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Leselupe.de > Feste Formen
Lorbeerkranz (Sonett)
Eingestellt am 25. 11. 2011 15:37


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Walther
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Lorbeerkranz


Ich winde Dir den Lorbeerkranz ums Haupt
Und w├╝nsche Dich damit bis in die H├Âlle.
Der Ritterorden brenn Dir ins Gew├Âlle
Der Heldenbrust: Du hast den Ruhm geraubt

Aus fremden Leben, und ein Denkmal hast
Du drauf errichtet, um zu ├╝berstrahlen,
Die dunklen Punkte hell zu ├╝bermalen:
F├╝r Deine Mitwelt warst Du eine Last.

Erfolg hast Du uns Kindern selbst geneidet.
Du bist Getriebener vom Drang nach Macht,
Nach Anerkennung, hohler Gr├Â├če.

Du zahlst mit Einsamkeit, die Chuzpe kleidet.
Ein jeder erntet, was er eingebracht:
Von Dir bleibt nichts als Dein Get├Âse.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 25. 11. 2011 15:37

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AchterZwerg
Guest
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quote:
Ein jeder erntet, was er eingebracht
Erntet wirklich jeder, was er eingebracht hat? Wenn dies so w├Ąre, s├Ąhe es um die Verteilung der G├╝ter in der Welt anders aus.
Ich lese aus deinem Text viel Wut heraus, die sich hoffentlich nicht an die Kritiker der eigenen Werke wendet.
In einer anderen, mir sympathischeren Lesart, handelt es sich um ein Selbstgespr├Ąch, oder besser noch, um ein Gespr├Ąch mit dem Spiegelbild. Die Kinder w├╝rden dann eine Art anklagenden Chor bilden.
Die Deutung bleibt dem Leser ├╝berlassen: das Sonett ist in jedem Fall gut gemacht, bis auf den oben bezeichneten Gemeinplatz im letzten Terzett.
Liebe Gr├╝├če
Heidrun

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Walther
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Lb. Label,

es gibt solche "Typen", deren Haltung dem nahekommt, was ich Gottgleiche nenne. Es ist spannend, das Feedback zu diesem Gedicht zu lesen. Es ist spalterisch, f├╝hrt zu Zustimmung wie knallharter Ablehnung. Man kann das geschilderte Verhalten in vielen gescheiterten Generationswechseln von Unternehmen und Bauernh├Âfen - auch durchaus literarisch, nicht nur berichtend - nachlesen.

Danke f├╝r Deinen Eintrag.

LG W.

Lb. Thylda,

die Wirklichkeit ist die beste Satire, sagte einmal ein kluger Mensch, der auf jeden Fall kl├╝ger war, als der Unterzeichner.

Danke f├╝r Deine positiven Worte!

LG W.

Lb AchterZwerg,

nat├╝rlich ist der vorletzte Vers nicht gerade innovativ. Allerdings ist er in Zusammenhang mit dem Abschlu├čvers zu sehen, und dann l├Ądt sich das Statement, wie ich meine entsprechend auf. In der Tat sind die Aussagen der Unfehlbaren hohl und leer. Was bleibt ist lautes, moralinsaures und bigottes "Get├Âse", so gesehen wird eine treffende Beschreibung f├╝r das, was man ├ťberheblichkeit nennt, geliefert. Und das war das Ziel.

Der Preis f├╝r solches Verhalten ist Einsamkeit. Immer recht hat nur der, der keinen mehr um sich hat.

Danke f├╝r Kommentar und Wertung!

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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w├╝stenrose
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Hallo Walther,
von der handwerklichen Ausf├╝hrung bin ich beeindruckt!

Davon abgesehen empfinde ich das Gedicht als sehr dynamisch und spannungsgeladen. So sehr der "Gottgleiche" auch schlecht wegkommt darin, ist er doch als "Instanz" greifbar. Erst sein Tod bietet die M├Âglichkeit echter Neuorientierung (sogar Assoziationen wie "Erl├Âsung" stellen sich ein). Wobei der Schatten des Verstorbenen lang sein d├╝rfte... - und auch deshalb so viel ungel├Âste Spannung?? Man will ein wenig betr├╝bt werden, dass sich hienieden keine M├Âglichkeit fand, das Un├╝berbr├╝ckbare zu kommunizieren.
Wieviel dieser Sturheit werden die angesprochenen "Kinder" wohl weitertragen?

Fazit: w├╝hlt auf, packt einen - - - in diesem "sezierenden Blick" stecken kalte Analyse und weiches Ber├╝hrtsein gleicherma├čen.

lg w├╝stenrose

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Walther
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Lb. w├╝stenrose,

danke f├╝r die freundlichen Worte und die z.T. interessanten Auslegungen des Texts. Es ist immer wieder ├╝berraschend, was ein Gedicht alles zum Schwingen bringt. Das erweitert des Autors Horizont, weil die Empf├Ąngerseite so zum Tragen kommt. Es bleibt immer ein R├Ątsel, warum Kommunikation klappt und warum nicht.

Auch Lyrik ist Kommunikation, eine Tatsache, derer sich Autoren immer wieder erinnern sollten ...

In diesem Sinne ein Frohes Fest!

LG W.
__________________
Walther
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