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Leselupe.de > Ungereimtes
Lose Lose
Eingestellt am 15. 03. 2010 21:02


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Walther
Routinierter Autor
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Lose Lose


Sie brechen Versprechungen
Und die V├Âgel singen wie immer
Die Sonne scheint auch
Wenn der Tag anbricht
Nach diesen N├Ąchten

Schlaflosigkeit spricht aus Seelen
Von diesen Brechungen
Aufgef├Ąchert die Schmerzen
In Schwerelose nach Farblosigkeiten
Keine Leichtigkeiten mehr

Aber Leichtgewichte
Besprechen die Verbrechen
Ahnungslose fallen dabei zu
Sprechen B├Ąnde
Zeigen immer ihre R├╝cken

Ja die Regale ja die Ordnung
Verhei├čen so voller Glaube Liebe Hoffnung
Wer zieht die Lose
Wer verzeiht sie und
Wer geht im Fr├╝hling doch zu Grunde

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Perry
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Hallo Walther,

dieser Text l├Ąsst mich etwas gepalten zur├╝ck.
Was mich vor allem verunsicherte war die zweite Strophe, die mich mit ihren Bildern nicht erreichte.
"Schlaflosigkeit der Seelen" -> Seelen sind k├Ârperlos
"aufgef├Ąchert die Schmerzen" -> Auff├Ąchern kann man nur etwas Greifbares
"In Schwerelose nach Farblosigkeiten
Keine Leichtigkeiten mehr" -> auch die Alliterationen "lose / keiten" k├Ânnen hier die fehlendene Sinnhaftigkeit nicht ausgleichen (Wie sollte in Schwerelosigkeit keine Leichtigkeit mehr gegeben sein?)

Inhaltlich ist das Thema durchaus interessant, weil es die Frage nach dem stellt, der uns die Lose des Lebens zuteilt,
aber da fehlt mir ein wenig die Ausgewogenheit, denn in dem Text scheint es nur "Nieten" f├╝r die Protagonisten zu geben.
LG
Manfred

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Rhea_Gift
H├Ąufig gelesener Autor
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Hi Perry,

ich seh da kein Problem, Schlaflosigkeit spricht aus Seelen ist etwas anderes als eine Schlaflosigkeit der Seelen - nimmst du das alte Bild der Seele, die im Auge zu sehen ist, dann sprechen z.B. unruhige, gehetzte Blicke von der Schlaflosigkeit aus der Seele = der Person, nicht umsonst sagt man auch ein Dorf mit hundert Seelen (=Menschen) - das geht f├╝r mich durchaus als Bild, so gesehen w├Ąre sogar eine Schlaflosigkeit der Seele okay. Schlie├člich l├Ąsst eine unruhige Seele den K├Ârper nicht schlafen, wenn man so will. Ich denke, in der Lyrik m├╝ssen wir nicht ├╝ber K├Ârper-Seele-Dinge diskutieren, denn alle Eigenschaften der Seele sind bis heute unbewiesen und werden gern in Neurone etc. verlegt - wollen wir jetzt dann nur noch von K├Ârpern und Neuronen sprechen?
Dann w├Ąre auch schon so etwas wie Herzschmerz falsch...

Und da walther hier mit dem Los spielt - ist das Schwerelose f├╝r mich hier eben nicht schwerelos, sondern ein schweres Los Mehrzahl = Schwerelose, hier zum Substantiv zusammengezogen. Zumindest hab ich es so gelesen...
Und wenn man verschiedene Schmerzen hat, kann man diese auch auff├Ąchern in einzelne Schmerzen der Entt├Ąuschung, Trauer etc., die man aber auch zusammengefasst als gro├čen Gesamtschmerz f├╝hlen kann. Ich sehe hier keine logischen Probleme...

LG, Rhea

__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Hallo Perry,

danke f├╝r Deinen ausf├╝hrlichen Eintrag. Der Text ist u.a., aber durchaus nicht nur, ein Spiel mit den verschiedenen Bedeutungen des Worts/Wortteils "los". Unter diesem Aspekt sollte Du diesen Text lesen. Der Schl├╝ssel steckt in der ├ťberschrift, wurde also mitgeliefert.

Wenn K├Ârper schlaflos sind, ├╝bertr├Ągt sich dieser Zustand auf den der Seelen. Das ist also durchaus logisch und auch stringent. Schwerelos aber ist per definitionem leicht, und zwar noch leichter als leicht, ein wahres Leichtgewicht demnach. Immer wieder beachten, dass hier der Doppel- oder Mehrfachsinn der Worte und W├Ârter gefragt ist. Die Bedeutung kann sich nach hinten und vorne wandeln. Ein ÔÇ×SchwerelosÔÇť wiederum kann das Ergebnis einer Leichtfertigkeit sein.

In der Tat beschreiben nicht wenige Psychologen, auch Autisten, Seelenzust├Ąnde mit Farben. Diese sind, wie wir aus der Physik wissen, spektral auff├Ącherbar, entstehen also aus dem sichtbaren Licht durch Brechung ÔÇô wie man sieht, sind m.E. alle Schl├╝ssel zum Verst├Ąndnis der Formulierung vorhanden.

Ich wei├č, dass das hart ankommt, aber ich schlage vor, dem Autor einfach zu vertrauen, dass er sich beim Formulieren seiner Bilder und Gegenbilder viele Gedanken gemacht hat und durchaus wei├č, was er wie sagen wollte. Man sollte so etwas eigentlich nicht sagen, weil einem das als ├ťberheblichkeit ausgelegt werden kann und hei├čen k├Ânnte, man w├╝rde den Leser f├╝r nicht f├Ąhig halten, den ├ťberlegungen des Autors zu folgen: Dem ist durchaus nicht so. Daher diskutieren wir diesen Text hier ja, damit wir von einander lernen; und wenn Texte nicht funktionieren, dann ist das sicherlich erst einmal das Problem des Autors und nicht das des Lesers.

Ich hoffe, dass meine Erl├Ąuterungen Deine Zweifel ausr├Ąumen k├Ânnen. Wenn nicht, dann muss ich das f├╝r meine zuk├╝nftigen Versuche dieser Art ber├╝cksichtgen.

Lieber Gru├č W.

Hallo Rhea_Gift,

danke f├╝r Deine ausf├╝hrlichen ├ťberlegungen zum Text. In der Tat hast Du Vieles aufgegriffen, was ich mitteilen wollte. Letztlich habe ich bei Wort ÔÇ×SchwerelosÔÇť beide Bedeutungen im Blick; das ist es, das Spiel der Ebenen untereinander, sozusagen die Mehrdimensionalit├Ąt der Inhalte, das den Text ausmachen sollte.

Du hast das sehr sch├Ân herausgearbeitet, und ich hoffe sehr, dass das weiterhelfen wird.

Danke und lieber Gru├č W.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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