jetzt der Schweiß aus.
„Imperialisten?“ sagte in das beklemmende Schweigen hinein die Krankenschwester, ohne aufzusehen.
Seine Gedanken schlugen Kapriolen.
„Quatsch!“ flüsterte er und versuchte die aufkommende Angst zu unterdrücken.

***

Die deutsche Botschaft in Khartum wurde über die beiden jungen Entwicklungshelfer informiert. Aber Port Sudan war so weit weg. Der west-deutsche Honorarkonsul in Port Sudan hatte sich bereits 1984 entschlossen, das Land zu verlassen – über die näheren Umstände sei an dieser Stelle geschwiegen. Nicht neu besetzt in diesem armen Land.
Es gab noch einen französischen Handelsattachee in Port Sudan, und es gab dort eine offizielle Vertretung der kriselnden DDR.
Wegen einer „rein humanitären Angelegenheit“ entschloß sich – auch in Anbetracht der politischen Entwicklung in der Heimat – der Botschafter West-Deutschlands, Kontakt zu den Kollegen der Ost-Dependance in Khartum zu suchen.

Zwei Flug-Tickets nach Kairo, diskrete Verlegung der Patienten ... es sollte keine Probleme geben. Die diplomatischen Aktivitäten verliefen professionell unauffällig und effektiv. Helfer vor Ort wurden informiert, Beschwichtigung des Mufti, alles „rein humanitär“.

Doch es sollte noch ungeahnte Schwierigkeiten geben ...

***

„Hey – wir machen hier technischen Entwickungsdienst!“ will er scheien. Aber er schreit nicht.
„Wir sind hier, weil wir deinen Leuten helfen wollen!“ er flüstert nur hilflos, stammelt beinahe – wird das jemand verstehen?
„Wir haben eine Alternative zum Militärdienst in unserer Heimat gesucht – wir sind wahrlich keine Imperialisten!“
Er möchte kotzen – so elend fühlt er sich.

Falscher Ort, falsche Zeit, falsche Ideale ?
Zweiundzwanzig Jahre jung – geschlagen, getreten, ausgeraubt und enttäuscht.
Hemmungslos heult er – unverstanden, missgedeutet und zu Unrecht verdächtigt ...

„Ich glaube dir!“ sagt sie plötzlich leise und legt ihre Hand auf seine Hand.
Ihre Stimme ist wie die Stimme eines Engels. Ihre Berührung entfesselt eine Schockwelle, die seinen ganzen Körper erschüttert.
Fassungslos starrt er sie an.
„Du bist doch Held – hat Freund gerettet!“ sagt sie aufmunternd.
„Ich fühle, du gute Mensch!“
Der Schleier verdeckt ihre Haare, ihre Stirn, sogar ihren Mund – aber nicht ihre Augen. Die senden eine Botschaft, die er empfindet: sie bewundert ihn heimlich ein wenig, sie schätzt sein Engagement, sie bewertet sein Dasein anders als diese Politaufseher.
„Ich möchte dein Gesicht sehen!“ sagt er – einem Impuls folgend.
„Nein!“ erschreckt zieht sie sich zurück.

***

Der Weiße ist scheinbar ein herrschender Arzt in diesem Krankenhaus.
Ob es hier „Chefarzt“ heißt, „Direktor“?
Er ist jedenfalls zurückgekommen und entscheidet.

„Er“, dabei deutet er auf Roald, „hat Malaria. Behandlung hat schon angefangen. Aber weil seine Verletzung hat viel Blut verloren.“ Er schüttelt wie bedauernd den Kopf.
„Wird nicht überleben.“
– das passiert im Sudan. Das ist normal ...
„Aber es gibt doch Blutransfusion?“ – es gibt doch medizinische Hilfe! Es gibt doch Hoffnung und Möglichkeiten?
Der Arzt richtet seinen stechenden Blick auf den jungen Patienten. Dann sagt mit gesetzesgleicher Bestimmtheit:
„Kein Moslemblut für Ungläubige!“

***

Es gibt Gesetze und Traditionen.
Es gibt Regeln, die das Zusammenleben in Zivilisationen ordnen.
Es gibt Abgrenzungen nach außen, das innere Regelwerk zu schützen.

