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Leselupe.de > Kurzprosa
Luftikus
Eingestellt am 29. 08. 2010 10:01


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Gernot Jennerwein
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Luftikus


Unter der Zirkuskuppel, in einer unversch√§mten H√∂he und winzig klein, sitzt der Trapezk√ľnstler auf der Schaukel und holt mit spitz nach vorn gestreckten Beinen zu wuchtigen Schw√ľngen aus. Mit wei√ü bemaltem Gesicht, als w√§r er ein Harlekin, taucht der Akrobat seinen K√∂rper mit wilder Entschlossenheit gegen die Schwerkraft an. Famos, wie sein Haar so weht in windiger H√∂h'. Zigarrenqualm nobler Herren vergeht in der Luft, verwandelt das Spektakel bald gar in eine Geister- und D√§monenshau.
Auf den Pl√§tzen und Sch√∂√üen der Trib√ľne mit offenem Munde ein jedes Kind seinen Kopf im Takte der Schaukel wiegt, bewundernde Blicke junger Frauen, steif im R√ľcken und gerade sitzend, manche gar heimlich in den K√ľnstler verliebt.
Ein Mann mit krummen Beinen und Zylinderhut in die Manege st√ľrmt, um seine schwarzen Stiefel ein kleines H√ľndchen springt. Es muss wohl der Zirkusdirektor sein. Mit fuchtelnden H√§nden er das Trommelspiel verstummen l√§sst. Elektrisches Knacken, grelles Licht, ein blitzender Scheinwerfer den zweiten Akrobaten an der Decke erwischt.
Gleich einem andalusischen Senor trägt er eine Rose im Mund und verbeugt sich mit ausgestrecktem Arm im Banne des Lichts.
Grazi√∂s l√§sst er sich auf seine Schaukel fallen. Ein d√ľnner Strick zerrei√üt und der Spanier eilt mit schnell zunehmender Fahrt seinem Compadre entgegen.
Auf halbem Wege, die Menge ist entz√ľckt, h√§ngt er auf einmal kopf√ľber im Raum und streckt dem Harlekin die H√§nde zu.
Wie ein Falke im Flug, aber doch flehenden Blickes, schießt dieser an ihm vorbei und schlägt einen Atemzug später im Sande der Manege auf.
Stille, die Menschen werden blass. Nur das Ger√§usch der Schaukeln, ein zartes √Ąchzen und Singen, als wehe Wind, l√§sst an das Leben erinnern. Der Spanier hoch oben im schaukelnden Hin und Her, seine Arme h√§ngen wie leblos herab und die Rose aus seinem Munde zu Boden f√§llt.

Version vom 29. 08. 2010 10:01
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Mandelbaum
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Hallo Gernot,
eine gelungene Beschreibung eines tragischen Moments, mir geht es fast so wie den Menschen in der Manege ...

An manchen Stellen solltest Du meiner Meinung nach noch etwas "feilen":

Unter der Zirkuskuppel, in unversch√§mter H√∂he ((Vorschlag: unversch√§mt hoch)und winzig klein, sitzt der Trapezk√ľnstler auf der Schaukel und holt mit seinen nach vorne stechenden das Wort passt m.E. nicht, habe aber keinen anderen Vorschlag parat)Beinen zu wuchtigen Schw√ľngen aus. Mit wei√ü bemaltem Gesicht, als w√§r er ein Harlekin, taucht der Akrobat seinen K√∂rper mit wilder Entschlossenheit gegen die Schwerkraft an gegen Schwerkraft antauchen???. Famos weht sein Haar im sp√§rlichen Licht, Zigarrenqualm nobler Herren vergeht in der Luft (w√ľrde ich streichen), verwandelt das Spektakel in eine Geister- und D√§monenshow.
Auf den Pl√§tzen und Sch√∂√üen der Trib√ľneWas sind Sch√∂√üe der Trib√ľne?) mit offenem Munde ein jedes Kind seinen Kopf im Takte der Schaukel wiegt, bewundernde Blicke, mancher gar in den K√ľnstler verliebt, von jungen Frauen mit steifem R√ľcken und gerade sitzend.(Vorschlag: Bewundernde Blicke von jungen Frauen, manche gar in den K√ľnstler verliebt)
Ein Mann mit krummen Beinen und Zylinderhut, es muss wohl der Zirkusdirektor sein, in die Manege springt und mit fuchtelnden Händen das Trommelspiel verstummen lässt. Elektrisches Knacken, grelles Licht, ein blitzender Scheinwerfer erwischtden zweiten Akrobaten an der Decke erwischt.
Gleich einem andalusischen Senor trägt er eine Rose im Mund und verbeugt sich mit ausgestrecktem Arm im Scheinwerferlicht.
Grazi√∂s l√§sst er sich auf seine Schaukel fallen. Ein d√ľnner Strick zerrei√üt und der Spanier eilt mit schnell aufnehmender zunehmender Fahrt seinem Partner entgegen.
Auf halbem Wege, die Menge ist entz√ľckt, h√§ngt er auf einmal kopf√ľber im Raum und streckt seinem Kollegen die H√§nde entgegen.
Wie ein Falke im Flug und flehendem Blicke ein Falke blickt nicht flehendschießt der Harlekin an ihm vorbei und schlägt einen Atemzug später im Sande der Manege auf.
Stille, die Menschen werden blass. Nur das Ger√§usch der Schaukeln, ein zartes √Ąchzen und Singen, als w√§re Wind, l√§sst an das Leben erinnern. Der Spanier hoch oben im schaukelnden Hin und Her, seine Arme h√§ngen wie leblos herab und die Rose aus seinem Munde zu Boden f√§llt.

