Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92250
Momentan online:
71 Gäste und 0 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Love Affaire
Eingestellt am 14. 02. 2009 14:35


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Herbstblatt
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Feb 2009

Werke: 6
Kommentare: 144
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Herbstblatt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Love Affaire

Ihr gemeinsames Leben begann unspektakul├Ąr. Er ging an ihr vor├╝ber, sie sah ihm nach.
Es war ein wundersch├Âner Tag. Die Sonne strahlte mit der ganzen Kraft, die sie im November noch aufbringen konnte. Der Himmel war stahlblau, jene eigent├╝mliche Mischung aus Glanz und Drohung, die man kaum beschreiben kann.
Sie stand vor der T├╝r in ihrem 2m┬▓-Vorgarten, den der Herbstwind umgepfl├╝gt hatte, und der nun aussah, als h├Ątte ihn noch nie eine menschliche Hand ber├╝hrt. Ihr Blick folgte seinem eleganten Gang. Er bemerkte es scheinbar nicht.

Es war das erste Mal seit Wochen, dass sie an die Luft kam. Ein Virus hatte sie fast zwei Monate an die Wohnung gefesselt. Das Fieber kam und ging wieder, der Arzt war mehrfach bei ihr gewesen, denn bis zur Praxis w├Ąre sie nicht gekommen. Ihre Nachbarin hatte nach ihr gesehen, sie mit Essen versorgt und ihr manchmal aus der Zeitung vorgelesen. Doch meist blieb ihr nur der Fernseher und ihre eint├Ânig hellen W├Ąnde. Sie hatte nicht gewusst, dass Einsamkeit weh tun kann.
Noch sollte sie nicht allein vor die T├╝r gehen, hatte der Arzt erst gestern gesagt. Sie w├Ąre noch zu schwach, k├Ânnte st├╝rzen und sich ernsthaft verletzen. Aber sie hatte es satt. Satt, zwischen Sessel, Couch und Toilette zu wandern. Sie brauchte Luft, zum atmen, auf der Haut, sie wollte wieder ein St├╝ck vom Leben sp├╝ren. Also beschloss sie, hinaus zu gehen.

Die Novembersonne streichelte ihr Gesicht. Sie drehte den Kopf, um mehr davon zu bekommen. Sie hielt ganz still, kostete den Moment aus, wollte ihn aufbewahren.
Da sah sie ihn zum ersten Mal. Sie wusste sofort, dass er neu hier war, diese Erscheinung h├Ątte sie nicht ├╝bersehen. Nun, acht Wochen sind eine lange Zeit, sie w├╝rde sich erkundigen.


Er schlich sich in ihr Leben, ohne dass es ihr auffiel. Sie versuchte t├Ąglich ein paar Minuten nach drau├čen zu gehen. Manchmal sah sie ihn, oft nicht. Sie verga├č, sich danach zu erkundigen, woher er kam. Aber sie begann, auf ihn zu warten, sich seine Anwesenheit vorzustellen. Sa├č in Gedanken mit ihm am Tisch. Sprach mit ihm ÔÇô mitunter ertappte sie sich dabei, dass sie dies laut tat. Wenn sie im Bett lag, meinte sie ihn zu sp├╝ren, Brust an R├╝cken, warm und weich. Sein Kopf auf ihrem Kissen, zufrieden schlafend.
Unbewusst begann sie ihn zu beobachten. Sie merkte sich die Zeiten, an denen er vorbei kam und versuchte, ihn abzupassen.

Der November war schnell vor├╝ber, genauso wie die sonnigen Tage. Mit dem Dezember kam der Schnee. Sie ging noch immer t├Ąglich nach drau├čen. Und auch er kam inzwischen jeden Tag vorbei. Manchmal schaute er sie an, wie sie da in ihrem G├Ąrtchen stand. Und ihr schien, dass er l├Ąchelte. Dann l├Ąchelte sie ebenfalls, warm und einladend. Sie begannen, sich aufeinander zu freuen.

Als der Fr├╝hling kam, war er praktisch bei ihr eingezogen. Sie kochte f├╝r ihn und er a├č es dankbar. Oft war er unterwegs, viele Stunden. Sie lie├č ihn ziehen, sie wusste, er w├╝rde wieder kommen und sie w├╝rden die Zeit miteinander genie├čen.