Staaten leiten Rechte für sich her, andere zu bedrohen, zu ächten, oder gar mit Krieg zu überziehen.
Menschen wenden Regeln an, die ihnen von der Ordnung aufgegeben ist.

Über alledem schwebt der Gedanke von Gerechtigkeit, von Menschlichkeit, von Wahrheit, von Ehre, von Freiheit und von Gnade –
doch manchmal, scheint so: da schwebt all dies sehr, sehr hoch – sehr weit weg ...

***

„Wir sind in diesem Land, um den Menschen zu helfen!“
„Nein!“ erwidert der Weißgekleidete.
„Wir bauen Brunnen und zeigen, wie sie gepflegt und genutzt werden können!“
„Warum?“
„Weil wir wollen, daß die Menschen in diesem Land es irgendwann selbst können!“
Doch der Arzt sieht ihn nur tadelnd an.
„Du glaubst wohl an deinen Brunnen?“
„Ja!“

„Aber ich glaube nicht daran!“ – hart und bestimmt.
„Unsere Brunnen funktionieren alle !“
„Mechanical!“ er schüttelt den Kopf. „Ich beginne zu glauben, dass du selbst wahrhaftig überzeugt bist!“
„Ja!“ flüstert er fast unhörbar zur Antwort.
„Die Imperialisten bauen uns Brunnen. Wir sollen ihnen dankbar sein! Wir sollen ihnen gestatten, Öl zu suchen, Gold und andere Schätze.“
„Entwickungshilfe verlangt keine Kompensation!“ möchte er beten, was er gelernt hat.
„Ich bin überzeugt, engagiert gute Arbeit zu leisten. - Ich habe doch keinen „leichten Weg“ gewählt, hierher gekommen zu sein!“
Da lächelt der Arzt plötzlich – erstmals mit einer Spur von Wohlwollen.
„Ihr seid genauso verkauft wie wir!“
Er zögert kurz und betrachtet die beiden jungen Männer.
„Es gibt vielleicht noch eine Chance!“
„Welche Chance ?!“
„Dein Blut für ihn.“

***

Die Grauen sind wieder da.
„Why did You come ?“
„There is a choice in Germany:“
„What choice?“
„Military duty is usual option. Social service on brain-control secondary chance.
Engagement in aid-organisation is a less used third alternative!“
Er zögert einen Moment – überlegt, ob sie ihn verstehen. In den dunklen Gesichtern kann er nicht lesen.
- „We took it!“ sagt er leise.
„Why did You?“
„I yeald getting free of military engagement! – I was inspired by the idea of engagement in humanity!“
„Great vocabulary – be ashamed using these terms to cover imperialistic activity!“
„We ´re working to clear fountains, we´re digging in the desert!“
„Searching oil, searching gold?“
„Water – only water for Your people!“
Der Graue senkt seinen stechenden Blick in die Augen des jungen Entwicklungshelfers. Dann wiederholt er, was er schon früher gesagt hatte:
„You‘re not wellcome!“

***

Er erinnerte sich nur an ihre Augen, er hörte ihre Stimme. Er sah ihre Lippen nicht oder ihren Hals, nicht ihren Körper – nichts!
Empfindet ihr Interesse – keinesfalls wilde sexuelle Gier, keinerlei obszöne Offerte!
„Held“ hatte sie ihn genannt. Seine Ideale, sein Engagement verstanden. Ihre Hand auf seiner Hand – und ihre Blicke, die sich in ihn gebrannt hatten ...
War sie eigentlich nur freundlich, nur warmherzig?

Er aber denkt daran:
- sanfte Umarmung?
- zärtlichen Kuß?
- milden Druck eines warmen, anschmiegsamen Körpers.

Wunsch-Gedanken und Sehnsucht brechen auf, keimen wie Pflanzen in fruchtbarem Boden und wachsen ...
Verzehrende Hoffnung, leidenschaftliche Gefühle – in der Not geboren?

***

Sie betreut den schwerkranken Patienten, wechselt die Tücher, beobachtet ihn, macht irgendwelche Eintragungen ...
Sie vermeidet jeden weiteren offenen Blick zu dessen wartendem, schmachtenden Freund. – Hat sie längst gespürt, welche Gefühle sie entfesselte?