Es sind nur Gedanken, die mir beim Lesen kamen...

Liebe Gr√ľ√üe,
Mandelbaum

__________________
"Poesie tritt oft durch das Fenster der Unwesentlichkeit ein." M.C. Richards

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Gernot Jennerwein
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Hallo lieber Mandelbaum

Ich find das echt lieb von dir, dass du mir das so genau angeschaut hast.

Zumeist sind es stilistische Vorschläge, die du mir unterbreitest.

quote:
und holt mit seinen nach vorne stechenden das Wort passt m.E. nicht, habe aber keinen anderen Vorschlag parat)

quote:
mit wilder Entschlossenheit gegen die Schwerkraft an gegen Schwerkraft antauchen???.

Wenn man einem Kind zuschaut, wie es schaukelt, dann schwingt es nach hinten oben, streckt dann die Beine ganz spitz aus und sticht mit diesen nach unten und das der Schwerkraft entgegen.

quote:
Auf den Pl√§tzen und Sch√∂√üen der Trib√ľneWas sind Sch√∂√üe der Trib√ľne?)
Schöße, Kinder sitzen auf den Schößen ihre Eltern, hm, aber wenn das wirklich sehr schwer verständlich ist, dann muss ich das ändern.

quote:
aufnehmender zunehmender
danke, das ist ein Fehler, den du mir aufgezeigt hast.
quote:
Wie ein Falke im Flug und flehendem Blicke ein Falke blickt nicht flehend
das m√ľsste aber eindeutig sein, dass es sich nicht mehr auf den Falken bezieht, aber gerne lasse ich mich eines Besseren belehren.

besten Dank
und liebe Gr√ľ√üe
Gernot

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suzah
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hallo gernot,
schön mal wieder was von dir zu lesen.

ich stimme mandelbaum zu und habe hier noch einige weitere vorschläge:

Unter der Zirkuskuppel, winzig klein in der unversch√§mten H√∂he, sitzt der Trapezk√ľnstler auf der Schaukel und holt mit nach vorn gestreckten Beinen zu wuchtigen Schw√ľngen aus.
(so kommt besser heraus, dass er nur durch die höhe winzig klein wirkt.)

Famos weht sein Haar im spärlichen Licht.
(famos passt irgendwie nicht. w√§re er blond, w√ľrde es leuchten im sp√§rlichen licht, so hat das licht keine bedeutung, das haar weht durch den schwung.)
vielleicht:
sein weiß bemaltes gesicht leuchtet im spärlichen licht, mit wehendem haar schwebt sein körper im raum als wäre die schwerkraft aufgehoben.

lg suzah





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Gernot Jennerwein
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Hallo liebe suzah

danke f√ľr deinen Kommentar, ich hab ge√§ndert.

allerbeste Gr√ľ√üe

Gernot

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Estrella fugaz
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Hallo Gernot,

deine Geschichte ist dir gelungen. Du erzeugst viele Bilder mit der Art, wie du schreibst und hast es geschafft, mich mit in das Zirkuszelt zu nehmen. Ich verfolgte alles als Zuschauerin. Der Schluss jagte mir w√§hrend des Lesens eine G√§nsehaut √ľber den K√∂rper.

Liebe Gr√ľ√üe,
Karin
__________________
Ich schließe meine Augen, um zu sehen. (Paul Gauguin)

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