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Leselupe.de > Gereimtes
Lore-Leyens Klagelied
Eingestellt am 07. 01. 2006 15:39


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Vera-Lena
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Lore-Leyens Klagelied

Ich sitz auf dem Steine und weine
um ihn meinen Heinrich, den Heine.
Sein Fräulein am Meer
auch fehlt mir so sehr.
Er ist mir entrissen,
geraubt aus den Kissen
und selbst in dem Grabe
ist keinerlei Habe
von Fleisch und Gebein,
er ließ mich allein.

„Du bist wie eine Blume
so hold und schön und rein“;
ach diese Liederkrume
muss meine Tröstung sein.

So trink ich seine Zeilen
in manch durchwachter Nacht
und hab beim Lore-Leylen
mich um mein Haar gebracht.

Ich schau mit kahlem Kopfe
hinab in Rheines Flut,
zög ihn hinauf beim Zopfe,
wüsst ich, dass er dort ruht.

Jetzt weiß er, was soll es bedeuten,
dass ich so traurig bin:
Burgabwärts die Glocken läuten
mein Heine, mein Heine ist hin.








__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Fitzberry
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Hallo Vera-Lena

Ich weiß leider mehr über die Loreley, als mir lieb ist und Heine, von 33 bis 45 ein anonymer Dichter, soweit es die Loreley betrifft, ist mit Sicherheit das Beste daran.

Ob er einen Zopf hatte? Jedenfalls Gratulation zur gelungenen Persiflage!
Besonderen Dank für die Verwendung des Wortes Krume. (Krümel, wenigstens, wird überleben.)

Schönen Abend
Robert

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Vera-Lena
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Lieber Robert,

nein, Heine hatte keinen Zopf soweit man ihn von Bildern kennt.

Im Mai jährt sich Heines Todestag zum 150sten Male und ich hatte Lust, ihn von einer der Gestalten, die er auf unvergessliche Weise besungen hat, beklagen zu lassen. Es hat mir viel Spaß gemacht, denn ich versuchte den ironischen Ton Heines zu treffen besonders am Schluss. Er ist hin So etwas sagt man über eine erfrorene Blume im Garten, aber jedenfalls nicht über einen Menschen.
Na, ich denke, Heine weiß, wie ich das meine, denn ich verehre ihn sehr in seinen lyrischen Werken.

Danke für Deine Antwort und Dein Lob!
Auch Dir noch einen schönen Abend!
Liebe Grüße von Vera-Lena
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Sonnenkreis
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Liebe Vera-Lena,

über Dein Gedicht mußte ich sofort schmunzeln, ob-
wohl ich bis heute nicht so richtig weiß warum.

Leider ist mir bis heute noch kein Text von Heine be-
gegnet, eine Bildungslücke die ich wohl aufarbeiten
muß. Denn in unmittelbarer Nachbarschaft hat er ge-
wirkt. Nun, dort trinkt man ein Bier das ich nicht mag.
Außerdem ruft man dort in der 5.ten Jahreszeit Hellau
statt Alaaf; na ja, ganz so krass sind die Unterschiede
nicht...

Allerdings in einem Punkt muß ich Dein Gedicht doch
ein wenig korrigieren:

Die Gebeine,
man findet sie nicht im Rheine,
sondern eher in der Seine...(Paris)..

Dir von Herzen ganz viele

Liebe Grüße)
Sonnenkreis

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Vera-Lena
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Lieber Sonnenkreis,

den Heine könnte ich Dir wirklich ans Herz legen. Ich weiß wohl, dass Heine in Paris gelebt hat und dort auch gestorben ist, ob die Lore-Ley es auch weiß, ist ja wieder eine andere Frage.Jedenfalls tut sie ja nur kund, dass sie bereit wäre, so einiges zu unternehmen, wenn sie ihn sich zurückholen könnte. Ins Wasser hinabzusteigen, fiele ihr ja auch nicht schwer, da sie nun einmal eine Nixe ist.

Danke für Deine Rückmeldung! Das scheint mir doch ein gutes Zeichen zu sein, wenn man auch ohne nähere Kenntnis der Texte von Heinrich Heine über dieses Gedicht schmunzeln kann.

Dir ein schönes Wochenende!
Ganz liebe Grüße von Vera-Lena
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Sonnenkreis
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Liebe Vera-Lena,

jetzt nach Deinen Zeilen erschließt sich mir
auch der Grund meines Schmunzeln:

Obwohl sie nicht einmal weiß, wo seine Ge-
beine liegen trauert sie um ihn. Sie trauert
um ihn, ohne an seinem Leben und Sterben wirk-
lich teilgenommen zu haben?

Dabei kommt mir sofort der Gedanke, das wohl
dieser Text ein weit verbreitetes Phänomen
humorvoll beleuchtet: Näheabwehr?

Um die Toten weinen (bei allem Respekt vor ehr-
licher Trauer!) ist eine Möglichkeit, sich nicht
in "die Gefahr" lebendiger Liebe zu begeben? Ob
ihr das bewußt war?

Nachdenklich macht mich Dein Text; weit über ein
Schmunzeln hinaus...

Alles Liebe)
Sonnenkreis

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