Nein, die Scharia war noch nicht wieder offiziell im Sudan des Jahres 1988. Aber das Feld war bestellt, und in den Köpfen der Eiferer, in den Indoktrinationen der Einpeitscher und im Bewußtsein der ungebildeten Masse, die nie gelernt hatte, sich zu emanzipieren geht längst die Saat auf, deren Nährboden Armut und Elend, deren Dünger Hoffnungslosigkeit und religiöser Fanatismus sind.

***

„Deine Blutgruppe?“ fragt der Arzt.
„Null positiv.“
„Und seine?“
„Keine Ahnung!“ doch bei diesen Worten erinnerte er sich, dass sie einmal darüber gesprochen hatten. Sie hatten lachend festgestellt, beide „positive Typen“ zu sein.
„Positiv – hat er einmal gesagt. Mehr weiß ich nicht.“
Der Arzt sah ihn mit sonderbar stechendem Blick an.
„Gut!“ sagte er dann leise. „Das kann gut sein!“

- So also sollen sie „Blutsbrüder“ werden ...

***

„Du mich nicht ansehen!“
„Warum?“
„Ich Muslim – du fremden Mann!“
„Aber du warst doch in Deutschland!“
„Ja.“
„Hat dich niemals jemand angesehen?“
„Ich Schwester“, sie zögerte und sah zur Seite, „nicht Arzt.“
„Deshalb?“
- Weil sie den Schleier nicht abgelegt? – Weil sie ihren Traditionen nicht untreu hatte werden können?
„Ja,“ flüstert sie

Eine Weile schwiegen sie. Dann sagte er plötzlich:
„Aber wenn ich dich liebe?“
„Liebe?“
Sie schüttelte den Kopf
„Ich habe geträumt, einer ganz besonderen Frau zu begegnen.“
„Schwarze Frau – Muslim?“ - beinahe scheint sie zu lachen – oder weint sie?
„Der Traum ließ mich ihren Zauber spüren – und mein Herz klopfen!“
„Ohh!“

***

In einer Kreuzprobe hatte sich die Verträglichkeit der Bluttransfusion bestätigt.
„Ich werde etwa einen und einen halben Liter Blut übertragen. Das ist viel mehr, als normalerweise von einem Spender genommen wird.“
„Egal -“ er nickte, wie es sich selbst und dem anderen gleichermaßen zu bestätigen. „Wenn mein Freund damit gerettet werden kann!“
„Du wirst dich schwach und elend fühlen, kraftlos und schwindelig.“
„Es wird vorbeigehen, oder!?“
Der Arzt besprühte die Haut mit Alkohol, dann bohrte er die Nadel unter die Haut, beobachtete, wie das Blut durch den Schlauch zu fließen begann, durch eine Tropfenkammer in ein weiteres Stück Schlauch floß. Als der Schlauch fast komplett gefüllt war, knickte er ihn ab und verband ihn mit der Kanüle, die zuvor bereits in Roald´s Arm gelegt war.
„Dreißigtausend Tropfen!“ lächelte er, schaute auf die Uhr, zählte die Tropfen und ergänzte: „etwa acht Stunden.“
Er ging zur Türe, drehte sich nochmals um und lächelte, als sei er zufrieden mit den Dingen.
„Du wirst Hammelfleisch bekommen und Kamelstutenmilch.“
Es ist ein großes Zugeständnis ...

Roald war unruhig. Schließlich umwickelte die Krankenschwester den Arm, an dem die Transfusion erfolgte mit einem Tuch, in das sie ein Holzstück legte, so sollte verhindert werden, daß der Kranke den Arm anwinkelte und den Fluß des Lebenselexiers in seinen Körper unterbrach.
Weiterhin sah sie den anderen nicht an. Sie brachte Fleisch und Milch, er aß, wurde müde und schlief nach einiger Zeit ein.

***

Die Scharia verbietet einer moslemischen Frau den Umgang mit Ungläubigen. Sexuelle Beziehungen werden mit dem Tod bestraft – durch Steinigung. War er sich der Gefahr bewußt, in die er sich und die dunkelhäutige Krankenschwester gleichermaßen brachte?