Inzwischen ging es ihr wieder gut. Die lange Ruhepause hatte ihrem K├Ârper geholfen, die Krankheit zu ├╝berwinden. Seine Zuwendung machte sie restlos gesund, seine Anwesenheit erf├╝llte sie mit Ruhe und Kraft. Er war Teil ihres Lebens geworden.

Im Sommer kam ihre Schwester zu Besuch. Sie sahen sich selten, zwischen ihnen lag mehr als die reale Entfernung. Trotzdem freute sie sich. F├╝r zwei oder drei Stunden konnten sie miteinander reden ohne sich zu streiten, l├Ąnger blieb ihre Schwester nie.
Der Vormittag war schnell vergangen, sie hatte schwedische Apfeltorte gebacken, ihr beider Lieblingskuchen. Den Tisch hatte sie liebevoll gedeckt, beinah festlich.
Auch er war da. Vom Sessel aus beobachtete er die Begr├╝├čung der Schwestern.
Er schnurrte, als sie sich ├╝ber ihn beugten und ihre Schwester erstaunt fragte: ÔÇ×Seit wann hast du denn eine Katze?ÔÇť

__________________
Lesen gef├Ąhrdet die Dummheit.

Version vom 14. 02. 2009 14:35
Version vom 16. 02. 2009 22:39

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Herbstblatt
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Feb 2009

Werke: 6
Kommentare: 144
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Herbstblatt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Kurzgeschichte

Hallo Rumpelstilzchen,

danke f├╝r deine erste Reaktion. Bin immer noch ganz aufgeregt, dass meine kleine Katzengeschichte es tats├Ąchlich hierher geschafft hat ;o)

Ich muss gestehen, dass mir irgendwie kein wirklicher Titel eingefallen ist, au├čerdem habe ich es nicht gleich realisiert, dass in dem entsprechenden Feld der Titel der Geschichte stehen m├╝sste. *sch├Ąm* Naja, ich bin lernf├Ąhig...

Es w├Ąre m├Âglich, den Titel "Freunde" dort zu platzieren. Ich wollte eine genauere ├ťberschrift auch garnicht geben. Schlie├člich k├Ânnte es ja auch ein ganz anderer ER sein...

LG Herbstblatt
__________________
Lesen gef├Ąhrdet die Dummheit.

Bearbeiten/Löschen    


Herbstblatt
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Feb 2009

Werke: 6
Kommentare: 144
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Herbstblatt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Retep,

danke!

Ich w├╝rde die Geschichte umnennen, aber mir fallen als Titel nur solche Sachen ein wie: "Begegnung", vielleicht noch "Eingeschlichen". Aber auch damit bin ich nicht zufrieden.

Selbstredend bin ich f├╝r Vorschl├Ąge offen ;o))

Herbstblatt
__________________
Lesen gef├Ąhrdet die Dummheit.

Bearbeiten/Löschen    


Herbstblatt
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Feb 2009

Werke: 6
Kommentare: 144
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Herbstblatt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Tja, jetzt brauche ich wohl doch Hilfe. Zwar ist die ├ťberschrift nun ge├Ąndert, aber nicht der Titel an sich. Wie krieg` ich das jetzt hin? Bin f├╝r Tipps dankbar...


LG Herbstblatt
__________________
Lesen gef├Ąhrdet die Dummheit.

Bearbeiten/Löschen    


suzah
Guest
Registriert: Not Yet

Kurzgeschichten

hallo herbstblatt,

beim titelvorschlag sind wir schon wieder bei anglizismen. ich denke da eher an "novemberliebe". was h├Ąltst du davon?

liebe gr├╝├če suzah

Bearbeiten/Löschen    


Herbstblatt
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Feb 2009

Werke: 6
Kommentare: 144
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Herbstblatt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo euch,

danke, dass ihr es ge├Ąndert habt. Kann ich das selbst nicht?

@Suzah, ich hab nicht unbedingt ein Problem mit Anglizismen, mich st├Ârt es nur, wenn es ├╝berhand nimmt. Trotzdem verstehe ich, dass man sich gut ├╝berlegen sollte, wo man sie anbringt und wo nicht. Hier finde ich es gut!

@Retep, Novemberliebe ist auch gut, aber Love Affaire find ich hier besser, sorry ;o))

LG Herbstblatt
__________________
Lesen gef├Ąhrdet die Dummheit.

Bearbeiten/Löschen    


14 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!