Spürte er im Schlaf ihre Blicke – spürte er den Zwiespalt ihrer Gefühle, den Zauber, den seine deutsche Sprache in ihr aufgeweckt hatte – Erinnerung an eine Zeit des Orientierungsverlustes in ihrem Leben, die aber dennoch ihr gesamtes Denken und Fühlen für immer verändert hatte?
Religiöse Indoktrination war nicht mehr ihr ausschließlicher Maßstab, wenngleich diese tief verwurzelten Bestimmungen sie niemals frei geben würden.
Seine Worte klangen in ihren Ohren:
„Wenn es Liebe wäre?“
– der Gedanke berührte sie seltsam. In Ost-Berlin hatte sie sich immer weiter verschlossen, war sie schließlich in Studium und Politunterricht gleichermaßen gescheitert, weil sie die Berührung des Fremden in ihrem Geist nicht zugelassen hatte.
Jetzt war diese Herausforderung wieder da. Nicht in einem fremden, kalten Land, nicht in einer Umgebung, die sie beargwöhnte und sozialisationsübfähig in einem neuen Kulturkreis schließlich ausschloß und zurückgeschickt hatte.
Spürte er im Schlaf ihre heimlichen Blicke, Gedanken, Sehnsüchte – die sie gleichermaßen faszinierten wie erschreckten, lockten wie innerlich Abscheu hervorriefen?

Spürte sie, wie weit er träumend in ein fernes, fremdes Land und in eine bessere Zeit gelangte?
Eine blühende Oase in friedlicher Wüste, ein See mit klarem Wasser, am Ufer Liebende ohne Angst und Scheu, nicht bedroht von Verboten, von Vorurteilen und Gesetzen, die sie glauben machen wollten, wegen verschiedener Hautfarbe seien sie verschiedene Arten Menschen, wegen ihres Herkunftslandes seien der eine der anderen Wolf, wegen ihres verschiedenen Glaubens seien sie gottgegeben befeindet ...
Ohne Schleier ihr Gesicht anschauen und die Aura von Mitfühlsamkeit, von Zuneigung und suchender Freundlichkeit empfinden, das Blitzen ihrer weißen Zähne beim Lachen der vollen Lippen ansehen, den Duft ihrer dunklen Haut einsaugend sie zärtlich umarmen -–und angenommen werden, von ihr, die sich in diese Umarmung kuschelt, sich anschmiegt und behaglich wie eine zahme Wildkatze schnurrt ...

„Fremder Mann!“ sagt sie leise und in ihrer Sprache, den Schlafenden beobachtend. „In meiner Welt Schleier wegnehmen, ist ein Ansinnen, wie in deiner Welt die Brüste einer Frau entblößen.“
Er bewegt sich im Schlaf, aber er erwacht nicht.
„Ich zeige mich deinen schlafenden Augen!“ flüstert sie, öffnet den Schleier und beugt sich über ihn.
„Sieh her – sie mich an!“
Eine Weile verharrt sie.
Gedanken und Gefühle durchströmen sie, verwirren und verwundern, ängstigen sie und locken mit einer schwer zu ertragenden Süße.
Schließlich fragt sie leise und in arabischer Sprache:
„Gäbe es eine Liebe für uns?“

__________________________

Wird fortgesetzt ...

__________________
mit dem Herzen sehen ... (der kleine Prinz)

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caruso
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Favoloso, vorrei legge di più di te, ti saluto, caruso

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Aceta
???
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multikulti ...

Guten Tag, Caruso,
sorry - ich beherrsche nicht solch ein gepflegtes, poetisches und amüsantes Italienisch ... aber ich antworte Dir gerne:
Ja !!
- Du wirst mehr bekommen!
Danke für die freundschaftliche Anmerkung!
*lächel*

Aceta


PS.: Nach dieser "italienischen" Escapade:
"Französisch" oder "griechisch" - da gäbe es noch ganz andere Varianten - puhhh -
*lächel*
"ungarisch" wurde mir neulich zugetragen, "russisch" sei geradezu ein Klassiker ...
und ??

- ich schreibe es weiter - schlicht deutsch, etwas englisch und ohne arabisch ...

Aceta
__________________
mit dem Herzen sehen ... (der kleine Prinz)

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